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Duales Studium Informatik

M

Michael92

Gast
Hallo Leute,
ich habe ein Problem. Hab vor ein paar Monaten ein sehr gutes Abitur bestanden und war danach total in Sorge was ich nun machen soll. Habe mich dann auf ein duales Studium Informatik bei einer Firma beworben, jedoch ohne vorheriges Praktikum und dergleichen. Arbeite nun seit ein paar Tagen und irgendwie fühl ich mich unglücklich. Ich habe irgendwie Angst hinter dem Pc zu versauern, weiß nicht ob Informatik das richtige für mich ist und habe irgendwie (auch wenn sich das blöd anhört) das Gefühl ich hätte einen anspruchsvolleren Beruf ergreifen sollen oder nur studieren sollen. Zudem läuft es familiär und beziehungstechnisch auch nicht gut bei mir...fühl mich total allein und unsicher...In der Schule hatte ich zwei Vorlieben: Geschichte und Informatik, aber da ich dachte mit Geschichte schwer einen guten Job zu finden, habe ich Informatik gewählt. Nun plagen mich aber jeden Abend Zweifel, ob ich wirklich das richtige Studium und den richtigen Beruf für mich gewählt habe, wenn ich daran denke, dass ich in 40 Jahren allein vorm Pc sitze werde ich total traurig...bitte helft mir.
 
Also erst mal versauert man in Informatik nicht einfach nur hinter dem Rechner. Da ist viel Teamwork gefragt. Mich wundert, dass du nach einem "anspruchsvolleren" Beruf eiferst. Entweder, du bist ein Supergenie und Informatik ist für dich wie Marmelade einkochen oder du weißt schlichtweg nicht, was da noch auf dich zukommt 🙄
In anderen Berufen "versauerst" du in dem Sinne auch an irgendwas. Sei es der Schreibtisch, die Rezeption, die Praxis, die Werkstatt, was auch immer! Du wirst immer mal wieder alleine Dinge erarbeiten müssen.

Einen dualen Studienplatz zu ergattern ist etwas, um das dich viele viele andere beneiden würden! Du bekommst nämlich Kohle und musst keine blöden Praktika machen, wie andere Studenten, die nur an der Uni sind.

Was versprichst du dir denn von "nur studieren"? Wenn du wirklich der Meinung bist, dass du einen anderen Studiengang machen willst, dann kannst du dich meines Wissens nach noch bis Mitte September in einen ganzen Haufen anderer zulassungsfreier (!) Studiengänge einschreiben.
 
Ich bin Fachinformatiker, allerdings über Ausbildung, nicht duales Studium. Wobei mich letzteres bisher auch nicht überzeugt hat, denn ich arbeite mit solchen Softwareentwicklern zusammen. Ja, zusammenarbeiten, denn wie Cone es bereits beschrieben hat ist arbeiten im Team durchaus an der Tagesordnung.
Je nach dem in welchem Bereich zu arbeitest ist auch mal Kontakt zum Kunden angesagt, generell wird oft empfohlen dass sich der Informatiker den eigentlichen Arbeitsablauf selbst einmal anschaut, bevor er eine Software entwickelt die diesen abbilden bzw. unterstützen soll.
Die Idee eines kettenrauchenden und kaffeetrinkenden übergewichtigen Typen, der in einem Keller sitzt und seine Arbeitsanforderungen in Papierform unter der Tür durchgereicht bekommt, diese umsetzt und seinerseits nach 3 Monaten eine CD mit dem fertigen Programm wieder unter der Tür zurück schiebt, ist ein lustiges Klischee, an der Realität aber völlig vorbei.

Der Bereich Informatik ist ein extrem weites Feld, auch Bereiche der Systemadministration stehen einen da offen, es muss nicht Softwareentwicklung sein. Aber fast allen ist das lebenslange Lernen gemeinsam, immer neue Technologien, immer neue Herausforderungen, immer neue Fehler... Mit ein Grund weshalb ich diesen Beruf gewählt habe.
Natürlich gibt es, gerade in der Finanzbranche, weit besser bezahlte Berufe. Aber vom Anspruch her würde ich Informatik schon eher weiter oben einordnen. Nicht umsonst die Vorsilbe "Fach-"Informatiker, der in einem Atemzug mit Juristen und Ärzten genannt wird und als hochqualifizierter Beruf gehandelt wird.
Je nach dem was du kannst sind der Komplexität beim Umgang mit Computern im Grunde keine Grenzen gesetzt. Wenn du dein erstes mathematisch nicht lösbares Problem in einem Programm per Näherungsfunktionen gelöst hast weißt du was ich meine. ^^
Gute Fachinformatiker sind allerdings sehr selten und entsprechend gefragt. Nicht zuletzt, weil gut geschriebener Sourcode, im Sinne von umfassend konfigurierbar, eingängiges Benutzerinterface und die fachlichen Anforderungen erfüllend, richtig wertvoll sein kann.
Je mehr bei der Entwicklung berücksichtigt wurde und je höher die Wartbarkeit, je weniger Fehler, desto besser das Programm. Wie gesagt, da kann man sich manchmal richtig austoben und immer wieder an seine Grenzen gehen.

