Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

ELEKTROKRAMPFTHERAPIE ! FLUCH oder SEGEN !?

O

ohne Aussicht

Gast
Hallo,

hat hier jemand Erfahrung mit der Elektrokrampftherapie (EKT) gemacht??
--------Diese scheint sehr umstritten zu sein.--------

Wäre schön wenn echte Erfahrung geschildert würde, keine www info.

Sind begründet existentielle Ängste, aussichtslose Perspektiven, Verlassenheits-Trauma mit schwerer seelischer Abhängigkeit, eigene Versorgungs-Unfähigkeit, seit 4Jahren Depressionen, Persönichkeitsstörungen, Abspaltung von Menschen, Vereinsamung ... u.s.w.
des weiteren körperliche Einschränkungen (Arthrosen 4.Grades , Borreliose mit ausgeprägten Schüben, Hörverlust mit hochgradigen Tinnitus 4000 hz 85db !!) überhaupt therapierbar?

Sorry, wer soll das beantworten ? Geht eigentlich nur um die EKT.

Danke für die Mühe.

oA
 
So richtig kann ich deine Anfrage nicht verstehen.
In welche Richtung sollen denn die Erfahrungen gehen?

Diese Schocktherapie (EKT) wird im bewußtseinslosen Zustand durchgeführt und ich kenne dies lediglich im narkotisierten Zustand. Was soll der Patient da für Erfahrungen machen? (vermutlich keine)

Es ist für mich auch schwer zu beurteilen, inwieweit für diese Therapie überhaupt bei deinen erwähnten Krankheiten in Frage kommt.
Auch wenn die Therapie von den Kassen bezahlt wird, so wird sie doch auffallend selten verordnet - vieleicht weil sie nicht ambulant durchgeführt werden kann.
 
Soviel ich weiss wird die selten verordnet weil es gefährlich ist.
Wenn die Probleme nachher noch mehr sind als man sie vorhin schon hatte, dann ist´s wohl echt ein Wahnsinn den man wohl besser bleiben lassen sollte.
Eine Heilpraktikerin hatte mir so eine Therapie auch schon vorgeschlagen. Mein Neurologe wiegelte dass aber gleich ab.
Grundsätzlich würden mich so Erfahrungen aber auch interessieren.
 
Hallo,

Danke für die ersten Reaktionen, ich hoffe trotzdem noch auf tatsächliche Erfahrungen.


@crazy72

nach heutigen Tel. Gespräch mit http: //www.rnk-whv.de/rnk/pages/seiten.php5?Seite=klinik_psychiatrie_01 sagte man mir, dass das Patientenaufkommen viel höher sei als die Klinik decken kann und das auch hier lange Wartezeit ist.



@Persil

In welche Richtung sollen denn die Erfahrungen gehen?

-Ob es jemanden geholfen hat! oder, wie seine Erfahrung mit der Therapieform war/ist. Wie viele Behandlungen gemacht wurden, welche Klinik u.s w.
Ich meine nicht, genau während der Behandlung. Da ist man in Narkose, das weiß ich.

die "sehr GROBE" Aufzählung dient der Erklärung des -ist- Zustandes. Die Summe aller Faktoren übersteigt längst, das was die Seele noch ertragen kann.


@111kleinbuchstabe

Wie wäre es mit dem Wechsel in eine andere Umgebung?
Das ist nicht so einfach realisierbar.



oA
 
Wenn man den Ortswechsel schwer nimmt, dann ist er auch umso schwerer.
Sind begründet existentielle Ängste, aussichtslose Perspektiven, Verlassenheits-Trauma mit schwerer seelischer Abhängigkeit, eigene Versorgungs-Unfähigkeit, seit 4Jahren Depressionen, Persönichkeitsstörungen, Abspaltung von Menschen, Vereinsamung ... u.s.w.
des weiteren körperliche Einschränkungen (Arthrosen 4.Grades , Borreliose mit ausgeprägten Schüben, Hörverlust mit hochgradigen Tinnitus 4000 hz 85db !!) überhaupt therapierbar?
Die körperlichen Beschwerden können durchaus die Folge der seelischen Beschwerden sein. Zumindest Tinnitus reagiert auf Psychostress und dementsprechend bei Entspannung können die Ohrgeräusche ganz aufhören.

