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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Da drehen wir uns natürlich im Kreise.

Wir stellen damit unser ganzes Moral-, Ethik- und Rechtssystem in Frage.


Oder anders ausgedrückt: Unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist.

Das wird vor Gericht so gehandhabt.

Ich denke, wir sollten soweit möglich in Ordnung bringen, was in Ordnung zu bringen ist... und ganz besonders unsere Schuld.... bevor jemand kommt und uns erst beweist, wo wir schuldig wurden.
 
Ich denke, wir sollten soweit möglich in Ordnung bringen, was in Ordnung zu bringen ist... und ganz besonders unsere Schuld.... bevor jemand kommt und uns erst beweist, wo wir schuldig wurden.

Woran erkennt man selbst, dass man schuldig ist?

Und wie bringt man die Schuld aus der ersten Frage in Ordnung?
 
Woran erkennt man selbst, dass man schuldig ist?

Und wie bringt man die Schuld aus der ersten Frage in Ordnung?

Lieber Tsunami,

unser Gewissen sagt uns im Regelfall, ob und wo wir schuldig wurden und sind. Dies geschieht besonders immer dann, wenn wir unser Denken und Handeln mit dem vergleichen, was uns als Orientierung auf den Weg gegeben wird.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Deutschland einen erwachsenen Menschen gibt, der nicht z.B. von Verkehrsregeln hörte oder von allgemeinen Gesetzen oder von den 10 Geboten. Wir werden bereits als Schulkinder auf Regeln aufmerksam gemacht, die wir (in der Schule) beachten sollen.

Jedesmal, wenn wir auf Regeln bzw. auf Verhaltensgebote stoßen, entscheiden wir „ignorieren“ oder „beachten“. Wir können unser Gewissen abstumpfen, in dem wir unseren Verstand trainieren, Verhaltensgebote und Verbote zu ignorieren. Aber wir können unseren Verstand auch trainieren, über Verhaltensgebote und Verbote nachzudenken und das zu tun, was wir als richtig empfinden. Und dieses Trainieren der Suche, was ist richtig und falsch, hilft uns, ein sensibles Gewissen zu haben.
Ein sensibles Gewissen ist wie ein Meßgerät, welches gut geputzt und gepflegt am besten funktioniert.

Ich kann Dir nicht sagen, wie andere Menschen mit ihrer Schuld umgehen. Ganz allgemein denke ich, gibt es auch die Möglichkeit, Schuld zu ignorieren und zu leugnen. Das empfinde ich wie einen Abstumpfungsprozess, durch welchen der Mensch sein Gewissen desensibilisiert. Ich mache es beim Erkennen meiner Schuld so, dass ich zum Nächsten hingehe und mich entschuldige und versuche einen ggf. durch meine Schuld eingetretenen Schaden wieder gut zu machen.
Und da ich Christ bin, entschuldige ich mich auch bei Gott, der nicht möchte, dass ich an anderen Menschen schuldig werde.

Helfen Dir diese Zeilen?


LG, Nordrheiner

 
Helfen Dir diese Zeilen?

Alles, Nordrheiner, alles. Alles hilft mir dabei, mich in diesem Leben und unter den Menschen zu verorten und zu sein, wer ich bin. Selbst die die düstersten Zeiten meiner Mitmenschen und meine eigenen helfen mir dabei.

unser Gewissen sagt uns im Regelfall, ob und wo wir schuldig wurden und sind

Das Gewissen ist aus meiner Sicht basal nichts anderes als ein Gefühl. Das Gefühl, einen im Dreck liegenden und verhungernden Menschen nicht dort liegen zu lassen. Es sei denn, man wäre selbst derjenige, der im Dreck liegt und hungert.

Dies geschieht besonders immer dann, wenn wir unser Denken und Handeln mit dem vergleichen, was uns als Orientierung auf den Weg gegeben wird.
Was ist was? Vielleich ist beides falsch? Wie genau kann ich denn wissen, ob mein Lebensweg und meine Entscheidungen falsch oder richtig sind?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Deutschland einen erwachsenen Menschen gibt, der nicht z.B. von Verkehrsregeln hörte oder von allgemeinen Gesetzen oder von den 10 Geboten. Wir werden bereits als Schulkinder auf Regeln aufmerksam gemacht, die wir (in der Schule) beachten sollen.

