Vielen Dank für eure Beiträge!
Ich hatte gehofft, keinen Rechtsbeistand nehmen zu müssen und vor allem keinen Antrag beim Gericht einzureichen. Das habe ich tatsächlich voreilig in völliger Verzweiflung getan und sogar beim falschen Gericht eingereicht. Das war am 2. Januar, als meine Tochter morgens nach dem Aufstehen zu mir kam und mir sagte, das sie mit der Umentscheidung ihrer Mutter nicht einverstanden ist und auch nach zwei Gesprächen mit ihr ihrer Mutter Jene nicht davon abweichen wollte.
„Was sollen wir jetzt machen, Papi?“ Was hätte ich ihr darauf antworten sollen?
Ich habe ein schlechtes Gewissen weil ich ihr gesagt habe, das diese eine kleine Entscheidung von ihrer Mutter in meinen Augen nicht richtig ist, habe ihr erklärt, dass ihre Mutter nur das Wohl ihrer Tochter möchte und wir diese Entscheidung akzeptieren müssen. Und das wollte meine Tochter nicht und wir haben über alle Optionen gesprochen, die möglich sind. Ich habe ihr auch erklärt, warum ich nichts mit einem Gericht zu tun haben möchte, weil es wahrscheinlich unangenehme Situationen für meine Tochter geben würde, Gespräche mit fremden Menschen vom Jugendamt und eventuell eine Entscheidung von einem Gericht, der entgegen der von ihrer Mutter ist und ich nicht möchte, das meine Tochter das erleben muss.
Sie wollte den Antrag lesen und ist mit mir zum Gericht gefahren, ich habe mich bei ihr entschuldigt und ihr jederzeit die Entscheidung überlassen, das ich alles sofort rückgängig mache. Ich glaube, als Vater habe ich an diesem Tag total versagt und das belastet mich unendlich.
Seit dem gescheiterten Versuch der Adoption kennt sie die rechtliche Situation genau und für meine Tochter bin ich für sie ihr Vater, kein Stiefvater! Sie liebt ihre Mutter vorbehaltlos und würde ihre Entscheidungen niemals infrage stellen. Nur mit dieser ist sie nicht einverstanden.
@ Marisol:
Ich ziehe den Antrag zurück, weil ich meine Tochter liebe und ihr das nicht antun möchte.
Habe ich meine Tochter „manipuliert“? Ich denke schon, denn ich bin seitdem sie sich erinnern kann ihr Vater und habe sie zusammen mit meiner Frau erzogen. Manipuliert klingt für mich aber sehr negativ, ich würde eher den Begriff „geprägt“ verwenden. Ich ermutige sie dazu, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und für ihre eigenen Wünsche einzustehen.
Ob sie rechtlich meine Tochter ist oder nicht, spielt keine Rolle. Ich bin ihr Vater, nur das ist für sie wichtig.
Ein Antrag vor dem Gericht nach Umgang mit meiner Tochter gemäß ihren Wünschen hat in unserer Situation eine recht große Erfolgs-Chance.
Ich bin mir nicht sicher, was „cringe“ in diesem Zusammenhang genau bedeutet, aber ich mache das alles, weil ich es durchaus als meine Aufgabe als Vater ansehe, wenn meine Tochter mich darum bittet oder mich um Rat fragt.
Meine Frau ist letzten August 40 Jahre alt geworden und hat damit viele Schwierigkeiten gehabt.
Der Titel bezieht sich auf mich, nicht auf meine Frau. Ich bin mir nicht sicher, ob ich aus Egoismus um meine Tochter „kämpfe“ oder aus meiner Liebe zu ihr heraus. Um es klarzustellen, ich denke nicht böse über meine Frau und möchte sie auch nicht schlecht darstellen. Sie war und ist eine tolle Mutter.
Den Haushalt haben wir in den ersten drei Jahren gemeinsam gemacht, danach habe ich das mehr oder weniger alleine übernommen. Die WC’s hat sie bis Anfang letzten Jahres geputzt, ansonsten brauchte sie nicht wirklich etwas machen. Sie hat bis vor zwei Jahren fast überwiegend gekocht, dann hat sie die vegane Ernährung für sich entdeckt und seitdem koche ich „doppelt“, weil ich darum gebeten hatte, dass unsere Tochter sich weiterhin flexitarisch ernähren darf. Jetzt kann ich vegan kochen aber Tofu und Soja hasse ich. Hat gut funktioniert und ich habe mich nie beklagt, weil ich in der Hausarbeit immer eine sinnvolle Beschäftigung für mich gesehen habe. Besser als Kneipe oder Fußball…
Trennungsgrund? „Meine Seele braucht Abstand und du hast das Sex-Thema zerredet“.
Übersetzung für meine Tochter: Mama und Papa haben sich auseinander gelebt und Papa hat den Fehler gemacht, in den letzten eineinhalb Jahren zu oft zu fragen, ob es Mama gut geht und was mit ihr los ist. Wahrscheinlich auch nicht sonderlich pädagogisch wertvoll.
Ich muss sicherlich nicht alles bezahlen, aber ich möchte dennoch, das es beiden weiterhin gut geht.
Meine Frau hat vor fünf Stunden meine Tochter abgeholt. Wir haben heute morgen gemeinsam ihre Sachen eingepackt, die sie mitnehmen muss. Und sie hat bei vielen Dingen gesagt, dass sie hier bei mir bleiben sollen. Sie besteht darauf, dass wir uns nächste Woche Samstag meine neue Wohnung ansehen und sie mir dann sagt, wie ihr neues Zimmer eingerichtet werden soll.
Ich fühle mich jetzt traurig, vermisse schon jetzt meine Familie und habe Angst.