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Erfahrungen/ Meinungen zu "Liebesratgebern"

Ostergesetz

Aktives Mitglied
Das ist eine reine Interessensfrage an das Forum und nicht unbedingt ein "Hilfegesuch" (wenn es deswegen in "Sonstiges" oder "Gesellschaft" gehört, dann gern Bescheid sagen bzw. liebe Mods, gern verschieben).

Mich würde interessieren was eure Erfahrungen und/oder Meinungen zu den ganzen "Liebesratgebern" sind, die es so auf dem Markt gibt.

Zum Beispiel Christian Carter oder Rori Raye oder Jonas Alexander oder Darius Kamadeva oder Sergej Linz und was es da nicht alles für Leute gibt, die sich damit beschäftigen. Ich habe in letzter Zeit einiges dazu gelesen und sehe immer wieder Werbung dazu auf facebook und anderen Portalen. Das scheint ja ein riesiger Markt zu sein, wenn diese Leute davon leben können.

Hilft euch sowas? Oder findet ihr das alles unnötig?
Ich habe für mich selbst gemerkt, dass ich zwar die Inhalte nicht unbedingt sinnvoll finde, es mir aber in manchen schwierigen Zeiten ein Stück weit das Gefühl von Kontrolle zurückgegeben hat in Sachen Männer und Beziehungen. Solange ich einen Ratgeber lesen kann, fühle ich mich als hätte ich mehr Kontrolle über die Situation (das gilt z.B. auch für den Bereich Gesundheit usw). Aber ich bin auch ein sehr verkopfter Mensch, möchte alles verstehen und orientiere mich schon an "Expertenwissen" in allen Bereichen meines Lebens. Deswegen ist das vielleicht für mich ansprechend, weil psychologisch fundiert?

Wie auch immer, ich würde gern fragen wie ihr dazu steht 🙂
 
Ich bin ehrlich gesagt noch nie auf die Idee gekommen einen Liebesratgeber zu lesen. Der Mann an meiner Seite ist sowieso so speziell. Für den gibt es keinen extra Ratgeber.
 
Da ich niemanden von diesen selbsternannten Experten kenne kann man schon sehen das mich sowas Null interessiert. Für mich ist son Zeug genauso wichtig wie eine zweite Nase oder ein drittes Bein.🙂
 
Hallo Ostergesetz,

gleich vorweg, viel halten tue ich von diesen Ratgebern nicht.

Es gibt keine pauschale Anleitung für das andere Geschlecht. Was bei dem einen Menschen funktioniert, muss nicht bei dem anderen ach klappen. Andersrum wird ein Schuh drauß. Einer schüchternen Frau oder einem schüchternen Mann zu raten, dass sie oder er mal richtig aus sich raus gehen soll und fremde Leute auf der Straße vollquatschen könnte, kann durch die Ausstrahlung sehr verwirrend wirken. Da spricht mich jemand an, der sich vor Angst gleich einnässt. Da passen Handlung und Verhalten nicht zusammen.

Wenn du mit dem dir angelesenen Verhalten nun einen Partner findest, bzw. die bestehende Beziehung damit voran treibst, dann kommst du irgendwann an den Punkt, wo dein Ratgeber zu Ende war. Wie verhältst du dich dann? Hoffentlich gibt es eine Fortsetzung von dem Buch 🙂

Am Ende sollten sich ja die Menschen finden, die sich attraktiv finden, gerade weil sie so sind, wie sie sind und nicht auf Grundlage der Lektüre von dutzenden Büchern. In einer längeren Beziehung möchte ich mich gern so geben können, wie ich bin und nicht ein angelesenes Alternativ-Leben "spielen".

Für andere Punkte benötigt man nicht unbedingt einen Ratgeber um festzustellen, warum man Single ist. Wer seine Bude nicht verlässt, kann auch keine realen Menschen kennen lernen. Da ist der Tip: "Geh mal raus" natürlich der richtige, aber ob ich dafür 12,99 € bezahlen muss, kann am Ende jeder für sich bewerten.

