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Erlebtes erzählen?

H

huendchen

Gast
Hallo ihr,

war heute Morgen bei meiner Therapeutin. Es war sicher an der Zeit, denn zuviel war seit dem letzten Termin geschehen. Aber:

Ist es wirklich gut, auszusprechen, was passiert ist :?:

Ich war den ganzen Tag bis heute Abend so total fertig, dass ich mir gerade ernsthaft überlege, ob ich das je wieder so haben möchte: Mindestens 1x/ Std. Weinkrampf, keinen (anderen) klaren Gedanken, immer wieder den Schmerz zu durchleben, meine Kleine ständig um mich 'rum (ihr versteht, was ich meine, oder?), sie traurig, ich traurig, beide verletzt, total zerstört.

Was soll gut daran sein, sich daran zu erinnern, was passiert ist? Was soll gut daran sein, es auszusprechen?

Grüßle huendchen
 
huhu

Hallo Du!!!

Weißt du ich bin nein war auch In Therapie, da mein Kind zu den Sternenkinder gegangen ist!
Ich leide heute noch schlimm unter Depris..

Leider konnte ich aus deinem Beitrag nicht lesen, was dir so großen Kummer macht?! Möchtest du es mir sagen?

Sich zu öffnen ist ein großer Schritt,genau wie das sich selbst wieder finden!
Ich denke sobald du über deine Probleme anfängst zu sprechen, wirst du verarbeiten können!
Es hat vor und auch nachteile das sicherlich, doch, nicht von heut auf morgen, wirst du sehen das die Vorteile übermass nehmen und es dir besser geht!
Therapien sind ja nicht um sonst angeschafft worden wenn sie nichts bringen, nichts taugen!!
Verstehst du was ich damit sagen möchte??

Es wäre schön wieder von dir zu hören

Alles Liebe Moni
mit Jennifer-Marie im Herzen
 
Hallo Anam_Cara,

danke für deine Zeilen. Nun ist der 2. Tag nach dem Gespräch mit meiner Therapeutin & manches ist wieder ein bisschen mehr im Lot. Trotzdem: Es war das 2. Mal, dass ich überhaupt mit ihr darüber geredet habe, was passiert ist + ich hätte es eigentlich schon wissen: Schon das erste Mal ging's mir danach nicht besonders gut.

Ich wurde halt mit 4 J. sexuell missbraucht + nun kommen langsam die Erinnerungen daran wieder hoch. Und jedes Mal, wenn man darüber spricht, ist es, als ob man das Ganze noch einmal durchlebt + nun eben als erwachsene Frau, die weiß, was das Ganze überhaupt war. Da sind die Gefühle von damals wieder da, da fühlt man sich nur noch ausgenutzt, hilflos, schmutzig, ekelhaft (im wahrsten Sinne des Wortes). Da ist Verzweiflung da + da hat man immer wieder das Bild von damals vor Augen. Und sicher ist es gut, das Erlebte hervorzukramen, sich damit auseinander zu setzen, aber den Schmerz + die Tat noch einmal zu durchleben geht eben hart an die Grenzen des Erträglichen.

Und Heute ist nun wieder so ein Tag, an dem ich frei habe + den ich ja eigentlich schon auch nutzen möchte, um den Erinnerungen Raum zu geben, aber gleichzeitig ist halt die Angst davor da. Die Angst, (noch) mehr Details zu erfahren, die Angst, darüber dann wieder zu reden müssen, die Angst, es nicht zu verkraften, die Angst, damit allein zu sein, die Angst, (vollends) zusammen zu brechen...

Was ist denn mit deinem Kind passiert? Ich kümmer' mich liebend gern' um die Belastungen von anderen, dann sehe ich meine nicht mehr ganz so schlimm vor Augen.

Gruß huendchen
 
hey huendchen

ich versteh dich
ich wurde verschlagen es ist fast 7J her
davon 3J thrapie
ich sehe diese bilder immernoch
heute bin ich schwul
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Huendchen!
Ich kann Dich gut verstehen.
Ich war damals so alt wie Du, auch 4 J. alt. Kann nachvollziehen wie Du Dich fühlst, kenn die Fragen, Erinnerungen und Gefühle sehr gut die einem immer und immer wieder hoch kommen. So realistisch teilweise...🙁
Mittlerweile weiß ich aber, dass es gut ist wenn man sich öffnet...den Tränen freien Lauf lässt...jemanden zum reden hat.
Ich wünschte für mich das ich es eher getan hätte nicht soooo lange Zeit später. Ich glaube es wäre in meinem Leben vieles anders geworden.
Ich wünsche mir für Dich an dieser Stelle das Du den Mut findest es zu schaffen...zu weinen und wenn nicht zu reden, dann zu schreiben...für Dich persönlich in Tagebüchern, oder hier an diesem Ort wo ganz ganz viele Menschen ähnliches durchlebt haben wie Du...es hilft! Und Du sollst wissen das Du nicht alleine bist!

Ich weiß dass man andern lieber hilft, ein offenes Ohr hat und ein ganz sensibles Feingefühl entwickelt...das mache ich auch gern...sich von den eigenen Problemen ablenken kann und es eignet sich auch gut zur Flucht vor sich selbst.
Leider nicht auf Dauer.
Du hast hier Mut gezeigt, einen Anfang gemacht und gehst zur Therapie. Alle Achtung, Daumen hoch und mach weiter!

Hast Du niemanden wo Du Deine Kleine ein paar Stunden mal hingeben kannst? Eine Freundin z. B.? Du könntest Dir ein wenig Raum geben damit um Deine Gefühle hochkommen zu lassen und das zu tun wonach Dir gerade ist. Weinen...oder Schreiben...Musik hören...Entspannen...ohne Rücksicht nehmen zu müssen. Das gibt Kraft!

Fühle Dich umarmt und gedrückt.
Liebe Grüße an Dich
Wurschtel
 

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