Ich nehm mal ein zugespitztes Beispiel: Wenn einer Jahr und Tag neben einem Partner herlebt (herleben muss), der einem zwischen Glotze und Bier keine Freiheiten lässt, dann wird wohl fast jeder Mensch dadurch ->mindestens<- etwas bluna. 😀

Ich würde - auch wenn es Überwindung kostet - erstmal zu einem Ortswechsel raten. Kur oder sowas, zahlt die Krankenkasse, wenn der Doktor die Kur befürwortet. Wenn Du trotzdem versorgungsunfähig bist, dann gibt es doch auch Renten, wir sind doch ein Sozialstaat. Auch da kann Dich der Doktor auf die entsprechenden Beratungsstellen hinweisen.
 
Also ich kann nur positives von dieser Therapieform berichten da ich sie auch gerade mache in einer Berliner Klinik es ist zwar wirklich eine der letzten möglichkeiten die es bei Therapieresistenten Depressionen du musst wirklich aus allen klassen ein Antidepresivum versucht haben und das hatte keinen Erfolg das was am Risikoreichsten an der behandlung ist,isst die Narkose und da du ja auch sehr viele somatische erkrankungen hast wird es schwierig weil es sind ja mehrere behandlungen nötig. mit einer sitzung ist es ja nicht getan.klar sprechen auch manche patienten gar nicht drauf an aber das kann dir auch bei medikamenten passieren.was dir aber klar sein muss ist das du eine erhaltungstherapie machen musst mit medikamenten auf jeden fall.also ich habe das erste mal seit langem wieder mal ein gefühl zu leben und nicht überleben zu müssen.
 
Aus persönlicher Erfahrung kann ich nur empfehlen: Finger weg von dieser Therapieform. Sie kann als Nebenwirkungen schwere Langzeitgedächtnisverluste herbeiführen. Im geschützten Rahmen der Klinik ist mir dies nicht aufgefallen. Nachdem ich nach 13 Behandlungen nach Hause entlassen wurde, konnte ich mich weder an die Vornamen meiner Eltern, meines Lebenslaufes, geschweige denn an Geschehnisse in der Vergangenheit erinnern.
Die ersten sechs Wochen habe ich in meiner Wohnung nach Gegenständen gesucht, bzw. mangels Erinnerung immer wieder verblüfft festgestellt, dass ich z.B. eine Parmesanreibe besitze.
Wobei erwähnt werden muss, das ich nicht wußte das es sich um eine Parmesanreibe handelt. Durch Ausprobieren und Hilfe von Freunden konnte ich nach ca. sechs Wochen Gegenstände wieder Begriffen zuordnen.

Die schlimmste Phase begann, als mir das Defizit durch den Gedächtnisverlust bewußt geworden ist. Zwar habe ich versucht die Ruhe zu bewahren, aber mir war es sehr unangenehm z.B. im Supermarkt vor den Kräutern zu stehen und nicht zu wissen, um was für Kräuter es sich handelt.
Oder mich ohne Stadtplan in der Innenstadt zu bewegen.
Ich mußte mir mein ehemaliges Wissen mühsam zurückerobern.
Dies hat Selbstdisziplin vorausgesetzt und Tränen gekostet.
Zudem bin ich lieben Freunden und Kollegen dankbar, dass sie in der Schilderung der Vergangenheit berichterstattend, nüchtern und ehrlich gewesen sind. Ganz zu Schweigen von der Geduld die diese Menschen aufgebracht haben.

Bis heute kann ich es nicht verstehen, das ich dieser Behandlung zugestimmt habe. Es muss ein Einverständnis in tiefer Verzweiflung gewesen sein.
Wäre ich im Vorfeld über diese massive Nebenwirkung informiert gewesen, hätte ich mein Einverständnis nicht gegeben.

