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Eltern oder Partnerin ????

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Michel

Mitglied
Hallo zusammen,

vielleicht könntet Ihr mir zu meinem Problem Ratschläge geben...

Ich bin nun seit gut zwei Jahren mit meiner Freundin zusammen. Während dieser Zeit hat sich zwischen ihr und meinen Eltern eine Entwicklung vollzogen, die sich mittlerweile in deutlicher gegenseitiger Abneigung äußert.

Das ist für mich im Alltagsleben zwar vordergründig nicht schlimm, weil es sich immer wieder gut verdrängen lässt und meine Eltern nicht auf meine Freundin treffen müssen. Aber ab und zu kocht es immer wieder hoch und wird jedesmal immer heftiger, was mich innerlich sehr aufreibt. Vor allem sehe ich immer deutlicher die Frage "Sie oder meine Eltern?" am Horizont aufsteigen.

Das ganze geht ursprünglich von meiner Freundin aus. Für sie sind meine Eltern überheblich, arrogant und oberflächlich. Weil ich meine Eltern im Laufe der Jahre auch immer mehr aus einer "objektiveren" Sichtweise betrachte, stimmt ich in vielen Punkten mit meiner ihr überein.

(Nur einige Beispiele, die meine Eltern charakterisieren:
Meine Mutter kann z.B. anderen Menschen nicht richtig zuhören. Sie legt ihrem Gegenüber bei Gesprächen oder Fragen die Antworten schon vorher in den Mund und hat immer einen sehr schnellen und beherrschenden Gesprächsstil. Außerdem hat das Äußere, also Kleidung bei ihr einen hohen Stellenwert.
Mein Vater ist jemand, der sich selber als den Oberweisen sieht und sich selber gern reden hört. In Gesprächen kommt es ihm hauptsächlich darauf an, anderen seine Ansichten und sein angehäuftes Wissen darzulegen, in Form von Monologen. Ihm vertraute Personen, die mal etwas nicht wissen, laufen Gefahr, sich ein lautes "Was? Das Weißt du nicht? Du weißt nicht, was ein ... ist?" einzuholen. Das ist dann zwar scherzhaft gemeint (ich weiß das, weil ich meinen Vater kenne). Für meine Freundin scheint aber viel zu deutlich der innerliche arrogante Oberlehrer durch. Ich kann das auch total nachempfinden.)

Aber trotzdem sind sie meine Eltern, und ich sehe auch positive Seiten an ihnen. Sie haben es immer gut mit mir gemeint. Auch wenn gut und gut gemeint oft verschiedene Dinge sind... Ich sehe eben ihren guten Willen.

Meine Freundin reagiert sehr konsequent: sie kommt nicht mehr mit, wenn ich meine Eltern besuche. Auch bei Anlässen / kleinen Familienfeiern, an denen meine Eltern ausdrücklich meine Freundin dabeihaben wollen. Außerdem hat sie vor kurzem meinen Vater auch nicht mehr zum Geburtstag angerufen.
Ich komme immer nur mit zu ihren Eltern, die wirklich absolut herzliche Traum-Schweigereltern sind.

Natürlich kriegen meine Eltern nach und nach Wind von der ganzen Abneigung. Immer öfter sind die Ausreden, z.B. dass sie Familienfeiern fernbleibt, nicht mehr glaubhaft und ich rücke auch mit der Wahrheit raus. Bis auf wenige Eingeständnisse gegenüber der Kritik meiner Freundin lautet das Resumee meiner Eltern dann aber grundsätzlich: "Da kann man sich auch reinsteigern und alles dramatisieren. Wir sind schließlich die Eltern und sie muss sich da fügen und fünfe grade sein lassen. Wenn ihr wirklich etwas an dir liegt, würde sie trotzdem mitkommen und dich nicht alleine lassen." Letzteres sehe ich nicht so, weil ich meine Freundin kenne. Sie ist sehr konsequent und spielt grundsätzlich nie nach außen nach dem Motto Gute Miene zum bösen Spiel". Sie will grundsätzlich ehrlich sein mit sich selber und den anderen, was ich für eine Einstellung halte, die ich sehr repektabel und auch bewundernswert finde, denn sie zieht sie wirklich sehr konsequent durch.

