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Erfolgreich im Studium und Beruf, dennoch unglücklich und traurig!

rolli8

Neues Mitglied
Hallo,


ich habe lange überlegt in welche Kategorie ich diesen Beitrag einordne, weil ich meine Probleme über eigentlich alle Foren verteilt sehe. Ich denke dennoch, dass "Ich" die am besten passende Kategorie ist.


Jetzt zu mir: Ich bin 28 Jahre alt, habe nach dem Abitur ein BWL Studium sehr gut abgeschlossen, war über ein Stipendium ein Semester im Ausland, habe dann einen guten Job bekommen und verdiene mehr als alle Gleichaltrigen die ich kenne. Außerdem habe ich eine sehr intelligente und hübsche Freundin, die nun mit ihrem Medizinstudium fertig geworden ist.


Soweit so gut. Was belastet mich? Ich bin ein grundsätzlich sehr neidischer Mensch und vergleiche mich ununterbrochen mit anderen. Ich kann mein BWL Studium inzwischen gar nicht mehr richtig ernst nehmen und bereue es damals nicht z.B. auch Medizin studiert zu haben. Diese Reue resultiert jedoch nicht aus einem großen Interesse an Medizin, sondern vielmehr daran, dass meine Freundin und alle in ihrem Umfeld gerade Ärzte werden. Ich weiß z.B. das die Arbeitsbedingungen im Krankenhaus schlecht sind und sie und ihre Freunde bei weitem nicht so viel verdienen in den nächsten 10 Jahren wie ich - dennoch bin ich neidisch. Vielleicht auf den Status "Arzt" - vielleicht auf den Dr. Titel? Ich weiß es nicht so genau. Das geht soweit, dass ich überlege meinen Job zu kündigen und ein Zweitstudium der Medizin anzustreben. Wenn ich ehrlich zu mir bin, ist mein verfolgtes Ziel dabei, nicht mehr gefühlt schlechter als die anderen zu sein.


Zudem entsteht daraus eine einnehmende Zukunftsangst. Ich denke inzwischen, dass meine bisherige "Karriere" nicht nachhaltig genug war/ist und es ganz schnell vorbei sein könnte mit meinem beruflichen Erfolg. Rein objektiv ist mein Arbeitsplatz nicht bedroht und ich würde wahrscheinlich auch in anderen Unternehmen eine adäquate Stelle finden. Es fehlt mir - verglichen mit Medizin - die echte akademische Unterfütterung, das Fachwissen. Ich empfinde mein tägliches Arbeiten und das meine Kollegen inzwischen immer mehr als "Schaumschlägerei". In der Medizin hingegen spielt m.E. echtes Fachwissen eine größere Rolle und ist nicht so leicht erlernbar wie meine täglichen Arbeiten.


Meine Gedanken kreisen ununterbrochen um dieses Thema. Meine Leistung im Beruf fängt an darunter zu leiden. Meine Partnerschaft belastetet das ebenfalls, gerade weil meine Freundin meine Gedanken nicht wirklich nachvollziehen kann.


Ich weiß nicht was ich machen soll und bin sehr verzweifelt. Ich bin für jeden Ratschlag dankbar.


Wenn jemand ähnliche Probleme hat / hatte und vielleicht auch Lust auf ein persönliches Treffen oder ein Telefonat hat würde ich mich sehr freuen. Ich wohne derzeit in Mittelhessen.


Liebe Grüße,


rolli8
 
Warum machst Du dann nicht einen Dr in BWL in der Wirtschaft?

Solche Probleme hätte ich auch gern... Wieso willst Du rein wegen der Reputation einen wie Du selbst sagst, hochbezahlten und sicheren Job aufgeben? Für ein Problem in Deinem Kopf?

Findest Du das nicht etwas überzogen? Wegen Deinem Neid-Problem gibt es bestimmt professionelle Hilfe. Dafür musst Du Dich auch nicht schämen, zu einer Beratung zu gehen.

Ich kann Dir nur den guten Rat geben - gib nicht das auf was Du hast für Dein Ego. Das bereust Du evtl. sonst bitterböse.
 
Der Dr. in der BWL ist uninteressant weil ich ihn als wissenschaftlich genug empfinde. Ich empfinde im moment das ganze Fach BWL leider als nichts halbes und nichts ganzes.

Ich mache mir Sorgen, dass der im Moment sichere Job und die im Moment gute Bezahlung in 5 Jahren vielleicht dahin sein könnte und ich es dann bereuen würde nichts "richtiges" studiert zu haben.

Kannst Du diese Sorgen verstehen?
 
Ich würde mir für dein Leben ein anderes Ziel suchen. Zur Zeit scheint bei dir ja alles darauf abzuzielen, der Beste zu sein und die beste Ausbildung zu haben. Dass man damit früher oder später auf die Fresse fällt ist ja nicht erstaunlich. Ich würde mich einmal hinsetzen und dir genaustens überlegen, was dein Herz will. Vielleicht bist du mehr der soziale Typ, der sich für arme, hungernde Kinder einsetzt?
 
ich verstehe das, immerhin habe ich zu Studienzeiten die BWLer immer von oben herab belächelt, da ich (und nicht nur ich) mich aufgrund meiner Studienwahl für was "Besseres" gehalten habe.

