Hallo Hall 🙂
ich glaube, ich kann ganz gut verstehen, was Dir Druck macht! Wie Dir geht es sicherlich nicht nur vielen Schülern, sondern auch vielen Erwachsenen im Berufsleben.
Viele spüren Erwartungen und Druck, bekommen Kopf- oder auch Bauchschmerzen, wenn sie daran denken, was man leisten müsste, und das Schlimme ist, dass diese Bauchschmerzen dann unterschwellig alles "unterwandern" können, was unabhängig von der Leistung Spaß macht. Ich kenne das auch.
Klar, Deine Eltern wollen das Beste für Dich, wünschen sich einen guten Schulabschluss und damit einen guten Start ins Berufsleben. Und Lehrer wünschen sich das für ihre Schüler doch letztlich auch. Wenn sie sehen oder glauben zu sehen, dass jemand noch mehr aus seinem Talent machen könnte, neigen sie dazu, denjenigen oder diejenige anzustupsen. Auf Dauer kann sich das ganz schön nervig anfühlen…
Das Interessante ist, dass einem die Eltern manchmal noch so oft sagen können, dass sie zufrieden sind, dass sie gar nicht erwarten, dass man immer Einsen schreibt – aber, wie Du auch schreibst, an verschiedenen Zeichen merkt man, dass das vielleicht nicht ganz so stimmt.
Oder aber – und das ist eigentlich das Interessanteste – man meint es zu merken. Das Schwierige ist nämlich manchmal, dass man etwas in das Verhalten anderer Menschen hineindeutet, was da nicht drin ist. Das existiert dann nur im eigenen Kopf.
Beobachte deine eigenen Wahrnehmungen doch noch mal daraufhin: Ob da ein rechthaberischer Superkritiker in deinem Kopf hockt, der Dir Druck macht und mit nichts so richtig zufrieden ist, was Du machst. Der Dir vielleicht einflüstert, dass Deine Mutter zwar das eine sagt, aber doch bestimmt etwas anderes meint …
Oder wenn man mal gemütlich chillen möchte, dann kommt er daher und sagt: Du müsstest aber… und hast du schon die Englischvokabeln…? Oh, und die Zeugnisse und das Abitur und das Studium und die Rente…
Dann muss man ganz klar sagen: Stopp! Denn das meiste davon ist nämlich Kopfkino. Und Kopfkino hat mit der Realität oft nicht sehr viel zu tun. Die Realität ist: Step by Step und manchmal einfach nur Babystep by Babystep. Das heißt: Es liegt immer nur das jeweils Nächste an, der nächste Schritt, die Stunden des jetzigen Tages, der nächste Tag. Wenn man das mal überschaubar hält, dann kann man sich selbst ganz schön viel Druck selbst nehmen. Also immer gucken, was nötig ist: die nächsten Hausaufgaben, die nächste Klassenarbeit... Übersschaubar - und mit genügend Zeit zum Abschalten mit Hobbys und Freunden.
Man kann diesen Superkritiker im eigenen Kopf in seine Schranken weisen, indem man ganz klar prüft: Hat er Recht? Ist das wirklich so, wie er sagt? Oder kann das, was man wahrgenommen hat, nicht auch ganz anders sein?
Wenn ich z.B. im Gespräch mit Menschen so was Widersprüchliches wahrgenommen habe, dann hilft es mir eigentlich immer, wenn ich das anspreche, wenn ich dem anderen sage: Ich habe jetzt den Eindruck, dass… oder: Bei mir kommt das jetzt so rüber, als… Dann kommt man ins Gespräch, der andere kann das richtig stellen und man kann gemeinsam überlegen, was man machen könnte.
Erst mal so weit zu Deiner Frage.
Sei herzlich gegrüßt von Emma