Hallo ihr lieben,
das ist mein erster Beitrag in einem Forum und ich hoffe, hier Austausch mit Personen zu finden, die ggf das selbe erlebt haben oder sich gut in meine Situation versetzen können.
Seit ungefähr 1,5 Jahren bin ich mit meinem Partner in einer Beziehung. Anfangs haben wir eine Fernbeziehung geführt, ich hab meine Ausbildung beendet und bin mit ihm zusammengezogen.
Dazwischen sind aber nun einige Dinge passiert.
Nach etwa 4 Monaten Beziehung, jedes Wochenende sehen, jeden Abend telefonieren und den Tag über miteinander schreiben, hat er plötzlich schluss gemacht - aus dem nichts.
Nach ein paar Tagen hin und her, hat er mir gebeichtet, dass er in diesem Jahr geheiratet hat - etwa ein Monat bevor wir uns kennenlernten, aus einer 5-jährigen Beziehung.
Das alles war natürlich ein totaler schock für mich, denn die vergangenen 4 Monate habe ich keinen blassen Schimmer gehabt. Er ist jedes Wochenende Samstag Abends 500 km zu mir gefahren und Sonntag Mittags wieder zurück - JEDES wochenende.
Nach ein paar Tagen Funkstille haben wir uns getroffen, er hat mir von seiner Beziehung erzählt, wie unglücklich er dort war und er hat nie ein Weg raus gefunden,… dann hatte er mich kennengelernt und sich direkt verliebt - wir haben stundenlang darüber gesprochen. Ich hatte und habe immer noch kein Verständnis dafür, warum er das so gemacht hat, wie er es gemacht hat - warum er mir gegenüber alles verheimlicht hat - und ihr. Ich war plötzlich nur eine Affäre, trotz dass ich richtige Liebe gespürt und emfangen habe. Doch für ihn war ich keine Affäre, ich war sein Neuanfang, sein Beginn, sich selbst zu finden.
Okay.
Es war hart - das Trennungsjahr der beiden hat mich belastet, die Scheidung war entschieden, von beiden Seiten. Sie ist ungefähr 2 Monate vor dem Schluss machen mit mir ausgezogen zu ihren Eltern, weil er „Zeit zum nachdenken“ wollte.
Wir sind ein halbes Jahr nach der Geschichte mit dem Schluss machen dann zusammengezogen, nach meiner vollendeten Lehre. Die Scheidung ist mittlerweile vollzogen.
Kurz darauf ist das nächste passiert: An unserem gemeinsamen Handy (für Geschäftszwecke gedacht) habe ich durch Zufall (!) als ich etwas in den Family-Einstellungen vom Iphone einstellen wollte, Geldausgaben im Appstore gesehen.
Er hat sich eine App für Livechat runtergeladen, mit frauen gecamt, geld ausgegeben,… als ich bei meiner Familie war um meine Abschlussprüfungen zu schreiben.
Ich hab ihn direkt zur Rede gestellt als ich es gesehen habe, er kam von der Arbeit heim, wollte mir nicht zeigen was da alles in der App war - ich hab darauf bestanden, was darin war, hat mich schockiert. Chatnachrichten, vergangene Calls, Bilder…
An seinem Handy hab ich dann auch nachgesehen (er wusste davon) & was ich sah: sooo viele verschiedene runtergeladene Sexting-Apps, die er aber gelöscht hat - Dinge die er versteckt hat,…
Dann hat er mir gebeichtet, dass er eine Pornosucht hat und sich dafür geschämt hat.
Seitdem gab es nochmal ein paar verdächtige Sachen und Vorfälle.
Das alles wiederrum ist jetzt wieder ein halbes Jahr her - jetzt sind wir bei 1,5 Jahren Beziehung.
Ich weiß nicht weiter. Wir waren bei einer Psychologin für eine Paartherapie, eine Sitzung.
Das Thema kommt immer wieder hoch.
Er öffnet sich mittlerweile und ich glaube, dass er sich wirklich mühe dabei gibt.
Aber das vertrauen ist einfach weg. Egal was er macht, wo er ist, ich hab Angst dass er etwas „falsches“ tut und mich hintergeht.
Wir hatten von Anfang an klare Abmachungen, keine Filmchen - kein Livechat. Wobei ich gegen das normale schauen von Filmen nicht unbedingt was einzuwenden habe, auch wenn ich selbst keine sehe. Wichtig ist halt, zu kommunizieren- über alles.
Ich habe noch nie so viel Liebe empfangen, gespürt. Ich war noch nie so geborgen, glücklich und durfte einfach ICH selbst sein.
Und gleichzeitig ist er derjenige, der mir auch mein Herz gebrochen hat.
Alles zusammenzufassen, was die letzten 1,5 Jahre passiert ist, ist unfassbar schwer. Es gab und gibt so viele gute Dinge. Er behandelt mich gut. Er hat fehler gemacht. Ich auch.
Aber diese Abwärtsspirale muss aufhören.
Und ich muss wissen, was ich dafür tun kann.
Das frisst mich einfach auf und nagt an mir. Dieses Thema kommt immer wieder hoch, das muss einfach stoppen.