Aber für meine Eltern ist sie die komplizierte "Diskutierfreundin" ihres Sohnes, die ihm eigentlich gar nicht gut tut.

Weil die Einstellung meiner Freundin mir größtenteils auch einleuchtet, hatte ich mich in letzter Zeit mal mehr, mal weniger von meinen Eltern distanziert. Aber immer wieder merke ich, dass zu meinen Eltern weiterhin ein gutes Verhältnis haben will, und halte nichts mehr von dieser Distanzierung ... Mit meinen Eltern zu brechen, kommt für mich nicht in Frage.

Allerdings ist mir auch klar geworden, dass meine Freundin es niemals mehr mit meinen Eltern können wird.... und zu einer beständigen, guten Partnerschaft gehört für mich, dass meine Partnerin mit meinen Eltern harmoniert....

LG,
Michel
 
Beide!

Um es etwas dramatisch auszudrücken:

Willst Du den Rest Deines Lebens mit Deiner Freundin oder mit Deinen Eltern verbringen?

Meine Meinung dazu ist, dass man immer hinter seiner Partnerin stehen sollte, so man denn von ihrem (korrekten) Verhalten überzeugt ist. Es liest sich nicht so, als ob Deine Freundin etwas falsch gemacht hätte.

Um es etwas weniger dramatisch auszudrücken:

Vielleicht ist Deinen Eltern noch nicht ganz klar, wie wichtig Dir Deine Freundin ist...

Michael
 
Hallo Michel,

in Deiner Geschichte sehe ich einige parallelen zu meiner letzten Beziehung.
Meine Partnerin stand ebenso zwischen Ihrer Familie und mir.
Heute weiß ich, daß dies für Sie sehr schwer war und Sie irgendwann eine Entscheidung, vielleicht aus Not oder Verzweiflung treffen musste.

Interessant finde ich, daß es auch bei Euch Sie war, welche mit den "Schwiegereltern" nicht so zurecht kam. Nachdem mir dann Ihre Mutter klipp und klar sagte, daß sie mich nicht leiden kann, habe ich dann auch die Kontakte auf das mindeste reduziert.

Schlussendlich war ich der "Verlierer"

Aber in euerer Beziehung scheint Ihr miteinander zu kommunizieren, was bei uns nicht mehr der Fall war.
bzw.
Wie ist denn das Gespräch zwischen Dir und Deiner Freundin im Allgemeinen?
Was ich in Deinem Beitrag vermisse, ist die Aussage, daß du Sie liebst.
Sicher wollen die Eltern immer nur das Beste für Ihre Kinder. Ob das dann auch so wird ist die Frage.
Vielleicht sehen Deine Eltern, daß diese Frau aus Ihrer Sicht nicht das Beste für Dich ist, aber im Moment scheint Sie das beste für Dich zu sein.
Verstehen Sie das?
Sind sie bereit dieses für ihren Sohn zu verstehen?
Das Gleiche gilt auch für deine Freundin.
Die Fronten scheinen zwar verhärtet, aber was würde passieren, wenn du alle an den grünen Tisch bittest.?
Gibt es evtl. Geschwister die mit der Freundin und Deinen Eltern gut können?
Michel meinte:
Weil die Einstellung meiner Freundin mir größtenteils auch einleuchtet, hatte ich mich in letzter Zeit mal mehr, mal weniger von meinen Eltern distanziert. Aber immer wieder merke ich, dass zu meinen Eltern weiterhin ein gutes Verhältnis haben will, und halte nichts mehr von dieser Distanzierung ... Mit meinen Eltern zu brechen, kommt für mich nicht in Frage.
Du hättest verständlicherweise gerne Deine Eltern und die Partnerin, aber manchmal stellt uns das Leben vor schwere Entscheidungen.
Michel meinte:
Allerdings ist mir auch klar geworden, dass meine Freundin es niemals mehr mit meinen Eltern können wird.... und zu einer beständigen, guten Partnerschaft gehört für mich, dass meine Partnerin mit meinen Eltern harmoniert....

