Hallo Susann,
auch ich bin ganz alleine ohne Geschwister und Angehörige. Bis zu ihrem Tod lebten meine Eltern bei mir. Meine Mama verstarb im vorigen Jahr und mein Papa im Jahre 2021. Auch die Krankenhauserlebnisse waren schrecklich. Ich habe meine Eltern sehr geliebt und liebe sie immer noch. Loslösen ist da für mich der falsche Weg. Ich habe mir in meinem Wohnzimmer eine Ecke eingerichtet mit einem großen Bild von meinen Eltern - von ihrer Goldenen Hochzeit. Mir hilf mein christlicher Glaube - morgens und abends vor dem Bild das Morgen- und Abendgebet, wobei ich meine Eltern segne. Ich glaube daran, dass meine Eltern auch nach ihrem Tod weiter bei mir sind. Ich sehe sie nicht, aber als sensibler Mensch spüre ich zeitweise meine Eltern, besonders meinen Papa. Das kannst Du Dir so vorstellen: wenn Du in einem Raum sitzt und jemand, den Du besonders gut kennst, kommt unbemerkt von hinten in den Raum, dann spürst Du, dass er hereingekommen ist. So ist es auch, meinen verstorbenen Vater noch zu spüren - es ist sein Liebe, charakterlich irgendwie mein Vater - mehr ist es nicht, aber auf diese weise spüre ich ihn. Meine Eltern sind also weiter bei mir und begleiten mich. Und das ist ein Trost, auch, wenn man immer mal Zeiten hat, in denen man weint. Aber das ist normal, nach dem Weinen geht es einem wieder besser. Aus meiner eigenen Erfahrung sage ich Dir ganz sicher: Deine verstorbenen Eltern begleiten Dich sind bei Dir, auch, wenn Du sie nicht siehst, und beschützen Dich! Das, aber auch Morgengebet und Abendgebet, der Glaube an Gott, geben mir Trost, der Glaube an Gott morgens und abends beten reicht ist ganz wichtig und gibt Halt. Das empfehle ich Dir auch, in dem Glauben, dem Du angehörst.
Dann ist ganz wichtig, das mache ich auch, neben der Arbeit auch Zeiten finden, an sich zu denken und das Leben genießen, denn es gibt doch viele schöne Dinge, die man wirklich genießen kann, über die man sich dann freut - z.B. ein Kaffee (Latte Macchiato) bei dem man den Übergang der Milch in den Kaffee so schön anschauen kann, oder ein besonderer Tee, dabei Musik, ein Spaziergang und dabei wirklich die Natur betrachten, mal kreativ sein und etwas malen, es gibt da viele Möglichkeiten.
Du musst auf keinen Fall denken, Du hättest einen "Makel" und andere würden Dich nicht mögen. Nicht solche negativen Gedanken, denn da kommst Du ins Grübeln und in immer weitere negative Gedanken hinein, was in Depression münden kann. Das weiß ich aus medizinischer Erfahrung mit Patienten. Wenn negative Gedanken kommen, musst Du Stopp sagen und denken, "Ich schaffe alles, ich bin gut!" Schließe Dich Gruppen an, wo sich Menschen treffen - es gibt auch Gruppen, wo Dir die Leute nicht gefallen, dann weiter, in anderen Gruppen probieren - nicht aufgeben, bis Du Gruppen mit lieben Menschen gefunden hast!
So wünsche ich Dir viel, viel Kraft - du schaffst das auch!