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Eheprobleme

Meister Eder

Neues Mitglied
Hallo Forum,

ich habe mich hier angemeldet, weil auch ich Probleme in meiner Ehe habe. Meine Frau und ich sind beide um die vierzig, seit gut zehn Jahren verheiratet (fast doppelt so lange ein Paar) und haben zwei Kinder im Grundschulalter. Unter der Woche lebt man so vor sich hin, am Wochenende gibt es aber auch gemeinsame Aktivitäten mit Kindern. Das ist ohnehin der zentrale Punkt: Die Kinder. Ich wüsste nicht, ob wir ohne sie noch zusammen wären. Nähe, Zärtlichkeit und weiteres findet seit bald zwei Jahren komplett nicht mehr statt. Hinzu kommt, dass es immer Schwierigkeiten mit der Seite meiner Verwandtschaft gibt. Alles wird seitens meiner Frau auf die Goldwaage gelegt, jedes Verhalten, jede r Kommentar, jede Mimik meiner Eltern oder Geschwister zum Anlass genommen, beleidigt zu sein oder abzuwinken. Ich würde nie behaupten, dass meine Verwandtschaft perfekt ist und ich übe auch Kritik, aber nicht in dieser überzogenen Art und Weise. Dazu muss man sagen, dass ich allen Grund hätte, bei meinen Schwiegereltern ähnlich vorzugehen. Mache ich aber nicht. Aber auch bei anderen Leuten (Verkäufern, Bekannten, usw.) kommt der Satz: „Der/Die ist ja so unfreundlich“ oder „Der/Die redet ja gar nicht mit mir“, wo ich mich teilweise frage, ob ich im falschen Film bin, weil ich daneben gestanden habe und NICHTS dergleichen wahrgenommen habe. Ich würde übrigens sagen, dass ich relativ feine Antennen habe und sehr schnell merke, wenn Stimmungen entstehen, kippen usw.
Das nervt einfach und ich habe vor jeder anstehenden Familienfeier inzwischen schon Bauchweh, weil ich nicht weiß, ob meine Frau nun gerade mal gute Laune hat oder wieder rummotzt. Sie hat das mal auf einem Geburtstag meiner Mutter getan, beleidigt in der Ecke gesessen und auf die Frage, was denn sei, erklärte sie mir wieder irgendwelche hanebüchenen Vorkommnisse, die einfach nicht stimmten. Selber stößt sie teilweise Leute vor den Kopf, aber andere dürfen nicht mal den Hauch von Kritik äußern oder einen wirklich nicht böse gemeinten Scherz bringen. Ich bin echt am Ende meiner Ideen und meines Wohlwollens. Wir haben oft gesprochen und ich habe es auch genau so angesprochen aber dauerhaft hat sich nie etwas geändert. Sie geht auch gar nicht auf mich ein. Als Mensch, der einen anderen liebt, möchte man doch, dass es ihm gut geht, oder? Also nehme ich dem anderen doch seine Last und sage mir: „Egal, was jetzt mal ist, ich mache ihm keinen Kummer“. Ich habe auch angeboten, dass man z.B. nach einer Feier gemeinsam bespricht, was einen alles gestört hat. So mache ich das, wenn mich etwas gestört hat. Aber dieses Rumgemotze, bzw. ein ernstes Gesicht machen und alle rätseln lassen, was denn nun wieder ist, ist doch keine Art. Zumal auch nie etwas wirklich Schlimmes vorgefallen ist. Das ist ja der Witz dabei. Meine direkte Verwandtschaft ist eigentlich sehr nett. Frühere Freunde aus meiner Clique (wir sind weggezogen) sagten immer: Die coolsten Eltern, die es gibt. Mit denen kann man richtig toll feiern und quatschen. Dennoch werden z.B. Handynachrichten an meine Frau (Glückwunsch zum Hochzeitstag, etc.) nicht beantwortet oder höchstes mit einem „Daumen hoch“ quittiert.
Im Gegensatz dazu kann ich mit meinen Schwiegereltern kaum ein vernünftiges Gespräch führen, weil es einfach nur dieses oberflächliche Gerede ist und auch, bei allem Respekt, vielleicht nicht so das Wissen vorhanden ist. Da fragt halt nicht mal einer, wie es einem so geht (also als ernstgemeinte Frage), was die Arbeit macht oder so.

Da es neulich wieder einmal so weit war (Ärger), frage ich mich langsam, ob das das Leben ist, das ich leben möchte. Ich liebe meine Kinder über alles und das ist natürlich auch der Grund, weshalb ich hadere. Geld interessiert mich nicht, ich komme mit wenig aus. Aber die Nähe zu meinen Kindern ist mir wichtig.

Ich habe jetzt einfach drauf losgeschrieben und vielleicht Wichtiges vergessen. Falls das so ist, fragt bitte.

