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Ein Leben ganz ohne Anerkennung

  • Starter*in Starter*in Ms Bedeutungslos
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M

Ms Bedeutungslos

Gast
Hallo an Euch,

Habt Ihr eine Idee, wie man damit umgehen kann, wenn man fast nie ein nettes Wort oder ein Kompliment hört? Wenn man das Gefühl hat, viele andere achten einen nicht oder schauen sogar auf einen herab?
Hier ist meine Geschichte:
ich wuchs zusammen mit meiner Schwester in einem sogenannten „Akademiker-Haushalt“ auf. Wie oft ich das Wort „Akademiker-Haushalt“ in meinem Leben von meiner Mutter oder anderen Verwandten bereits gehört habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Rein von den Fakten her gesehen stimmt das nicht einmal, denn nur mein Vater war Akademiker, während meine Mutter weder ein Abitur, noch ein Studium hinter sich gebracht hat. Doch für Frauen ihrer Generation war es eben typisch sich über ihren Mann zu definieren.
Mein mittlerweile verstorbener Vater war ein erfolgreicher Rechtsanwalt und für meine Schwester und mich stand von vorneherein fest, dass auch wir einmal etwas ganz Besonderes werden sollten. Während meine Schwester auf dem Gymnasium brillierte und lediglich in Sport „schwächelte“, wo sie nur eine 2minus bekam, hagelte es bei mir Vieren und Fünfen.
Nachdem ich sitzen geblieben war und das Abitur in weite Ferne gerückt zu sein schien, schickten meine Eltern mich auf ein Internat, wo ich mit Ach und Krach mein Abi zustande brachte.
Nach meinem Abitur gab ich dem Druck meiner Familie nach, lernte Italienisch und begann in Bella Italia ein Medizinstudium. In Deutschland hätte ich wegen meines Abiturs von 3,3 jahrelang auf einen Medizinstudienplatz warten müssen. Leider packte ich das Studium in Italien nicht, ging zurück nach Deutschland und bewarb mich an Krankenpflegeschulen. Doch da hatte ich die Rechnung ohne meine Eltern gemacht. DENEN war es peinlich, dass aus ihrer Tochter „nur“ eine Krankenschwester werden würde. So ließ ich mich zu meinem zweiten Studium drängen (BWL), doch ich war nicht mit dem Herzen bei der Sache und setzte mich mit Ende 20 endlich durch: ich wurde Krankenschwester.
Meine Schwester ist mittlerweile Ärztin und macht eine Facharztausbildung zur Chirurgin. Leider hat sie Krankenpflegern gegenüber eine genauso herablassende Einstellung wie meine Eltern und lässt es mich permanent spüren, dass sie glaubt, etwas Besseres zu sein als ich.
Das alles wäre leichter zu ertragen, wenn ich auf meiner Arbeit als Krankenschwester nicht ständig von Ärzten umgeben wäre, die genauso wenig Respekt vor Pflegekräften haben wie meine Familie.
Ich arbeite auf einer Abteilung für Innere Medizin, mache meine Arbeit gerne und gut (glaube ich), doch ich leide ganz furchtbar darunter, dass so viele Menschen auf mich herabschauen. Für Patienten bin ich Luft, sobald ein Arzt/eine Ärztin den Raum betritt. Viele sehen Krankenschwestern als Bedienstete an. Manche versuchen sogar, Schwestern sexuell zu belästigen.
Ich arbeite hart, mein Rücken tut mir oft weh vom vielen Heben und Waschen; und niemand honoriert das.
Mein letzter Freund (ein Anwalt wie mein verstorbener Vater) drängte mich dazu, es mit mittlerweile über 30 noch einmal mit einem Medizinstudium zu versuchen. Als Krankenschwester würde ich in seine Familie nicht passen, sagte er. Ich trennte mich von ihm. Zum Glück!
Und leide weiter. Patienten nehmen Pflegekräfte und all ihren Einsatz kaum wahr, viele Ärzte schauen auf einen herab und meine Familie ist kein Stück besser.
Trotz allem möchte ich meinen Beruf nicht aufgeben. Ich weiß, dass das, was ich tue, wichtig und nützlich ist.
Mit Kolleginnen und Kollegen in der Pflege habe ich versucht über mein Problem zu sprechen, doch die sagten nur „wir machen unseren Beruf doch nicht der Anerkennung wegen.“ Es scheint, als sind die anders gepolt als ich.
Selber habe ich mich schon immer sehr nach Anerkennung gesehnt und extrem darunter gelitten, dass ich diese nie bekommen habe. Auch habe ich mir immer gewünscht etwas Besonderes zu sein und muss realisieren, dass mich niemals jemand als etwas Besonderes wahrnehmen wird.
Deshalb meine Frage an Euch: habt Ihr einen Tipp, wie man es schafft, ohne Anerkennung durch andere durch sein Leben zu kommen und sich trotzdem zufrieden zu fühlen?
Wie man es schafft, sein Geltungsstreben in den Griff zu bekommen?
Und wie man es schafft sich emotional von der Meinung der anderen zu lösen?

