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Einfach mal geschrieben

M

May.be

Gast
Ich weiß jetzt gar nicht so genau wo ich anfangen soll, Grundproblem warum ich es mal mit einem Forum versuche ist, dass es Dinge gibt über die ich in meinem Umfeld nicht reden kann. Manches muss aber einfach mal raus.
Die momentane Lage ist so, dass mein Expartner für mich trotz neuem Partner meine Bezugsperson Nummer 1 ist. Verständlicherweise schränkt mein Partner aber die Zeit die ich mit meinem Expartner verbingen kann sehr ein. Das hört sich jetzt erstmal sehr verwirrend an, ich fange einfach mal an zu erzählen.
Ich habe meinen Expartner im Februar 2017 kennen und lieben gelernt. Ich habe damals noch mein Abitur gemacht, er war Gefreiter bei der Bundeswehr. Wir hatten einen holprigen Start, aufgrund seines Alkoholkranken Vaters ist er nach den ersten Treffen einfach in mein Kinderzimmer eingezogen. Meine Eltern fanden das natürlich nicht gerade toll, hatten aber Verständnis für seine Lebenssituation. Wir haben dann gemeinsam die Kellerwohnung in meinem Elternhaus renoviert, um dort gemeinsam zu leben. Dort fing es auch mit ersten größeren Problemen an, Schulden die er verheimlicht hatte. Um uns das Leben in der Wohnung überhaupt leisten können habe ich neben dem Abitur dann noch 20-30 Stunden die Woche gejobt. Das habe ich ihm drei Jahre später bei unserer Trennung auch vorgeworfen. Unsere Beziehung ging dann weiter, mit sehr vielen Problemen. Wir sind viele Male umgezogen, er verlor wegen Depressionen seine Anstellung bei der Bundeswehr, war lange arbeitslos. Ich habe eine Aubildung zur Krankenschwester begonnen. Wir hatten immer wieder mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Mein Expartner ließ sich zwischenzeitlich sehr gehen, wurde stark adipös, vernachlässigte seine Körperhygiene. Meine Tante starb, ich hatte einen schweren Autounfall, meine Eltern trennten sich, seine Mutter brach den Kontakt zu uns ab. Es waren wirklich einige Sachen die uns und unsere Beziehung sehr belastet haben. Trotz allem denke ich, dass wir immer sehr gut zusammengehalten waren. Wir waren uns eine große Stütze und konnten alles voreinander sagen. Wir hatten ein emotional sehr inniges Verhältnis, sexuell lief aber im letzten Jahr so gut wie nichts mehr. Ich denke neben all den Problemen war dafür einfach kein Platz. Im November bahnte es sich langsam an, dass es nichts mehr zu retten gibt, obwohl es wieder besser zu laufen schien. Er hatte ebenfalls eine Ausbildung zum Krankenpfleger begonnen, ich hatte die Wohnung von meiner Tante geerbt, in der wir dann gemeinsam lebten. Trotzdem trennte ich mich Anfang Dezember, für ihn kam das sehr plötzlich. Er konnte die Gründe gut nachvollziehen, es tat ihm leid, ich aber konnte nicht vergessen was in den drei Jahren teilweise so passiert war. Als ich im Krankenhaus lag bin ich danach in T-Shirt zu fuß alleine nach Hause gelaufen, weil er nicht den Antrieb hatte mich abzuholen, er vergaß stets meinen Geburtstag und Weihnachtsgeschenke. Einkaufen, Haushalt, zu all dem konnte er sich nicht aufraffen. Dazu die ständigen finanziellen Sorgen. Viele der Dinge werden Symptome seiner Depression gewesen sein, da ich aber selber seit Jahren an Depressionen und Ptbs erkrankt bin und sich bei mir die Krankheit ganz anders zeigt, hatte ich für manche Sachen wenig Verständnis. Auch ich hatte wenig Antrieb, ich entwickelte aber ein starkes Helfersyndrom, versuchte verwzeifelt alles am Laufen zu halten. Es ging uns beiden oft sehr schlecht, wir haben viel gelitten, die meiste Zeit haben wir aber zusammen gelitten. Natürlich haben noch viele kleinere Sachen zu der Situation geführt wie sie heute ist. Gestritten haben wir nie wirklih, wir sind beide eher ruhige und gelassene Menschen, die auch viel einfach hinnehmen.
Als ich mich getrennt habe, haben wir dann noch drei Monate zusammen gelebt bis er eine Wohnung gefunden hatte. Unsere Trennung verlief ohne großes Drama. Wir waren uns beide einig, dass wir uns zu lange in eine Richtung bewegt hatte, wo wir uns gegenseitig versuchen zu therapieren und das Paarerlebnis dabei auf der Strecke geblieben ist. Er hat immer wieder gesagt: Wer weiß wo wir in einem Jahr stehen, ich kann mir nicht vorstellen dass jemand besser zu mir passen würde.
Als er dann ausgezogen war, hat er unseren gemeinsamen Hund mitgenommen, ich habe die restlichen Tiere behalten. Wir haben daher noch viel Kontakt, schließlich ist es UNSER Hund. Wir bringen uns den Hund gegenseitig vrobei oder gehen mal zusammen spazieren, besprechen die Erziehung oder wenn er zum Tierarzt muss.
