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forever confused

Gast
Hallo liebe Community!
Ich (w,15) bin am verzweifeln.
Ich liebe meine Familie und kann ihr doch nicht verzeihen was sie mir angetan hat. Meine Mutter (dank ihr habe habe ich auch einen Entschuldigungszwang, für egal was, da ich für alles schlechte der Grund und Auslöser bin egal, ob es eigentlich jemand anderes war oder nicht) hat mich begonnen zu schlagen, als ich 3 war. Ich konnte mich klarerweise nicht wehren. Ich wurde fast täglich geschlagen. Ich habe sehr viel geweint, doch sie hat mir nur gesagt, dass ich es verdient hätte und deshalb aufhören zu weinen sollte und ich bekam manchmal weitere Schläge, wenn ich vor Schmerz einfach nicht zu weinen aufhören konnte, dann wurde ich in mein Zimmer geschickt/gesperrt. Mit 3 kam ich auch in den Kindergarten. Dort wurde ich wegen meinem Namen oft gehänselt, doch ich ertrug es. Meine Kindergartentante mochten mich. Ich war eigentlich ein sehr braves Kind, da ich angst hatte, dass mich meine Mutter wieder schlagen würde. Ich kann mich an einmal erinnern, da haben wir im Kindergarten ein Spiel gespielt und wenn man einen Fehler gemacht hatte, hatte ,man einen blauen Punkt mit Faschingsschminke ins Gesicht bekommen. Als ich einen solchen Punkt bekommen habe bin ich total hysterisch geworden, weil ich wahnsinnige Angst hatte, dass meine Mutter mich wieder schlagen und anschreien würde, weil ich "dreckig" war. Nach langen Versuchen haben es die Tanten aufgegeben.
Nach den Jahren im Kindergarten, wo ich eben sehr viel von den Kindern aus der Gruppe gehänselt wurde, kam ich endlich in die Schule, doch leider wurde es dort nicht besser. Im Gegenteil! es wurde schlimmer. Sie haben angefangen meine Familie zu beleidigen und ich habe viel physische Kämpfe mit meinen Mitschülern ausgetragen und zum Schluss war immer ich die Schuld. Zuhause ging es mit der physischen und psychischen Gewalt auch weiter. Ich habe mich nie wirklich gegen die Schläge gewehrt und mich auch nicht wehren können. Die einzige Möglichkeit war es ihnen so gut es ging auszuweichen, was sie aber nur noch wütender machte oder eben die wichtigsten Körperpartien, d.h. Kopf und Po zu schützen, aber dann hat meine Mutter mich eben getreten und geschlagen oder sie hat mich auch "gezottelt". Sie sagte mir immer wieder, dass sie mich hasse, dass sie mich in ein Heime strecken werde, oder ich mir eine neue Familie suchen sollte. Einem kleinen Kind mit 5 6 Jahren tut das natürlich sehr weh. Nun ja...gehen wir weiter. Wenn ich in der Schule schlecht war, gab es natürlich wieder Verletzungen. Doch ich war froh, dass ich einen 3 Jahre älteren Bruder habe, da er mich je älter wir wurden etwas geschützt hat, da mein Vater nie wirklich etwas gegen die Schläge unternommen hat. Er hat ihr immer wieder mal gesagt, dass sie das lassen soll, doch das hatte meine Mutter nie wirklich interessiert. (früher war mein größter Geburtstagswunsch, dass meine Mutter aufhört uns zu schlagen....ihre Antwort darauf war, ja wenn wir uns besser benehmen würden, müsste sie das ja nicht tun.)