Liebe Grüße!

Schwester der Kranken
 
Liebe Ms Bedeutungsvoll,

ich kann Deine Geschichte sehr gut nachvollziehen. Leider scheinst auch Du Dir die Liebe Deiner Eltern durch Leistung und (beruflichen) Erfolg erkauft haben müssen. Es ist so traurig, was vermeintlich gut Gemeintes in der Vergangenheit in uns angestellt und dauerhaft aus uns gemacht hat. Die Yuppie-Jahre (8oer) scheinen auch in Deiner Erziehung nicht spurlos an Dir vorbei gegangen zu sein.

Mir ging es ähnlich, anders als Du komme ich aber aus keiner Akademiker-Familie. Mein Vater war Handwerker, meine Mutter hatte einen anderen bodenständigen Beruf, aber man wollte schon immer mit den großen Hunden pinkeln und lebte daher auf großem Fuß. Damit man gut dasteht, sollte freilich auch die Ausbildung der Tochter entsprechend sein. Als sie feststellten, dass ich in Englisch sehr gut bin, sollte ich ab sofort Dolmetscherin werden und natürlich international tätig sein. Seitdem stand ich schulisch total unter Druck, nach der Förderstufe (damals 5. und 6. Klasse (evtl. auch als Orientierungsstufe bekannt)) wurde ich anhand meiner mittelprächtigen Leistungen für die Realschule vorgeschlagen, meine Eltern steckten mich jedoch aufs Gymnasium, wo ich binnen einen Jahres in jeder Form komplett abstürzte. So drehte ich eine Ehrenrunde, machte eine mittelprächtige Mittlere Reife und begann danach (ebenfalls auf Drängen meiner Eltern) eine Ausbildung zur Fremdsprachensekretärin. Ich habe diesen Beruf immer gehasst und daher vor geraumer Zeit an den Nagel gehängt. Ich habe einen anderen Weg eingeschlagen, aber ich möchte das hier nicht alles breittreten, außerdem geht es ja auch um Dich.

Was ich Dir aber sagen wollte: der falsche Ehrgeiz der Eltern und das übersteigerte Prestigebewußtsein macht viel kaputt und ist vor allem sehr unecht.

Hast Du Dich so z.B. schon einmal gefragt, ob Deine Schwester die Ausbildung zur Chirurgin gerne und als Herzenswunsch gemacht hat oder ob es auch nur auf Drängen der Familie und des Umfeldes war? Was denkst Du? Ist Deine Schwester glücklich (wirklich glücklich, erfüllt es sie?) in ihrem Job?

Mal völlig unabhängig von der Meinung anderer: Magst Du Deinen Job? Stehst Du zu ihm, führst Du ihn mit Leidenschaft aus oder ist es nur zum Broterwerb? Wenn dem so sein sollte: was würdest Du tun, wenn Geld, Zeit und anderes keine Rolle spielen würde?

Was würde sich definitiv und maßgeblich für Dich ändern, wenn Dir die gewünschte Anerkennung zukommen würde? Spielt es für Dich hiebei eine Rolle, WER Dir die Anerkennung geben würde oder hängt es von gewissen Personen ab?

Lieben Gruß an Dich,
tournesol

Edit: Ich sehe gerade, dass Creep schneller war und sich einige Fragen überschneiden. Das war unbeabsichtigt.
 