Hier schreibst Du ja selbst, daß Du Deine Entscheidung schon getroffen hast.

Mal sehen was die anderen noch für Ideen haben.

Viel Kraft +
Gruß Hajooo
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Michel!

Ich sehe das ähnlich wie Du. Wenn Deine Freundin nicht in der Lage ist, gelegentlich Deine Eltern zu besuchen (ich gehe davon aus, dass sich solche Besuche der Häufigkeit nach in den üblichen Grenzen halten) und sich um Freundlichkeit zu bemühen, dann ist Eure Beziehung in Gefahr.

Aus dem Gesagten entnehme ich, dass Deine Eltern durchaus guten Willens sind, wennauch da ein gewisser Hang zur Beleidung bei Deinem Vater bestehen könnte.

Also ich finde, dass man auch zu Menschen, die einem nicht symphatisch sind, freundlich sein sollte. Außerdem täte Deine Freundin auch Dir einen Gefallen, wenn sie sich freundlicher zu Deinen Eltern verhalten würde. Folglich ist sie auch nicht freundlich zu Dir.
 
Allerdings ist mir auch klar geworden, dass meine Freundin es niemals mehr mit meinen Eltern können wird.... und zu einer beständigen, guten Partnerschaft gehört für mich, dass meine Partnerin mit meinen Eltern harmoniert....

Ähm, warum??
Was hat die eigene Beziehung mit irgendwelchen Elternteilen einer der beiden Parteien zutun?
Klingt ein wenig nach Muttersöhnchen, bitte nicht übel nehmen.

Ich kann sie verstehen und würde genauso handeln wie sie, denn die Eltern sollten mit den Beziehungen ihrer Kinder ab einem gewissen Alter absolut nichts mehr zutun haben. Vielleicht solltest du dich ein wenig von ihnen distanzieren, bzw. höhchstens eine freundschaftliche Beziehung zu ihnen aufbauen, das Eltern/Kind-Schema sollte man mit der Pubertät abgelegt haben.

Ich vermisse auch den Beisatz, dass du deine Freundin liebst.
 
Hallo EuFrank,

Deinen Worten stimme ich gerne zu mit der Frage:
Warum sollen nur die Jungen den Älteren den gefallen tun?
Sollte es hier nicht eine Ausgeglichenheit geben?

EuFrank meinte:
Aus dem Gesagten entnehme ich, dass Deine Eltern durchaus guten Willens sind
Dies konnte ich nicht erkennen?

Gruß Hajooo
 
Wenn ich das nun richtg zusammen fasse: 😕

Die Freundin mag die Eltern nicht und die Eltern mögen auch die Freundin nicht besonders. Die Freundin möchte deshalb keinen Kontakt, die Eltern schon. Dann heißt das für mich, dass die Eltern Deine Freundin trotz ihrer eigenen Meinung als Teil von Deinem Leben akzeptieren. Andersrum ist das eher fraglich.

Ich weiß nicht Michel... das was Du so liebenswert konsequent findest, finde ich persönlich ziemlich arrogant - letztlich das, was sie Deinen Eltern vorwirft. Schwiegereltern und Schwiegerkinder müssen sich nicht lieben, keineswegs, aber es gibt nun einmal Schnittstellen und das muss man akzeptieren. Sie bringt doch Dich immer wieder in die blöde Situation, Ausreden für sie auf den Tisch zu bringen, Du musst Dich doch immer rechtfertigen, warum sie mal wieder nicht mitgekommen ist... und das findest Du konsequent? Dass sie ihre Entscheidung trifft und Du dafür gerade stehen musst? Neee, ich find, die Dame macht es sich etwas einfach. Wenn sie wirklich so ehrlich zu sich und ihren Mitmenschen wäre, dann würde sie diese Fronten selber klären, anstatt das über Dich machen zu lassen. Warum kein offenes Gespräch? Warum kommt sie nicht mal mit und redet mit Deinen Eltern ganz offen und sachlich darüber, was sie stört? DAS wäre ehrlich und konsequent. Und Deinen Eltern womöglich auch lieber, als ein geheucheltes Lächeln.

