Ich danke dir für deine lieben Worte, Gast Sarah!
Ich wollte noch ein wenig über den momentanen aktuellen Stand erzählen.
Vor kurzem habe ich ja beim Tierarzt ein großes Blutbild mit allem drum und dran machen lassen, auch mit den Organwerten. Geimpft wurden beide jetzt auch.
Der Kater ist gesund wie ein Fisch im Wasser. Er hat nur eine nicht behandelte Augenentzündung gehabt, die man aber hätte behandeln müssen mit Antibiotika und Augentropfen, die dann aber von selbst geheilt ist. Die Überbleibsel davon, also leicht gereizte Augen, hat er jetzt noch und man sieht es nur, wenn es der Tierarzt einem richtig zeigt. Mit diesen ganz leichten Überbleibseln kam er übrigens zu mir, bei mir hatte er die richtige Augeninfektion nicht mehr. Der Tierarzt sagt, es ist ein riesen Glück, dass er die Infektion so gut überstanden hat, weil sie nicht behandelt wurde von den Vorbesitzern. Solche Augeninfektionen entstehen nur, wenn extrem unhygienische Verhältnisse herrschen und das Imunsystem der Katze dann auch noch sehr schlecht ist 🙁. Er muss sehr gelitten haben. Der Kater kratzt sich aber im Moment nicht und laut des Tierarztes soll ich es beobachten, wenn die Augen tränen sollten (was sie nicht tun) oder er sich eben kratzt, dann bekommt er Augentropfen.
Die Katze hat noch ein paar Probleme wegen der Vernachlässigung und dem Hungern. Aber, sie ist auf einem guten Weg und sie hat keine dauerhaften Organschäden davongetragen. Bald werden wir eine Zahn-OP machen lassen. Zum einen hat sie sehr viel Zahnstein, zum anderen sind auch ein paar Backenzähne abgebrochen, nicht nur der eine Fangzahn. Es liegt kein Nerv offen und keine Zahnwurzel, aber es ist laut des Tierarztes trotzdem wichtig, die kaputten Zähne rauszumachen und vor allem den Zahnstein zu entfernen. Wenn die Impfung überstanden ist und die Blutwerte von meiner Katze besser und stabiler sind, dann werden ihre Zähne gemacht. Abgesehen davon meine der Tierarzt, möchte er vorerst meiner Katze den Stress ersparen - sie würde ja dann eine Vollnarkose bekommen und einen Eingriff und er sagt, sie soll erstmal etwas mehr bei mir ankommen. Sie hat auch keine schlimme Entzündung im Maul und hat laut ihm auch keine Schmerzen, deswegen ist es okay, wenn wir noch etwas mit der OP warten, vor allem bis ihre Blutwerte besser sind. Er würde sie ungern operieren, solange sie noch wegen dem Hungern noch nicht so optimale Blutwerte hat.
Die größte Überraschung war ihr Alter. Beide wurden mir ja als "ältere" Katzen verkauft. Es hieß sogar, dass der Kater 10 Jahre alt wäre. Mein Kater ist eindeutig nicht älter als 5 Jahre, die Katze nicht älter als 7.
Ich arbeite jetzt auch mit einer "Katzenpsychologin" zusammen. Sie wurde von einer Mitarbeiterin des Tierschutzvereines auf mich aufmerksam gemacht, der mir so sehr geholfen hat. Die Dame fand die Geschichte meiner Katzen und mir dann so schlimm und traurig, dass sie sich bereit erklärt hat, mir zur Seite zu stehen und nur die Vorbereitung auf meinen Fall abzurechnen und das Zusammenmischen von der passenden alternativen Medizin und Naturheilkunde für meine beiden und selbst dafür hat sie mir einen besonderen Preis gemacht. Darauf ist sie nämlich auch spezialisiert, sie behandelt Katzen auch damit. Sie hat auch sehr schwierige Fälle und behandelt schwer traumatisierte Katzen - sie kennt sich also aus und weiß, wie sie das anpacken muss. Es war großes Glück für mich (finanziell), dass sie mir 95% ihrer Hilfe und ihres Rates nicht berechnet. Aber sie sagt, dass sie meine Geschichte sehr berührt hat und sie meinen Katzen und mir einfach nur helfen will, nach allem, was wir durchgemacht haben. Sie findet, dass ich Anerkennung dafür brauche, dass ich sie trotz der ganzen Schwierigkeiten nicht einfach abgegeben habe und ihnen ein Zuhause bieten will.
Und bisher ist es so, ich kann sie so oft anrufen, wie ich will oder ihr Mails schreiben, sie steht mir immer zur Seite und erklärt mir unermüdlich, warum meine Katzen so sind und was ich tun kann. Es ist unglaublich, was sie bisher bei meinen Katzen bewirkt hat. Sie hat sich alles genau angesehen und ich musste einen ausführlichen Fallbogen ausfüllen und sehr viel erzählen. Es hat sich sooo unglaublich viel seitdem verbessert und meine beiden sind glücklicher, ausgeglichener und zufriedener geworden. Sie spielen mittlerweile sehr viel und sind neugieriger geworden. Als sie zu mir kamen, habe ich glatt geglaubt, dass die beiden nicht mehr die jüngsten sind. Jetzt scheinen sie regelrecht zurückgealtert zu sein, es ist unglaublich. Eine gute Freundin war vor kurzem bei mir, die die beiden noch aus ihrer Anfangszeit kennt und sie hat gesagt, sie hat jetzt zwei fast völlig neue Katzen vor sich.
Es kam jetzt durch die "Katzenpsychologin" heraus, dass die beiden Gewalt erlebt haben, schlimme Vernachlässigung und dass sie abgrundtiefe Existenzangst gehabt haben - ausgelöst durch das ständige Hungern und dass sie sehr viel rumgeschoben wurden und nirgends dauerhaft bleiben durften.
Es war für uns alle eine harte Zeit, aber jetzt fressen sie fast wie ganz normale Katzen, auch die Katze, die immer am schlimmsten geschlungen hat, hat jetzt langsam ein normales Sättigungsgefühl und beide haben langsam Vertrauen in mich und dass ich sie versorge und für sie da bin. Es wird nichts mehr zerstört und Fressen ist kein absoluter und einziger Fixpunkt mehr in ihrem Leben. Sie spielen, sind neugierig und entdecken langsam für sich einen normalen Alltag bei mir. Spielen und miteinbezogen werden kannten sie vorher nicht. Sie watscheln mir einfach oft hinterher, wenn ich den Haushalt erledige oder mir was zu Essen mache und sehen mir einfach nur gerne zu.
Sie schlafen jetzt auch jede Nacht bei mir im Bett und haben angefangen, ihren Tagesablauf überwiegend auf meinen abzustimmen - sie hängen sehr an mir. Trotzdem sind beide selbstsicherer und selbstbewusster geworden, gerade die Katze braucht nicht mehr ständig meine Zuneigung und Aufmerksamkeit und ist nicht mehr so extrem fordernd.
Ich kann jetzt auch ohne Probleme länger aus der Wohnung gehen - sie warten dann ganz brav und haben keine Panik mehr.
Ich habe jetzt extrem viel über Katzen gelernt und dank der Katzenpsychologin konnte ich die Probleme der beiden richtig effektiv angehen und sie auch besser verstehen. Ich habe wirklich viel mit ihnen gearbeitet und trainiert.
Soweit der aktuelle Stand 🙂.