Für Patienten bin ich Luft, sobald ein Arzt/eine Ärztin den Raum betritt.
Du musst nur abwarten, bis die Langmäntel wieder draussen sind. Diese Zeitspanne ist endlich. :herz:
Trotz allem möchte ich meinen Beruf nicht aufgeben. Ich weiß, dass das, was ich tue, wichtig und nützlich ist.
Ich bin stolz auf Dich.
Schwester der Kranken
Diese altruistische Rolle schreibst Du Dir selber zu. Diese Einstellung zu dieser Tätigkeit wählst Du freiwillig. Du kannst auch eine andere Einstellung dazu haben. Und Du kriegst Geld für die Arbeit. Mal überspitzt formuliert: Du könntest auch auf das Geld verzichten, das wäre noch altruistischer (oder so).
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen, Vielen Dank an Euch Drei! 🙂
Was ich machen würde, wenn ich nie wieder arbeiten müsste?
Materiell: eine schicke Wohnung kaufen und ein neues Auto
Sonst: Ehrenamtliche Mitarbeit in einem Hospiz und als grüne Dame ins Krankenhaus gehen.
Die materielle Seite klingt vielleicht hohl und oberflächlich; doch die Anspielungen meiner Familie auf meine kleine, bescheidene Wohnung machen mich kanz kirre. Und bei Familien-Get-Togethers soll ich mein Auto immer dort parken, wo es die anderen nicht sehen. "Befehl" von meiner Mutter.
Mich kränkt das alles sehr.
Natürlich würde ich durch ein schöneres Auto und eine größere Wohnung die Defizite in meiner Herkunftsfamilie nur überspielen.

Ob meine Schwester glücklich ist? ich weiß es nicht. Sie hat immer schon wie eine Marionette funktioniert. Oft erzählt sie davon, wie gut sie eine OP hinbekommen hat. Was mir aufgefallen ist, ist dass sie niemals erwähnt, wie glücklich sie es macht, einem Patienten geholfen zu haben. Es geht immer nur um das Lob, das sie geerntet hat: vom Chefarzt, von den Oberärzten und darum, dass sie habilitieren will, damit sie eines Tages selber Chefin wird.
Unsere Rollen waren schon in der Kindheit klar verteilt. Meine Schwester spielte mit meinem Vater Schach, während ich unsere Haustiere fütterte, meinem an einer Darmerkrankung leidenden Großvater Wärmeflaschen gegen sein Bauchweh zubereitete, Kaffee brachte, oder eben auch mal etwas Alkoholisches zur Aufheiterung. 🙂
Ich habe schon immer gerne andere umsorgt, und das ist bis heute so geblieben. Verbände zu wechseln, Medikamente zu stellen und Patienten Mut zuzusprechen...das macht mir großen Spaß.

Von wem genau ich mir Anerkennung wünsche?
Zum einen von den Patienten. Es würde mich total freuen, wenn Patienten einer Krankenschwester ein paar IQ Punkte mehr zutrauen würden. Auch wenn ich akademisch nicht so begabt bin, bin ich ja deshalb noch lange nicht auf den Kopf gefallen. Was die soziale Intelligenz anbelangt, empfinde ich einige der Pflegekräfte sogar als den Ärzten überlegen. Immerhin sind wir diejenigen, die Patienten aufmuntern, beruhigen und motivieren müssen, ohne auf künstliche Autorität durch Statussymbole wie Langkittel und Doktortitel zurückgreifen zu können.
Das Dumme ist, dass mir "Status" sehr viel bedeutet.
Ich hätte nicht gerne den Job der Ärzte, aber gerne ihr soziales Prestige.
Ihr Gehalt und demnach eine schönere Wohnung und ein schickeres Auto.
Unzufrieden mit dem, was ich habe, bin ich nicht; doch ich denke ständig an das, was meine Schwester hat und was ich nach der Meinung meiner Mutter haben sollte.
Wahrscheinlich ginge es mir besser, wenn ich in eine Familie von Krankenpflegern hinein geboren worden wäre, anstatt in so eine Schickimicki-Akademiker-Familie.
Ich weiß, dass ihre Art zu denken oberflächlich ist.
Dennoch sehe ich mich immer durch deren Augen und kann mich davon nicht lösen.
Demnach ist das, was ich mir am meisten wünsche, wohl die Anerkennung von Mama. Und das in einem Alter jenseits der 30. :-/
 
Bei mir wars genau andersrum aber hatte denselben Effekt: ich komme aus der Sozialhilfeschicht und war so frech, Abi machen zu wollen und zu studieren und hinterher, das war mir immer schon klar, mach ich meinen Doktor.

