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Erfahrungen mit polnischen Pflegekräften in der häuslichen Pflege

Julia Meinl

Neues Mitglied
Hallo zusammen!

Ich überlege derzeit, polnische Pflegäkrafte für die häusliche Betreuung eines Familienmitglieds zu engagieren, und wollte mich hier mal umhören: Welche Erfahrungen habt ihr mit polnischen Pflegekräften gemacht? Wie lief die Zusammenarbeit, und wie gut war die Verständigung?

Ich habe gehört, dass viele sehr engagiert und zuverlässig sind, aber mich interessieren besonders eure persönlichen Eindrücke – vielleicht auch zu den Herausforderungen oder Tipps, worauf man bei der Auswahl achten sollte.

Freue mich auf eure Erfahrungsberichte! 😊
 
Zuletzt bearbeitet:
Da du nach persönlichen Erfahrungen fragst: meine sind recht negativ.

Angehörige von mir (beide damals Ende 80, mit unterschiedliche Einschränkungen) hatten ungefähr ein Jahr lang 24-h-Betreuer/innen (einer aus Kroatien, die andere aus der Slowakei im Wechsel) und es lief eher schlecht bis sehr schlecht. Ohne meine Organisation wäre es gar nicht gegangen und auch mit meiner Unterstützung ging es nicht gut und hat mich viele Nerven gekostet.

Eines der größten Probleme war tatsächlich die Sprachbarriere, der eine konnte fast kein Deutsch (hat aber sehr schnell sehr große Fortschritte gemacht und war in der Hinsicht extrem engagiert) die andere konnte schlecht Deutsch (hat sich nicht im geringsten bemüht Missverständnisse zu klären und sich (vermutlich) oft "dümmer" gestellt als sie war) was sowohl für mich aber auch für meine Anghörigen mit das schwierigste am Umgang miteinander war. Ich würde also vor allem darauf achten, dass die Betreuer möglichst gute Sprachkenntnisse haben.

Ich persönlich würde mich nicht noch einmal für diese Form der Betreuung meiner Angehörigen entscheiden.
 
Mein Cousin hatte für seine Mutter (Altersgebrechen, beginnende Demenz, später völlige Demenz) eine polnische Agentur beauftragt. Geboten wurde eine vollmöblierte 1,5-Zimmer-Wohnung mit Küchenzeile und Bad zur freien Verfügung.
Im Schnitt so alle zwölf Tage haben sich die Pflegekräfte abgewechselt. Anfangs waren die Erfahrungen eher negativ. Es gab keine Bezugspersonen, es kam halt jemand, und besonders die jüngeren Pflegerinnen haben den Fokus nicht unbedingt auf die Pflege gelegt.
Eine der Pflegerinnen hat sich dann selbständig gemacht, und ab da lief es super. Das waren Frauen mittleren Alters, es gab nur drei Personen im Wechsel und sie haben meine Tante auch mal eingepackelt und mit nach Polen genommen für ein paar Wochen. Es ging ihr dort sehr gut (viele Videos).
Es ist halt wie überall...man kann sehr viel Glück haben, aber auch ins Klo greifen.
 
Hallo zusammen!

Ich überlege derzeit, eine polnische Pflegekraft für die häusliche Betreuung eines Familienmitglieds zu engagieren, und wollte mich hier mal umhören: Welche Erfahrungen habt ihr mit polnischen Pflegekräften gemacht? Wie lief die Zusammenarbeit, und wie gut war die Verständigung?

Ich habe gehört, dass viele sehr engagiert und zuverlässig sind, aber mich interessieren besonders eure persönlichen Eindrücke – vielleicht auch zu den Herausforderungen oder Tipps, worauf man bei der Auswahl achten sollte.

Freue mich auf eure Erfahrungsberichte! 😊
Es ist halt so, dass Du , je besser die Pflegekräfte Deutsch können, desto mehr musst Du bezahlen.
Man kann sich auch nicht unbedingt drauf verlassen, dass die viel Erfahrung haben, auch wenn einem das erzählt wird.
Manche ja, manche eben nicht.
Für jemand der nur Hilfe im Alltag benötigt ist das eine gute Sache, aber für schwierige Pflegefälle eher nicht.
Im Endeffekt ist es auch nicht billiger als ein Heim, wenn man alle Kosten insgesamt zusammen rechnet.
 
Also ich kenne das nur aus Erzählungen weitläufiger Verwandtschaft, selber damit zu tun hatte ich noch nicht. Es kommt wirklich darauf an, wen man erwischt.
Und natürlich auch darauf, was sich der zu Pflegende wünscht.
Gute Verständigung (sprachlich) ist schon wichtig.
Also die einen waren sehr zufrieden mit der ihrer Polin, die anderen nicht.
 
Es kommt sehr drauf an... Es gibt sehr viele Vermittlungsanbieter, ohne die kommt man ohne eigene Kontakte ja auch kaum an eine bezahlbare Pflegekraft, aber dort muss man schon genau hinterfragen was einem tatsächlich "angeboten" wird. Wie schon geschrieben, um so besser die Pflegekraft, um so teurer wird es. Und vor allem geht es bei "besser" um die Sprachkenntnisse, ggf. auch noch um die Erfahrung. Und es wird i.d.R. im Vertrag auch deutlich zwischen Tätigkeiten im Haushalt und pflegerischer Tätigkeiten unterschieden. Ob die Tätigkeiten in der Praxis aber wirklich so hart abgegrenzt wird, lasse ich mal dahingestellt.

Ich habe schon sehr gute Pflegekräfte kennengelernt, aber es kommt halt immer auf den Einzelfall an. Man darf sich halt keine Illusion machen: das sind in der Regel vergleichsweise schlecht bezahlte Pflegekräfte aus Osteuropa, die wochenlang/monatelang in Deutschland arbeiten, weil man hier etwas mehr verdient. Damit will ich das Prinzip an sich überhaupt nicht schlecht machen, aber einem sollte schon klar sein, wie dieses "Angebot" zustande kommt.

Ich würde in jedem Fall drauf achten, dass man zu Beginn in keinen langfristigen Vertrag gerät. Wenn es nicht passt, sollte es immer die Möglichkeit geben zeitnah zu kündigen. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass alles ordentlich versteuert wird und die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden der Wahrheit entsprechen.
 

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