Dietrich Bonhoeffer, der ich nicht bin, und der auch schon lange nicht mehr lebt, wollte, glaube ich, sagen, dass er mehr Sinn darin sieht, für einen anderen zu beten, als sich um ihn zu sorgen.
Für mich war dieser Satz ein Lichtblick, weil mir dabei eingefallen ist, dass ich, auch wenn ich sein Problem nicht lösen kann, trotzdem etwas tun kann für einen anderen. (Wobei ich es mit dem Beten auch schon lange nicht mehr versucht hattte. Die Erinnerung an die Möglichkeit zu beten, war der eigentliche Lichtblick.) Wenn ich mich selbst mit Sorgen um den anderen plage, die ich aber auch nicht lösen kann, ist dem anderen oft auch nicht geholfen, und ich ziehe mich selbst nur vollkommen mit runter. Und Beten ist eine Aktivität, die ich ja auf jeden Fall mal versuchen kann, die besser ist, als mit dem anderen in seinen Sorgen zu versinken. D.h., ich kann was für ihn tun und bin nicht einfach nur mit in der Abwärtsspirale drin.
Finde auch sehr anregend, was nobody 9 dazu geschrieben hat. In ähnliche Richtungen gingen meine Gedanken auch. Ich hatte es nur nicht so vertieft.