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Erfahrung mit Psychiatrie

Willi92

Neues Mitglied
Hallo zusammen 🙂

Ich bin seit einiger Zeit (wieder) in psychologischer Behandlung und es kam das Thema Psychiatrie auf. Meine Psychologin meinte, Sie würde mir bei Bedarf eine Überweisung ausstellen und ich könnte mir die Psychiatrie auch selber aussuchen, wenn ich möchte. Im Internet lese ich allerdings zum größten Teil von schlechten bis katastrophalen Erfahrungen, daher wollte ich gerne fragen, ob jemand hier eine Einrichtung kennt, die gut ist, am Besten selber Erfahrungen mit gemacht und höchstens ein paar Jahre zurückliegend. Vielleicht, hoffe es allerdings nicht, verschlechtert sich mein Zustand irgendwann, sodass ein Klinik Aufenthalt nicht optional sondern notwendig ist, und ich hab Angst, dann in irgendeine Klinik zu kommen wo es sehr schlecht ist. Aber auch jetzt wäre es eventuell von Vorteil, und mit jetzt meine ich in X Monaten, da bestimmt überall Wartelisten sind und ich mich lieber schon frühzeitig darum kümmern möchte.

Vielen Dank und viele Grüße!
Willi
 
Im Internet lese ich allerdings zum größten Teil von schlechten bis katastrophalen Erfahrungen

Das haben Internetbewertungen in der Regel leider so an sich (egal um was es geht). Positive Erfahrungen werden viel seltener veröffentlicht.

Ich war mal für 3 Monate in einer Vitos Klinik und zufrieden! (Ich denke aber, dass es auch auf das Krankheitsbild und die individuelle Einstellung usw ankommt)
 
Ich bin seit einiger Zeit (wieder) in psychologischer Behandlung und es kam das Thema Psychiatrie auf.
Hallo,
ich denke, es kommt drauf an, was du für eine Erkrankung hast.
Viele Psychiatrien nehmen auch nur Menschen aus dem Einzugsgebiet auf.
Ich habe auch Erfahrungen, allerdings sind die über 20 Jahre alt und heute
ist es da sicher auch anders.
Ich kann dir eine Serie empfehlen, die lief mal im WDR, jetzt noch in der Mediathek.


Das wurde dann so eine Art Vorbild für andere und nach Ausstrahlung wurden die Leute
da mit Mails und Anrufen überschüttet. Es gab auf jeden Fall sehr einfühlsame Ärzte mit
viel Wärme, Fürsorge und hoher Kompetenz.
Weiß deine Psychologin nichts? Du brauchst dann ja auch eine Einweisung von einem
Psychiater, der kann dir sicher auch was raten.
Alles Gute.
 
Meiner bescheidenen Erfahrung nach 🙂, gibt es allgemeindinge die jede Psychiatrie betreffen können.

1. Vorab klären wer von ausserhalb für einen dasein kann weil es besteht Risiko dass man "vergessen" wird bis hin zum völligen verschwinden dadurch. Eine Psychiatrie ist ungefähr wie ein Gefängnis mit Urlaubserleichterungscomfort.

2. Vorab klären ob man rauchen will
3. Nach Ernährung informieren (sehr wichtig!!!!)
4. Oft denkt man ob Ärzte "gut" arbeiten sei wichtiger als die Ernährung. Die meisten Ärzte arbeiten aber sowieso nach bestem wissen und so weiter......

Im Klinikum Haar gibt es raucherstationen und nichtraucherstationen. Ernährung ist echt ok geworden. Im Klinikum Technische Universität ist ernährung sogar so wie bei anderen Patienten auch. Und je nach psychischem Zustand kann es sein dass was in der Ernährung fehlt, was dann eine Behandlung ad absurdum führen könnte. Deswegen würde ich jetzt keine Perfektion in der Ernährung erwarten sondern halt dass alles da ist um satt zu werden. Manche haben leichten Zuckerdrang, manche brauchen fettiges um sich satt zu fühlen, aber in der Regel braucht es natürlich auch andere Stoffe ausser nur Eiweiß fett und Kohlenhydrate Zucker. Trotzdem kann das halt für psychisch angeschlagene Menschen schwierig werden sich nicht "satt" zu fühlen. Einen Hausarzt oder Hausärztin hinzuziehen wäre demnach auch wichtig für eventuell bekannte Bedarfe.
 