In der Schule war ich zum Glück recht gut, doch an der Rechtschreibung hat es etwas gehackt und wir hatten leider viele Diktate. Auch das schnelle und flüssige Lesen war nicht so meine stärke und daher war ich schlecht in dem jährlichen Lesetest. Das gab natürlich wieder Ärger. Mittlerweile sind auch meine Mitschüler auf den Geschmack gekommen mich zu bedrohen und mich mit Steinen zu bewerfen. Einmal konnte ich nicht mehr alleine von der Bushaltestelle nach Hause gehen, weil sie mir einen Stein mit einer Steinschleuder in die Kniekehle geschossen hatten, da meine lieben Tyrannen in meiner Gegend leben. Zurück zu meiner Mutter. Ab etwa der 3. Klasse Volksschule wusste meine Lehrerin, dass meine Mutter mich schlug.(Kindermund tut ja bekanntlich Wahrheit kund.) Da hat sie manchmal mit mir geredet und gefragt, was meine Mutter denn da tue....Meine Mutter war wahnsinnig sauer deswegen. Dann in der 4. Klasse hatte ich eine Aufsatz geschrieben, wo eine Großmutter sagte, dass sie einer Person eine Ohrfeige gegeben hätte. Das hatte ich mit dem Hintergedanken geschrieben, da in der alten Zeit viel geschlagen wurde. Nachdem ich den Text zurückbekam, ist meine Mutter komplett durchgedreht. Sie hat mich angeschrien, hat mich getreten, geschlagen, gebissen (!) und mich beschimpft und bedroht. Sie hatte mich so verprügelt, dass ich nicht mehr zur Schule gehen konnte. Ich hatte sehr viele Blaue, eine blaue Wange ich war an der Hand etwas offen, da sie da hineingebissen hatte und an restlichen Körper war ich auch blau. Ich bin in mein Zimmer gelaufen und habe mich in einer Ecke zusammengekauert und geweint und sie ist mir nachgelaufen und hat weiter getreten. Danach als sie meinem Bruder erzählt hatte und ich auch da war, weil wir zu meiner Großmutter fahren wollten, wollte sie wieder anfangen zu schlagen, doch mein Bruder hatte mich "gerettet". Im nachhinein hat ihr das sehr leid getan, wie immer, wenn sie uns geschlagen hatte. Von da an hat sie uns nicht mehr so oft geschlagen. Mich zwar immer noch mehr als meinen Bruder aber immerhin...
Dann endlich wechselte ich aufs Gymnasium und ich wurde die meisten "Tyrannen" vom schulischen her los. Ich sah sie zwar noch oft, wenn ich zu meinem Bus ging, doch es wurde auch etwas besser. Wenn ich zum Bus ging haben sie mich zwar noch bedroht und mit Steinen beworfen, und sie sagten , dass sie wollen, dass ich tot bin, aber das ging dann endlich vorüber. Doch in der Schule war es trotzdem schwer für mich, denn sie haben über mich gelästert und haben mich ausgeschlossen. Dieses Problem hatte ich komischerweise in der Volksschule ( in der 4. Klasse Volksschule hatte ich meine ersten Suizidgedanken und sie haben mich seither nicht mehr wirklich losgelassen) nicht. Nun ja...einmal wurde mir zugetragen (ich hatte 2 "Freundinnen, die mich schlugen (eine hat mir mal ins Gesicht getreten) und mich ausnutzen, wie alle anderen auch) , dass ich anhänglich sei und das war das Letzte was ich sein wollte. Dadurch habe ich mein Selbstbewusstsein verloren hatte und auch nicht mehr auf andere offen zuzugehen. Das hatte wiederum die Folge, dass ich endgültig aufhörte mich gegen irgendeine Art von Mobbing zu wehren und ich auch einsam, still und sehr verschlossen. Niemanden hat es gekümmert. Nicht mal meinen KV und der sollte auf so etwas schauen. Ich wurde sehr traurig. Zuhause wurde ich immer noch geschlagen und ich hatte keine Freunde. Wir waren 29 Schüler und dadurch musste jemand natürlich alleine sitzen. Ich. Ich hasste diese Klasse. Sie lästerte über mich schloss mich aus und sagte dann auch noch, dass ich komisch bin, weil ich nichts rede, da ich mich nicht traute zu ihnen hinzugehen. Dann in der 3. Gymnasium zog ich einen Schlussstrich und habe "gepetzt", dass sie 1x über mich abgelästert haben. Zum Schluss ist rausgekommen, dass ich sehr verschlossen bin und ich selbst die Schuld sei, dass ich alleine bin