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eine sehr komische Situation / Tante liegt im sterben

Frage85

Aktives Mitglied
In einem anderen Thread habe ich es ausführlich geschrieben, das ich aufgrund der Scheidung damals, 18 Jahre keinen Kontakt zu meinem Vater gehabt habe. Diesen habe ich seit Herbst 2016 wieder und durch seine eigenwillige, ich bezogene, jammerne Art - hat sich unser Kontakt auch sehr beschränkt. So das ich sehr selten nur noch anrufe.
Allerdings weiß ich, das seine Schwester - meine Patentante - nun im sterben liegt.
Ich habe sie aufgrund der damaligen Umstände das letzte mal als Kind gesehen... Also seit 20 Jahren.

Wir hatten allerdings seit 2016 die Möglichkeit gehabt sie zu besuchen. Doch mein Vater wollte nie. Es kam immer das übliche "Kosten" aufgrund der Zugfahrt... irgendwie habe ich das Gefühl er will nicht, da er bequem ist.
Dann habe ich ihn gefragt, wenn ihre Kinder / meine älteren Cousins dort hinfahren, ob ich dann auch mal damit fahren kann. Er hätte angeblich gefragt, doch es kam auch nie dazu.

Nun ärgere ich mich sehr - das ich mich damals nicht einfach in den Zug gesetzt habe und dort allein hingefahren bin.
Sie war nämlich meine Lieblingstante, jedenfalls weiß und spüre ich das, aufgrund meiner Erinnerungen (es fühlt sich warm mit Liebe an) Auch mein Onkel, ihr Mann, war mein Lieblingsonkel - als Kind saß ich immer auf seinem schoß. Und auch hier hatte ich immer gute Erinnerungen. Nur ist dieser, leider, vor Jahren verstorben. Und ich war nie auf sein Grab. Den das war in der Zeit, wo ich meinem Vater noch aus dem weg ging.

Aber ich weiß, das ich das damals unter Mama angesprochen hatte, das ich die beiden gern mal besuchen wollte. Sie sagte dort nur, das die kein Interesse mehr an Dir gehabt hatten, als die Scheidung war. Sie sendeten dir keine Karte zum Geburtstag zu.

Ich wurde auch viel manipuliert. Den jetzt wo sie im sterben liegt, habe ich das wieder von Mama und meiner Oma gehört. Obwohl ich ja nur gute erinnerungen an ihr habe.

Ich erinnere mich zB an unseren gemeinsamen Urlaub in Dänemark. Es war Ostern. Damals konnte ich mich garnicht so daran erinnern - aber jetzt kommen diese Erinnerungen wieder.
Ich erinnere mich auch an Weihnachten, wo wir am 2ten Tag immer bei ihr waren und natürlich an die Geburstagstage. Sie war von der Person eine sehr liebe und war auch großzügig, was aber nebensächlich für mich ist.
Ich erinnere mich an ihre Geschenke. Was sie mir schenkte, wie ein Stofftier, ein Brettspiel und Anziehsachen. Es sind alles so warme und schöne Gefühle, vorallem da sie eben aus der Zeit kommen, wo meine Kindheit war und diese war eben für mich, die schönste Zeit meines Lebens.

Was mich jetzt wieder zum weinen bringt. Jetzt kommt auch die Erinnerung hoch, das wir oft bei Ihr im Garten / Campingplatz saßen. Ich sehe alles bildlich vor mir - obwohl ich da um die 5 gewesen sein muss.

Aber aufgrund der Situation damals, mit meinen Vater, das ich ihn Jahre unnötig aus Angst aus dem weg ging - hatte ich, wie es nunmal so ist, auch keinen Kontakt zu dem Rest der Verwandschaft. Darunter auch ihre Söhne, meine Cousins. Ich kenne sie garnicht mal.. doch von früher, aber sie sind alles erwachsene Menschen nun. Über 50. Ich bin 33. Auf Fotos, die ich noch kenne, saß ich auf derren schoß, war auch mit auf der Hochzeit (dem schrieb ich heute eine whatsapp nachricht, worüber er sich gefreut hat)

Es ist wie man sieht eine sehr komische Lage. Die mich nun wieder aufwacht und an diese schöne Zeit, in klammern "meine Kindheit" zurück blicken lässt.

Doch nun wird sie sterben und ich konnte mich nie zu ihr ans Bett setzen, ihre Hand halten und mich mit ihr unterhalten, in dem sinne verabschieden. Sie konnte auch nichts mehr sehen, da sie erblindet ist. Sie konnte also auch nicht sehen, wer ich gewordeb bin. Ich wollte sie gerne diese Woche besuchen, doch durfte ich nicht bei meiner Oma zu besuch bleiben, sonst wäre ich da allein mit dem zug hingefahren.

Aber anderseits ist es auch eine komische Situation, sich von einem Menschen zu verabschieden, den man 20 Jahre nicht gesehen hat?
Ich bin ihr ja nicht einmal aus dem weg gegangen, noch hatte ich Angst, es hat sich eben alles so entwickelt.

Und nun, werde ich, wie es nunmal aussieht - meine Verwandschaft, meine andere Tante, meine Cousins, derren Frauen, Kinder, auf der Beerdigung wieder sehen und das ist, wie der Threadname nunmal aussagt, eine komische Situation für mich.

Den auf Beerdigungen ist es so üblich, das man sich erst wieder sieht.... und das hätte nicht so sein sollen.




