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Einsamkeit

StreetsofLondon

Neues Mitglied
Hallo zusammen.

Ich habe ein gröberes Problem und zwar hatte ich die letzten 9-10 Jahre praktisch keinen einzigen Freund mehr. Es hat angefangen als ich eine Klasse wechseln musste und dann an der neuen Schule wegen meines Aussehens gemobbt wurde, da war ich etwa 15. Jetzt bin ich 24 Jahre alt und seit 3 Jahren an der Uni, jedoch ist das was Freundschaften/Bekanntschaften angeht die schlimmste Zeit meines Lebens. Die ersten 2 Jahre hat es mich nicht wirklich gekümmert und ich habe, von ein paar Familientreffen abgesehen kein einziges Mal etwas mit anderen unternommen (2 Jahre lang!), das heisst ich bin jeden Tag nur kurz an die Uni meine Vorlesungen besuchen und dann heimgegangen und war dort alleine. Obwohl ich in der Uni oft mit den gleichen Leuten im Vorlesungssaal war, hat mich fast nie jemand von denen angesprochen, was ich als Ablehnung meiner Person empfunden habe, und weil ich sowieso schon schüchtern bin hab ich gar nicht erst versucht daran etwas zu ändern. Dann vor einem Jahr hab ich zufällig jemanden aus meiner Abschlussklasse wieder getroffen und wir haben etwas unternommen. Dadurch habe mich auf einmal wieder daran erinnert wie toll es sein kann rauszugehen und mit Freunden etwas zu trinken oder sonstwie zu unternehmen. Gleichzeitig wurde mir klar wie sehr insbesondere die letzten 2 Jahre meines Lebens verschwendet hatte indem ich nur zuhause rumgesessen bin. Daher habe ich über das gesamte letzte Jahr hinweg versucht daran etwas zu ändern, ich habe alten Klassenkameraden wieder geschrieben, wodurch auch ein paar Treffen zustande kamen, habe versucht mit ein paar Kommilitionen ins Gespräch zu kommen, was kaum funktioniert hat und habe auch auf eigene Faust angefangen Sachen zu unternehmen. Jedoch bin ich jetzt, also ein Jahr später immernoch alleine und der einzige Weg wie ich Leute treffen kann ist über das Internet.

Ich frage mich, insbesondere wenn ich durch die Uni laufe, wie es sein kann, dass alle miteinander reden und zusammen essen etc., während ich oft wie Luft behandelt werde. Ich sehe heute ein, dass ich damals als ich neu an der Uni war auf die Leute hätte zugehen sollen, jedoch finde ich es ziemlich deprimierend, dass in all den Jahren niemand auf die Idee gekommen ist mich mal anzusprechen, geschweige denn mich irgendwohin einzuladen. Ich habe oft auch das Gefühl dass dieses passive ausgrenzen daher kommt dass ich wirklich sehr sonderbar und unschön aussehe, was damals auch der Grund für das Mobbing war. Dadurch wirke ich wahrscheinlich schon von vorneherein auf die meisten Menschen unsympathisch oder seltsam und daher wollen sie nichts mit mir zu tun haben.

Nun bin ich etwas in einer Sackgasse, denn ich habe noch ein Jahr vor mir, jedoch habe ich absolut keine Lust dazu ein weiteres Jahr zu studieren, was ich sonst machen will weiss ich aber auch noch nicht, am besten etwas arbeiten oder vielleicht auch ins Militär. Auch überlege ich mir aus meiner Wohnung, in der ich allein lebe aus und in eine WG oder in ein Studentenheim zu ziehen, da ich dort möglicherweise leichter Kontakt aufbauen kann.

Ich würde mich über Antworten/Ratschläge freuen, denn ich weiss echt nicht was ich machen soll um Freunde zu finden... :/

StreetsofLondon
 

Hallo StreetsofLondon,

schau mal hier: Einsamkeit. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hey StreetsofLondon,

Ich kann mich da echt gut reinfühlen, weil es mir selber lange so ging...

Ich bin auch eher ein introvertierter Typ und wenn ich lange von Leute umgeben bin, dann merke ich schon, wie ich wieder das Bedürfnis habe allein zu sein und mich zu erholen. Aber trotzdem brauche ich auch Menschen um mich rum, mit denen ich reden und lachen kann.. ansonsten fehlt mir etwas.

Was dein Problem angeht, find ich es erstmal klasse, dass du aktiv wirst, auf Leute zugehst und auf eigene Faust etwas unternimmst. Weil nur wenn du aktiv etwas tust, kannst du auch was ändern!!

Zu deinem Aussehen: Es gibt da dieses eine Zitat von Helene Rubinstein "There are no ugly women, only lazy ones."
Da wir in einer Gesellschaft leben, in der Aussehen bei Männern noch deutlich weniger wichtig ist, als bei Frauen, trifft das Sprichwort dort umso stärker zu.
Ich weiß nicht wie du aussiehst, aber wenn du dich gut pflegst und eine gute Hygiene hast, wird dich sicherlich niemand aufgrund deines Aussehens ausgrenzen.

Ich würde dir einfach empfehlen noch mehr die Initiative zu ergreifen und auf Leute zuzugehen. Natürlich wirst du dabei ein paar Ablehnungen bekommen und das wird unangenehm sein, aber das ist es wert.

Deine Idee in eine WG oder ein Studentenheim zu ziehen finde ich sehr gut! Wenn du dich mit Leute umgibst, wirst du auch mehr mit Leuten in Kontakt kommen. Für mich war Teamsport auch immer super gut.

