Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ein Haus im Wald?

  • Starter*in Starter*in orlando
  • Datum Start Datum Start
O

orlando

Gast
Hallo ihrs!

Ja, ich weiß, ihr seid so einiges von mir gewohnt, deshalb wird euch das wohl nicht schockieren. Ich habe einen Traum: Ich möchte gern zurückgezogen in einem Haus im Wald leben. Also jetzt nicht so zurückgezogen, dass es fernab der Zivilisation ist, sondern am äußersten Rand einer Stadt oder so. Da wollt ich mal fragen: Hat noch einer von euch diesen Traum? Kennt jemand Möglichkeiten oder Leute die sowas schon durchgezogen haben? Oder lebt einer von euch selbst so?

Ich würd mich über zahlreiche Antworten freuen! Aber bitte nur ernstgemeinte!

LG orlando
 
Hi Orlando,

ja, kenne diesen Traum nur zu gut. Es geht dabei nicht darum, der Menschheit zu entsagen und einen auf ursprüngliches Leben zu machen, sondern mehr darum, sich den Zwängen, die sich mehr und mehr unter menschlicher Anhäufung entwickeln, zu entgehen. Ich sagte immer: Ich brauche ein Fenster, aus dem ich rausschauen kann und dann möchte ich kein Haus und auch keinen Menschenn sehen, damit ich diese Menschenleere mit meinen Gedanken füllen kann. Unter diesem ganzen Gewusel von Menschen, Werbung, Autos, Geräuschen etc. ist es kaum möglich, sich mal einem Gedanken länger als ein paar Minuten, höchstens vielleicht noch stundenweise hin zu geben.
Und ein bißchen erfülle ich mir gerade diesen Traum (stehe kurz vor dem Umzug). Der Kompromiss dabei ist, dass ich nicht in den Wald gehe, sondern aufs platte Land in den Norden. Dort kann ich bis zum Horizont sehen und wenn ich leise bin, höre ich nichts, außer den Tieren. Es ist ein Haus mitten in der Landschaft - fast alleine (2 Nachbarn im Umkreis von 1km) - und doch ist es durch Bäume von außen nicht auffindbar. "Fremde" verirren sich nicht dorthin, man muss den Weg schon kennen. Die nächste Zivilisation ist 12 km weg, größere Städte 20km, in 40 Minuten bin ich sogar in Bremen. Ich werde in unmodischen Gummistiefeln durchs Moor latschen, meine Tochter wird auch in der Mittagszeit lauthals rumtoben, ich werde niemanden um Erlaubnis für einen Hund fragen, mein Auto wird der Landschaft entsprechend dreckig sein und ich werde es deshalb nicht häufiger putzen, ich werde raussehen und kein Haus und keinen Menschen entdecken und denken und schreiben.
So weit zumindest noch die Theorie :O)

Gel06
 
hallo ihr,

dann will ich mal etwas zur praxis schreiben - denn ich bin in so einem haus aufgewachsen, 700 meter vom nächsten ort entfernt, hiess sogar "lug ins land" weils oben auf einem hügel stand, landschaftlich wunderbar.

heute mag das ja gehen - aber meine eltern damals waren unmotorisiert, ich bin "überbehütet" worden von meiner mutter, und hatte bis zur einschulung keine spielkameraden. dementsprechend verhaltensgestört war ich auch.

achtet da drauf, dass ihr euch nicht ganz abnabelt, und die kinder mit dazu. denn unter dieser kindheitsprägung hab ich lange gelitten und tue es heute noch, mit 58 lenzen.

aber - wenn ich den grossen lottogewinn machen würde, würde ich mir am liebsten eine insel kaufen (es würde aber eher ein grosser abgelegener bauernhof werden) - und mich mit gleichgesinnten zusammentun.

nur - eine familie ganz alleine - wie ichs erlebt habe - das ist nichts.

liebe grüsse

peter
 
Hallo Leute!

Ich denke, eine der schlimmsten Erfindungen des Menschen sind Städte.
Morgens aufwachen, und statt Vogelgezwitscher den Lärm von Autos zu hören; aus dem Fenster schauen, gegen eine Wand, statt ins Grüne, nee, nee.

Ich wohne auch auf dem Land, 6 km vom Stadtzentrum entfernt und 500 m vom Wald. Würde das niemals freiwillig aufgeben. Die Ruhe, die wunderbare frische Luft.
Den Wald hab ich mir in den Garten geholt und über der Straße ist auch ein Grundstück mit verschiedenen Baumarten, liebevoll angelegt.