Komplett verteufeln möchte ich die Ratgeber trotzdem nicht. Wenn man in einer z. B. sehr eingefahrenen Beziehung steckt und absolut unkreativ und einfallslos ist, können einem die Ideen eventuell weiterhelfen. Wenn man dann aber trotzdem nicht wirklich weiß, wie man wieder etwas Leben ins Haus bekommt, dem Ratgeber folgt und sich dann für einen Fallschirmsprung als abwechselungreiche Freizeitgestaltung entscheidet, der eigene Partner aber nicht mal auf die zweite Stufe der Leiter steigen kann, hat man auch hier wieder ins Klo gegriffen.

Also muss man am Schluss doch wieder seinen eigenen individuellen Partner betrachten und kann dem "in der Regel" oder "im Allgemeinen" nicht blind folgen.

Du sagst, dass du ein Kopfmensch bist und dir diese Ratgeber Sicherheit geben. Ich denke, dass gegen den Konsum solcher Bücher nichts spricht. Nur ein eins zu eins Umsetzen macht wenig Sinn. Stell dir vor, ihr habt beide das gleiche Buch gelesen... Das kann peinlich werden ;-)

Dir werden bei Facebook und Co diese Ratgeber angezeigt, weil du sie im Internet gesucht hast. Amazon, ebay, und tausend andere setzen Cookies und andere Instrumente ein, ob die Werbung für dich möglichst interessant zu gestalten. Wenn du mal eine Zeit lang auf Mobile oder Autoscout nach Autos suchst, so wirst du diese auf deiner Facebookseite als Werbung finden. Sogar die Marken und Modelle, nach denen du gesucht hast. Also das ist keine Magie sondern schlicht auf dich zugeschnittene Werbebanner.

Also: Ratgeber bestimmt nicht böse. Manche Tips brauchbar. Blind alles nachmachen kann nur in die Hose gehen.

Viele Grüße Greeni
 
Hallo Greeni,

natürlich soll man das nicht blind anwenden. Ich sehe mich schon als reflektiertes Wesen, das nicht nach Schema F einfach tut was geschrieben wird 😉

Ich bin da mit dir konform, dass es keine Anleitung für jeden gibt. Trotzdem gibt es ja bestimmte psychologische Vorgänge, die bei den meisten Menschen zu einer Reaktion führen. Das ist jetzt ein banales Beispiel, aber ein charmanter, witziger Staubsaugervertreter wird mehr Staubsauger verkaufen als ein grimmig dreinblickender Typ. Und ich glaube, dass man völlig ohne Manipulation zu betreiben, versuchen kann besser diese psychologischen Vorgänge zu verstehen und möglicherweise anzuwenden. Zum Beispiel wird in einigen Ratgebern für Vorstellungsgespräche geraten die Gestik des Gegenüber zu spiegeln. Weil das sympathischer macht. Auch ein völlig banales Beispiel und auch eine sture Anwendung bringt deinen "Griff ins Klo" (wer will sich schon nachgeäfft fühlen?), aber ein Verständnis dafür und ein "darauf achte ich jetzt mal", ist glaube ich nicht falsch.

Von daher gebe ich dir auch Recht, dass man nicht "spielen" sollte. Es nützt nichts, wenn ich vorgebe etwas zu sein, was ich nicht bin. Aber es gibt ja durchaus einen Unterschied zwischen "Ich tu so als wäre ich XYZ" und "mir ist die aufgefallen wie wichtig meine Gesten sein können, ich achte jetzt mal darauf".

