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erste ausbildung mit 29, psychisch am ende

L

Laraja29

Gast
hallo,

ich (29) habe aufgrund vieler faktoren (mobbing, depressionen, dementer großvater, der unsere ganze familie psychisch fertigmachte über jahre, den ich am ende auch 2 jahre mitgepflegt habe) bisher noch keine berufsausbildung. zweimal habe ich bereits eine begonnen, habe es aber nie durchgehalten aufgrund oben genannter faktoren.

mein lebenslauf ist gepflastert von lücken, von "stationäre therapie" über monatelang "ausbildungssuchend" bis hin zu "pflege eines familienmitglieds" ist quasi alles dabei und ich habe im grunde die hoffnung aufgegeben, jemals eine arbeitsstelle zu finden. meine noten im abschlusszeugnis sehen leider auch nicht so rosig aus.

im moment mache ich eine ausbildung zur industriekauffrau, eine art auffang-programm von der IHK für leute, die das teenager-alter längst überschritten haben, aber keine ausbildung besitzen. ich komme mir vor wie der größte versager, zumal ich einfach nicht glauben kann, dass mich danach irgendwer nehmen wird. wenn ich die ausbildung abgeschlossen habe, bin ich 31 und mein lebenslauf ist, wie bereits erwähnt, die katastrophe schlechthin.

hinzu kommt, dass ich es aufgrund fehlenden geldes nie geschafft habe, aus meiner heimatstadt wegzuziehen. die eltern all meiner ehemaligen mitschüler leben natürlich noch hier und ich merke auch, dass sie mich schief anschauen, weil ihre söhne und töchter bereits seit jahren fertig sind mit studieren, inzwischen irgendwo in hohen positionen arbeiten und einen haufen geld verdienen, eben "was aus ihrem leben machen".

bei mir stagniert alles seit jahren und ich hatte und habe keinerlei erfolgserlebnisse. wenn ich sie beim einkaufen oder auf der straße treffe, was soll ich da schon groß erzählen, wenn man mich wieder auszuquetschen versucht? soll ich mit 29 freudestrahlend berichten, dass ich nun endlich meine erste ausbildung mache?!

es ist mir alles so wahnsinnig peinlich, zumal meine chancen beim anderen geschlecht damit automatisch auch auf null sinken. ich sehe nicht übel aus, bin gepflegt, hatte früher, zu schulzeiten noch den ein oder anderen verehrer. wenn ich heute mal jemanden kennenlerne und man ins gespräch kommt, merke ich sofort, dass man wieder auf distanz geht, sobald ich wahrheitsgemäß zugebe, dass ich noch keinen beruf erlernt habe und derzeit an meiner ersten ausbildung dran bin.

selbst wenn der mann am anfang noch interesse signalisierte, meinen humor, meine schlagfertigkeit, mein erscheinungsbild etc. gelobt hat - meine berufliche situation ist das ultimative K.O.-kriterium. ich bin psychisch echt am ende und habe keine ahnung mehr, wie ich noch weitermachen soll. meine zukunft sieht ja auch nicht viel besser aus und ich werde wohl als sozialfall enden..
 
du kannst natürlich den kopf in den sand stecken und aufgeben. dann endest du als sozialfall, ja. kann man machen. ist für viele ein weg. vor allem der des geringsten widerstandes.

oder du kannst dankbar sein für die chance, die du jetzt hast, dich richtig reinhängen in die ausbildung, versuchen so viel möglich zu lernen, am besten über das geforderte hinaus, such dir praktika, möbel deinen lebenslauf mit hilfe von menschen, die sich damit auskennen, auf.

und ignorier die leute, die dich ausquetschen wollen - du musst keinem rede und antwort stehen. sag einfach bei dir läufts grad gut - stimmt ja auch, du machst eine ausbildung. was sonst noch so los ist, wie es in dir aussieht - das geht niemanden etwas an.

was genau erwartest du denn eigentlich von deinem leben? klar, für die überflieger-karriere ist es ein bißchen spät. aber mit anfang 30 ist es durchaus möglich durchzustarten. als ausgebildete industriekauffrau wirst du sicher in der lage sein, dir ein angenehmes leben zu finanzieren.

kümmer dich erstmal um deine zukunft, dann kommt das mit der männerwelt irgendwann von allein. dass es nicht gerade anziehend wirkt, wenn man bisher eher rumgeschlumpft hat, ist doch auch nachvollziehbar oder? viele männer wünschen sich eben eine frau, die fähig ist, auf eigenen beinen zu stehen.
 