Wie sollen Kinder gesund aufwachsen, wenn sie nicht im Gras spielen und auf Bäume klettern können? Wenn sie ständig von Lärm und verdreckter Luft
umgeben sind, sich nicht austoben dürfen.

Leider geht es wohl vielen Menschen so, dass sie in einer engen Stadtwohnung leben müssen, deshalb wäre es für die seelische (und körperliche) Gesundheit wichtig, so oft wie möglich da raus zu kommen und sich ein Fleckchen zu suchen, wo man allein sein kann. Wo man die Bäume am Duft erkennt und die Eichhörnchen den Piknikkorb im Visier haben.

Na ja, der Mensch ist ein natürliches Wesen und kann auch nur in der Natur wirklich frei und glücklich sein. Die Enge und Zwänge der Stadt machen uns krank und es entwickelt sich eine Gesellschaft, wie wir sie haben.
Neurosen, Egoismus, Lieblosigkeit und Verrohung sind die Folge.

Ich würde mir wünschen, dass jeder Mensch ein kleines Grundstück und ein Häuschen bewohnen kann, so er das möchte. Diese Freiheitsberaubung der Großstädte kann für unsere Entwicklung nicht gut sein.

Viele Grüße

Marcus
 
@Pete

wenn es keine Autos, kein Internet etc. geben würde, also alles das, was mir die unkomplizierte Kontaktaufnahme zu anderen Menschen ungemein erleichtert, würde ich auch nicht so in die Einsamkeit ziehen. Ich gebe zu, dass ich dann zu viel Angst hätte. Habe bewusst auch darauf geachtet, dass mindestens ein anderes bewohntes Haus fußläufig erreichbar ist... für den Fall dass meine Tochter mal alleine ist und Hilfe braucht. Aber Du sagst, Du hast heute noch Probleme deswegen, darf ich fragen, inwiefern?

Gel06
 
hallo ihr,

Gel06, du möchtest wissen, warum ich heute noch probleme damit habe ?
gut, dann muss ich aber etwas ausholen, denn es kommen noch ein paar faktoren dazu.

das höchste, wozu der mensch im leben gelangen kann, sind eigene gedanken und eine eigene meinung - war das motto meines vaters - und meins ist es auch. ich habe kein sogenanntes "massenbewusstsein" - aber das ist nur ein faktor des sich-getrennt-fühlens.

mein vater ist mit 18 (im jahr 1920) aus der katholischen kirche ausgetreten, was ihm seine familie so für übel genommen hat, dass ich nur 3 onkel/tanten (von 11) flüchtig kennengelernt habe. die verwandtschaft meiner mutter habe ich gehasst - obwohl christlicher hintergrund, wurde bei besuchen nur über andre leute hergezogen. ich habe überhaupt keine verwandtschaftlichen kontakte mehr, seit langem schon.

ich habe mich für schwul gehalten (was früher ja gesetzlich verboten war), meinen eltern hätte ich wegen ihren moralvorstellungen, und besonders bei meiner mutter, was denn die leute dazu sagen würden, sowieso nicht reden können. habe mich als junger mensch mal "geoutet" was gründlich in die hose gegangen ist. in wirklichkeit bin ich bi - nicht fisch noch fleisch, könnte man sagen.

meine mutter war ein sehr sehr kleines ich, hat selbstbewusste menschen gehasst, und dementsprechend bin ich erzogen worden. ausserdem führten meine eltern keine glückliche ehe, es gab dauernd streit. ich kann mich nicht erinnern, dass meine eltern sich mal gegenseitig eine freude gemacht hätten, und sei es nur ein strauss blumen gewesen. das färbt ab, und und war ein aspekt mit ich mir wohl auch meine ehe - in deren anfang meine mutter sich noch eingemischt hat - zerschossen habe. obwohl wir nie streit hatten, und einige wunderschöne jahre.

tja, und dieses einsame aufwachsen - in der schule hab ich die ersten 2 jahre kein wort im unterricht geredet, bin trotzdem versetzt worden, habe als jugendlicher oft die menschen vom waldrand aus mit dem fernglas beobachtet, anstatt mich unter sie zu mischen, und war fürchterlich menschenscheu und ängstlich. die angst war ja auch anerzogen: wenn du nicht lieb bist (in dem sinne zu opponieren für ein eigenes leben), dann wird dir die liebe entzogen. als ich klein war, hatten wir eine katze, die durchfall hatte - meine mutter hat meinem vater so lange in den ohren gelegen, bis er sie kurzerhand totgeschlagen hat - auch daraus zieht man als kleines kind eine unbewusste schlussfolgerung..

naja.

