Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
In einer Sure des Koran steht beispielsweise, dass der Muslim, der sich vom Koran bzw. muslimischen Glauben abwendet, umgebracht werden muss.
Aha.
Eine junge Muslimin fragte, warum das so sein müsse.
Der altgelehrte Muslim erklärte darauf hin, dass das nicht für Muslime im Allgemeinen gilt, sondern nur für Muslime, die sich vom Islam abkehren und sich dann gegen diesen wenden.
Sich von Glaubensgrundlagen abzuwenden ist schuldhaftes Verhalten. Das gilt für alle Religionen und für alle Ideologien. Das gilt auch für Atheisten und Humanisten, die guten Grundsätzen sowie guten Maßstäben folgen wollen und diesen guten Grundsätzen sowie Maßstäben dann irgendwann mal den Rücken zukehren bzw. ihnen untreu werden. Das in meinen Augen Entscheidende ist nicht der Tatbestand der Untreue, denn der ist menschlich und leider einfach Fakt. So traurig oder so ärgerlich es auch sein mag, wir Menschen sind nicht fähig, auch nur unseren eigenen guten Maßstäben konsequent immer treu zu sein.
Das Entscheidende ist der Umgang mit unserer Untreue und mit Versagen.. mit "dem Rücken zukehren" und dem "Nichts-mehr-von-Gott-wissen-wollen".
Ich stelle mal vereinfacht dar, wo und wie ich die Unterschiede wahrnehme:
Gegeben ist die Situation der Untreue, des sich Abwendens von dem Guten.
Westliche Gesellschaft
Die westliche Gesellschaft bietet verschiedene alternativen Umgangsmöglichkeiten an.
1. Das Schönreden: "ist doch nicht so schlimm, das machen doch viele Menschen so. Und solange Du niemandem schadest, kannst du machen was Du willst."
2. Ausschluß aus der Gruppe bzw. aus der Gemeinschaft, ggf. Gefängnis
Islam:
Anpassung an die Gruppe ist zwingend erforderlich. Da die Gruppe bzw. die Kultur von dem islamischen Grundgedanken der Strafe für Abweichler geprägt ist, kommt es im individuellen Fall der möglichen Bestrafung darauf an, ob "Du" in einer moderaten islamischen Kultur lebst oder in einer sehr konservativen. Die Gruppe entscheidet, welche Strafe Du zu erwarten hast. Gruppendenken geht vor Individualverantwortung.
Umgang mit Abweichlern: Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein.
Angst vor unmittelbarer Strafe (ggf. Tod) soll den Abweichler zurückführen. Ähnlich ist auch im konservativen Islam ggf. der Umgang mit Nicht-Gläubigen.
Christentum:
Hier mache ich verschiedene Gruppen aus:
1. Glaubenseinstellung: Jesus Christus ist für mich gestorben und ich muß durch meine Werke beweisen, dass ich zu Ihm gehöre und würdig bin. Wenn ich versage, dann erarbeite ich mir Vergebung durch irgendwelche Taten (3x den Rosenkranz beten oder gute Werke tun). Wenn jemand an Gott zweifelt und ggf. Gott den Rücken kehrt, dann ist er verloren und ist aus der Gruppe auszuschließen.
2. Glaubenseinstellung: Gott ist die Liebe und von daher wird alles vergeben. Die persönliche Einstellung spielt eher eine untergeordnete Rolle. Du kannst machen oder lassen was Du willst, dem untreuen Menschen oder dem Abweichler wird eh vergeben, denn dafür starb Jesus. (Konzept der Allversöhnung)
3. Glaubenseinstellung: Es kommt auf die Einstellung an, die durch das Tun ausgedrückt wird. Individualverantwortung ist ganz wichtig. Gott ist die Liebe und überlässt es dem einzelnen Menschen herauszufinden, ob er Gottes Liebe annehmen oder ablehnen will. Entsprechend wählt der Mensch auch die daraus entstehenden Konsequenzen. Es ist wichtig, was der Mensch tut. Aber dieses Tun ist lediglich die Konsequenz seiner Einstellung. Ich vergleiche das gerne mit einer Beziehung zwischen zwei Menschen. Es liegt an "mir", ob ich an einer Verbesserung der Beziehung arbeiten möchte oder nicht. Jedoch heiraten kann ich den anderen nur, wenn sich der Andere dafür entscheidet - und ich mich auch. Die Verbindlichkeit der gegenseitigen Entscheidung füreinander ist Voraussetzung.
Das "ja" auf Gottes Seite besteht. "Ich" muß mich auch nicht erst bewähren, durch gute Taten beweisen. "Ich" muß auch nicht mir die Vergebung sowie die Liebe Gottes zu mir erarbeiten. Aber annehmen muß ich Gottes Liebe schon.
Einen Automatismus wie bei 2. gibt es nicht. Und nur weil der einzelne Mensch Mitglied einer bestimmten Gruppe gehört, wird ihm die Individualentscheidung "ob er zu Jesus gehören möchte oder nicht und ob er Jesus nachfolgen möchte oder nicht" nicht abgenommen. Und das Argument, welches den Menschen zu der Beziehung zu Jesus überzeugen soll, heißt - von Gottes Seite aus - immer Liebe. Der Abweichler hat - solange er entscheidungsfähig ist - immer die Möglichkeit, die Richtigkeit oder den Fehler seines Denkens seines Verhaltens zu hinterfragen. Beharrt er auf seiner Meinung, ohne Gott besser leben zu wollen, dann ist das so und wird akzeptiert.
So wird es den Menschen geben, der zu Jesus gehört und zu dem Gott sagt: Dein Wille geschehe
und es wird den Menschen geben, der die Liebe Gottes ablehnt und fern von Jesus leben möchte und zu dem Gott sagt - vielleicht schon heute: Dein Wille geschehe.
Und richtig, jede Seite kommt mit zwei Medaillen. Es kommt nicht darauf an, welcher Rasse oder welchem Glauben du zugehörig bist, aber in jedem Falle hast du dich für den Scheiß, den du produzierst, zu verantworten.
Ganz genau!