Und ein gewisses Maß an Höflichkeit ist nicht zwangsläufig verlogen. Höflichkeit zeigt, dass man jemanden respektiert - auch, oder besonders dann, wenn man unterschiedliche Anichten hat. Wie gesagt, ich finde da eher Deine Freundin arrogant, dass sie ihre Höflichkeit scheinbar nur denen zuteil werden lässt, die ihrem Menschenbild entsprechen.

Mücke
 
Hallo Hajooo!

Hallo EuFrank,
Deinen Worten stimme ich gerne zu mit der Frage:
Warum sollen nur die Jungen den Älteren den gefallen tun?
Sollte es hier nicht eine Ausgeglichenheit geben?

Ich halte Freundlichkeit gegenüber seinen Mitmenschen für jeden mit Vernunft begabten Menschen (ob alt oder jung) für erstrebenswert.

Ich persönlich versuche diese Freundlichkeit auch gegenüber Menschen auszuüben, die mir eher kühl entgegentreten.

Auf Distanz zu gehen, halte ich dann für angeraten, wenn man mir absichtlich Schaden zufügen möchte. Diesen Status konnte ich bei dem hier besprochenen Elternpaar noch nicht feststellen.

Die in Richtung Beleidigung gehende Vaterart könnte man meines Erachtens noch ertragen. Die Freundin des Hilfesuchenden könnte sich vielleicht sogar einen Bonus bei den Eltern erwirken, wenn Sie etwas mehr Standing an den Tag legen würde. Vielleicht könnte sie die Elternbesuche als eine Art "Training" auffassen und die Sache "sportlich" nehmen.

Wir sind hier auf die Schilderungen des Sohnes angewiesen. Wenn eines der Elternteile zu der Freundin sagen würde "Wir wollen auf keinen Fall, dass Sie mit unserem Sohn zusammenkommen", dann würde ich vielleicht schon ganz anders antworten. Es ist oft ein schmaler Grat zwischen Beleidigung und feindseligem Verhalten.
 
Hallo zusammen,

ich kann die Freundin durchaus verstehen mir geht es ebenso.

Die Mutter meines Lebensgefährten hatte auch dauernd was an mir und generell allen Mitmenschen rumzumaulen - wenn sie grade mal nicht jammert , wie schlecht es ihr doch geht.

Und da ich es gewagt habe ihren Sohn zu klauen nehme die Spitzen kein Ende.

Da können es die irrwitzigsten Dinge sein, wie das Klingelschild in der falschen farbe (es war schwarz-weis) usw. usw. usw.

Das aber nie offen sondern immer nur über ihren Sohn oder indirekt durch spitze Bemerkungen.

Da beschloss ich eines Tages auch , dass ich mir das wohl nicht mehr gefallen lassen muss - wozu auch?

Ich habe niemanden was getan also brauche ich mir das auch nicht geben.

Deshalb meide ich das Zusammentreffen so gut es geht - schon allein um unangenehme Situationen zu vermeiden.

Wieso sollte sich also eine Frau zwangsweise sowas antun?

Da regt man sich nur auf und kriegt hinterher Streit mit dem Partner.

Und man ist schließlich mit dem Partner zusammen und nicht mit den Eltern.

Gut so tolle Tage wie Geburtstag und Weihnachten kann man es sich mal antun und dann schnell wieder gehen , aber sonst muss man sich den Situationen sicher nicht freiwillig aussetzen.

Und der Partner kann ja deshalb trotzdem zu seinen Eltern gehen, das will man ja gar nicht verhindern, man will nur selber nicht dahin.

Und der Partner kann ja gehen , wenn er will.

Warum die Partnerin auch die Eltern des Partners lieben muss, wenn sie sich ihrerseits keine große Mühe geben, das ist - meiner Meinung nach - nicht einzusehen.

Man muss ja nicht offen mit Ihnen streiten - aber man kann Ihnen und dem Streit geflissentlich aus dem Weg gehen.

Gruß. kasiopaja
 
Danke für Eure Beiträge. Ich habe das Gefühl, dass sie mir trotz der z.T. krassen Gegensätzlichkeit weiterhelfen, klarer zu sehen!