Tatsächlich passen die Ratgeber Null auf meine Situation 😉 (Es geht vielfach darum einen Mann zu finden und dann "zu leiten" damit es eine Beziehung wird, also vom ersten Blickkontakt an. Damit kann ich nichts anfangen momentan, ich hab auch kein Problem auf Leute zuzugehen usw) Trotzdem fand ich es interessant zu lesen. Nicht alle sind gut gemacht, manches ist fürchterliches Geschwafel eines Machos (für meine Begriffe). Aber manche geben glaub ich trotzdem ganz interessante Anstöße.
 
Ich oute mich mal, als jemanden, der das Ganze versucht hat. 😱
Habe ziemlich viel von Linz (und anderen) mal angeschaut, selbstverständlich kritisch, und konnte daraus einige Dinge ziehen, die mir durchaus geholfen haben.
Meistens sind das so Dinge, die eigentlich selbstverständlich sind und sowas von simpel, dass man sie bei der "Analyse", warum gerade was schief läuft, vollkommen außen vor lässt.
Natürlich sollte man nicht alles einfach blind nachmachen. Mir gab es aber Gedankenanstöße, die mich weiter gebracht haben.
Also: Ja mir hat es geholfen, sehr sogar, aber ein Allheilmittel ist es selbstverständlich nicht.

Edit: Die meisten verstehen durchaus was von Psychologie, sonst könnten sie sich nicht so gut verkaufen. Unterschwellig wird vermittelt: Du könntest das niemals ohne meine Hilfe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich lese sowas nicht und könnte kein einziges Buch dieser Art empfehlen. Ich würde mir selbst Gedanken zu Problemen im Bereich Liebe machen.

Meines Erachtens wird einfach zuviel Unsinn geschrieben oder sowieso nur Sachen, die einem ohnehin der gesunde Menschenverstand sagt. Es ist einfach ein Markt, an dem viele Schwafeler verdienen wollen.

Ich bezweifle einfach, dass solche Ratgeber viel nützen. Sie beruhigen vielleicht. Ein ähnliches Phänomen wie wenn ein Kneipenwirt einem zuhört. Aber helfen, um ein Problem zu lösen? Solche Literatur betüttelt einen eher. Verändert wird wohl weniger.

"Expertenwissen"
...
psychologisch fundiert
Da wäre ich vorsichtig.
Ich sehe eher immer diese Dollarzeichen in den Augen der angeblichen Experten 😉.

Warum gibt es eigentlich soviele Bücher zu diesem Thema? Die müßten sich ja entweder in großem Maße widersprechen oder immer dasselbe wiederholen, was auch die anderen schreiben.
 
Hallo Ostergesetz,
hallo BeyondHellAboveHeaven,

genau so meinte ich das auch. Wenn die Ratgeber einem ein gutes Gefühl geben, man das Geschriebene vernünftig hinterfragt und nicht 1🤐 abspult, wenn man in ähnlichen Situationen ist, dann spricht meiner Meinung nach nichts dagegen.

Deine Beispiele find ich klasse, musste ich etwas schmunzeln. Bis zu einem gewissen Level hast du natürlich recht. Wenn die freundliche und offene Art dann aber sowas von einstudiert und immer gleich abgespielt wirkt, hat man auf den Staubsauger auch keine Lust mehr. Man wünscht es sich individuell würde ich sagen. Man merkt dann schon, wenn das Programm heute zum 20. Mal aufgeführt wird 🙂

Ich möchte gern ein Beispiel aus meinem alten Beruf in der Krankenpflege bringen:

Zwei Damen in unterschiedlichen Zimmern. Beide hatten die selbe sehr anstrende OP und Therapie. Eine psychisch eher labil und sehr nah am Wasser gebaut, die andere robust. Obwohl sie nichts von einander wussten, vereinte sie eine Sache: Beide wollten nicht aufstehen, weil noch zu früh nach der OP, tut noch zu dolle weh, fühlen sich noch zu schwach, usw.

Die Dame, die öfters mal weinte, musste ich sehr behutsam behandeln, ihr gut zureden, sie kurz gesagt sehr doll in Watte einpacken und um Gottes Willen keine negative Formulierung wählen. Sie wurde wieder fit, es war aber für uns beide nicht ganz einfach ;-)

Die robuste Dame benötigte einfach einen "Tritt in den Hintern". Mit plüschigen Bitten wäre ich komplett gegen die Wand gelaufen. Sie durfte sich das Repertoire der postoperativen Komplikationen anhören und wie gefählich es wäre, wenn sie nun noch Tage im Bett verbringt. Sie hat genau diese "Ansage" gebraucht und ist ebenfalls wieder auf die Beine gekommen.

Auch hier ist die Ausgangssituation die selbe, aber die Art und Weise darauf zu reagieren, war komplett unterschiedlich.

So wie ihr Beide es beschreibt, sehe ich da aber kein Problem. Beim Bewerbungsgespräch versuche ich mich natürlich ebenfalls möglichst so zu geben, wie ich meine, dass der zukünftige Chef sich das wünscht. Dazu gehört meist eine aufgeschlossene Grundhaltung. Wenn man hier und da etwas spiegelt mag das auch keinen Schaden anrichten. Man darf sich aber nicht so sehr auf die Mimik und Gestik des Chefs konzentrieren, dass man das gesprochene Wort nicht mehr vernünftig aufnimmt und verarbeiten kann.

Solange aber dieser kritische Blick auf die Ratgeber geworfen wird und die darin enthaltenen Infos nicht als allgemeingültig gesehen und zur Anwendung gebracht werden, so sehe ich zumindest keinen Nachteil, sich auch mit dieser Lektüre zu beschäftigen, wenn man das denn mag. Manche Ideen darin können bestimmt auch im Leben mal angewendet werden.

Viele Grüße Greeni
 
Warum gibt es so viele Bücher zu dem Thema?

Na ja, ich persönlich habe riesige Qualitätsunterschiede festgestellt. Das ist ja auch zu erwarten. Der eine redet 50 Seiten lang davon, dass die Frau sich besser anziehen soll und selbstbewusst sein soll, den Mann zappeln lassen soll usw. Danke, das braucht keiner als Weisheit 😀 Qualitativ bessere Angebote gehen wie gesagt auch auf psychologischer Schiene an das Thema heran und nicht "High Heels gehören zum Standard einer attraktiven Frau". Dort geht es möglicherweise auch um Attraktivität, aber eben auf geschicktere Weise. Und viel dreht sich darum Männer besser zu verstehen, um dann besser reagieren zu können. Jetzt schreit wieder eine "es gibt nicht DEN Mann". Das stimmt auch, trotzdem denke ich, dass es nicht schadet sich zu bemühen einmal eine andere Sichtweise zu sehen. Und wenn man das dann nicht gut findet, okay, man braucht es ja nicht glauben.

Widersprechen die sich oder erzählen sie dasselbe?

Wenn man jetzt nur mal die mit besserer Qualität nimmt, erzählen schon viele dasselbe. Der einzige Widerspruch, der mir im Moment einfällt, ist dass manche sagen "play hard to get" ist Unsinn und andere raten dazu bzw. als Variante "Frau soll nicht ihre Gefühle zeigen" vs. "Frau soll ihm zeigen wie gut sie ihn findet".

Das nur just for information, Jusehr 😉
 
Da wir alle hier so mehr oder weniger anonym sind, oute ich mich mal als Rulesgirl. The Rules haben mir sehr geholfen, allerdings nicht so sehr dabei einen Mann/Partner zu finden, sondern um besser im Leben klar zu kommen, insbesondere Grenzen zu setzen. Damit hatte ich vorher Probleme und jetzt nicht mehr so sehr.

Mit den Männern war es mit der Anwendung von The Rules/Regeln schwierig, weil die deutschen Männer nicht kapiert haben, was von ihnen erwartet wird und haben in der Regel mein altmodisches Verhalten als Desinteresse missverstanden.
 

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