Danke!
Mich würden einfach die Hintergründe interessieren, wie diese Gruppentherapien helfen. Aber vielleicht erzählen sie einem das ja in der Psychosomatikstunde.
Als Vergleich zum Beispiel: Bei einer Zwangsstörung verstehe ich auch, warum Konfrontation hilft. Oder bei Nasenspray bei Schnupfen weiß ich, es hilft, weil die Schleimhäute abschwellen und dadurch das Sekret abfliesen kann.
Nur bei diesen Therapien erschließt sich mir der Wirkmechanismus dahinter noch nicht.
Wie Gruppentherapien helfen, was ich weiß aus Erfahrung und gelesen etc. habe.
- Einmal der Austausch mit anderen Betroffenen.
Es gibt nichts, von dem ich je besser lernen konnte. Der Therapeut kann ja reden, da weiß ich doch nie, ob der überhaupt weiß, wovon er redet. Und in all den Gruppentherapien hab ich so viele Menschen getroffenen, jeder mit seinen Problemen, und so sehr viel über das Leben gelernt, das kann ich garnicht alles aufzählen.
- das Gemeinschaftsgefühl. Viele fühlen sich mit ihrem Problem oder ihrer Krankheit so, als seien sie damit gerade allein auf der Welt. So ging mir das auch. Aber im Austausch mit anderen hab ich heraus gefunden, dass das komplett nicht stimmt. Und daraus kommt dann eine andere Sicht, eine andere Wahrnehmung der Problematik. Aber das kann ich Dir theoretisch nicht erklären. Das kommt auch nicht, weil einem jemand was erklärt. Das hat sich so in mir, teils unbewusst, entwickelt.
- Für mich war es immer auch Konfrontationstherapie, das ist aber jetzt individuell, da kann ich nichts zu sagen, ob das für andere auch so sein kann. Bei mir ist es so, weil Gemeinschaft ein elementarer Bestandteil meines Traumas ist.
So ging es mir z. Bsp. in einer ambulanten Gruppentherapie so, dass ich die Hälfte meiner Sitzungen damit verbracht hab, wo soll ich sitzen? Halte ich es jetzt hier noch aus, oder muss ich mal raus gehen? Muss ich ganz und gar gehen, oder kann ich wieder rein...
=> Aber wirklich die Vorraussetzung für ein hilfreiches Erlebnis ist, dass die Gruppentherapie professionell gut angeleitet wird.
Die beste Form war, wenn auf jeden Fall 2 Profis dabei waren. Und auf jeden Fall muss ein Psychologe dabei sein.
Alles andere war ein Desaster.
Auch ein Faktor, warum ich keine Selbsthilfegruppen mehr besuche. Hab es mehrmals erlebt, dass so eine Gruppe kippte in was ungesundes.