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Einsamkeit in der Beziehung

Maya86

Mitglied
Hallo ihr Lieben,

ich weiß gar nicht so recht, wie ich anfangen soll... ich bin mit meinem Freund inzwischen drei Jahre ein Paar und grundsätzlich auch glücklich mit ihm, ich liebe ihn. Es gab und gibt jedoch immer wieder Themen, die mich irgendwie immer unzufriedener machen - ohne dass ich es möchte.

Ich muss dazu sagen, dass ich die erste Freundin meines Partners bin, ich hatte zuvor schon zwei lange Beziehungen. Ich schätze mich grundsätzlich als sehr tolerant ein und gestehe meinem Partner viel zu. Vielleicht solltet ihr als Hintergrund wissen, dass ich chronisch krank bin. Neben einer chronischen Migräne, also einer Migräne, die nicht mehr wirklich abklingt, sondern immer latent und an einigen Tagen auch stark (Erbrechen, Schmerzlevel so hoch, dass Medikamente kaum bis gar nicht anschlagen) da ist. Seit Januar 2022 habe ich zudem die Diagnose ME/CFS (chronisches Erschöpfungssyndrom). Aufgrund dessen habe ich 24/7 mittelstarke Schmerzen in Kopf und Beinen, starke Abgeschlagenheit und Probleme mit den Augen. Aktuell kann ich noch Teilzeit mit 33 Stunden/Woche arbeiten, davon 2x/Woche von zu Hause. Obwohl ich mich nicht unterkriegen lasse und alles erdenkliche an Medikamenten und Therapien ausprobiere, bin ich im Vergleich zu Gesunden schon eingeschränkt... ich kann nicht bis in die Nacht feiern gehen, Alkohol trinken, Konzerte besuchen, Sport machen oder ähnliches. Ich gehe immer wieder an und über die Grenzen, was dann zur Folge hat, dass ich tagelang, manchmal auch zwei Wochen durchgängig mit Fieber, starken Gliederschmerzen, Geräuschempfindlichkeit,... richtig flach liege. Da ich mich mit den Einschränkungen und Belastungen und immer wieder sehr starken Schmerzen inzwischen auch psychisch sehr belastet fühle, habe ich mir im Sommer eine Psychologin gesucht, die mit mir vor allem an dem Umgang der Erkrankung und meiner Akzeptanz dieser arbeitet.

Ein Thema, was immer wieder präsent ist, ist meine Beziehung. Mein Freund ist 36 Jahre und ich 37 Jahre. Er ist vom Charakter her wie ich früher: unternehmungslustig, immer aktiv, feiert gern und genießt das Leben. Drei mal im Jahr fährt er mit seinen Jungs in den Urlaub. Ich gönne ihm das von Herzen - ich habe mittlerweile gelernt, viel allein zu sein und das anzunehmen, mir Hobbies gesucht, die ich trotz Erkrankung machen kann (lesen, hin und wieder backen, mit Freundinnen telefonieren oder bei mir treffen und ähnliches). Es geht mir nicht darum, dass mein Freund zuständig dafür ist, mich "zu unterhalten", das kann ich allein. Es war auch von Beginn an so, dass wir uns nur sonntags, ab mittags und häufig noch an einem Abend unter der Woche gesehen haben. Seit Januar diesen Jahres wohnen wir zusammen. Ich bin seine erste Freundin und er hat immer betont, dass er Freiraum braucht... daher habe ich selbst dann nichts gesagt, wenn meine Freundinnen "groß geguckt" haben, wenn ich erzählt habe, wann bzw. wie oft wir uns sehen. Seitdem wir nun zusammenwohnen, fällt eigentlich auch der Sonntag nun häufig weg. Es gibt Wochen, da ist er in einer Woche an einem Abend zu Hause, WENN es gut läuft. Manchmal gar nicht oder sonntags erst ab 19/20 Uhr... unter der Woche ist immer irgend etwas... Jagdbesprechung, Bierchen beim Kumpel, etwas von der Arbeit... Samstags morgens ist er häufig ab 7.00 Uhr irgendwo einem Kumpel helfen oder hilft auch dem Hof seiner Eltern. Abends kommt er dann meist gegen 18 Uhr kurz heim, duscht sich und ist 30 - 60 Minuten später wieder weg: kegeln, Karten spiele, saufen. Es gab in den drei Jahren Beziehung vielleicht zwei Freitag Abende, die uns gehört haben und... vielleicht einen (?) Samstag Abend - die anderen Abende ist er bis in die Morgenstunden feiern bis kurz vorm Koma.