Nur um nochmal klarzustellen: Es ist nicht so, dass meine Eltern mit bösem Vorsatz gegen meine Freundin eingestellt sind.

Ich habe von Anfang an sehr offen mit meiner Freundin über alles geredet. U.a. eben auch über meine Kindheit. Aus letzterem hat sich in meiner Freundin eine latente negative Grundeinstellung ihnen gegenüber aufgebaut, da für sie das Erziehungsverhalten meiner Eltern insgesamt zu leistungsbezogen und emotional vernachlässigend war. Sie ist die jüngere von zwei Mädels und hat im Vergleich zu mir wohl wirklich eine schönere, angenehme und herzlichere Kindheit erlebt. Meine Eltern, v.a. meine Mutter ist ihr zu intolerant anderen Meinungen gegenüber (kann sich nicht in andere hineinversetzen) und hat mich und meine Schwester dementsprechend in einer Zackzack-Gehorch-und-funktionier-Atmosphäre erzogen.

Weil meine Freundin und ich über praktisch alles reden und weil mich vieles aus meiner Kindheit in der Tat heute immer noch beschäftigt, habe ich ihr auch diesbezüglich viel erzählt. Deshalb bin ich auch "schuld" an ihrer "latenten Grundeinstellung" meinen Eltern gegenüber.

Ihre Negativhaltung hat sich dann nach und nach immer mehr durch Aktionen meiner Eltern gefestigt, in denen diese Rücksichtslosigkeit/ Intoleranz mit Wort und Tat zum Ausdruck kam.

Konkretes Beispiel und vielleicht eine Art Höhepunkt, den ich bisher vergessen hatte: Meine Eltern hatten IHR (vorher) nicht zum Geburstag gratuliert.

Allerdings weiß ich, dass mein Vater am Abend ihres Geburtstags eine äußerst gehetzt und verstört klingende Nachricht auf meiner Mailbox hinterlassen hat (ich war jedoch nicht erreichbar, weil Candlelight-Dinner mit ihr), ich möge doch bitte so schnell wie möglich zurückrufen, um ihnen ihre Handynummer durchzugeben, die sie noch nicht hatten. Leider hatte ich die Nachricht erst am nächsten Tag abgehört, als es schon zu spät und die ... am dampfen war.

Für mich war damit der gute Wille meiner Eltern zumindest ansatzweise erkennbar.

Bei meiner Freundin war allerdings der Ofen aus, denn wenn meine Eltern wirklich gewollt hätten, hätten sie ihre Nummer anderweitig herausbekommen können, z.B. von meiner Schwester.

Selbstverständlich war es dann etwas sehr spät, als meine Mutter zwei Tage später anrief und ihr nachträglich gratulierte. Das geschah dann leider mit der ihr typischen überfahrenden Art, bei der meine Freundin wohl nicht richtig zu Wort gekommen ist und auch null Reue für den verspäteten Anruf vermittelt bekommen hat. Ich selber weiß aber, dass diese überfahrende Art meiner Mutter nur die Tarnung für eine tiefsitzende Unsicherheit ist.

Kurz gesagt: Meine Eltern nehmen es insgesamt manchmal nicht ganz so genau mit manchen zwischenmenschlichen Angelegenheiten, sie sind in meinen Augen Menschen mit sehr vielen Schwächen, die teilweise aus einer gewissen Unsicherheit oder ihrer eigenen Erziehung resultieren.
Sie sind mitunter sehr inkonsequent (was meiner Freundin v.a. bzgl. meiner Erziehung sauer aufstößt; Dinge wie Höflichkeit wurden als heilig vermittelt, so z.B. Geburtstagsanrufe innerhalb der Verwandtschaft muss man immer pünktlich, möglichst noch vormittags erledigen, dabei halten sie sich aber selber nicht an viele Grundsätze.)

Ich frage mich sehr oft, ob ich meinen Eltern zu viel verzeihe...

Momentan sehe ich doch nicht mehr so klar, wie ich eigentlich dachte...

LG
Michel

"Freiheit - die authentische Realisierung der Persönlichkeit." (E. Fromm)
 
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