wenn mir mit 40 jemand gesagt hätte, dass ich jemals mal aussendienst machen würde - ich, der sich so abgekapselt hatte - ich hätte nur gelacht. und was für eine wunderbare bandbreite von erlebnissen mit menschen - von völlig negativ bis positiv, von traurig bis schön - was für tolle sozialstudien hab ich erleben dürfen.. keins davon möchte ich missen, auch wenn sie mich anstatt zu einer tragfähigen wirtschaftlichen basis ins finanzielle chaos geführt haben, woran meine ehe letztlich auch hauptsächlich gescheitert ist.

heute lebe ich allein, habe ein paar menschen die ich kenne, gegenüber denen ich mich völlig oder wenigstens teilweise öffnen kann, wobei der mit dem ich mich am besten verstehe ein jahr jünger ist als mein sohn - und einige die ich im internet kennengelernt habe.

es ist komisch - hier an meinem neuen wohnort komm ich mit der "schützenfestmentalität" meiner generation nicht klar - es reicht nur für konversation, aber nicht für offene kommunikation. andrerseits versteh ich mich mit jüngeren menschen blendend, z.b. mit dem bekannten/freundeskreis meines sohns - nur damit kann ich mir keine zukunft erschaffen.

und dabei hab ich gelernt, meine mitmenschen zu akzeptieren wie sie sind - schliesslich haben wir alle unsre macken, nur - zu einer partnerschaft gehört ja mehr als akzeptanz.

manchmal komm ich mir vor wie von einem andren stern - erst jetzt in meinem alter reif für eine partnerschaft - aber ohne sie zu finden, und ohne die wirtschaftlichen perspektiven. naja, ich arbeite daran.

liebe grüsse

peter

ps: nebenbei - ich bin engagierter hobbyfotograf und mag schon von daher die natur sehr, auch als hobbykoch, der sich ein bisschen mit essbaren wildpflanzen auskennt. also von meiner seite nichts gegen das landleben. in einer stadt - es mag besonders in köln gehen, wo ich auch mal ein jahr (1971) gelebt habe - da habe selbst ich als zugeknöpfter mensch schnell kontakt zu den menschen gefunden. die kölner sprechen einen an, es ist leicht..
 
Hey ihr,

Das mit der Hütte im Wald, an sowas habe ich nie gedacht. Aber meine Oma hat ein Haus direkt an der Ostsee. Dort wohnen zwar viele Menschen und es ist zu Saison auch ziemlich voll. Aber als ich mit 13 Jahren dort 1 jahr gewohnt habe war es der Himmel auf Erden. Abends auf der Seebrücke zu sitzen und in den Sternüberfüllten Himmel zu sehen und dabei das rauschen des Meeres zu hören war einfach traumhaft. Ich glaub ich hab mich noch nie so Zuhause gefühlt wie dort. Am Abend sind auch nie Menschen am Strand außer Sa. da sind immer Konzerte aber sonst ist es einfach toll, man kann abschalten und sich fallen lassen und trotzdem kannst du tagsüber mit Menschen reden. Man verliert keinen Kontakt zu Menschen aber man hat auch genug Zeit um über alles nachzudenken. z.Z wohne ich auf dem Land und hab 15 min. bis zur kleinstadt. Hier wohnen relativ viele Menschen, aber an warmen Sommertagen ist es ziemlich Still und Gel06 hat vollkommen recht, die Sonne am Horizont untergehen zu sehen ist wirklich toll. Ich wohne nämlich ebenfalls im Norden un hab einen Blick über 4 große Felder, herrlich.

Aber mein Traum bleibt es dennoch zu meiner Oma zu ziehen oder mir dort eine Wohnung zu suchen. Direkt am Meer.

Zu pete:
Das hört sich alles ziemlich schrecklich an. Ich kann deine Familie nicht verstehen, wie man so mit seinem Kind umgehen kann ist für mich einfach unvorstellbar. Sowas hat kein mensch verdient!
Leider kann ich dazu nicht viel sagen, vorallem nicht weil ich das eben nicht nachvollziehen kann.

