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Ehe oder Trennung

Ich denke ihn zu heiraten wäre nicht fair, so wie Du Dich ausdrückst ist er für Dich nur der Notnagel, den sollte man nicht zum Mann nehmen.
Ich kann auch ihn nicht verstehen, er weiß doch, dass Du Dich für einen anderen entscheiden hast und nur zurückgekommen bist, weil der Dich verlassen hat.
Allein schon Deine Zweifel sollten für Dich Argument genug sein, den Schritt jetzt nicht zu gehen.

Aus meiner Sicht würdet Ihr Euch beide einen Gefallen tun, wenn Ihr die Hochzeit zumindest verschiebt.

Die Sorge, niemand abzubekommen, ist mit Sicherheit vollkommen unbegründet.
 
Eine meiner Schwestern war ziemlich jung ( 16, 17 etwa) und einer ihrer Kollegen warb massiv um sie, sie wurden ein Paar und leben seither zusammen, vierzig Jahre davon verheiratet. Bevor sie heirateten war er nur lieb, nur aufmerksam, nur der perfekte, liebenswürdigste Mann, mehrere Jahre, dann kurz nach der Hochzeit kam der Brutalo zum Vorschein. So ähnlich wie: " wart nur, wenn du mir fix gehörst, dann bin ich nicht mehr der Depp, dann kriegste retour, was du mir angetan hast. Mich so lange betteln lassen, mich so lange hinhalten, mich nicht sofort nehmen wollen usw.. er war sehr gekränkt. Zuerst war er sicher sehr verliebt. Sie eigentlich nicht, aber weil er so viel Zuwendung aufbrachte, willigte sie ein.

Liebe Leute, er hat sie sogar neben mir geprügelt, hatte extrem cholerische Anfälle und mit der Zeit gewöhnte sie sich an dieses Zuckerbrot und Peitsche und lernte umzugehen mit ihm. Sie ist nie aufgeblüht als eigenständiger Mensch, sie ist praktisch "entführt worden" und lebt in einer Art totaler Eingeschüchtertheit- Küche, Kinder, Konkubine, er macht im Kalender minus, wenn sie nicht mit ihm Sex hatte und zeigt uns, wieso er so ist, denn wundern darf uns das nicht, hier gabs in diesem Monat nur zwei Plus, sonst lauter Minus..
Ich kann also nur zuschauen, denn sagen brauch ich da nichts, muss nur hoffen, sie arrangiert sich weiter gut mit diesem Leben. Das totale Patriachat, in Reinform.
Bitte schau, dass du dich kennenlernst, bevor du dich festlegst, TE.
Als unselbstständiger Mensch bist du sehr erpressbar.
 
Es gibt anfangs einen Aufhänger: Verhalten, Geruch, Aussehen.... irgendwas. Der führt dazu sich jemanden näher anzuschauen.
Mit etwas mehr Nähe und Gemeinsamkeiten kann sich Begehren einstellen, vielleicht Liebe.
Da aber der Aufhänger irgendwann, wenn man ihn täglich erfährt, abnutzt ( man kann nicht nur von Brötchen mit Nutella leben), braucht man für "danach" einen Plan.
Dieser besteht in gegenseitigem Vertrauen, in Fürsorge, in Geduld - keine Ahnung.. und gipfelt darin, dass man sich das Gegenüber dazu aussucht, mit ihm "alles" erreichen zu wollen.
Also daran festhalten, heiraten, sich verpflichten.

Wird man älter, so gibt es auf den ersten Blick dieselben Aufhänger - ja.
Aber: man hat bereits Ziele erreicht, seinen Weg beschritten. Es fällt einiges weg was vorher jedenfalls erstrebenswert war.
Ist der Preis zu hoch, lässt man die Anstrengung sein und bleibt alleine, alternativ verabredet man einfach unverbindlich, sich auf künftigen Wegen gerne anzunähern aber nicht mehr um jeden Preis wie damals.

Auch trifft Fantasie auf Realität, beispielsweise wird es schwierig, in gesetzterem alter noch mal neu über eine Familiengründung nachzudenken, die dann ja Aufwand erfordern würde.
Der Aufwand steht aber dem Weiterleben im Weg, nämlich sich irgendwann auch mal um sich selber kümmern zu können und verdienterweise nur noch tun zu können was Spaß macht, was man sich für "danach " erträumt hat.

Zusammenfassend also:
Werde Dir klar was Du für Dich möchtest, lege das fest aber ändere es nicht zu oft, denn sonst kommst Du nie ans Ziel.
 
Wie oft habe ich das schon erlebt: wenn die Beziehung in einer Sackgasse steckt, wird auch noch geheiratet. Nö, keine gute Idee. Das Fracksausen vor der Ehe zu bekommen gehört dazu. Deswegen ist eine Heirat auch eine gute Sache, denn sie brennt die "Schlacke" weg. Also zweifle was das Zeug hält, hinterfrage, was es zu hinterfragen gibt. Aber eine Heirat ändert rein garnichts an eurem Innenleben. Nichts wird durch sie in eurer Beziehung besser oder einfacher. Wenn da vorher schon "zu wenig" war, ist es das hinterher auch noch. Aber Du brauchst einen Anwalt, um Tschüss zu sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber eine Heirat ändert rein garnichts. Nichts wird durch sie besser oder einfacher.
Das glaube ich nicht. Bei einem Paar, das sich offiziell und per Trauschein zueinander bekennt und sich praktisch verpflichtet, da fühlt man sich sicherer, denke ich, oder?
Mir als Mutter hat das sehr geholfen, weil wir verheiratet waren. Wir traten als Familie XY auf, das hat was.
 

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