Danke!
 

Hallo Meister Eder,

schau mal hier: Eheprobleme. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo Meister Eder,

da spricht eine große Unzufriedenheit seitens deiner Frau aus deiner Erzählung.
Was hat deine Frau als Ausgleich zum Mutterdasein? Hat sie Freunde, mit denen sie sich trifft? Hat sie eine Arbeit, die sie erfüllt? Hobbies oder andere Aktivitäten? Wo bekommt sie die Wertschätzung, die sie für ihre Zufriedenheit braucht?

Ich denke, es ist ein grundlegendes Problem. Der Alltag hat sich eingeschlichen und die Partnerschaft an sich ist total in den Hintergrund getreten. Hättet ihr denn die Möglichkeit, mal rauszukommen aus dem Trott? Ein Wochenende für euch? Mal ausspannen und Zeit für sich haben.

Das soll keine Kritik an dir sein, ist nur meine Interpretation deiner Zeilen. Ich stecke in einer ähnlichen Situation… ich verstehe eure Lage daher gut.

LG, Anne
 
Hallo Zitronentorte,

danke für deine Antwort. Ja, sie hat eine feste Arbeit, die sie derzeit gewollt als Teilzeitjob ausführt. Sie macht Sport und ich lasse ihr auch den Freiraum, den sie für interessante Dinge braucht. Alles wurde so gemeinsam besprochen. Ich habe auch schon mal einen interessanten Abendkurs gebucht, den wir gemeinsam besucht haben. Oder mal eine Abendvorstellung. Einfach, um mal zu zweit rauszukommen. Das hat auch gut geklappt aber nichts geändert. Eine beste Freundin hat sie nicht (ich habe auch keinen besten Freund, nur ein paar lose Kumpels weit über das Land verteilt) und die letzte Frauenrunde, in der sie war, ist inzwischen auch "blöd" und wird gemieden.
Ich helfe im Haushalt, ich koche gerne am Wochenende und bin auch oft mit den Kindern unterwegs. Wenn ich etwas Schönes sehe, bringe ich es mit, wenn ich der Meinung bin, eine Freude bereiten zu können. Ist andersrum glaube ich noch nie oder zumindest sehr selten passiert.

LG
 
Hallo,
schwierige Beziehungsphase.

Sorge liebevoll und verständnisvoll für Dich.
Pflege Deine Hobbys oder entdecke neue. So lernst Du neue Menschen kennen.

Es ist wertvoll, in solch einer Beziehungsphase mit Menschen zusammenzusein, mit denen
man gerne zusammen ist. Das schafft eine gewisse Balance.
Das könnte jedoch eine gewisse Distanz schaffen, was evtl. die schwierige Beziehungsphase
nicht leichter macht.

Bist Du jeden Tag nach Feierabend mit Deiner Frau und Deinen Kindern zusammen?
Falls das so ist, ist es wertvoll für Dich, alternativen zu schaffen, Hobby pflegen etc.

Deine Frau wird sich nicht ändern. Sie hätte es sonst schon längst getan.

In einer solchen schwierigen Beziehungsphase diese liebevoll lebendiger gestalten zu wollen,
ist meiner Ansicht nach recht schwierig.

Vielleicht könnt ihr bei Euren Wochenendaktivitäten gemeinsame Freunde einladen.

Das ist frustrierend. Sie weiß u.a., wie sie Aufmerksamkeit innerhalb der Familie (Deine Eltern) auf
sich lenkt und die bekommt sie ja auch von Dir.
Vielleicht ist es sehr schwierig für sie innerlich zu erleben, wie wohltuend für Dich Deine Familie
(Eltern etc.) sind und wie anders dagegen ihre Familie ist.
Es gibt Menschen, die auf wohlwollendes negativ reagieren und das Wohlwollende nicht wahrnehmen.
Was immer sie dazu veranlassen mag, hat evtl. die Ursache in der eigenen Kindheit.
Wohlwollendes innerlich annehmen zu können, bedarf einer Herzensöffnung.
Das ist nun nicht als Kritik gegen Deine Frau gerichtet und damit ist auch nicht gemeint, daß sie
verschlossen ist.

Gibt es zwischen Euch beiden Situationen im Alltag, in denen ihr lachen könnt und in denen ihr
netten und freundlichen Humor miteinander teilen könnt?
Halte Deinen inneren Fokus darauf gerichtet. Auch das hilft.

Wie ist sie zu Dir, seit ihr mit Euren gemeinsamen Kindern zusammen? Ist sie Dir dabei wohlwollender
eingestellt?

Redet sie mit Dir über ihre Beziehungsprobleme und sucht sie dabei mit Dir gemeinam nach evtl.
Lösungsmöglichkeiten?