Du kannst dir vllt vorstellen was los war als ich meiner Familie das sagte: die eine Hälfte brach gleich mit mir "hältst dich wohl für was besseres", meinen Opa hatte ich da das erste Mal wütend gesehen... Vater meinte Frauen brauchen das nicht und entzog mir den Unterhalt, Mutter schmiß mich raus und ich war obdachlos, ging aber trotzdem jeden Tag (na gut nicht JEDEN TAG 😉 ) zur Schule und macht mein Abi mit 1,7 (wären die 6en in Sport und die 5en in Politik nicht gewesen....). Keine Sau fand das gut - im Gegenteil es hagelte Spott und Verachtung.
Naja zum Glück für alle blieb ich meiner Herkunft dann ja doch treu da mich keiner einstellen wollte und ich somit wieder auf Hartz landete 😉

Es geht also auch andersrum.

Ich kann deine Probleme aber sehr gut nachvollziehen nur was genau stört dich nun? Die fehlende Anerkennung der Eltern für deinen Job (wirst du wohl auch von denen nicht bekommen, alte Leute sind starrsinnig) oder doch eher die fehlende Anerkennung der Gesellschaft (ist das denn so?) für deinen Beruf? Denn der Beruf macht dir doch Spaß? Ich denke der Beruf ist dann gut und richtig, aber vielleicht solltest du den Umgang wechseln 😉
Leute die auf einen unberechtigt herabsehen wird es immer geben, deine Kolleginnen/Kollegen haben damit sicher dasselbe Problem. Umso wichtiger ist es sich an sich selbst zu orientieren und an den Leuten, die einen für die gute Arbeit schätzen (gibt sicher auch viele Patienten, die sich über hingebungsvolle Pflege freuen, ich wäre zb so einer). Und nicht so sehr darauf zu achten was negative Stimmen sagen... diese Stimmen gibt es immer!
 
doch die Anspielungen meiner Familie auf meine kleine, bescheidene Wohnung machen mich kanz kirre. Und bei Familien-Get-Togethers soll ich mein Auto immer dort parken, wo es die anderen nicht sehen. "Befehl" von meiner Mutter.
Da gäbe es doch durchaus Möglichkeiten...

Früher kommen und sich partout weigern, die zentral geparkte "Rennsemmel" - die natürlich dorthin buxiert wird, wo sie zwei Parkplätze belegt - von der Stelle zu bewegen. Yeah.

Oder, kostet auch nicht die Welt: Einen motzigen Leihwagen für diesen Tag und Anlass mieten. Das macht doch auch was her und wenn es denn schon explizit um Äusserlichkeiten geht, dann ist das eben eine passende Äusserlichkeit. Yeah.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kann Dir nicht helfen aber sollte ich jemals im Krankhaus sein müssen, dann werde ich mich am Ende von den Schwestern und Krankenpflgern mit Blumen und Kinogutscheinen verabscheiden.

Versprochen 🙂
 
hey,

prinzipiell kann ich dir auch nicht helfen. ich kann dir nur was erzählen.
mein vater ist rettungssanitäter und ich kann sagen, die leiden unter einem ähnlichen zustand.
da stehen dann eben die rettungsärzte drüber, ohne die nix geht. (nicht mal lächerliche kleinigkeiten, man muss sich eben wichtig tun)
ich weiß nicht warum, aber meine sympathien lagen eigentlich immer eher bei den schwestern.
die pflege wird nicht von den ärzten übernommen und oft sind patienten einfache kunden für sie. natürlich nicht immer.
klar fehlt medizinisch einfach verdammt viel fachwissen bzgl studiums, aber die schwestern
von vornherein als "unwissend" abzustempeln ist ein typisches vorurteil.
mein vater hat sich im laufe der jahre so viel wissen angeeignet, dass er manchen ärzten im notfall tipps gibt. es ist alles eine frage des willens.

was deine familie angeht, eigentlich ja wichtiger das thema, die haben einfach alle so viel
angst nach außen hin nichts zu bedeuten, dass ihnen diese angst die kehle zuschnürt.
da lässt man lieber die tochter bibbern und unglücklich werden, hauptsache man könnte
PRINZIPIELL einen prestige-preis gewinnen.
um diese angst brauchst du sie nicht zu beneiden.
du reflektierst und das ist wichtig! nicht nur dich und dein leben, sondern vor allem auch dein umfeld.
und das ist das, was ihnen fehlt.
an deiner stelle würde ich versuchen mir in zukunft ein bisschen fell anzufressen was das angeht und die dinge an dir abprallen lassen.
wenn sie sich nen schickes auto wünschen, dann machs wie 111kleinbuchstabe vorschlägt, aber die rechnung kannst du ja an sie schicken 😎

sonst weiß ich jetzt auch nichts.. hm. lass dich nicht unterkriegen, es ist nicht einfach!
deine schwester hatte es immer einfach! dann ist es keine kunst, oder?

gruß
 
Hallo Ms. Bedeutung,

zufällig bin ich im Internet auf Deinen Hilferuf gestossen und war sehr betrübt. Leider leben wir in einer Gesellschaft, in der Statussymbole (wie etwa teure Autos, Wohnungen, Häuser, Jachten, Smartphones, Klamotten etc.) und der berufliche Status eine immer wichtigere Rolle spielen. Dabei findet einerseits eine Abschottung andererseits eine Ausgrenzung der sog. Unterschicht durch die gehobene Klasse statt. Man muss kein Anhänger der Lehre von Karl Marx sein, um zu erkennen, dass wir in einer Klassengesellschaft leben. Die einzelnen Berufe erfahren eine sehr unterschiedliche Wertschätzung und damit einhergehend eine gewaltige Spannbreite der Bezahlung, die oft sehr ungerecht ist und dem tatsächlichen Wert der Arbeit für unsere Gesellschaft überhaupt nicht gerecht wird. So leisten z.B. Krankenschwestern wie Du für unsere Gesellschaft eine sehr wichtige, wertvolle und auch körperlich schwere Arbeit, werden aber eigentlich viel zu gering bezahlt, während unverantwortliche Finanzmanager, die riesige Vermögen verzocken, noch mit märchenhaften Gehältern und Bonizahlungen "belohnt" werden. Deine Familie, deren Bekanntenkreis und die Ärzte, mit denen Du bei der Arbeit zu tun hast, sind so vom Glanz ihres beruflichen und materiellen Status berauscht und benebelt, dass sie den wahren Wert eines Menschen überhaupt nicht mehr erkennen. Im Grunde sollte die Meinung dieser Leute für Dich völlig irrelevant sein. Sicher, jeder Mensch braucht ein gewisses Maß an Anerkennnung und Respekt, um selbstbewußt und motiviert arbeiten und leben zu können. Anerkennung und Respekt wirst Du aber von Deinem jetzigen Umfeld nicht bekommen. Und ist das überhaupt wichtig? Nein! Du weißt, was Du wert bist und für andere Menschen (Patienten) leistest. Es wird bestimmt Patienten geben, die Deine Arbeit zu schätzen wissen und Dir dafür dankbar sind. Es wird auch Menschen geben, die Dich als Person schätzen und achten und Dich nicht nach Deinem akademischen und gesellschaftlichen Status beurteilen. Nur diese Menschen sollten für Dich maßgeblich sein. Wer meint, auf Grund seines Berufes, seiner akademischen Stellung oder seines Einkommens ein besserer Mensch zu sein und auf andere herabblicken zu können, ist ein arroganter Hohlkopf. Wer äußere Statussymbole zur Selbstdarstellung braucht hat meißtens ein Problem mit seinem Ego. Wenn sich Deine Mutter oder Deine Schwester deinetwegen schämen, so hast nicht Du ein Problem, sondern sie. So schwer es auch sein mag, aber Du solltest Dich von Deiner Familie lösen und Dir einen neuen "vernünftigen" Bekanntenkreis suchen. Die Ärzte an Deinem Arbeitsplatz kannst Du Dir natürlich nicht aussuchen. Aber wer Dich herablassend behandelt, den solltest Du so weit wie möglich ignorieren.
Das schreibt Dir einer, der auf seinem Weg zu einem akademischen Beruf, zu einem vermeintlich höheren sozialen Status, zu Anerkennung und Erfolg gescheitert ist.

Gruß
 
es ist leicht gesagt, aber das wichtigste ist am Ende, dass man sich selbst anerkennt. Dann fällt es anderen auch leichter, dich anzuerkennen. "Liebe deinen nächsten, wie dich selbst"- bedeutet auch, dass du DICH lieben musst.
ganz ohne anerkennung geht es eben doch nicht- man muss sich selbst lieben können. am meisten brauchst du die anerkennung von dir selbst.
 

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