Die Behandlung ist ein Jahr her. Heute fahre ich mein Langzeitgedächtnis bei ca. 85%. Ich arbeite wieder.
Aber mir fallen immer noch Gedächtnislücken im Langzeitgedächtnis auf.

Aus persönlicher Erfahrung und nach Gesprächen mit anderen ehemaligen Patienten dieser Behandlungsmethode kann ich nur sagen: Die Elektrokrampftherapie sollte verboten werden. Es ist bis heute nicht geklärt, wie und was an Langzeitschäden im Gehirn verursacht wird.
 
Jeder der diese Therapieform wählt, sollte auf eine ausführliche Aufklärung bestehen.
Ich selber von vor über einem Jahr mit einer Serie von 13 EKTs behandelt worden. Obwohl ich mich im Vorfeld über mögliche Nebenwirkungen informiert habe, war ich über das Ausmaß des Gedächtnisverlustes insbesondere des Langzeitgedächtnisses entsetzt.
Im geschützten Rahmen der Klinik ist dies nicht aufgefallen. Als ich entlassen wurde, habe ich mich insgesamt sechs Wochen in meiner eigenen Wohnung nicht zurecht gefunden. Mir war nicht bewußt, dass ich einen Speicher und einen Keller habe. Jeden Tag war ich verwundert, was ich aus meinen Schränken "gezaubert" habe. Zudem sind mir die Begriffe dieser Gegenstände (z.B. ein Fleischwolf) nicht präsent gewesen.
Während dieser Zeit konnte ich mangels Erinnerungsvermögen weder meinen Computer noch andere technische Geräte bedienen. Meinen Lebenslauf musste ich mir anlesen. In diesem amnestischen Zustand habe ich mich wie jemand gefühlt, der die Dinge zum ersten Mal sieht, ausprobiert und betrachtet.
Einkaufen ohne Stadtplan im Rucksack und einem gezielten Einkaufszettel als Orientierungshilfe war nicht möglich.
Teilweise habe ich vor den Produkten in den Supermärkten gestanden und konnte sie mangels Erinnerung nicht benennen.
Häufig mussten mir andere Kunden oder Verkäufer helfen.
Die schlimme Phase hat in dem Augenblick begonnen, als mir bewußt geworden ist, dass ich massive Defizite beim Abruf von Erinnerungen habe. Weil ich gefühlt habe, das ich die Gegenstände, Namen, Zusammenhänge gewußt habe, aber die Erinnerung daran nicht abrufen konnte. Ich bin während des Denkens gegen Mauern gelaufen.
Diese Verzweiflung ist nicht zu beschreiben.
Lieben Freunden und Kollegen bin ich bis heute dankbar, dass sie mir geduldig gemeinsame Erlebnise nüchtern, in Distanz und Berichterstattend erzählt haben. Ohne eigene emotionale Wertung, sofern dies möglich war.

Ruhe zu bewahren und den Ärzten zu glauben, dass "Ich" als Person mit meinem ganzen Wissen, meiner Lebenserfahrung, mit meinen Werten und Gefühlen wieder komme, ist mir häufig schwer gefallen.
Heute - nach über einem Jahr - ist mein Langzeitgedächtnis zu ca. 85% wieder hergestellt. Ich arbeite wieder.

Hätte ich damals gewußt, was mir für ein Leidensweg nach den EKTs bevor steht, hätte ich dieser Behandlung niemals zugestimmt.
Meines Erachtens sollten die EKTs das Mittel der allerletzten Wahl sein. Wenn alle anderen Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind. Aber niemals angewendet werden, um es dem Patienten "bequemer" zu machen und damit auch die Hoffnung schüren, dass er bspl. schneller aus der Depression herauskommt.
Bis heute wissen die Ärzte nicht, warum die Elektrokrampftherapie bei Patienten wirkt. Studien über Langzeitschäden gibt es nicht.
Die Behandlung ist ein massiver Eingriff den Ablauf des menschlichen Gehirns und auch in seine Persönlichkeit.