Solch eine schwierige Beziehungsphase kann dauern und sie braucht Deine Geduld.
Es ist auch nicht so einfach, eine Beziehung pflegen zu wollen und gleichzeitig das Familienleben
auch pflegen zu wollen. Da bleibt im Alltag "vieles auf der Strecke".
Auch das liebevolle Sorgen, das liebevolle Kümmern und das liebevolle Dasein zu den Kindern
kann dazu führen, daß die Beziehung im Alltag "irgendwie auf der Strecke bleibt".
Beziehungs- und Familienleben sind sehr große Herausforderungen im Alltag. Zumal es ja auch
noch das Arbeitsleben gibt, welches einen großen Teil des Tages ausmacht.
All das braucht liebevolles Verständnis, liebevolle Fürsorge, liebevolle Geduld und liebevolle
Güte.
Zusammenzuhalten in guten und in schlechten Zeiten ist nicht immer ganz so einfach.

Ich hoffe für Euch zwei, daß ihr beide gemeinsam neue Wege findet, in kleinen Schrittchen
wieder aufeinander liebevoll aufeinander zugehen zu können.
Nur vergess in dieser Lebensphase, in der Du Dich mit Deiner Frau und Deinen Kindern
befindest, nicht, daß Kinder sehr, sehr viel liebevolle Aufmerksamkeit gebrauchen und die
schenkst Du ihnen auch. Du liebst Deine Kinder.
Spricht Deine Frau mit Dir über ihre schulischen Sorgen und teilt sie das mit Dir?
Es ist seine sehr, sehr große Herausforderung für Eltern, sobald ihre Kinder das Schulsystem
betreten und es dadurch im häuslichen Bereich zu mehr Unruhen kommt, ihre Beziehung
zueinander und miteinander nicht aus den Augen zu verlieren. Daß der Wunsch nach Nähe
dabei verlorengehen kann, ist verständlich.
Ihr braucht hin und wieder Zeit für Euch beide gemeinsam. Vielleicht ein kleiner Abendspaziergang
um den Häuserblock o.ä.

Wünsch Dir viel Kraft.

alles Liebe
flower55
 
Danke auch dir, flower55 für deine liebe Nachricht. Als Neuling wird hier jede Antwort von mir noch manuell freigeschaltet, was eine gute Interaktion verhindert. Ich antworte auf deine Fragen, sobald ich mich hier "frei bewegen" kann, ok?

LG
 
Manchmal lebt man sich auseinander, trotz des Erziehungsauftrages.

Besprecht es offen miteinander, vielleicht reicht auch schon eine kleine Auszeit voneinander um sich wieder als Paar, nicht nur als Eltern, wieder zu finden und verlieben.
Wenn auch nach dieser Auszeit kein Verlangen mehr zu spüren ist könnt ihr euch trennen.
 
Ich habe eine Stiefmutter, die mich vom Verhalten her stark an Deine Frau erinnert.
Sie spricht inzwischen kaum noch mit mir und meinen Geschwistern samt unserem Anhang. Auch geht sie im Dorf fast nirgends mehr hin.
Neulich habe ich erfahren, dass sie für ein paar Wochen zur Therapie war.

Ich gehe nach Deinen Schilderungen davon aus, dass Deine Frau grosse Probleme mit sich selbst hat.
Du kannst da wenig machen.
Diese schlechte Laune halte ich nur für ein Symptom, dass es ihr gar nicht gut geht.
Wahrscheinlich täte ihr profesionelle Hilfe gut...
 
Danke auch dir, flower55 für deine liebe Nachricht. Als Neuling wird hier jede Antwort von mir noch manuell freigeschaltet, was eine gute Interaktion verhindert. Ich antworte auf deine Fragen, sobald ich mich hier "frei bewegen" kann, ok?
LG

Hallo,
ist ok.

Im übrigen schließe ich mich den vorherigen Beiträgen an.

Es kann passieren, daß man sich als Paar auf die Jahre gesehen auseinanderlebt
und sich beim Partner/bei der Partnerin eine Unzufriedenheit einstellt.

Vielleicht gibt es für Dich die Möglichkeit, daß Du zu einer Eheberatung gehst, z.B. bei der
Caritas oder einer sonstigen carikativen Einrichtung. Diese ist kostenlos.
Ihr habt so die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre über Euer gemeinsames Miteinander
ins Gespräch zu kommen. Überrede sie dabei nicht und setz sie nicht unter Druck.
Gehe selber zur Eheberatung und lade sie zwischendurch ein, mitzukommen.

Es braucht Zeit, ist die Beziehung "festgefahren", diese wieder neu zu beleben.

In guten und in schlechten Zeiten.
In schlechten Zeiten braucht es viel Kraft, um gemeinsames bewältigen zu können.
Es ist sehr wertvoll für Dich, daß Du Dir Alltagsoasen schaffst, an denen Du Kraft
tanken kannst.

alles Liebe
flower55
 

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