Doch habe im Moment ähnliche Sorgen... mir gehts nur anders - habe Maschinenbau studiert und arbeite auch in dem Bereich, jedoch in einem nicht unbedingt "karrierefreundlichem" Umfeld, dafür ist mein Job sicher (leider nicht wirklich gut bezahlt). Nachdem das auch der dritte Job in 5 Jahren ist, will ich nicht schon wieder wechseln, zumal derzeit keine attraktiven Angebote vorhanden sind. Aber selbst schuld, ich war nie der Karrieretyp, sondern viel zu oft der, der auf Gerechtigkeit für sich und andere gepocht hat und das kommt bei manchen Chefs alles andere als gut an.

Was ist mit selbstständig-machen? Das würde Dir meiner Meinung nach einen Schub an Selbstvertrauen (wenns klappt) geben.

Ich persönlich finde nur den Umschwung von BWL hin zu Medizin einfach zu krass. Ich kenne Menschen, die zwar nicht gleiche, aber auch krasse Richtungswechsel eingeschlagen haben. Bei denen war es nicht immer die richtige Entscheidung.

Respekt, dass Dich Geld nicht glücklich macht! Aber trotzdem - einen solchen Schritt würde ICH nicht wagen und wenn Du sagst, dass Du nicht unbedingt zum Durchschnitt der Absolventen und gute-Job-Inhaber gehörst, dann ist das für die Zukunft doch nur gut, jedenfalls im Lebenslauf. Und wie hochsensibel ein verpatzter Lebenslauf in Sachen Karriereleiter ist, denke ich weißt Du selbst gut genug.

Sorry, ich kann Dir keinen besseren Tip geben.
 
Ich würde mir für dein Leben ein anderes Ziel suchen. Zur Zeit scheint bei dir ja alles darauf abzuzielen, der Beste zu sein und die beste Ausbildung zu haben. Dass man damit früher oder später auf die Fresse fällt ist ja nicht erstaunlich. Ich würde mich einmal hinsetzen und dir genaustens überlegen, was dein Herz will. Vielleicht bist du mehr der soziale Typ, der sich für arme, hungernde Kinder einsetzt?

Die Gedanken hatte ich auch schon. Ich könnte mich ehrenamtlich engagieren oder eine Familie gründen. Ich hätte aber das Gefühl, mich damit nur ruhigzustellen und zu betäuben, weil es das eigentliche Problem ja nicht behebt.


Danke macmallow nochmals für deine Antwort. Und genau dieses von oben herab belächelt werden will ich nicht (mehr). Ich will etwas "handfestes". Ich war im gegensatz zu dir der Karrieretyp und habe eine recht steile Laufbahn hingelegt. Ich habe inzwischen Ersparnisse, sodass ich ca. 10 Jahre zuhause bleiben könnte und dennoch normal leben könnte. Irgendwann macht das Geld nicht mehr glücklich. Ich sehe mich einfach nach mehr, nach was anderem, nach was neuem. Vielleicht wäre selbstständigmachen eine Idee - aber dann wäre ich ja immer noch nur betriebswirt :-/
 
Du willst Ansehen und Anerkennung.

Leider habe ich den Eindruck, dass Du Dich nicht fragst, wie das von Dir erhoffte Ansehen begründet ist.

Ansehen kann begründet oder unbegründet sein. Und wenn es begründet ist, kann man sich fragen, ob es gut begründet ist. Die im deutschen Gemüte tief verwurzelte Achtung vor Titeln und Scheinen ist in meinen Augen schlecht begründet. Denn Scheine und Qualifikationen sagen noch nicht viel - ausser, dass derjenige über so eine Qualifikation verfügt. Vielleicht reicht Dir ja so ein Schein (im doppelten Sinne des Wortes!). Dann würde Dir wohl auch ein gekaufter Doktortitel genügen, der im wesentlichen aus Fassade besteht.

Scheine und Qualifikationen können zwar glücklich machen. Höheren Wert dagegen hat für mich etwas anderes im Leben: ob man sich bemüht hat, dem Leben einen positiven Sinn zu geben. Hier kommt es auf die innere Motivation an, den Guten Willen etc. Die hat nicht jeder karrieregeile Doktor.

Ich würde mal an Deiner Stelle meine Sichtweise und meine Prioritäten überdenken. Ein neidischer Vergleich auf Qualifikationsebene ist ein zweifelhaftes Glück - falls es einem überhaupt gelingt, im Vergleich mit anderen gut abzuschneiden. Ein Bemühen um sinnvolle Lebensziele ist dagegen immer - egal wie erfolgreich die hiermit verbundenen Bemühungen sind - eine wertvolle Angelegenheit. Das können status- und materiell orientierte Menschen allerdings nur schwer verinnerlichen.
 
Die Gedanken hatte ich auch schon. Ich könnte mich ehrenamtlich engagieren oder eine Familie gründen. Ich hätte aber das Gefühl, mich damit nur ruhigzustellen und zu betäuben, weil es das eigentliche Problem ja nicht behebt.

Das mit dem ehrenamtlich engagieren, das mach ich auch. Glaub mir, das gibt dir so viel mehr als vieles andere. Und vor solchen Leuten habe ich mehr Respekt als vor so eiskalten, "über Leichen gehende" Karrieremenschen. Aber jedem seines.
 

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