Ziemlich schnell nachdem er ausgezogen ist, habe ich meinen jetzigen Partner kennengelernt. Er ist 6 Jahre älter, steht mit beiden Beinen fest im Leben, ist sehr realistisch. Ich bin ein ein sehr verträumter und verspielter Mensch. Ich wusste selber, dass ich noch gar keine Beziehung gebrauchen kann, eigentloch sollte das ganze bei einem One-Night-Stand bleiben, mein neuer Partner war aber so angetan von mir, dass er mich nicht mehr zufrieden ließ. Ich muss zu geben viel wie es jetzt dazu kam, lag an mir, weil ich das Gefühl hatte nicht die Kraft zu haben, um zu sagen, dass ich das nicht will. Ich bin ohnehin sehr passiv, lasse viel einfach geschehen, nehme gerne eine Beobachterrolle ein und kann mit Veränderungen nicht gut umgehen. Ich weiß gar nicht so genau, warum mein neuer Partner mich mag. Er hat für meinen Charakter, meinen Beruf, meine Liebe zu Tieren und für meine Erkrankungen keinerlei Verständnis. Das passt nicht in seine perfekte Welt eines "cleanen" Deutschen. Alles muss sauber sein, alles muss realistisch sein, kein Platz für Träume, Tiere sind dreckig. Er beschwert sich, wenn mein Tag unstrukturiert ist oder ich mal nur da sitze und tag träume. Er hat kein Verständnis, dass ich so gut wie keine Konzentration besitze und Probleme habe zuzuhören. Ich war von Anfang ehrlich, ich habe ihm gesagt, dass der Verlust meiner kleinen Familie wie ein Trauma für mich ist. Wie man wahrscheinlich schon heraus hört finde ich meinen neuen Partner nicht wirklich sympathisch. Dem ist auch so. Wir teilen keine Zukunftsvorstellungen, kein gemeinsames Interesse, er kann meinen Hund nicht leiden. Er kann ein sehr netter Mensch sein keine Frage, wenn ich normal bin, wenn ich mal wieder verrückt bin wie er sagt kann er auch fies werden. Ich gebe mir wirklich Mühe, dass sich das noch zu etwas gutem entwickelt, ihm reicht das nicht und bleibt trotzdem bei mir. Ich weiß, dass sich das ganz schrecklich fies anhört, aber ich hoffe einfach dass ihm irgendwann auffällt dass wir nicht zusammen passen und geht. Denn ich will eigentlich nur meine Ruhe haben.
Wenn es mir schlecht geht rede ich darüber noch immer mit meinem Expartner, wenn wir zusammen spazieren gehen ist das wie meine sichere Insel. Der Platz wo ich sein kann wer ich bin. Ich bin ein Mensch der sehr viel runterschluckt und unterdrückt, alle paar Monate kriege ich dann einen Heulkrampf, den habe ich immernoch bei meinem Expartner, nicht bei meinem neuen Partner. Mir tut das für meinen neuen Partner sehr leid, ich habe das Gefühl nicht ehrlich zu ihm sein zu können.
Mein Expartner macht keine Anstalten mich zu rück zu gewinnen, ich auch nicht. Wir reden einfach wie immer, ich erzähle von meiner neuen Beziehung und er von seinen Dates. Das ist für uns beide völlig okay. Wenn es meinem Expartner schlecht geht oder er Hilfe braucht meldet er sich auch immernoch bei mir. Ich muss auch zugeben, dass ich nicht glaube, dass ich auf ihn verzichten kann. Ich will es nicht und ich kann es nicht, er ist für mich der wichtigste Mensch, der einzige der jeden meiner Gedanken kennt, wo ich wirklich ehrlich sein kann. Mein neuer Partner ist total gernevt davon, dass wir immernoch Kontakt haben, spioniert mir deswegen auch nach. Er hat in meinem Handy nachgelesen, aber natürlich nur Nachrichten über den Hund gefunden. Wir gehen ein bis zwei wöchentlich spazieren. An einem Wochenende im Monat kriege ich den Hund. Also wirklich oft sehen wir uns auch nicht. Wir telefonieren auch nicht und über whatsapp gibt es nur alle paar tage ein Hundebild. Ich freue mich aber immer total wenn ich weiß dass wir uns wiedersehen, die zwei Stunden die wir dann wandern vergehen wie im Flug, ununterbrochen sind wir am sabbeln und lachen. Danach geht es mir richtig gut.
Mir geht es mit der momentanen Situation nicht unbedingt schlecht. Manchmal fühle ich mich seehr schuldig, weil in meinen Zukunftsvorstellungen mein Expartner sehr zentral enthalten ist, aber das könnte ja auch die Gewohnheit sein. Ich möchte auch gar nicht mit ihm zusammen sein, da stehen noch zu viele Schulden etc. im Raum. Ich vermisse ihn und den Hund sehr, wenn wir uns mal eine Woche nicht gesehen haben.
Die Situation mit meinem neuen Partner finde ich da schon belastender, allerdings glaube ich nicht, dass ich da in nächster Zeit was ändern werde. Ich habe einfach keine Lust auf eine Trennung. Machmal habe ich einfach das Gefühl, dass mich von drei sehr anstrengenden und intensiven Jahren erhole und gar keine Kraft habe für das Hier und jetzt. Auf der einen Seite tut mir mein neuer Partner leid, auf der anderen Seite ist er auch ein wenig selber Schuld. Ich habe nie erwidert, dass ich ihn lieben würde. Er hat auch nicht gefragt, ob wir zusammenn sind, er hat das einfach beschlossen. Meine Freizeit verbinge ich sowieso ausschließlich draußen alleine oder mit meinen Tieren, deshalb war mir das einfach egal wie er das betiteln möchte. Er will sowieso alles alleine entscheiden und der Chef sein. Kann auch sein, dass ich kalt bin, ich weiß es nicht. Es ist mir einfach egal, ob er da ist oder nicht.