und ich Dumme habe das auch noch geglaubt. Also habe ich versucht auf die anderen zuzugehen und....sie wollten nichts von mir wissen und trotzdem war ich selbst Schuld alleine zu sein und ich suchte weiter den Fehler bei mir. Zuhause ist es endlich besser geworden. Meine Mutter schlug mich nur noch selten, dafür beleidigte sie mich um so mehr. Das tat jetzt mein Bruder, der mir auch blöde Spitznamen gab, die ich bis jetzt noch nicht los bin und die meine Eltern und mein Bruder gerne benutzen. Mein Bruder schlug mich, würgte mich und einmal oder zweimal hatte er mir dabei die Wirbelsäule verrenkt. Nun kommen wir zum Ende der Unterstufe und Anfang der Oberstufe. Ich habe mich begonnen selbst zu verletzen. Nichts wirklich schlimmes, ich habe mich beim Duschen nur immer mal wieder verbrüht. Dann habe ich mal ausprobiert mich zu schneiden und nun ja...ich ritz mich immer noch und gehe jetzt 6. . Ich hatte in der 5. endlich einmal richtige Freunde(wir wurden zu einer neuen Klasse zusammengewürfelt, da manche die Schule ja nach der 4. verlassen haben). Doch ich war ihnen zu kühl und verschlossen und habe mich heuer angefangen mich etwas zurückzuziehen, da ich sie mit meiner Ritzerei nicht belasten wollte. Nun ja...sie haben sich bei neue Freundinnen gesucht und ich bin wieder einsam...in letzter Zeit zweifle ich sehr an meiner Entscheidung an dieser Schule geblieben zu sein, denn es gibt ein Oberstufengymnasium, dass mich in dem Gebiet wo ich später arbeiten möchte viel besser ausbilden könnte.
Jetzt mittlerweile hat meine Mutter glaube ich endlich bemerkt was sie angestellt hat. Dass sie mir nie wirklich viel und wenn nur selten Zuneigung geschenkt hat. Doch leider kann sie das immer noch nicht wirklich. Sie umarmt mich max. 1x im Monat, hat keinen Plan, dass ich mich ritze, ich weine normalerweise nicht vor ihr und ich vertraue ihr nicht. auch wenn sie versucht mir liebe zu schenken, fühle ich mich unwohl bei ihr, weil ich ihr das nicht glaube und ich ihr wie gesagt nicht vertraue, da sie es eh nur ausnützt und ich bin sowieso das schwarze Schaf in der Familie.
Ich zweifle sehr an meiner Entscheidung.
Außerdem möchte ich endlich mit meiner Vergangenheit abschließen und ich möchte meiner Familie verzeihen, dass sie mir bei meinen Sozialen Problemen nicht geholfen haben, sondern, dass meine Mutter ausgenutzt hatte um mich zu verletzen, dass sie mich geschlagen haben und auch, dass sie mich emotional so kaputt gemacht haben. Wegen meiner Familie kann ich nur schwer Berührungen zulassen und ich mich bei ihnen noch nie geborgen gefühlt habe. Ich kann schwer Gefühle zeigen und ich brauche immer sehr lange bis ich meinen Freunden vertraue und sie deshalb sehr bald die Schnauze voll von mir haben. Ich würde ihnen so gerne verzeihen, doch ich kann es leider nicht und wenn ich nachts dann so nachdenke kommt bloß wieder diese Wut, Enttäuschung und Verletzung wieder hoch. Ich liebe meine Familie und ich würde alles für sie tun um sie zu schützen und ihr zu helfen, doch ich hasse mich, wenn ich ihnen vertraue also ihnen etwas persönliches erzähle oder ihnen von meinen wiederholten Problemen mit meinen Klassenkameraden.
Entschuldigt für den lange Text und falls jemand einen kleinen "Tipp" oder so hat wäre das nett, wenn nicht ich suche nicht unbedingt nach einer Lösung, sondern musste mir nur mal alles von der Seele schreiben.
Ich entschuldige mich für Rechtschreib- und Grammatikfehler und es tut mir sehr leid, wenn ich eure Zeit verschwende.