Die Frage ist eher ob du Spaß daran hast auch mal knifflige Probleme zu lösen, bei mysteriösen Fehlern Dedektivarbeit zu leisten und Buisnessanalyse zu bereiten, oder eben Systemwartungen durchzuführen (je nach dem). Mir persönlich gefällt es sehr Anforderungen zu analysieren, mir ein Konzept zu überlegen, es umzuetzen und dann zu sehen dass (bzw. ob) es funktioniert. Meiner Erfahrung nach muss man diesen Funken allerdings in sich tragen, manche haben das, andere nicht.
Besonders toll auch das Staunen, wenn das Programm in seinem Verhalten und seiner Komplexität die Anwender überrascht und in den hinteren Reihen bei der Präsentation was von schwarzer Magie gemurmelt wird 😉
 
Also Informatik im dualen Studium ist doch nicht anspruchslos.
Wenn du das fertig hast, stehen die viele Möglichkeiten offen, dir dein Berufsleben so zu gestalten wie du es möchtest.

Konzentriere dich lieber darauf, deine persönlichen Probleme zu lösen. Sich in einer Beziehung allein zu fühlen ist gar nicht gut. Woher kommt das?
Hast du Probleme mit deiner restlichen Familie? Wie gehst du dabei mit dir um?
Bist du umgezogen, mußt du dir einen neuen Freundeskreis aufbauen?
Du wirst sicher bei den Arbeitskollegen oder sonst wo Freunde finden können. Sei offen.
 
Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten,
zur letzten: Bin vor kurzem von meiner ersten Liebe verlassen worden, familär viele Probleme...Ich hab total Angst auch gesundheitliche Probleme zu bekommen gerade, Rückenprobleme oder mit den Augen...Zudem habe ich mich vertraglich verpflichtet 4Jahre bei der Firma weiterzuarbeiten, wodurch ich mich auch total eingeschränkt fühle...Hauptgrund für ein duales Studium war vor allem von daheim wegzukommen und finanzielle Unaghängikeit zu erlangen.
 
Erstmal vielen Dank für die vielen Antworten,
zur letzten: Bin vor kurzem von meiner ersten Liebe verlassen worden, familär viele Probleme...Ich hab total Angst auch gesundheitliche Probleme zu bekommen gerade, Rückenprobleme oder mit den Augen...Zudem habe ich mich vertraglich verpflichtet 4Jahre bei der Firma weiterzuarbeiten, wodurch ich mich auch total eingeschränkt fühle...Hauptgrund für ein duales Studium war vor allem von daheim wegzukommen und finanzielle Unaghängikeit zu erlangen.

Na schau, letzteres hast du doch erreicht 🙂 Zumindest dafür ist dein Weg doch super.
4 Jahre nach dem Studium noch verpflichtet? Sieh es mal anders... du hast einen sicheren, später gut bezahlten Job auf Jahre. Auch wenn du es vielleicht noch nicht erkennst: Das ist sehr viel wert. Und danach hast du immernoch die Freiheit alles zu machen was du willst. Vielleicht kommt es dir ewig vor, aber komm erstmal an, dann vergeht die Zeit wie im Flug.

Zu deinen persönlichen Problemen: Tut mir leid daß du verlassen worden bist 🙁 Konzentrier dich erstmal auf dich. Mach Sport gegen deine gesundheitlichen Probleme, such dir ein schönes Hobby das dir Spaß macht. (Das mit den Augen verstehe ich so leider nicht, sorry)
Lass dich erstmal in deiner neuen Situation ankommen, ja? Und schau dir genau die positiven Dinge an. Alles wird gut 🙂
 
Aber woher weiß ich ob das wirklich der richtige Job für mich ist? Wenn ich meine Freunde so ansehe, die werden Arzt,Lehrer oder gehen zur Polizei...ich bezweifle das ich jemals Kundenkontakt haben werde und hab echt total Angst später zu bemerken, dass ich den falschen Job ergriffen habe und er mir nicht Spaß macht...ich empfinde einfach keine Freude an der Arbeit im Moment, ich hab mir früher immer vorgestellt aufzuwachen und voller Erwartung in die Arbeit zu gehen, mit Vorfreude und Spaß....
 

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