Ich wollte das einfach mal nieder schreiben. Danke dafür.
 

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Wildkatz

Aktives Mitglied
Schieß deinen "Partner" in den Wind. Er tut dir nicht gut. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Bei deinem Ex-Freund solltest du mal genau hinhören, wie es dir nach einem Treffen geht. So eine langjährige, traurige Beziehung kann dich nämlich jederzeit triggern. Auch, wenn du dir von der Seele reden kannst, kann dieses Verhältnis dazu führen, dass du dauernd an die Depression erinnert wirst, möglicherweise nur unterbewusst. Es kann passieren, dass du und auch er dadurch in einem Trott stecken bleiben.
 

Amory

Namhaftes Mitglied
Für mich sieht es so aus, als dass Dein Ex-Partner und Du einfach gute Freunde geworden sind. Beziehung hat nicht mehr geklappt, aber man hat sich halt doch noch freundschaftlich gerne und kennt sich ja gut. Das finde ich total in Ordnung und schön! Und wertvoll.

Aber bitte trenne Dich von Deinem neuen Partner. Das kann man ja überhaupt keine Beziehung nennen. Das hört sich total krank an... Ich kann mir nicht mal vorstellen, was der an Dir findet, wo so gar keine Gemeinsamkeiten habt und Du ihn keine Spur liebst.
 

_Tsunami_

Urgestein
Gut, ein letztes Mal poste ich noch diesen Link, weil ich finde, dass der Mann nicht ganz unrecht hat. Damit ist es für mich aber auch erledigt, weil ich es nach diesem Beitrag sowieso vergesse, bzw. nicht mehr für erwähnenswert halte.
 

Werwiewas

Aktives Mitglied
Hast du schon mal was davon gehört, dass man auch Single sein kann? Ich fasse es nicht, dass du mit einem Mann „zusammen“ bist, den du nicht mal leiden kannst, nur weil du zu passiv oder auch einfach nur zu feige bist, es zu beenden.

Ist nicht böse gemeint, aber da fehlt mir echt das Verständnis.
 

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