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Ein Freund hat sich umgebracht...

  • Starter*in Starter*in IchKannDasNichtVerstehen...
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    freund
I

IchKannDasNichtVerstehen...

Gast
ein guter Freund, ein lustiger, netter und "lebensfrohlicher???" Mensch ist vor ein Paar Tagen hat vom Leben Abschied genommen. Wieso? Warum? Weshalb? - ich verstehe das nicht, ich begreife das immer noch nicht. Er hat mit niemandem geredet, hat nie was gesagt, hat keinen Brief hinterlassen. Er ist einfach nicht mehr da. Meistens Selbstmordversuch ist ein Hilferuf! Aber er hat nicht um Hilfe gerufen, er hat nie davon geredet, er hat kein "Versuch" unternommen, er hat das einfach getan... Wir haben ihn am Freitag zum Geburtstag einladen - er war nicht erreichbar am Telefon, wir haben Nachricht hinterlassen, niemand hat zurückgerufen. Und am Montag hat es geheißen, daß er tot ist.
Warum hat er mit niemandem über seine Problemen geredet?? Wofür sind die Freunde da? Und warum waren wir nicht bei ihm, wenn er diese Entscheidung getroffen hat. Vielleicht, könnten wir ihn zurückholen, überzeugen, daß das Leben doch was Wert ist.. Wieso? Warum? Weshalb? Was wäre, wenn...Tausende Fragen ohne Antwort...
 
hallo
ich weis nicht was ich schreiben soll aber ich wollte dir sagen das ich es noch nie von deiner seite aus gehört habe sondern immer von der hilfesuchenden seite gesehen und selbst getan und auch davon gehört habe.
du hast mich extrem zum nachdenken gebracht.und ich trauere mit dir aber ich weis nicht ob es dir was hilft aber mir hat es geholfen ich habe einem freund der gestorben ist ohne das ich ihm sagen konnte was er für mich war einen brief geschrieben mit all der wut und der trauer und dem schmerz der in mir war ich habe so versucht mich zu verabschieden und habe diesen brief am grab hinterlassen.es ist nun leider so das man die gedanken und wünsche eines andren nicht lesen kann und es tut mir unendlich leid.
ich denke an dich
lg trauriger Engel in der Nacht
 
hallo ...,

es tut mir sehr sehr leid und ich bedauere den Verlust den Du erlitten hast zu tiesfst, weil ich diesen unfassbaren Zustand des zurückbleibens und der unbeantworteten Fragen selbst schon zweimal erlebt habe.
Als ich vor elf Jahren mit einem guten Freund über das plötzliche Ende meiner ersten großen Liebe sprechen wollte, mußte ich von seiner damaligen Freundin erfahren das er sich vor ein paar Stunden das Leben genommen hatte. Ohne Brief, irgendein Zeichen oder eine Andeutung im Vorfeld, ging er einfach fort...für immer! Einen zweiten Frreund mußte ich ein paar Jahre später ungefragt gehen lassen, auch hier war keine Antwort nach dem "WARUM" zu finden. Die quälenden Fragen nach dem warum, werden niemals beantwortet werden. Es wird nichts bleiben, außer große Wut und eine nicht zu schließende Lücke in Deinem Herzen. Die Trauer weicht irgendwann der Erinnerung und dem stillen Gedenken an einen wunderbaren Menschen, der viel zu früh und in unseren Augen unnötig gegangen ist.
Eins darfst Du nicht tun, gib nicht Dir die Schuld, Zweifel nicht an Dir ob Du irgendetwas hättest sehen oder ahnen können. Du warst für Ihn da wenn er es wollte und Ihr hattet eine gute Zeit! Man kann aber niemanden zu seinem Glück zwingen, eine Hand muß man nicht nur ausstrecken, der Andere muß sie auch annehmen (wollen).