Außerdem kann ich dir noch einen Artikel empfehlen, der dir helfen kann sozialer zu werden und neue Leute kennenzulernen: https://kommunikation-lernen.de/schuechternheit-ueberwinden/

Achso und wenn du das Gefühl hast, du wirkst schon unsympathisch, bevor die Leute überhaupt mit dir reden, dann hat das mehr mit deinem Auftreten zu tun, als mit dem Aussehen. Alleine lächeln hilft da schon extrem! Wenn jemand einfach so dasteht und belanglos rumguckt, würde ich ihn eher nicht ansprechen. Aber wenn er nett lächelt und freundlich aussieht, traue ich mich eher mal "Hi" zu sagen.

Ich denke auch nicht, dass die Leute dich extra wie Lust behandeln... vielleicht denken sie ja, du willst nichts mit ihnen zu tun haben. Ich wirke manchmal so, obwohl ich das gar nicht will, wurde mir schon oft gesagt.

So, das sind erstmal alle meine Gedanken die mir dazu eingefallen sind 🙂

Wenn du aktiv bleibt und die initiative ergreifst, wird du sicher bald Freunde finden!

Liebe Grüße.
 
Also erstmal danke euch beiden für eure Antworten! 🙂

Ich will hier noch anmerken, dass ich grundsätzlich keine Probleme mit anderen oder fremden Menschen habe, ich war dieses Jahr in einer Jugendherberge und habe dort mehrere Wochen mit anderen Leuten in einem Zimmer geschlafen und war auch auf einem Festival mit vielen anderen (fremden) Menschen, daher denke ich nicht dass ich eine Angst vor anderen Menschen habe, was bei vielen ja der Grund dafür zu sein scheint, dass sie keine Freunde haben.

Das was mich stört ist einfach, dass ich schon so lange allein bin (wie gesagt fast 10 Jahre) und den Kontakt mit Kameraden aus der Schule aufzunehmen hat sich leider auch wieder verlaufen...

Und ein anderes Problem ist im Moment halt, dass ich einen Weg suche wie ich Leute kennenlernen kann, ich habe es letztes Jahr probiert an der Uni und kam auch mit ein paar Leuten ab und zu ins Gespräch aber nach einer Weile hörten sie auf mit mir zu reden (eventuell bin ich auch einfach langweilig, ich weiss es nicht) und ich sehe alle wie sie zu zweit auf dem Campus rumlaufen und ich denk mir dann wie lang ich schon da bin und niemanden hab und es deprimiert mich dann extrem. Das ist auch der Hauptgrund warum ich mir überlege abzubrechen oder zumindest ein Zwischenjahr einzulegen/Praktikum zu machen aber ob das hilft weiss ich auch nicht.

an Andii: Zu der Sache mit meinem aussehen spielt noch hinzu, dass ich noch nie eine Freundin oder ähnliches hatte aber mir ist es im Moment wichtiger erstmal Kollegen zu finden.
 
Darüber, dass du keine sozialen Ängste hast, kannst du dich schon einmal freuen 🙂
Ich kenne viele Leute die damit echt große Probleme haben. Jungs und Mädchen!

Ansonsten machst du schon vieles richtig. In Jugendherbergen oder Hostels zu schlafen ist auf jedenfall eine super Möglichkeit um mit Leuten in Kontakt zu kommen. Vor einer Weile war ich das klassische backpacker-Jahr in Australien, wo ich alleine und auch nur in Hostels unterwegs war und in dieser Zeit war ich echt gezwungen mich weiterzuentwickeln.

Wirklich gute und langfristige Freund zu finden ist halt wirklich schwer. So etwas entsteht über die Zeit und kann auch nicht erzwungen werden, denke ich. Wenn man viel mit Leuten zu tun hat, trifft man aber irgendwann sicher Leute zu denen man eine gute Verbindung hat und mit denen man sich echt gut versteht.

Zu deiner Theorie, vielleicht seist du ja einfach langweilig. Hmm, ich denke es gibt keine Person, die wirklich langweilig ist, alle Menschen sind so unglaublich komplex und vielschichtig. Wenn überhaupt verkaufst du dich langweilig... und das kann man ja ändern und lernen 😉

Ich erinner mich an einen Artikel von meinem Lieblingsblogger vor einiger Zeit, dazu, wie man interessanter wird. Er hat dazu vor allem 3 Tipps gegeben: Durch Lesen von super interessanten Büchern, die dich interessieren (nicht irgendwelche Uni Bücher die dich nach 5 min langweilen), durch Reisen (dabei sammelst du einfach super viele neue Eindrücke und Erfahrungen und hast viel zu erzählen, und der dritte Tipp fällt mir gerade nicht mehr ein :/ (ich finde auch gerade den Artikel nicht mehr...)

Auf jedenfall hast du die Möglichkeit dich zu verändern und zu entwickeln, wenn du willst. Du kannst zu der Person werden die du sein willst! Das klingt natürlich leichter als es ist, aber wenn du gas gibst kannst verdammt viel erreichen.

Ob es Sinn macht abzubrechen oder ein Zwischenjahr einzulegen und so konkrete Fragen, kannst du glaube ich nur am besten selbst beantworten. Niemand hier kennt dich ja so gut, wie du dich selbst. Probier eine Entscheidung zu treffen, wo du dann voll dahinter stehen kannst und die du mit Begeisterung durchziehen kannst. Das ist dann die richtige Entscheidung.

Ich wünsch dir auf jedenfall das Beste 🙂

Liebe Grüße!
 

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