Eine Psychiatrie ist ungefähr wie ein Gefängnis mit Urlaubserleichterungscomfort.
Du meinst eine geschlossene Abteilung?
Lieber TE,
ich habe zwei Freunde, die in der Psychosomatischen Klinik in Jerdecke waren und diese Einrichtung nur loben.
Ich war noch nie als Patient in einer Psychiatrie, würde aber von meinen Besuchererfahrungen her eine psychiatrische, offene Abteilung niemals mit einem Knast gleichsetzen.
 
ich habe zwei Freunde, die in der Psychosomatischen Klinik in Jerdecke waren und diese Einrichtung nur loben.
Das ist aber Psychosomatik. Der TE fragte nach Psychiatrie. Das ist schon ein großer Unterschied.

@Willi92
Wenn für dich auch Psychosomatik infrage kommt, kann ich dir sehr gute empfehlen,
die nehmen dann meist auch überregional auf.
 
Ja, das ist alles nicht so einfach. Auch mit den Begrifflichkeiten Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapiestation.

Da gibt es so viele Unterschiede, auch Psychiatrie ist nicht gleich Psychiatrie.

Ich rate dazu, mal das Krankheitsbild zu googeln und dann googeln, welche stationäre Behandlungen wo möglich sind.

Es gibt Krisenstationen, es gibt geschlossene und offene Psychiatrie, es gibt Psychotherapie- oder Psychosomatikstationen, da gibt es meistens eine längere Warteliste.

Es gibt psychosomatische Rehas, die in der Regel von der Rentenkasse bezahlt werden, wenn es denn bewilligt wurde. Dafür muss man einen Antrag stellen.

Eigentlich denke ich, dass eine Therapeutin auch dafür zuständig ist, da Empfehlungen auszusprechen.
 
"Die Klinik" gibt es nicht. Es kommt auf die konkreten Menschen an – nicht nur die Ärzt:innen, sondern auch die Pfleger:innen, die anderen Patient:innen, die Küche (danke, @littleNina!).

Und da sich diese Mischung permanent ändert, sind auch Bewertungen oder Erfahrungen immer nur Momentaufnahmen. Oft wird auch auf den Webseiten etwas behauptet, was dann in der Realität nicht zutrifft – also eher ein Idealbild.

Wenn man etwas über den aktuellen Zustand auf einer Station wissen will, könnte man z. B. auf dem Parkplatz dort Besucher:innen ansprechen und freundlich fragen, wie ihre Einschätzung ist.

Der Vorteil, wenn man aus freien Stücken in die Klinik geht ist, dass man sich auch selbst wieder verabschieden kann – die "Heilung" bzw. Besserung braucht natürlich Zeit, aber wenn man nach 1-2 Wochen merkt, dass man mit dem Fachpersonal nicht kann oder die Zustände so sind, dass keine Besserung, sondern eher eine Verschlechterung absehbar ist, kann man wieder gehen.

Denn was häufig den größten Einfluss hat, ist die eigene Initiative und Verantwortungsübernahme – man sollte immer auch versuchen, sein "eigener Arzt" zu sein, sich bestmöglich zu informieren, zu lernen, Erfahrungen und Expertise sammeln (z. B. über die Zeiten, in denen es einem besser geht – was macht man da anders/richtig?) oder auch das Wissen von Selbsthilfegruppen und aus Büchern/Blogs/Foren 🙂 etc. nutzen.
 
Also ich und meine Tochter waren mehrmals in der Psych. Klinik.
In 2 verschiedenen bei uns im Wohnort.
Es war überhaupt nicht schrecklich, im Gegenteil.
Geschützter Ort, Verständnis, Austausch mit anderen Patienten.
Was das essen und rauchen betrifft, mal ehrlich, uns ging es so richtig schlecht (depressionen)
da interessiert einen Null, ob das essen gut ist. Man kriegt eh kaum was runter.
Man ist im KH und nicht im Hotel, wo man das Essen geniesst.
Davon mal abgesehen, war das essen garnicht schlecht.
Und rauchen konnte man in beiden Kliniken, da gab es ein Raucherzimmer für schlechtes Wetter und eine Terasse für gutes Wetter.
@Willi92
Dir kann man schlecht was empfehlen, man weiss ja nicht, wo du wohnst.
Du brauchst ja eine Überweisung vom Arzt und der sagt dir dann schon, wo du hinkommst.
Auf Grund deines Krankheitsbildes und wo freie Plätze sind.
Und dann eben in der Nähe deines Wohnortes.
 

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