Das soll alles gar nicht so böse klingen, wie es das vermutlich tut! Er hat immer Angst, eingeengt zu werden... aber ich finde, davon sind wir weit weg. Ich habe ihm noch NIE gesagt, dass ich nicht möchte, dass er weggeht und das werde ich auch nie tun. Ich bettle nicht um Liebe oder gemeinsame Zeit. Aber zwischen "klammern" und jeden Tag aufeinander hängen und dem was wir haben, liegen einfach Welten. Ich will ihm ja nichts und versuche es immer wieder zu akzeptieren. Vor allem, da wir ein Haus gekauft haben, was gerade noch renoviert wird. Aber ich merke immer wieder, dass mir gemeinsame Zeit fehlt. Oft denke ich, ich darf das nicht "fordern", weil ich ihm nicht bieten kann, mit mir feiern zu gehen, Kanu zu fahren oder andere aktive Sachen. Ich kann es gesundheitlich nicht, woran ich selbst häufig fast zerbreche vor Kummer darüber. Ich habe ihm im letzten halben Jahr so häufig liebevoll Vorschläge gemacht... er hat noch Gutscheine/Geschenke von mir, die zwei Jahre alt sind (Flugzeug fliegen - er wollte immer Pilot werden, Brunchen,...). Er sagt, er findet die Geschenke gut und passt zu ihm, vor allem mit dem Fliegen... aber nachdem ich fünf oder sechs mal gefragt habe, wann wir das machen können, wann er Zeit hat, habe ich es einfach aufgegeben... vielleicht sind es auch schon acht oder neun mal gewesen, die ich gefragt habe - nicht klagend, sondern darauf freuend, Kuss dabei gegeben... liebevoll eben und gesagt, dass ich mich wirklich sehr freuen würde, mir wünsche, mal wieder sowas zu machen... ich verstehe es nicht. Er sagt dann, wenn er Sonntag Abend da ist und wir Tatort schauen, das reicht doch für die Woche. Manchmal sagt er auch, er wäre doch gar nicht mehr weg als andere Männer auch, ich hätte ein Aufmerksamkeitsproblem. Zwei mal war es auch schon so, dass er gesagt hat, er holt jetzt sofort sein Gewehr (er ist Jäger) und ich solle ihn dann erschießen, dann wäre ich ihn los. Das war richtig schlimm für mich, konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Manch andere Tage sagt er dann, ich hätte ja auch recht... aber es ändert sich nichts.

Manchmal kommt es dann in mir so hoch, dass ich auch schonmal wütend darüber geworden bin. Ist es denn zu viel verlangt, zwei oder drei mal im Monat (!) etwas mit seiner Freundin zu machen? Er hat alles, was er will... bin für ihn hierher gezogen, was ich gern gemacht habe... ich verzichte so viel in meinem Leben, krankheitsbedingt... er fragt immer, was er für mich tun kann, geht aber null auf meine Wünsche ein. Es ist ihm einfach egal, auch wenn er das bestreitet und absolut sagt, es wäre nicht so... aber ich kann keine andere Schlussfolgerung ziehen, als dass ich einfach nicht seine Priorität bin. Er kann seinen Urlaub machen. Er kann Freitag und Samstag jedes Wochenende bis in die Nacht hinein Koma-Saufen... ich will ihm ja gar nichts nehmen. Aber ich fühle mich langsam nicht nur (aufgrund der Krankheit) im allgemeinen Leben nur noch als Zuschauer, auch in der Beziehung... Er lebt SEIN Leben und ich schaue dabei zu...