Regeln, Gesetze, Normen, etc., sind nur immer so gut, wie auch das Verständnis dafür da ist. Dass heutzutage sehr viele Menschen gegen Regeln, Gesetze und Gebote rebellieren, ist mir vollkommen verständlich.

Jedesmal, wenn wir auf Regeln bzw. auf Verhaltensgebote stoßen, entscheiden wir „ignorieren“ oder „beachten“.

Das ist ganz gewiss so.

Wir können unser Gewissen abstumpfen, in dem wir unseren Verstand trainieren, Verhaltensgebote und Verbote zu ignorieren.

Und wir können unseren Verstand trainieren, indem wir Verhaltensgebote und Verbote ignorieren.

Aber wir können unseren Verstand auch trainieren, über Verhaltensgebote und Verbote nachzudenken und das zu tun, was wir als richtig empfinden.

Darauf läuft es immer hinaus - ob wir unseren Verstand benutzen oder auch nicht.

Du erinnerst dich:

"Jeder Mensch tut das, was er für richtig hält."

Und dieses Trainieren der Suche, was ist richtig und falsch, hilft uns, ein sensibles Gewissen zu haben.

D'accord.

Ein sensibles Gewissen ist wie ein Meßgerät, welches gut geputzt und gepflegt am besten funktioniert.

Richtig.

In den kleinsten Dingen des Alltags beginnt schon die Korruption. Das verschätzen die meisten Menschen und wundern sich dann, warum diese Welt oder ihre Partnerschaft so korrupt ist.

Ich kann Dir nicht sagen, wie andere Menschen mit ihrer Schuld umgehen.

Ich auch nicht.

Ganz allgemein denke ich, gibt es auch die Möglichkeit, Schuld zu ignorieren und zu leugnen.

Ganz bestimmt. Es ist mitunter der einfachste Weg.

Das empfinde ich wie einen Abstumpfungsprozess, durch welchen der Mensch sein Gewissen desensibilisiert.

Das wird höchstwahrscheinlich so sein.

Ich mache es beim Erkennen meiner Schuld so, dass ich zum Nächsten hingehe und mich entschuldige und versuche einen ggf. durch meine Schuld eingetretenen Schaden wieder gut zu machen.

Das klingt überaus vernünftig.

Und da ich Christ bin, entschuldige ich mich auch bei Gott, der nicht möchte, dass ich an anderen Menschen schuldig werde.

Dann soll dem so sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Weißt du, Nordrheiner, ich bin irgendwie anders aufgewachsen und geprägt als du. Zwar versuche ich immer noch zu verstehen, wie du das mit Schuld genau meinst, aber ich kann mit dir diesbezüglich nur kommunizieren, indem ich mir den Begriff mit Verantwortung oder Dummheit übersetze. Für dich scheint Schuld aber etwas ganz anderes zu sein.

Bei dir klingt Schuld immer groß und schwer und schwarz, wie ein Damokles-Schwert oder so. In meinem Leben wiederum kann ich mich kaum daran erinnern, dass der Begriff Schuld in die eine oder andere Richtung Verwendung fand. Insofern habe ich niemals gelernt, was Schuld eigentlich ist.

~~~

Aus meiner Sicht tun Menschen manchmal unglaublich dumme/schadhafte Dinge - vom Krieg, dem Mord, der Vergewaltigung, der Körperverletzung über den Raub und den Betrug bis hin zum Mobbing und Mangel an Respekt und Fairness. Manchmal tragen Menschen dafür die Verantwortung, manchmal nicht.

~~~

Nordrheiner, ich versuche es gerade noch auf eine andere Weise zu verstehen:

Kann es sein, dass du meinst, dass ein schuldiger Mensch ein ungerechter Mensch ist?

Also:

1) Ein schuldiger Mensch ist nicht gerecht.

2) Ein gerechter Mensch ist nicht schuldig.

Oder?

~~~

Nebenfrage: War Jesus in irgendeiner Weise schuldig?

Warum ja, warum nein?

