Finde ich jetzt auch nicht unbedingt fair, spamburger, wie du mit gloria umgehst.
Ich teile zwar deine Auffassung, dass in einer Beziehung für Probleme beider Platz sein sollte, und wenn es keine Probleme geben darf, dann macht man sich was vor. Und ich kann mich nur wundern, wie schnell mad scientist bei Problemen des Menschen, der ihrem Herzen am nächsten stehen sollte, ungeduldig und genervt reagiert, wo sie selber doch, sobald sie keinen Partner hat, gleich keinen Sinn mehr in ihrem Leben sieht und sich am liebsten umbringen würde. Und das, obwohl sie wegen ihrer kleinen Tochter allen Grund zum Weiterleben hat. 😎 Also, wenn's danach ginge, wer weniger Glück im Leben und gerade in der Liebe gehabt hat, dann müsste ich schon längst tot sein. Und gloria und du wahrscheinlich auch.
Ich glaube gloria aber ohne Weiteres, dass sie einen Partner mit ihren Problemen nicht behelligen würde, weil sie einfach so sehr daran gewöhnt ist, immer mit allem alleine fertig werden zu müssen.
Mir geht es nämlich genau so, man wächst da allmählich rein, ohne es zu merken... Auch mein Exfreund hat in unserer fünfjährigen Beziehung von Anfang an seine Probleme und Ängste schön auf mir abladen können, mich selber mit meinen aber im Regen stehen lassen. Ich brachte es damals einfach nicht fertig, eiskalt über seine Probleme hinweg zu gehen, weil ich bis dahin immer Single gewesen war (was übrigens auch niemanden in meinem privaten Umfeld sonderlich berührt hat - nicht mal meine eigene Mutter, denn sie hatte genug mit ihren eigenen traumatischen Kindheitserlebnissen, Ehe- und Gesundheitsproblemen zu tun, als dass sie mir in dieser Beziehung emotionale Unterstützung hätte geben können) und daher weiß, was es heißt, traurig zu sein, sich innerlich einsam zu fühlen. Ich wollte nicht, dass sich durch mein Verschulden jemand so allein gelassen fühlt, wie ich mich oft gefühlt habe. Schon gar nicht der Mann, den ich liebe.
Es ist mir nicht gedankt worden. Ich wurde als Klagemauer, Therapeutin, Chauffeurin und sonstiger Notnagel missbraucht und auf widerlichste Weise verlassen, sobald die Dauerlebenskrise meines Exfreundes nach fünf Jahren vorüber war. Das habe ich ihm bei der Trennung auch zurückgespiegelt mit den Worten: "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen." Gerade heute feiert mein Ex übrigens seinen 1. Hochzeitstag mit meiner Nachfolgerin (Trennungsgrund), mit der er mich seinerzeit hintergangen und mit der er letzten Sommer auch ein gemeinsames Kind bekommen hat.😎
Ich kenne es - ebenso wie gloria - nicht anders, immer mit allem allein fertig werden zu müssen. Sähe ich aus wie eine Elfe und würde mich dementsprechend benehmen, wäre es vielleicht auch anders. Aber wenn man jahrzehntelang immer wieder erfahren hat, dass man keine großartige Unterstützung bekommt, vielleicht nur deshalb, weil man (wie ich früher) extrem schüchtern ist oder allmählich notgedrungen zu eigenständig ist oder auch im "falschen" Körper einer auch äußerlich "starken Frau" steckt und Männern nicht attraktiv genug ist, dann stirbt irgendetwas in einem ab - wahrscheinlich genau das, was Männer normalerweise an Frauen anziehend finden (neben dem Äußeren, versteht sich 😉). Dann baut man eine Mauer um sich herum und macht irgendwann automatisch alles allein. Dann rechnet man gar nicht mehr mit Unterstützung, weder durch einen Partner, noch durch andere Menschen, und sucht auch nicht mehr danach - egal, ob es sich um ein emotionales oder rein praktisches Problem wie Umzug oder eine Reparatur im Haushalt handelt. Bestenfalls wendet man sich an offizielle Stellen - Handwerker, Behörden, Beratungsstellen, wenn's gar nicht mehr anders geht. Auch dass man sich in einem anonymen Forum öffnet, ist schon ein gewaltiger Schritt.
Deshalb kannst du gloria ruhig glauben, dass sie ihre Probleme allein löst und es - ebenso wie ich - in einer Partnerschaft regelrecht lernen müsste, sich auch mal unterstützen zu lassen. Sich auch mal eine schwache Seite erlauben zu dürfen, sich einfach mal fallen lassen zu können und darauf zu vertrauen, dass man aufgefangen wird. All das, was "zarte", "attraktive" Frauen ohne jegliche Anstrengung nachgeschmissen bekommen.
Ich finde es nicht schön, wenn du gloria obendrein noch mit Sätzen wie "Dazu sage ich mal nichts" verunsicherst. Du warst doch selbst immer allein und solltest eigentlich mehr Verständnis aufbringen. Es gibt mit Sicherheit ganz andere, oberflächlichere, vom Leben verwöhntere oder auch wehleidigere Frauen als ausgerechnet gloria, bei denen eine solche Bemerkung weit eher angebracht gewesen wäre.