Vielleicht gibt Dir dieses kleine Gedicht ja Kraft für die Zukunft:

"Sei nicht verzweifelt, wenn es ums Abschied nehmen geht.
Ein Lebewohl ist notwendig, ehe man sich wiedersehen kann.
Und ein Wiedersehen, sei es nach Augenblicken, sei es nach Lebenszeiten,
ist denen gewiss,
die Freunde sind." Richard Bach

Ganz liebe Grüße von einem der weiß wie sich so etwas anfühlt...
 
das ist wirklich furchtbar. so hilflos zu sein und keinen sinn im selbstmord zu erkennen, kann auch wütend machen. warum hat er mir nichts gesagt? wir waren doch freunde, und freunde vertrauen einander...
ich bin total froh, dass ich einen freund habe, dem ich wirklich alles sagen kann. ich gehöre eher zu der fraktion, die auch mal das leben satt haben. aber er hat mich so oft ins leben zurückgeholt. ich bin ihm so dankbar.
ach, übrigens. schau mal www.trauerraum.de
das ist gut.
tiemo.
 
Ein paar gute Worte(so man für sowas überhaupt welche finden kann...) haben sich hier im Forum (thread z.B. "Warum Selbstmord"...oder "Selbstmord II) Luiserl,Baba,Maximilian... gesagt.
Da stehen richtig gute Texte...der Versuch,sowas nachzuvollziehen,zu verzeihen,zu verstehen... ca.10.10.04 z.B. geschrieben....das Rumsuchen lohnt sich !

Für mich ist Selbstmord auch nicht nachvollziehbar,entschuldbar...aber: es gibt Seelenzustände offenbar----na ja--da ist dann die ganze Umwelt egal.
Dein Freund(bzw.auch in den anderen Fällen..)wollte garantiert nicht,daß es auch Dir noch schlecht geht. Versuch,ihm zu vergeben.
Manchmal gab/gibt es gar kein "WARUM".... keinen Grund.
Ich finde,es ist so richtig tragisch,wenn Kinder zurückbleiben...
Aber,das Recht,jemandem zum Leben zu zwingen,haben wir offenbar nicht...
(Wobei mir selbst da jeder Rechtsbruch gerechtfertigt scheint...).
Dieses Thema KANN nur kontrovers diskutiert werden.... ist zu schrecklich einerseits...zu klar andererseits.
Gruß!
Robby
 
Immerhin war es seine eigene Entscheidung. Mir ist aufgefallen, dass einem Freunde, Familie und Bekannte in den seltensten Fällen helfen können. Akzeptiere seine Entscheidung als das vielleicht einzig positive was er für sich tun konnte. Deine Trauer wird vergehen!
 
Robby und trauriger Gast, es zeigt sich immer wieder, wie wertvoll dieses Forum sein kann. Vor allem Du, mit Deinen Fragen, Deiner Wut im Bauch, Deiner Enttäuschung, Deinen Tränen, komme auch in den Thread selbstmord II, den Robby angesprochen hat. Dort ist der Platz, Dich mit Deiner Trauer und all Deinen Fragen auseinanderzusezten, in der Hoffnung, dass Du Deinen Freund und seine Tat akzeptierst. Manchmal ist das Schicksal sehr grausam, und wenn man dann Scham empfindet, seine Freunde mit seinen Sorgen zu belasten, und die entscheidung lieber selber trifft, weil man nicht zurückgehalten werden möchte, AUF KEINEN FALL, so bleibt den Hinterbleibenen wirklich nur, ihn mit guten Gedanken gehen zu lassen, und sich gerne an ihn zu erinnern.

Gönne ihm den Freiden, den er gesucht hat, aus welchem Grund auch immer. Vielleicht ist auch so etwas schreckliches in sein Leben getreten, dass er nicht wusste, wie er sich helfen kann. Denke an all unsere geschundenen Opfer hier im Forum, die auch so unendlich leiden. Gott sei Dank haben sie den weg zu uns gefunden, aber nicht jeder kann noch klar denken. Es bringt nichts, sich den Kopf zu zermartern, er ist gegangen, es war sein Wunsch, seine Entscheidung, und die haben wir zu respektieren, ob es uns gefällt oder nicht.

Wie gesagt, begleite ihn mit guten Gedanken, und schenke ihm über den Tod hinaus Deine Freundschaft, damit er in Frieden weiterziehen kann.

Du hast weiter unten schon ein Gedicht von Richard Bach geschrieben bekommen, auch ich biete Dir eine kurze Lektüre an. Du findest die Vampirgeschichte in "2 Geschichten für Inge von Luiserl". Diese Geschichte soll zeigen, wie sinnlos es ist, sich immer um andere einen Kopf zu machen, ihr Welt ist nicht unsere, also können wir ihre Beweggründe auch nicht verstehen, es sei denn, sie werden uns erklärt.