~~~

Wenn wir davon ausgehen, dass alle Menschen schuldig sind, dann ist auch Jesus schuldig. Und wenn wir von der Dreieinigkeit von Jesus, Gott und dem heiligen Geist ausgehen, dann ist auch Gott schuldig.

Ist da ein Fehler in meiner Schlußfolgerung?

~~~

Weitere Frage: Woher kommt "das Böse" bzw. die Schuld, wenn es nicht Gott in den Menschen eingepflanzt hat?

~~~

Der Mensch hat "das Böse" erfunden? Ganz ehrlich, so intelligent ist er nicht. Vielleicht baut das Ganze eher auf Dummheit? Dann muss man sagen, dass wir mit einer Menge Dummheit gesegnet sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Weiß nicht, ob ich zur rechten Zeit dem richtigen Menschen die richtige Frage stelle, aber ich stelle sie einfach mal:

Was ist das höchste Ziel, um Schuld maximal zu reduzieren?

~~~

Nordrhreiner, wie genau definierst du Schuld?

~~~

Ist es Schuld, sich einen Neuwagen zu kaufen, anstatt das Leben von ein paar Menschen zu retten? Ist es Schuld, zu rauchen und Alkohol zu trinken, anstatt ein paar Menschen davon etwas zu essen zu kaufen?

~~~

Wird nicht so ziemlich jedes Vergnügen in einer westlichen Industriegesellschaft mit einer Schuld bezahlt?

~~~

Betrachte das gesamte globale Netzwerk von Politik, "freiem Handel" und Sozialismus. Schon mal was von Leichenfledderern gehört?

~~~

Für arme Menschen bedeutet Geld Leben. Für reiche Menschen wiederum bedeutet Geld, mit dem Leben anderer zu spielen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Weißt du, Nordrheiner, ich bin irgendwie anders aufgewachsen und geprägt als du. Zwar versuche ich immer noch zu verstehen, wie du das mit Schuld genau meinst, aber ich kann mit dir diesbezüglich nur kommunizieren, indem ich mir den Begriff mit Verantwortung oder Dummheit übersetze. Für dich scheint Schuld aber etwas ganz anderes zu sein.


So ganz verkehrt finde ich die Übersetzung von Schuld mit Verantwortung und Dummheit nicht. Zumindest sind diese Begriffe hilfreich, um sich dem Phänomen Schuld zu nähern.
Beispiel: Wenn der Mensch weiss, was er "jetzt" Gutes tun sollte - tut es aber nicht, dann - so denke ich - trägt er die Verantwortung für sein Nichtsgutestun. Wenn er dafür Strafe oder irgendwelche Nachteile zu erwarten hat, ist es dann nicht dumm, das Gute nicht zu tun?



Bei dir klingt Schuld immer groß und schwer und schwarz, wie ein Damokles-Schwert oder so. In meinem Leben wiederum kann ich mich kaum daran erinnern, dass der Begriff Schuld in die eine oder andere Richtung Verwendung fand. Insofern habe ich niemals gelernt, was Schuld eigentlich ist.

~~~

Aus meiner Sicht tun Menschen manchmal unglaublich dumme/schadhafte Dinge - vom Krieg, dem Mord, der Vergewaltigung, der Körperverletzung über den Raub und den Betrug bis hin zum Mobbing und Mangel an Respekt und Fairness. Manchmal tragen Menschen dafür die Verantwortung, manchmal nicht.
Ich glaube, dass die Menschen immer dafür die Verantwortung tragen. Nur wir als Zuschauer, können das nicht überall und immer erkennen. Und daher kommen wir zu der nach meiner Ansicht falschen Meinung, dass das Böse letztendlich durchaus auch triumphieren kann, weil es ungeschoren davon kommt.
~~~

Nordrheiner, ich versuche es gerade noch auf eine andere Weise zu verstehen:

Kann es sein, dass du meinst, dass ein schuldiger Mensch ein ungerechter Mensch ist?
das kann sein. Aber Schuldhaftigkeit ist nicht auf Gerechtigkeit begrenzt bzw. schliesst nicht unbedingt Ungerechtigkeit ein.
Also:

1) Ein schuldiger Mensch ist nicht gerecht.

2) Ein gerechter Mensch ist nicht schuldig.

Oder?

Ein gerechter Mensch ist im Bereich der Gerechtigkeit ohne Schuld. Jedoch kann auch ein gerechter Mensch lieblos sein - und dadurch schuldig an seinem Nächsten werden.

