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Tom Barman
Gast
Hallo liebes Forum,
ich möchte hier mal über meine Erfahrungen mit Antidepressiva schreiben, weil mich das schon länger ziemlich beschäftigt und ich mich über Feedback freuen würde.
Ich nehme seit etwa 1,5 Jahren Venlafaxin, 75 mg und ich würde behaupten, das hat mein Leben gehörig verändert! Ich war noch nie ein "Sonnenschein", hatte schon damals in der Schule mit psychosomatischen Beschwerden und starker Schüchternheit zu kämpfen, mit 17 war ich für einige Monate in einer psychosomatischen Klinik (offizielle Diagnose: Mittelschwere depressive Episode), danach mehrere Jahre ambulante Therapie👎. Mittlerweile bin ich Anfang 30.
Vor etwa zwei Jahren hat es mich dann wieder erwischt: Ich hatte endlich mein Studium abgeschlossen, eine extrem stressige Examensphase hinter mir, einen neuen Job in einer neuen Stadt vor mir. Aber statt mich über das alles zu freuen wurde es immer schlimmer: Ich wurde immer ruheloser, fahriger, gehetzter, stand ständig unter Strom. Vor meinem neuen Job hatte ich vor allem eins: Panische Angst. Als ich mich dann immer mehr zurückzog und fast täglich an Selbstmord dachte, da hab ich ENDLICH das gemacht, was ich vllt schon früher hätte tun sollen: Ich ging zum Psychiater und liess mir in meiner Verzweiflung diese Pillen verschreiben.
Und schwups - 4 Wochen später fühlte ich mich wie neugeboren! Ruhiger, klarer, mit mehr Energie. Im Umgang mit Menschen war ich plötzlich viel lockerer, weniger aufgeregt und ängstlich. Und vor allem hörte das ständige Sorgen und Gedanken-Kreisen einfach auf. Ich glaube echt, so einen sorglosen Sommer wie letztes Jahr habe ich noch nie erlebt.
Dann habe ich allerdings letzten Herbst mal versucht die Pillen abzusetzen. Ich habe sie langsam ausgeschlichen, erst die Dosis halbiert, etwa 2 Monate, danach ganz weggelassen. Und schon bei der Dosis-Reduktion hatte ich das Gefühl, auf der einen Seite wieder "mehr zu empfinden", aber eben auch wieder ängstlicher und nervöser zu werden. Eigentlich logisch, ne?
Jedenfalls nehme ich jetzt wieder die ursprüngliche Dosis, fahre damit ganz gut. Aber dennoch: Immer wieder beschleicht mich das Gefühl, dass ich das nicht ewig so weitermachen kann/will. Ich habe kaum Nebenwirkungen: Weniger Libido, weniger Appetit. Aber manchmal eben auch so eine generelle "Mattigkeit", ich bin weniger energiegeladen, weniger kreativ, habe bspw. weniger Lust mich zu bewegen, oder wie früher, leidenschaftlich Musik zu machen. Manchmal hab ich einfach das Gefühl, nicht mehr ganz "ich selber" zu sein.
Ich würde mich sehr freuen, wenn hier jemand seine Erfahrungen mit mir teilen würde, denn ich kenne niemanden, der damit Erfahrungen hat!
Besten Danke und viele Grüße, Tom.
ich möchte hier mal über meine Erfahrungen mit Antidepressiva schreiben, weil mich das schon länger ziemlich beschäftigt und ich mich über Feedback freuen würde.
Ich nehme seit etwa 1,5 Jahren Venlafaxin, 75 mg und ich würde behaupten, das hat mein Leben gehörig verändert! Ich war noch nie ein "Sonnenschein", hatte schon damals in der Schule mit psychosomatischen Beschwerden und starker Schüchternheit zu kämpfen, mit 17 war ich für einige Monate in einer psychosomatischen Klinik (offizielle Diagnose: Mittelschwere depressive Episode), danach mehrere Jahre ambulante Therapie👎. Mittlerweile bin ich Anfang 30.
Vor etwa zwei Jahren hat es mich dann wieder erwischt: Ich hatte endlich mein Studium abgeschlossen, eine extrem stressige Examensphase hinter mir, einen neuen Job in einer neuen Stadt vor mir. Aber statt mich über das alles zu freuen wurde es immer schlimmer: Ich wurde immer ruheloser, fahriger, gehetzter, stand ständig unter Strom. Vor meinem neuen Job hatte ich vor allem eins: Panische Angst. Als ich mich dann immer mehr zurückzog und fast täglich an Selbstmord dachte, da hab ich ENDLICH das gemacht, was ich vllt schon früher hätte tun sollen: Ich ging zum Psychiater und liess mir in meiner Verzweiflung diese Pillen verschreiben.
Und schwups - 4 Wochen später fühlte ich mich wie neugeboren! Ruhiger, klarer, mit mehr Energie. Im Umgang mit Menschen war ich plötzlich viel lockerer, weniger aufgeregt und ängstlich. Und vor allem hörte das ständige Sorgen und Gedanken-Kreisen einfach auf. Ich glaube echt, so einen sorglosen Sommer wie letztes Jahr habe ich noch nie erlebt.
Dann habe ich allerdings letzten Herbst mal versucht die Pillen abzusetzen. Ich habe sie langsam ausgeschlichen, erst die Dosis halbiert, etwa 2 Monate, danach ganz weggelassen. Und schon bei der Dosis-Reduktion hatte ich das Gefühl, auf der einen Seite wieder "mehr zu empfinden", aber eben auch wieder ängstlicher und nervöser zu werden. Eigentlich logisch, ne?
Jedenfalls nehme ich jetzt wieder die ursprüngliche Dosis, fahre damit ganz gut. Aber dennoch: Immer wieder beschleicht mich das Gefühl, dass ich das nicht ewig so weitermachen kann/will. Ich habe kaum Nebenwirkungen: Weniger Libido, weniger Appetit. Aber manchmal eben auch so eine generelle "Mattigkeit", ich bin weniger energiegeladen, weniger kreativ, habe bspw. weniger Lust mich zu bewegen, oder wie früher, leidenschaftlich Musik zu machen. Manchmal hab ich einfach das Gefühl, nicht mehr ganz "ich selber" zu sein.
Ich würde mich sehr freuen, wenn hier jemand seine Erfahrungen mit mir teilen würde, denn ich kenne niemanden, der damit Erfahrungen hat!
Besten Danke und viele Grüße, Tom.