LG forever confused
 
Einfach furchtbar, was du durchmachen musstest!

In der Kindheit Gewalt zu erfahren, ist ganz schlimm. Deine Mutter hat dir da Schreckliches angetan. Und auch wenn es nicht deine eigentliche Fragestellung ist, möchte ich dir doch sagen, dass du nicht schuld daran bist, wie sie dich behandelt hat! Und du bist auch nicht schuld an der schwierigen schulischen Situation - verschlossenen Leuten die Schuld zu geben, das ist natürlich immer leicht, weil die/derjenige sich wahrscheinlich eh nicht wehrt - deshalb ist es aber noch lange nicht wahr!
Gerade Kinder, die in einer instabilen Familie aufwachsen, haben auch oft Probleme in der Schule, sind Außenseiter.

Ich denke, du solltest eine Therapie machen, um das alles zu verarbeiten. Erste Anlaufstellen für dich, um mehr Infos zu bekommen und dich mal aussprechen zu können, sind Beratungsstellen für Jugendliche sowie Kriseninterventionszentren. In manchen Krisenzentren kann man sogar eine Weile wohnen, wenn es zuhause Schwierigkeiten gibt. Eine ehemalige Freundin von mir war einmal in so einem Krisenzentrum und der Abstand von ihrer Familie sowie eine psychologische Beratung haben ihr sehr gutgetan.
Du kannst auch erst einmal telefonisch Kontakt zu einer solchen Stelle aufnehmen.

Bitte bleib nicht alleine! Ich wünsche dir ganz viel Kraft auf deinem Weg :blume:
 
Hallo Du,

verzeihe wenn nur kurz schreibe. Du bist fünfzehn und spürst sicher, es ist ein Alter in dem man sein Leben ein Stück weit selbst gestalten kann. Du brauchst nur noch ein bisschen Wind unter die Segel. Alles Gute und alle Kraft liegt in Dir selbst - Du bist damit auf die Welt gekommen. Überleg Dir mal in einer stillen Minute (schreib es Dir bitte auch auf ein Blatt Papier) welche guten Eigenschaften Du als kleines Kind gehabt hast, warst Du z.B. neugierig auf das Leben um Dich herum, warst Du aufgeschlossen...
Du kannst mich gerne anschreiben, aber privat anschreiben klappt erst wenn ich hier fünf Beiträge verfasst habe. War bis gestern nur als Gast hier. Liebe Grüße
 
Hey,

Also erstmal finde ich es super, dass du dir mit 15 schon im Prinzip darüber bewusst bist, WAS deine Mutter da eigentlich tut (und zwar, dass sie massiv Gewalt an dir ausübt) und dass du auch irgendwo weißt, dass es nicht deine Schuld ist.
Ich weiß ganz genau, was du da durchmachst, meine Kindheit und Jugend sah nämlich genauso aus, nur bei mir hat es viel, viel länger gedauert, bis ich begriffen habe, dass gar nicht ICH die Schuldige bin, sondern dass meine Mutter gewalttätig ist und das, was sie tut, nicht normal ist und ich es auch nicht verdient habe. Als mir das bewusst wurde, war ich an die 20 (heute bin ich 23) Jahre alt.

Ich würde dir auch raten, dir therapeutische Hilfe zu suchen. Ich habe es nicht getan, obwohl ich auch in deinem Alter schon starke Depressionen hatte und mich genau wie du, selbst verletzt habe. Ich hatte einfach nicht die Kraft dazu. Als ich dann ausgezogen bin, wurde vieles besser und ich dachte, therapeutische Hilfe sei ja nicht mehr notwendig.
Die Annahme war, wie ich heute weiß, absolut falsch und nur eine Verdrängungstaktik. Mittlerweile habe ich eine ausgeprägte Angst- bzw. Panikstörung und sowas wünsche ich wirklich niemandem.

Das nur dazu, damit du deine Gesundheit ernst nimmst und siehst, was passieren KANN, wenn man so etwas nicht behandeln lässt. Die Folgen von physischer Gewalt sind schlimm, die Folgen von emotionaler Gewalt (und die übt deine Mutter auf dich aus, wenn sie dich für alles beschuldigt), können genauso gravierend, wenn nicht gar schlimmer sein.
Ich kann mich so gut in dich hineinversetzen und mir wird echt übel, wenn ich daran denke, wie ungerecht sowas ist und wieviele Kinder Opfer ihrer gewalttätigen Eltern sind. 🙁

Auch dass du deinen Eltern verzeihen möchtest, finde ich gut und das ist sicherlich die richtige Richtung, anstatt verbittert in Hass zu versinken, aber gib dir bitte nicht selber die Schuld, (a la "ich bin eine schlechte Tochter, solange ich Ihnen nicht verzeihe"), du hast keine Schuld! Das mit dem Verzeihen kommt schon irgendwann, wenn du Abstand zu der Sache gewinnst, konzentriere dich jetzt erst einmal auf dich und deine Genesung! Egal, was andere dir antun, es ist DEIN Leben, nur du kannst und wirst es leben und du hast ein Recht darauf, es dir so schön wie möglich zu gestalten.

Ich wünsche dir nur das Beste und dass du die Sache möglichst schnell lernst, zu verarbeiten.
Gib nicht auf, es kommen garantiert bessere Zeiten, das weiß ich aus Erfahrung!
 

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