Warum sagst Du nicht ganz selbstsicher und lächelnd, dass Du Dich in einer Umschulung befindest (nennt sich ja auch so bei vom AA finanzierter Ausbildung)? Also ehrlich, das ist doch toll. Da lernst Du etwas, aber machst Dich runter. Ich kann auch gar nicht glauben, dass sich die Leute (potentielle Partner) dann immer distanzieren.
Ich habe mit Anfang 30 auch so etwas gemacht und da hat mich nun wirklich keiner niedergeredet. Da scheinst DU etwas auszustrahlen (Zweifel), was Dich unattraktiv macht.
Und der zu erlernende Beruf ist ja nun auch nicht 08/15. So mancher Schüler würde sich darum reißen, wenn seine Noten nur so wären.

Wenn Du generell zu starke psychische Probleme hast (kann das gerade nicht richtig einschätzen), empfiehlt sich eine amtsärztliche Untersuchung, bei der Deine generelle Arbeitsfähigkeit geprüft wird. Das wird durch das AA initiert.
Liebe Grüße🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Laraja,

das klingt wirklioch alles extrem heftig! Würde dir wirklich gerne helfen. Insbesondere die Pflege eines dementen Angehörigen ist so ziemlich das schlimmste, was es gibt. Das ist Schwerstarbeit, auch und insbesondere psychisch!
Diese Ausbildung ist auf jeden Fall schonmal ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung! Ziehe sie auf jeden Fall durch! Wenn das über die IHK läuft, ist es sehr wahrscheinlich, dass die dir hinmterher auch eine Arbeitsstelle vermitteln. Lass also den Kopf nicht hängen und schaue nach vorn. Auch hätte ich Interesse, dich einmal näher kennen zu lernen. (ich bin m,33!) Wo kommst du denn her, wenn ich fragen darf?


lg
 
Mir ging es ähnlich wie dir....Schwere Depressionen...Ewig ausbildungssuchend...Daher riesen Lücke im Lebenslauf....Auch ich hatte die Hoffnung bereits aufgegeben jemals einen Beruf zu erlernen...Auf dem Weg zum Abi begannen die Depressionen...Die Fehlstundenhäuften sich, ungeplanter Abgang nach der 11. Klasse, dementsprechend schlechte Noten im Abgangszeugnis...Mit 27 habe ich endlich über eine Umschulung einen Beruf erlernen können....Über ein Praktikum habe ich im Anschluss einen Betrieb gefunden, in dem ich ein 3. Lehrjahr machen konnte...

Ich war nie ein schlechter Schüler...Meine Mitschüler, die größtenteils nach dem Abi studiert haben, beneideten mich dafür, dass mir alles so leicht fiel...Ich musste für meine guten Noten nie viel tun...Durch die Depression hatte ich irgenwann das Gefühl mich zurück zu entwickeln...Während die anderen studierten, saß ich da und kam keinen Schritt voran...

Du solltest freudestrahlend berichten, dass du nach einer schweren Zeit geschafft hast dich aufzuraffen und eine Ausbildung zu beginnen, ja...

Jeder der weiß, was eine Depression ist, weiß auch, wie schwer es ist sich trotz dieser "am Leben zu ehalten"...Wie schwer das alltägliche Leben ist, die selbstverständlichsten Dinge...Wie stark man sein muss, um sich nicht aufzugeben und weiter zu kämpfen, trotz der ständigen Rückschläge und fehlenden Erfolgserlebnissen...
Das Gefühl für Erfolg ist in meinem Fall ein besonderes Thema...Ich habe meine Ausbildung als Landesbester bestanden und kann mich darüber nicht sonderlich freuen...Ich denke das hängt ebenso mit der Depression zusammen...Thema für sich....

Auch ich habe die anderen lange beneidet....Aber auch da ist nicht alles Gold was glänzt...Im Nachhinein erfährt man dann, wie viele von denen ihr Studium abgebrochen haben, weil es zu nichts führte oder weil sie schlicht überfordert waren...Wie viele nach ihrem Studium nun in einer ähnlichen Situation sind, weil sie mit ihrem Abschluss nichts anfangen können und nun in irgendwelchen Bars die Saftschubse spielen...

Die Frage ist doch, wie viele von denen in deiner Situaion überhaupt so weit gekommen wären wie du...Wie viele sich im Laufe der Zeit aufgegeben hätten, nicht in der Lage gewesen wären all diese Probleme zu bewältigen...Was du geschafft hast ist eine riesen Leistung...Du kannst niemandem, der nicht selbst mal davon betroffen war erklären, was eine Depression ist...Sie werden es nicht verstehen bis sie es selbst erlebt haben...Das habe ich mit der Zeit gelernt...Ich versuche nicht mehr mich diesbezüglich zu erklären....Jeder der weiß, wie schwer es ist trotz allem ein normales Leben zu führen wird deine Leistung anerkennen...
Du solltest dich dafür nicht schämen und Menschen, die es wert sind, freudestrahlend davon berichten....Womit wir dann auch beim nächsten Punkt wären...

selbst wenn der mann am anfang noch interesse signalisierte, meinen humor, meine schlagfertigkeit, mein erscheinungsbild etc. gelobt hat - meine berufliche situation ist das ultimative K.O.-kriterium...

Die meisten meiner sogenannten "Freunde" haben sich mit der Zeit aus ähnlichen Gründen von mir abgewendet, wie deine Bekanntschafften...Soll ich dir mal was sagen? Ich bin dankbar dafür...
Menschen, denen sowas wichtiger ist, als die Person selbst sind es einfach nicht wert....Denen ist wichtiger was du hast, als das was du bist...Auf sowas kann ich verzichten..Das sind keine Freunde...Potentielle Partner für eine ernsthafte Beziehung schon gar nicht...Ich bin froh, dass ich gelernt habe diesbezüglich zu unterscheiden ohne mich dabei schlecht zu fühlen...
Wenn ich ehrlich bin, tun mir solchen Menschen schon leid, weil sie einfach nicht wissen, worauf es wirklich ankommt...Sie werden es zu spüren bekommen, wenn sie in schweren Zeiten niemanden haben, der sich für sie interessiert...

Mach dich nicht runter, du hast sehr viel geschafft..Die meisten hätten es in deiner Situation nie so weit gebracht...
Übrigens bin ich ein Mann, der sich aus solch banalen Gründen nicht von dir distanzieren würde, wenn ihm das menschliche zusagt...Nicht alle Männer sind derartig oberflächlich und beschränkt...
Der richtige wird schon kommen...Lass den Kopf nicht hängen 😉
 
Es ist wichtig, dass du dich selbst ermutigst und die positiven Seiten herauskitzelt. Das können auch kleine Erfolgserlebnisse sein, wie der Beginn einer Ausbildung. Sieh es als Chance für die Zukunft an. Je deprimierter und lustloser du an die Sache herangehst, desto schneller schwinden die Chancen. Häng dich rein, versuche aber dennoch einen Ausgleich zu finden (z.B. Sport treiben). Dadurch kannst du auch andere (männliche) Personen kennenlernen. Schau mehr nach den positiven Momenten im Leben, bleib aber trotzdem auf dein Ziel fokussiert. Wenn du das schaffst, wird es dir in Zukunft auch besser gehen.
 

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