~~~

Nebenfrage: War Jesus in irgendeiner Weise schuldig?

Warum ja, warum nein?

Von Zeitzeugen wird mitgeteilt bzw. bezeugt, dass Jesus ohne jede Schuld war.
Ich denke, dass Gottes Geist in ihm so vollständig lebte, so dass er noch nicht einmal zu einer Sünde fähig war. Wir Menschen habe einen (angeborenen) Drang, unser Leben eigenständig zu bestimmen und unser Glück zu suchen und zu gestalten.... und dies alles ohne Gott. Das ist aus meiner Sicht der Nährboden für Schuld. Nach meinem Verständnis ist dieser Drang das, was als geerbte Sünde (Sündhaftigkeit, zur Sünde fähigen Natur des Menschen) bezeichnet wird.
Diesen Drang hatte

~~~

Wenn wir davon ausgehen, dass alle Menschen schuldig sind, dann ist auch Jesus schuldig. Und wenn wir von der Dreieinigkeit von Jesus, Gott und dem heiligen Geist ausgehen, dann ist auch Gott schuldig.

Ist da ein Fehler in meiner Schlußfolgerung?
Ja. Fehler in Deiner Schlußfolgerung sind nach meiner Ansicht folgende:
Jesus war zwar Mensch, aber von bzw. durch Wirkung des Heiligen Geistes geboren. Insofern war er Mensch, jedoch ohne den Drang, gott-los zu leben. Siehe auch meinen obigen Kommentar. Im Prinzip ist Schuld als genereller Tatbestand das Nachgeben des Drangs, sein Leben in diesem oder in jenem Punkt ohne Gott gestalten zu wollen.
Da Jesus aber alles was er tat in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes tat, selbst sein Sterben, was ihm offensichtlich schwer fiel, war er auch aus diesem Grund ohne Sünde. Und das, was Gott selbst tut, geschieht auch in seinem Willen. Wir - oder wer auch immer - können Gott nicht davon abbringen das zu tun, was ER selbst will.



~~~

Weitere Frage: Woher kommt "das Böse" bzw. die Schuld, wenn es nicht Gott in den Menschen eingepflanzt hat?
Ich denke durch die aus Liebe geschenkte Freiheit, die wir Menschen nicht gebrauchen, um uns Gott zu nähern und in Übereinstimmung mit Seinem Willen zu leben. Wir wählen oft den gott-losen Weg. Hierzu haben wir die Freiheit - müssen aber auch die Konsequenzen (Schuld) tragen.
~~~

Der Mensch hat "das Böse" erfunden? Ganz ehrlich, so intelligent ist er nicht. Vielleicht baut das Ganze eher auf Dummheit? Dann muss man sagen, dass wir mit einer Menge Dummheit gesegnet sind.
Nein, das Böse haben wir sicher nicht erfunden. Wir sind nur "dumm" genug, unseren Verstand als Mittel zum Zweck zu nutzen, uns von Gott zu entfernen.

Helfen Dir diese Zeilen?

LG, Nordrheiner
 
Wenn du irgendwas auf dieser Welt bewegen wolltest, müsstest du vielleicht reich sein?

Vatikanbank? Drittgrößte Bank der Welt?

Lieber Tsunami,

Zu dem obigen Beitrag lautet meine Antwort:


Wir Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten und auch unterschiedlich große Macht. Mit diesen Fähigkeiten und mit unserer Macht – so klein sie auch sein mag – bewegen wir etwas in dieser Welt, der eine mehr, der andere weniger.

Jesus sagte seinen Jüngern: „Ohne mich könnt ihr nichts tun.“

Wenn ich also etwas im Sinne Gottes bewegen will, so denke ich, ist eine größtmögliche Nähe zu Jesus Christus erforderlich.

LG, Nordrheiner

PS.: zu deinem Beitrag 838 komme ich noch.
 
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