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Im Sterbeprozeß geht es um den Sterbenden. Derjenige ist mit Loslassen, Angst, vielleicht Schmerzen, Abschied nehmen beschäftigt. Da geht es um einen guten Übergang. Tod. Viele, viele Stadien der Körperveränderung im Prozeß des sterenden Körpers. Sich auflösen, Energieveränderung. Sterbende sind da sehr mit sich beschäftigt und maximal mit ihrer engsten Familie und der Sorge um die zurückbleibenden und trauernden engsten Angehörigen: Partner, Kinder.

Da ist nicht der Raum und die Zeit für jemanden, der seine Kindheitserinnerungen aufkommen spürt und der Tante von vor 20 Jahren noch mal begegnen möchte.

Nichtsdestotrotz kann ich deine Sehnsucht, deine Wehmut und Deine Trauer um die vielen verpaßten Möglichkeiten sehr gut verstehen. Aber es geht hier nicht um Dich, sondern um sie.

Was Du tun kannst, ist ihren Sterbensprozeß in Liebe und Dankbarkeit aus der Ferne energetisch begleiten. Zünde eine Kerze für sie an. Bete für sie. Sende ihr gute zuversichtliche Gedanken.

Denke in Liebe an sie. So wie Du es jetzt auch gerade machst.

Und erinnere Dich an die schönen warmen Momente der Liebe.

Jetzt ist auch nicht der Moment, Deine Cousins mit mehr als einem liebevollen Gruß oder Gedanken zu überfrachten. Sie sind in Schmerz und Angst und Trauer um ihre Mutter. Das ist ein ungeheuer tiefer und aufwühlender Zeitraum in ihrem Leben. Das Begleiten der Mutter, Abschied nehmen und Trauern steht jetzt an. Nicht Wiederaufnahme des Kontakts zu einem Cousin.

Es ist der Moment der Achtung und Zurückhaltung und Demut vor den existentiellsten großen Lebensstationen: Tod und Verlust der Mutter.

Auch die Beerdigung ist vermutlich noch nicht der Moment für Dich, hervorzutreten und Raum einzunehmen. Mehr als ein paar liebevolle Zeilen, Worte und Anwesenheit ist da nicht angesagt. Es geht dort nicht um Dich und Deine Wehmut, sondern den Abschied und die gemeinsame Trauer, die jedoch bei ihren Kindern ein völlig anderes Maß hat als bei Dir die Trauer um die geliebte Tante Deiner Kindheit. Was gleichwohl auch ein sehr schmerzhafter Prozeß sein kann.

Einige Wochen nach der Beerdigung kann dann vielleicht ein guter Moment sein, um den Kontakt zu deinen Cousins anzugehen, dich bei ihnen für das liebevolle Halten in deiner Kindheit zu bedanken, deine Erinnerungen an ihre Mutter zu teilen und erwartungsfrei Interesse an den Persönlichkeiten und dem Lebensweg Deiner Cousins zu äußern.

Ich verstehe, daß es Dich schmerzt, mit Deinen traurigen Gefühlen jetzt allein zu sein. Es ist so schade, daß die Familie und das Familienleben nicht eng und glücklich verlaufen ist, aber die Gewißheit, daß Du geliebt, liebevoll gehalten, beschützt und beschenkt wurdest, ist sehr wertvoll. Wenn jetzt schöne Erinnerungen an die gemeinsame Zeit hochkommen, dann genieße sie in Dankbarkeit und sende Deiner Tante und Deinen Cousins liebevolle Gedanke. Und auch dem kleinen Jungen, der Du damals warst. Vielleicht gibt es jemanden, mit dem Du über diese schönen Erinnerungen sprechen kannst? Muß nicht unbedingt jemand aus dem Familienumfeld sein.

Ich wünsche Dir viel Sanftheit und Zartheit für Dich und Deine Erinnerungen und Deine Traurigkeit.
 
Ich danke Dir sehr für deine Worte.

Allerdings war ich bei Ihr und habe mich von Ihr verabschiedet, auch wenn ich sie an diesen Tag, das erste mal nach 20 Jahren wieder gesehen habe. Sie war ansprechbar und voll orientiert, sie hat sich sehr gefreut, fragte mich auch wie es mir geht. Es war für mich ein sehr emotionales Erlebnis, da ich sie wieder gesehen habe, ihre Stimme hörte und mich von Ihr verabschiedet habe. Sie sagte zudem noch, das ihre Familie bei ihr ist. Ich fragte sie, ob ich ihre Hand halten kann und sagte "Das sie immer meine Patentante bleiben wird, das ich sie in sehr guter Erinnerung behalte" - sie antwortete dadrauf dass das schön ist.

Sie hatte ein schönes Leben, sie hat jetzt mehrere Enkelkinder. Damals hatte sie mich. Leider ist das alles aus einer Scheidung so entstanden.
Mein Cousin, bei dem ich noch kurz war, hatte mir einen Tag vorher per WA geschrieben, das mir "NIEMAND VORWÜRFE MACHT" da er selbst ein Scheidungskind war. Er ist aber 20 Jahre älter als ich. Aber seine Stimme hab ich wieder erkannt.

So komisch es nun klingen mag, dadurch hab ich meine Cousins / Familie auch wieder zurück erhalten.
Die Tante war die Schwester meines Vaters, zudem ich 2016 Kontakt aufgenommen hatte und meine Angst war bei der Verwandschaft, das sie mir böse sind, das ich den Kontakt zur meinem Vater abgebrochen hatte.


Es war nicht einfach. Einen Tag danach ist sie am Abend verstorben. Aber ich kann mir jetzt keine Vorwürfe machen - da ich da war.
 

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