Von daher kann ich persönlich nur raten: Finger weg von einem leichtfertigen Umgang und Einforderung von EKTs!
 
Hallo!

Jeder der diese Therapieform wählt, sollte auf eine ausführliche Aufklärung bestehen.
Ich selber bin vor über einem Jahr mit einer Serie von 13 EKTs behandelt worden. Obwohl ich mich im Vorfeld über mögliche Nebenwirkungen informiert habe, war ich über das Ausmaß des Gedächtnisverlustes insbesondere des Langzeitgedächtnisses entsetzt.

Im geschützten Rahmen der Klinik ist dies nicht aufgefallen. Als ich entlassen wurde, habe ich mich insgesamt sechs Wochen in meiner eigenen Wohnung nicht zurecht gefunden. Mir war nicht bewußt, dass ich einen Speicher und einen Keller habe. Jeden Tag war ich verwundert, was ich aus meinen Schränken "gezaubert" habe.
Zudem sind mir die Begriffe dieser Gegenstände (z.B. ein Fleischwolf) nicht präsent gewesen.

Während dieser Zeit konnte ich mangels Erinnerungsvermögen weder meinen Computer noch andere technische Geräte bedienen. Meinen Lebenslauf musste ich mir anlesen. In diesem amnestischen Zustand habe ich mich wie jemand gefühlt, der die Dinge zum ersten Mal sieht, ausprobiert und betrachtet.
Einkaufen ohne Stadtplan im Rucksack und einem gezielten Einkaufszettel als Orientierungshilfe war nicht möglich.

Teilweise habe ich vor den Produkten in den Supermärkten gestanden und konnte sie mangels Erinnerung nicht benennen.
Häufig mussten mir andere Kunden oder Verkäufer helfen.

Die schlimme Phase hat in dem Augenblick begonnen, als mir bewußt geworden ist, dass ich massive Defizite beim Abruf von Erinnerungen habe. Weil ich gefühlt habe, dass ich die Gegenstände, Namen, Zusammenhänge gewußt habe, aber die Erinnerung daran nicht abrufen konnte. Ich bin während des Denkens gegen Mauern gelaufen.

Diese Verzweiflung ist nicht zu beschreiben.

Lieben Freunden und Kollegen bin ich bis heute dankbar, dass sie mir geduldig gemeinsame Erlebnisse nüchtern, in Distanz und Berichterstattend erzählt haben. Ohne eigene emotionale Wertung, sofern dies möglich war.

Ruhe zu bewahren und den Ärzten zu glauben, das "Ich" als Person mit meinem ganzen Wissen, meiner Lebenserfahrung, mit meinen Werten und Gefühlen wieder komme, ist mir häufig schwer gefallen.
Heute - nach über einem Jahr - ist mein Langzeitgedächtnis zu ca. 85% wieder hergestellt. Ich arbeite wieder.

Hätte ich damals gewußt, was mir für ein Leidensweg nach den EKTs bevor steht, hätte ich dieser Behandlung niemals zugestimmt.
Meines Erachtens sollten die EKTs das Mittel der allerletzten Wahl sein. Wenn alle anderen Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind.
Aber niemals angewendet werden, um es dem Patienten "bequemer" zu machen und damit auch die Hoffnung schüren, dass er schneller aus der Depression herauskommt.

Bis heute wissen die Ärzte nicht, warum die Elektrokrampftherapie bei Patienten wirkt. Studien über Langzeitschäden gibt es nicht.
Die Behandlung ist ein massiver Eingriff den Ablauf des menschlichen Gehirns und auch in seine Persönlichkeit.

Von daher kann ich persönlich nur raten: Finger weg von einem leichtfertigen Umgang und Einforderung von EKTs!
 

Anzeige (6)

Thema gelesen (Total: 3) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben