Das war bei meinem Jüngsten auch so- huch, wir kriegen Besuch.. er wohnt zweihundert Kilometer weg und will klarerweise in der richtigen Verfassung sein, er hatte damals langen Dienst und Bereitschaft. Ich weiß nicht, was er sich ausgemalt hat- wir kamen kurz vorbei und legten die Eierschwammerl ab, wegen dem sind wir in seine Richtung gefahren, auch um die Gegend dort mal zu besichtigen und kurz hallo zu sagen. Entspann dich, ich bins, kein Problem, wenn nur fünf Minuten verfügbar sind, oder du gar nicht daheim bist... so habe ich es gemacht und nicht lange verhandelt, auch nicht erzählt, dass ich morgen anreise. Diese Kurvisite war so gestaltet, dass na klar, Elternbesuche das Normalste der Welt sind, keine Forderungen, keine Anliegen, nur mal schnell Hallo sagen, das ist drin, muss drin sein. So war es auch. Ach das war nett...
So war es auch bei meiner Tochter. Was denken sie sich aus, ich merke immer wieder, dass sie zwei Gesichter haben- eins will nicht unterbrochen werden im Dauerbetrieb, das andere ist dankbar und froh, weil man sich von diesem anderen Gesicht nicht abbringen lässt vom Liebhaben und ab und an mal Griasti sagen, wie bei uns immer schon der Brauch war und nach wie vor so gehalten wird. Dafür sorge ich.
Bei einem kurzen Auftauchen und etwas zur Kleinen bringen muss sie einsehen, dass das nichts Schlechtes ist. Die Welt ist voller schlechter Sitten, bewahren wir die Guten.
Friedlich, freundlich bleiben, Rücksicht nehmen auf die knappe Zeit, da kann nichts schiefgehen.