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Einsamkeit im Physikstudium

physikfan

Neues Mitglied
Hallo!

Ich habe folgendes Problem:
Ich studiere Physik (2. Semester) und bin dafür umgezogen. Ich stehe notenmäßig (wir haben zwar noch nicht viele Klausuren geschrieben) sehr gut da und das Studium mach auch richtig Spaß (habe mir genau das richtige ausgesucht). Das Physik ein sehr zeitintensives Fach ist, war mir schon zum Studienantritt klar. Aber es kam dann doch alles heftiger als ich dachte.

In den Vorkursen habe ich auch gleich ein paar Leute kennengelernt. Neben diesen sitze ich dann in den Vorlesungen. Auch diejenigen Aufgaben, die in Gruppen abgegeben werden sollen. Aber das ist auch schon alles, was ich an sozialem Kontakt habe. Es handelt sich dabei ausschließlich um Heimfahrer (somit ergibt sich nichts), die auch kein großes Interesse an mir (außerhalb des Studiums) zu haben scheinen.

Ich sitze also permanent alleine über irgendwelchen Aufgaben und 99% aller Wochenenden vergehen, ohne das ich auch nur ein Wort spreche. Oft kann ich mich auch zu gar nichts motivieren (fühle mich dann so leer). Zu dem fällt es mir auch immer schwerer mich zu konzentrieren (das fing so ein paar Monate nach Beginn des Studiums an). Selbst die einfachsten Dinge (es können auch die alltäglichsten Dinge sein, also nicht unbedingt im Bezug auf Physik) fallen mir immer schwerer.

Was es nicht besser macht ist mein verdammter Perfektionismus... Ich kann einfach nicht aufhören mich etwas auseinander zu setzen, bis ich 100% zufrieden damit bin. So brauch ich beispielsweise immer länger für die Übungszettel, obwohl ich mich mit der Materie gut auskenne.

Dies alles führt dazu das ich keine Zeit für irgendetwas außer dem Studium habe (oder ist dies lediglich eine Illusion). Ich war eine zeitlang bei verschiedenen Angeboten des Hochschulsports (jeweils immer eine zur Zeit, mehr schafft man zeitlich nicht). Dort sind aber hauptsächlich Leute (z.B. beim Handball) die auch im Verein Sport machen (habe ich vor meinem Studium ja auch getan). Deshalb macht mir das auch keinen Spaß, weil man zusätzlich auch höchstens 20min zum Einsatz kommt (in einem 2 stündigen Kurs).

An den Wochenden habe ich dann vllt. ab und zu ein wenig Freizeit (mit der ich dann widerum auch nichts anzufangen weiß). Oft hocke ich dann einfach nur rum.

Seit diesem Semester ist es besonders schlimm. Meine Welt hat jeglich Farbe verloren. Manchmal is es ein Kampf mich überhaupt aus dem Bett zu erheben. Ich bin eigentlich permanent traurig (ohne den Grund zu kennen). Ich habe immer wieder Suizidgedanken (was bei mir nichts neues ist) und rücke immer näher daran sie in die Tat umzusetzen. Mir fehlt soviel. Ich wünsche mir nur ein wenig sozialen Kontakt (ich wahr in diesem Punkt als unbeliebter Strebertyp noch nicht sehr anspruchsvollen). Ich glaube ich verpasse so viel vom Leben, z.B. habe ich mich noch nie richtig verliebt (das wird sich mangels Kontakt auch nicht ändern). Mal im Ernst woraus besteht mein Leben denn noch? Wofür sollte man weiterleben? Ist das alles so geplant? Soll ein Studium so aussehen? Kann man das alles nach dem Studium überhaupt noch nachholen, was man jetzt verpasst?

Ich brauche dringend Rat,
fabian (alias physikfan)
 

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Yukmaus

Aktives Mitglied
Wo findet man Kontakt zu Gleichgesinnten?
Ich wette, diese ganzen unbeliebten Strebertypen tummeln sich in den dafür vorgesehenen Biotopen wie zb Schach- oder Computerclubs oder Mensaclubs etc.pp. wo sie sich dann Anekdoten aus der Welt der Errorfunktionen erzählen.
An jeder Uni gibts garantiert solche Eckchen und Örtchen, wo sich die lokale Streberpopulation zusammenfindet.
Gibts für sowas nicht auch "FB-Gruppen"?
Ein bißchen was mußte dann auch schon selbst machen um aus deinem Trott rauszukommen, deine neuen sozialen Kontakte werden ganz bestimmt nicht einfach so an der Tür klopfen (und wenn doch, dann mach nicht auf es könnten die Zeugen oder die Malteser sein ;) ).
Biete doch für den Anfang mal Physiknachhilfe an, die Leute werden dir die Bude einrennen.
Am besten im Bereich der naturwissenschaftlichen Studiengänge mit Physik als Nebenfach (Bio, Geo, Chemie).
Wenn man soziale Kontakte will und schwer Freunde findet, kriegt man diese Kontakte eben notfalls auch über Hiwijobs und Tutorien.
 

Irgendwie

Mitglied
An den Wochenden habe ich dann vllt. ab und zu ein wenig Freizeit (mit der ich dann widerum auch nichts anzufangen weiß). Oft hocke ich dann einfach nur rum.
Dann würdest du mit etwas mehr Freizeit noch länger herumsitzen, ohne zu wissen was du tun sollst.

Du hast dich einfach zu sehr auf dein Fach konzentriert und alles andere vernachlässigt, einen Teil deiner Selbst dabei verloren. Das gilt es wiederzufinden. Du solltest versuchen wieder das zu machen, was du vor dem Studium getan hast, dort wieder anknüpfen.
 
T

timedrawer

Gast
Hey,

Ich studiere auch Physik und kenne deine Situation nur zu gut.... Man hat viel um die Ohren und zu wenig zeit, die man benötigen würde um soziale Kontakte zu pflegen. Meine Komilitonen sind zwar ganz nett aber teilen nicht unbedingt das gleiche Interessengebiet wie ich, daher war das bei mir genauso...
Was mir in diese Situation am meisten geholfen hat, war Sport. An eurer Uni wird es auch ganz bestimmt Hochschulsportangebote geben. Ich habe mir dann zwei Sachen rausgesucht, Unihockey und Rudern. Und das total cool, weil man mit einem mal Kontakt zu anderen nicht Physikstudenten bekommt. Meistens sind auch noch nette Mädels mit bei und das belebt den wochenplan ungemein.
So lernt man neue Leute kennen und kann ggf.
mit denen etwas am Wochenende unternehmen.
Vielleicht kommt das ja für dich auch in frage, mir hat es auf jedenfall geholfen...

Und zu der anderen Person: Nein, Die Physik beinhaltet nicht nur computerspielende nerds, sondern durchaus wirklich nette und sportliche Kerle :)

Sag Bescheid, ob das was für dich ist...

Besten Gruß,
TK
 

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