Aktuell war er mit seinem Kegelclub auf Malle, seit Freitag, heute Nacht kommt er wieder. Im Januar ist er eine Woche Ski fahren, im Juni dann wieder eine Woche wandern. Ich genieße es auch, in dieser Zeit mal ganz für mich zu sein... aber diese Lücke im sonstigen Alltag wird einfach immer größer und es macht irgendwie auch langsam was mit mir. Ich möchte das so nicht, ich bin oft sehr traurig. Ich habe Freunde, die sehe ich auch trotz Krankheit und wir machen das Beste draus. Ich kann auch gut allein sein, gern sogar... aber wie wichtig bin ich ihm? Ich habe schon Ideen vorgeschlagen, was ich trotz Erkrankung machen kann, aber scheinbar ist er lieber bei anderen Leuten...

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Trennen möchte ich mich nicht. Wie kann ich lernen, besser damit zu leben, wenn er nicht bereit ist, Kompromisse zu finden?

Liebe Grüße
 
Puh schwierig.
Er ist Single, eigentlich.
Du hast, meines Erachtens, nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Eigentlich passt es zwischen Euch nicht. Viel zu verschiedene Bedürfnisse.
Deine Krankheit lässt ein normales Leben nicht zu. Das tut mir sehr leid.
Ich habe leider keinen Rat, wie Du das lösen kannst.
Du willst Dich nicht trennen, dann wirst Du akzeptieren müssen, dass Dein Freund sein Leben genießt.
Er war wenigstens von Anfang an offen.
 
Du kannst gar nicht lernen damit besser umzugehen. Wenn Du ein stärkeres Bedürfnis nach Nähe hast und Deine Erkrankung Dir nicht erlaubt so aktiv zu sein, Dein Partner aber grundsätzlich ein anderer Typ von Mensch ist, dann passen Eure Lebenserwartungen nicht zusammen.

Ich frage Dich auch mal ganz ehrlich welche Frau damit zufrieden wäre, wenn der Partner sehr wohl ganz offensichtlich ein Alkoholproblem hat und deswegen nicht präsent ist.

duscht sich und ist 30 - 60 Minuten später wieder weg: kegeln, Karten spiele, saufen

Er kann seinen Urlaub machen. Er kann Freitag und Samstag jedes Wochenende bis in die Nacht hinein Koma-Saufen...

ich kann nicht bis in die Nacht feiern gehen, Alkohol trinken, Konzerte besuchen, Sport machen oder ähnliches

Dein Partner ist nun Mitte 30. Und ich will ehrlich zu Dir sein: In ein paar Jahren wird sein Lebensstil zum absoluten Problem werden, wenn sich kognitive Defizite einstellen, noch krassere Verhaltensstörungen und er körperlich noch kränker sein wird als Du. Er ist jetzt schon aufgrund seines Alkoholismus extrem egomanisch. Aber dann wird es für Dich die absolute Hölle werden.

Zieh die Reißleine so lange Du noch kannst. In Deiner Situation ist so eine Person Gift für Dich. Sei Dir klar, dass Deine Erkrankung durch Stressoren erheblich negativ bedingt wird.
 
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Trennen möchte ich mich nicht. Wie kann ich lernen, besser damit zu leben, wenn er nicht bereit ist, Kompromisse zu finden?
Indem du deine Ansprüche beerdigst und für ihn wäschst, kochst, das Köpfchen streichelst, wenn er von seinen Partys und Unternehmungen heimkehrt.
Ändern wirst du ihn nicht.
Mir ein Rätsel, warum du dich nicht trennen willst.
 
als dass ich einfach nicht seine Priorität bin
Viele Männer haben eine Mission im Leben und der jagen sie nach. Die Freundin wird nicht automatisch zur Priorität im Leben. Das ist nichts schlimmes. Der wichtigste Mensch bist du für ihn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dennoch.
aber wie wichtig bin ich ihm?
Ihr beiden wohnt miteinander, er hat dich in seine Höhle gelassen. Du bist ihm sehr wichtig denke ich.
wenn er nicht bereit ist, Kompromisse zu finden?
Ich finde da muss angesetzt werden. So wie du es beschreibst klingt das schon ein bisschen nach viel zu wenig Zeit zusammen. Setz dich mal mit ihm zusammen und besprich mit ihm das ihr wenigstens 3 Abende in der Woche gemeinsam verbringt. Es kann für ihn Problematisch sein, aber er MUSS dann nach meinem Gefühl eben Abstriche bei anderen Menschen machen.

Das wäre mein Lösungsansatz, wirklich einen Kompromiss zu finden.
 
Ich habe den Verdacht, dass deine Krankheit und dass Erschöpfungssyndrom aus deiner nicht vorhandenen Zweisamkeit/Beziehung herrührt. Du schreibst zwar, dass für dich die Welt in Ordnung ist, aber ehrlich gesagt, nehme ich dir das nicht ab. Ihr seid total verschieden. Er will machen was er möchte und du kannst sehen wie du damit klarkommst und du bemühst dich redlich damit klarzukommen, entwickelst allerdings Krankheiten. Ich habe den Eindruck, du redest dir die Beziehung schön und dass ist sie eigentlich für dich nicht, du willst es nur nicht wahrhaben und verdrängst das alles. Sie doch ehrlich zu dir selber.
Möglicherweise ist das auch der Grund, dass er bisher keine Freundin hatte, die haben ihm den Vogel gezeigt.
 
Ich habe den Verdacht, dass deine Krankheit und dass Erschöpfungssyndrom aus deiner nicht vorhandenen Zweisamkeit/Beziehung herrührt. Du schreibst zwar, dass für dich die Welt in Ordnung ist, aber ehrlich gesagt, nehme ich dir das nicht ab. Ihr seid total verschieden. Er will machen was er möchte und du kannst sehen wie du damit klarkommst und du bemühst dich redlich damit klarzukommen, entwickelst allerdings Krankheiten. Ich habe den Eindruck, du redest dir die Beziehung schön und dass ist sie eigentlich für dich nicht, du willst es nur nicht wahrhaben und verdrängst das alles. Sie doch ehrlich zu dir selber.
Möglicherweise ist das auch der Grund, dass er bisher keine Freundin hatte, die haben ihm den Vogel gezeigt.

Hey,

lieben Dank für deine Antwort! Schreibe noch ausführlicher, aber kurz vorab: ich bin seit April 2015 an ME/CFS erkrankt, nach einem Infekt mit dem Epstein Barr Virus. Stress ist natürlich extrem kontraproduktiv, aber grundsätzlich habe ich eine neuro-immunologische Erkrankung mit Autoantikörpern, Durchblutungsstörungen und immer wieder reaktivierten Viren… also (leider) schon lang bevor ich meinen Freund im Jahr 2020 kennengelernt habe.

liebe Grüße
 
Ganz im Ernst, mag sich böse anhören, ist aber nicht so gemeint: er lebt weiterhin sein Single-Leben und er hat Mutti gegen dich getauscht. Das mehr oder weniger Rundum-sorglos-Paket. Ich würde in so einer Beziehung nicht leben wollen. Und ich bin wirklich alles andere als ein Klammeräffchen in Beziehungen. Ich würde tatsächlich mal ein ernsthaftes Gespräch mit ihm darüber führen, wie er sich eine Beziehung überhaupt vorstellt.
 

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