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Empfindet ihr Mitgefühl?

S

Sheila

Gast
Hallo,

ich habe eine Frage an euch.
Empfindet ihr Mitgefühl oder Mitleid? Nicht, dass ich gar keins empfinden würde aber wenn mir Jemand was von tot oder irgendwelchen anderen Problemen erzählt, dann fühle ich fast rein gar nichts.

Ich habe ein furchtbar schlechtes gewissen in 2 Sachen die meine Familie betreffen.

Als ich 12 war kam meine Mutter aufgrund einer OP ins KK. Mein Vater jammerte den ganzen Tag und ich empfand rein gar nichts, ja, sein Weinen ging mir sogar auf die Nerven. Nicht, dass ich meine Mutter nicht liebe, mir reichte die Gewissheit, dass sie überlebt.

Bei meiner Tochter war es genauso, auch sie wurde operiert. Ich leitete mit meinen Mann alles in die Wege, wartete vor den OP-Saal und schlief im KH (ich tat es gern für sie). Trotzdem auch während dieser OP beschlich mich ein Gefühl der "Gleichgültigkeit". Mein Mann schien innerlich zerrissen während ich ruhig blieb.

Bei Fremden ist es noch schwieriger, wenn mir Jemand etwas dramatisches erzählt, fühle ich einfach kein Mitleid.
Kann solche Emotionen nur nachempfinden wenn ich lese. Wieso in der Realität nicht?
Verstehe das Ganze irgendwie nicht. Wie fühlt ihr denn für
Familie und Fremde?

LG

Sheila
 
hallo sheila,

du sagst im bezug auf deine mutter, das dir die gewissheit gereicht hat, dass sie überlebt.

hast du dich mal gefragt, wie´s andersrum gewesen wäre, falls da ungewissheit bestanden hätte ?
oder auch, ob mit dem tod alles aus ist, oder danach noch was kommt ?

wenn man letzteres glauben kann - nämlich, dass der tod eine illusion ist, nur ein übergang in eine andre form von leben - dann "zerbricht" man auch nicht daran, wenn jemand aus dem familien/freundeskreis stirbt.

bin ich auch nicht, obwohl ich das oft erlebt habe, ich denke, man sieht sich einmal wieder. und mit mangelndem mitgefühl hat es nichts zu tun.

liebe grüsse

peter
 
Hallo Pete,

viele meiner Verwandten starben ohne, dass ich sonderlich etwas dabei empfand
Sogar der Tod meiner Oma war mir egal. Ich glaube, das einzigste wo ich trauern würde sind ganz enge Bezugspersonen.

Du hast recht mit der Ansicht über den Tod. Es wird viel über Leben gesprochen aber viele sehen den Tod nicht als einen Teil davon an.

..........................................................................................................

Das Leben ist der Weg, der Tod das Ziel
 
hallo sheila,

bei mir war es so, dass ich die verwandtschaft väterlicherseits sogut wie nicht kennengelernt und die mütterlicherseits regelrecht gehasst habe.

tja, physische verwandtschaft, und seelenverwandtschaft - da können krasse unterschiede bestehen. und deshalb kanns vorkommen dass einem andre menschen näherstehen als die eigene family.

ich finde deine einstellung ok - mach dir da keine selbstvorwürfe. trauern ja, wenn man eine enge bezugsperson verliert - aber sie ist ja nicht wirklich tot im sinne von nicht mehr existent - und "übertriebene" trauer hindert sie dann auch an ihrer weiterentwicklung im jenseits. an liebe verstorbene sollte man stattdessen auch in liebe denken...

peter
 
Hallo Sheila,

in deinem ersten Beitrag schreibst du von Mitgefühl (wenn jemand operiert wird) und im zweiten von Trauer. Ich denke, dass darin ein Unterschied liegt: bei einer OP wird dem Betreffenden ja geholfen = Gewinn. Aber wenn jemand gestorben ist, ist das ein Verlust (außer wenn man die Person nicht leiden konnte, dann mag das auch als Gewinn zählen...).

Wo ich aber meistens starkes Mitgefühl habe, das ist Ungerechtigkeit. Das ist dann im wahrsten Sinne des Wortes Mitleid.

Viele Grüße,
Jens
 
ja ich kann es nachempfinden.
als mein hund gestorben ist den wir 7 jahre hatten,habe ich auch nix empfunden.als meine oma gestorben war,habe ich auch nix empfunden.
oder als ich vier monate in der psychiatrie war,war ich auf der geschlossenen station und habe mehrere selbstmorde gesehen und musste dann den betreuern bescheid sagen,die anderen die das gesehen haben,hingen in ihren zimmer und weinten die ganze nacht und ich war mit den personen befreundet die sich versuchten umzubringen.und gerade gestern hat der freund von meiner schwester schluss gemacht mit ihr meine eltern waren geschockt und sehr traurig und doch ich war ganz ruhig und musste nachher so tuen als ob ich traurig wäre,nur weil ich dann wieder ärger bekomme.
und bin erst 15.ich weis genau was du meinst.
 
Hallo,

Jens, du sagst du fühlst Mitleid mit anderen, ich fühle nichts und das nicht nur in Hinsicht auf den Tod sondern auch wenn Jemanden etwas passiert was dies eigentlich in Jeden von uns auslösen sollte. Mir geht es so ähnlich wie Sebastian.

LG

Sheila
 

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