Ich denke, dass Du durch das Lesen hier, einigen Trost gewinnen kannst.

Jedenfalls wünsch ich Dir das von Herzen
Luiserl
 
Ich kann dein Gefühl voll verstehen. Mein Lebenspartner hat mir vor genau 2 Monaten nack kurzer Trennung angerufen, mir gesagt dass er mich liebt und hat sich am andern Morgen im Hotel die Pulsadern aufgeschnitten.
Es ist genau wie schon hier im Forum geschrieben wurde, etwas für ihn sehr Schlimmes konnte er nicht bewältigen, für Aussenstehende oder sogar Freunde hätte man diese Probleme lösen können, doch er wollte keinem zur Last fallen. Ich hätte alles für ihn getan, er wusste es.
Für uns Zurückbleibenden ist der Schmerz einen Menschen auf diese Weise verloren zu haben unbeschreiblich. Selbstvorwürfe,doch nicht alles getan zu haben, Botschaften nicht verstanden zu haben usw.
Uns bleibt nur: ihre Entscheidung zu akzeptieren, an die guten Zeiten mit ihnen zu denken und ich weiss: Er ist mir nur vorausgegangen, Sterben hat für mich seine Schrecken verloren. Doch ich will und muss noch leben, meinen Nächsten werden ich dies nicht antun.
Ich wünsche dir Kraft, Wunden verheilen, Narben bleiben.

Hoffnung ist die grosse Schwester der Traurigkeit.....
 
Ohman, ich versteh Dich gerade so gut 🙁
Ein guter Freund hat sich ebenfalls das Leben genommen...vor 6 Tagen.. niemand weiß warum.. Nein, er ist einfach nicht mehr da.. Er war gerade mal 16!!! Jahre alt.. Er war so ein Lebensfroher Mensch, zumindest hat er auf alle so gewirkt... war wahrscheinlich alles nur Fassade! :'( Man kann leider nicht in Menschen hineinsehen, manchmal wäre das einfach besser, man könnte doch helfen, oder nicht?! Ich versteh, dass genauso wenig.. ich habs einfach noch nicht realisiert. Jeden Tag sind wir an dem Ort an dem es geschehen ist.. Stellen Kerzen auf und trauern mit seiner Familie um ihn... Niemand kann es verstehen 🙁 verdammt...
Wie soll man damit klarkommen?!
 
...manchmal wäre das einfach besser, man könnte doch helfen, oder nicht?!

Lieber Gast,
nein, das kann man leider nicht. Eine gute Bekannte (studierte Psychologin) sagte mal zu mir: "Wenn jemand entscheidet sich umzubringen, dann bringt der sich um. Helfen kannst du dem nicht mehr." Und wenn ich ehrlich bin, hat sie damit Recht. Ich habe mir zweieinhalb Jahre lang Schuldgefühle gemacht, dass ich meinen besten Freund nicht zurück gehalten habe beziehungsweise ihm nicht helfen konnte. Aber wenn er nicht redet, ist es definitiv nicht meine Schuld! Ich habe mein Möglichstes getan, alles was in meiner Macht stand, ihm zu helfen wenn es ihm schlecht ging. War für ihn da, habe ihm Tipps gegeben und er war mir immer wieder dankbar dafür. "Wenn ich dich nicht hätte", hat er immer gesagt... 🙂
Natürlich ist es nach sechs Tagen / jetzt einer Woche immer noch nicht verständlich, klar dass du jetzt vor einem Scherbenhaufen stehst... verzweifelt bist und dich fragst, ob du nicht etwas hättest tun können. Aber wie gesagt, hättest du nicht.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft, die ganze Sache zu verarbeiten! Aber lass dir Zeit... sag dir nicht irgendwann, jetzt hab ich schon... sagen wir mal zwei Wochen getrauert, jetzt darf ich es nicht mehr. Ich trauere jetzt zwei Jahre und erst jetzt wird es ein kleines bisschen besser (was sicherlich auch mit dem Gespräch mit meiner Bekannten zusammenhängt)!
Liebe Grüße
 

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