Mal eine "persönliche" Frage nebenbei:
Magst du nicht mal ein paar Fotos zeigen? Ich interessiere mich nämlich sehr für Fotografie 🙂

Lg Eve
 
Oh je Pete, manchmal frage ich mich, warum die Kindheit immer so prägend sein muss. Aber einen Gedanken hatte ich so spontan, als Du davon erzähltest: Sei froh, dass es so und nicht anders war, Du wärst sonst heute womöglich ein ganz anderer Mensch. Das denke ich mir zumindest auch einige male bei mir. Der Gedanke daran, wer ich wäre, wenn ich anders, "normal", problemlos aufgewachsen wäre - wär ich dann auch so ein stumpfes, nicht über den Tellerrand blickendes Konsumhühnchen? Brrr.. bei dem Gedanken schauderts mich.
Aber Du hast Recht, Deine Erfahrungen basieren wohl größtenteils aus dem Leben und Verhalten Deiner Familie, nicht aus dem Haus im Wald an sich. Aber das Unterbewusstsein klebt solche Dinge immer so nett untrennbar zusammen.
Da, wo ich hinziehe (übrigens auch nur 10 Minuten von der Nordsee weg *g*) sind noch einige alte Bauernhöfe für Dich frei. Glaube schon, dass Du wieder dahin gehörst, wo man überflüssige null-Informations-Kommunikation meidet.

Gel06
 
Oh ja, ein Haus im Wald wollte ich auch immer. Auf einer Wiese im Wald - ein Häuschen, der Giebel mit verwittertem Holz verkleidet, mit grünen Fensterläden, einem Bankerl und einem Schaukelstuhl auf den Natursteinplatten vor dem Haus.
Dazu ein Bauerngarten mit Rittersporn, Pfingstrosen einem Kräutergärtchen und alles was dazu gehört - außenrum ein Zäunchen aus geflochtenen Weidenzweigen oder Haselnussruten.

Apfelbäume unter denen meine Pferde grasen - die Hunde dösen vor dem Haus in der Sonne (oder toben durch den Schnee) - auf dem Fensterbrett vor der Küche sitzt eine rote Katze und putzt sich die Pfoten.
Das höchste der Gefühle wäre ein Bächlein mittendurch die Wiese - schlängelnd - nicht flurbereinigt!

Ein Haus, um das man drum herum und durch das man durch gehen kann - ein Traum!
Ein luftiger Pferdestall nebendran mit Heuboden auf dem auch Mal Wanderer übernachten können . . . .

Ruhe, Jahreszeiten spüren riechen schmecken und keine geschulte Pseudofreundlichkeit ("guten Tag, was kann ich für sie tun . . . schönen Tag noch . . . *würg*)

Gartenfeste unter dem Sommerhimmel mit Lampions - fröhliche Menschen, die sich amüsieren können, ohne über andere herziehen zu müssen - und die Ausstrahlung haben - nicht aussehen wie geklont.
Ausritte durch den Herbstwald, Schneeschuhtouren durch den Winterwald - mit Ziel auf mein Haus, wo der Kachelofen bullert . . .

Ich hab auch eine schöne Wohnung - zweifelsohne - aber je mehr ich mich an meinen Traum von früher erinnere . . . . .

tausche mittelalterlichen Turm gegen Traumhaus im Wald . . .

PS: in dem Stall sollte übrigens immer ein Haflinger namens Orlando stehen
 
hallo ihr !

@ Gel06: ich spiel am we mal lotto - sollte ich ausnahmsweise glück haben, kauf ich mir so einen hof. wobei - meer oder berge - ich könnt mich nicht so recht entscheiden. aber wasser auf jeden fall *g*

im übrigen hast du recht - erfahrungen sammelt man nicht im schlaraffenland - da wird man höchstens bequem.

@ eve: wie man so mit einem kind umgehen kann - naja, eltern haben auch wieder eltern gehabt und sind geprägt worden. meinem vater kann ich ja nichts vorwerfen - die "moralvorstellungen" waren damals halt so - im gegenteil, durch ihn hatte ich ja die möglichkeit, eine "eigene" persönlichkeit zu werden, oder halt dem leutegeschwätz zu folgen, nachdem sich meine mutter bis ins hohe alter gerichtet hat. und ich glaube, sie ist durch das beispiel von meiner frau und mir - die sich halt nicht danach gerichtet haben, noch mit über 80 zum umdenken gekommen - denn da kam zum erstenmal verhaltene kritik an ihrer mutter..
schade, ich hab meine grosseltern nicht mehr kennengelernt - ich hab nie verstanden, wie die meine mutter derart prägen konnten..

fotos - ich hab ja schon mit 13 angefangen, es sind rund 12000 analoge und inzwischen auch ein paar 1000 digitale. ich will mal sehen, dass ich eine auswahl bei gmx unterbringe, sag dir dann bescheid.

@ brigitte: die idee, sich mit seelenverwandten menschen zusammenzutun, aus dem trubel auf einen bauernhof, ein traumhaus oder sogar eine insel zurückzuziehen, oder nach skandinavien auszuwandern - haben auch viele junge leute..

liebe grüsse

peter
 

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben