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Gast
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Ok, ich weiß nicht genau wie ich beginnen soll. Mein Problem ist eigentlich nichts weltbewegendes. Vielmehr ist es etwas mit dem sich wohl recht viele Menschen konfrontiert sehen. Ich hab Folgendes recht treffendes Zitat gefunden "Geliebt zu werden kann eine Strafe sein. Nicht wissen, ob man geliebt wird, ist Folter." (Robert Lembke). Naja, vielleicht trifft es meine Situation nicht ganz. Ich bin nun fast 25 Jahre alt und bin mein ganzes Leben allein gewesen. Nie eine Freundin, nie auch nur einen Menschen von dem ich sagen würde, das diesem es je wichtig gewesen sei, wie es mir geht. Gut, da beginnt bereits die See der wilden Spekulation, aber so langsam frage ich mich ob ich dieses Leben wirklich weiterführen möchte. Keine Angst, ich bin nicht Suizid gefährdet, denn das könnte ich meinen Eltern und Brüdern noch nicht antun. Aber immer häufiger legt sich diese düstere Sehnsucht nach Stille über mich. Ich war schon als Kind recht schüchtern gewesen, hatte viel Angst und im selben Maße wenig Freunde. Mit dreizehn Jahren ist mein Vater sehr plötzlich verstorben, was ich bis vor etwa zwei Jahren fast gar nicht verarbeitet hatte. Ich bin nicht dumm, ich sehe (soweit sich das von meinem recht subjektiven Standpunkt überhaupt beurteilen lässt) nicht allzu schlecht aus, treibe viel Sport; ich bin manchmal etwas schweigsam, ich denke, das ist sicherlich ein Problem. Ich will nicht Jammern, weil ich nicht geliebt werde. Ich möchte eigentlich nur wissen, ob es überhaupt möglich ist mich zu lieben. Nein, auf Antworten mit Töpfen und Decken kann ich an dieser Stelle verzichten. Die Wahl meines Studienfachs trägt sicherlich auch dazu bei. Ich beschäftige mich mit Dingen, die vielleicht 10 Menschen auf der Welt verstehen, in einem Fach, das 99.9% der Weltbevölkerung entweder in der Schule gehasst oder bei erster Gelegenheit abgewählt haben. Ich denke, das was am meisten schmerzt ist das Gefühl weniger wert zu sein als alle anderen Menschen. Selbst wenn dem nicht so ist, empfinde ich es oft genau so. Ach wäre es schön wenn ich einfach alle Menschen hassen könnte, das würde die Sache soviel leichter Machen. Es ist nicht so das ich es nicht probiert hätte etwas an meiner Situation zu ändern. Nein! Doch jeder Versuch endete mit Schmerz und Leid und inzwischen bin ich Müde geworden, sowohl des Versuchs als auch der Hoffnung das es möglich ist daran etwas zu Ändern. Man nimmt sich halt überall hin mit. Ich weiß viele Menschen haben Schlimmeres erlebt als ich. Von Krankheitsqualen, Gewalt und Ungerechtigkeit gequält, aber deshalb tut es nicht weniger weh. Ich bin einsam. Selbst wenn ich mit den Menschen zusammen bin, die ich als "Freunde" bezeichnen könnte, ist es als würde ich in einem riesigen Hamsterball durch die Gegend rollen. Ich hab soviel, was ich geben wollte, doch niemanden, dem es etwas bedeuten würde. Wenn es einen Sinn für all dies gibt, so würde ich sagen, dass er darin liegt einem anderen Menschen ein Lächeln zu schenken und sein Leben ein kleines wenig glücklicher zu machen. Nur schade wenn dieser Andere nicht für mich nicht existiert. Selbst wenn dieser Mensch existieren sollte, rein statistisch könnte es über 6 Milliarden Fehlversuche bedeuten ihn zu finden, über 6 Milliarden Mal Leid und Zweifel. Ich hab mich schon oft zum Affen gemacht also bitte keine Sprüche al'a: Bleib am Ball. Vielleicht hab ich zu viel Respekt vor Anderen Menschen. Jede Minute die ich mit jemanden verbringe halte ich in Ehren und Versuche mir möglichst viel davon zu behalten, was wir beredet oder erlebt haben. Manchmal denke ich der Rest der Welt leide, in diesem Punkt unter Alzheimer. Naja, zumindest, wenn sie es mit mir zu tun hat. Bin ich es denn nicht Wert das man sich an mich erinnert. Ich biete oft meine Hilfe an bin stets nett. Vielleicht muss man ein A******* sein um irgendetwas zu bewegen, aber dann könnte ich mit mir selbst erst recht nichtmehr leben. Ich glaube im alten Rom wurden Kaiser und Feldherren durch die Erinnerung an ihren Ruhm unsterblich. Wenn es nach Erinnerung an mich ginge, so würde ich wohl alle paar Tage einmal sterben. Gut vielleicht erwarte ich hier zu viel von mir selbst und den Anderen. Vielleicht ist die Welt einfach nicht so. Vielleicht denke ich auch zu viel nach; zerlege oft, für mich, alles, was ich höre oder lese, in kleine Häppchen um irgendeinen tieferen Sinn zu erkennen. Ich hoffe ich hab niemanden, durch meine Art des Schreibens verwirrt, doch so in etwa sieht es im Moment tief in mir drin aus und ich sehne mich zurück nach der Zeit, als ich noch dachte, Alles wäre irgendwie vorherbestimmt. Doch nein, ich weiß schon beim nächsten Gewitter werde ich, wie jedes Mal, darum bitten, dass mich Gott doch mit einem Blitz erschlagen möge und wieder wird die nicht geschehen und ich werde einsam in Bett liegen und warten bis der Schlaf die Traurigkeit übermannt, nur damit die Wolken des nächsten Tages erneut jene unabänderliche Bühne meines Lebens verdunkeln können. Ich brauche Hilfe damit ich mich nicht verliere! Ich erwarte eigentlich garnicht, dass mir irgendwer antwortet, denn es gibt kritischer Fälle als mein Leben, aber zumindest hab ich es einmal aufgeschrieben.