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Drogenproblme in der Partnerschaft

Sapale, danke für Dein Feedback.

Glückwunsch zu Deinem Sohn, der sich prächtig entwickelt. Du kannst echt stolz auf ihn sein

Seiner Meinung nach, bin ich ja Schuld an seinem Konsum

An dieser Stelle würde ich einhaken.

Ich kann es sogar nachvollziehen, daß Du Dich nicht trennen kannst

War selbst mit einem Junkie zusammen. Herz aller Liebst - bin heute noch befreundet.

Ich kann Dir nicht beschreiben, wie viel Herzblut ich reingesteckt habe.

Er ist erst clean geworden ich mich getrennt habe.

Das ist über 10 Jahre her und wie gesagt, immer noch guten freundschaftlichen Kontakt. Ich freue mich so sehr für ihn. Er ist heute 47 J. und mit 16 J. gleich gefixt.

Alles Gute

Kolya
 
Vorsicht, langer Text - und Entschuldigung für so viele Worte.

Sapale, ich kann es auch gut verstehen dass da eine Trennung nicht einfach ist.

Bin auch mit einem Mann zusammen, den ich liebe, bei dem ich mir aber auch schon x-mal überlegt habe, dass ich eigentlich ausziehen sollte - es geht nicht um Drogen, aber Situationen die sich ein Mensch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte eigentlich nicht gefallen lassen sollte.

Was spricht in einer Beziehung für oder gegen eine Trennung, wenn (wie Du schreibst) hinter Drogen und Problemen ein guter Mensch steckt? Letztendlich muss sich jeder selbst fragen, wie viel er erträgt, aber es gibt doch bestimmte Grenzen:

Ein absoluter Trennungsgrund wäre für mich physische Gewalt. Du schreibst, das kommt bei Euch nicht vor.

Wo es aber auch gefährlich wird: wenn Deine Gesundheit darunter leidet - wie viele Nächte verlorener Schlaf zum Beispiel? Wie sehr leidet Deine psychische Gesundheit? Wie oft kommen seine Eskapaden vor? Einmal im Monat, mehrmals im Monat, bis auf kurze Abstände immer? Gibt es Situationen, wo die Schulkarriere Deines Kindes durch die Eskapaden Deines Mannes leidet?

Wenn Deine finanzielle Zukunft beeinträchtigt wird: Wo bekommst Du Dein Geld her? Was geschieht auf Dauer, wenn Dein Partner es verprasst? Wenn Du im Alter finanziell versorgt sein musst und alles ist weg wegen Drogen- und Spielsucht? Oder Dein Kind wird krank und Du brauchst jeden Cent? Was ist mit Sachen, die er kaputt macht und die Du neu kaufen musst - sind das Kleinigkeiten, oder auch mal Dein Computer oder Dein Auto?

Ich verstehe, dass Du helfen willst und versuchen möchtest, den guten Menschen wiederzubekommen, der er einmal war. Leider braucht es dazu in solchen Situationen "Tough Love" (auf gut deutsch: ein kräftiger Schuss vor den Bug) - und das bedeutet, dass Du gehen musst, zumindest vorübergehend, bis er bereit ist, sich zu ändern, und das auch ganz deutlich zeigt. Und selbst dann ist der Weg noch lange nicht zu Ende - da kann erst Einsicht kommen, Besserungsversuche, Hoffnung, dann wieder Rückfälle, Enttäuschung, Elend. Wenn Du diesen Weg gehen willst, bereite Dich innerlich vor.

Du sagst, er war Dein erster Freund. Damals fandest Du ihn vielleicht supercool? Warst Du stolz als er Dich wollte, und keine andere? Habe mich da gestern an einen Schwarm von vor 23 Jahren erinnert, wie er ganz fertig vor mir stand und nuschelte "Ich bin heute total zugekokst!" Mann, er war so unglaublich hübsch, unglaublich cool - wäre ich nicht so schüchtern gewesen, hätte ich mich ihm sofort in die Arme geschmissen. Und heute sage ich mir, was ein Glück, dass er nie Interesse gezeigt hat! Wahrscheinlich würde ich mir heute die Radieschen von unten anschauen - ich wäre sicher nicht so stark wie Du gewesen, von dem harten Zeug auf Dauer die Finger zu lassen!

Wer sind all diese Menschen, die im Drogensumpf untergehen? Das sind oft so wunderschöne Seelen. Ich war einige Jahre in der Punk-Szene unterwegs, habe einige Monate auf der Straße gelebt, und werde immer noch traurig, wenn ich an all die guten, lieben Menschen denke, die dort untergegangen sind. Ich möchte die am liebsten alle in den Arm nehmen, an der Hand nehmen, dort hinführen, wo sie all die Liebe bekommen, die sie verdienen. Aber es klappt so selten, und es funktioniert nie, nie, nie, wenn der Mensch nicht selbst bereit ist, seine Probleme anzugehen - dann gehen wir stattdessen mit unter.

Ich bin trotz der Probleme bisher bei meinem Mann geblieben. Warum? Keine harten Drogen. Krisen geschehen nicht oft (höchstens alle paar Monate). Es ist keine körperliche Gewalt im Spiel. Mein Mann zeigt Einsicht. Allerdings bin ich oft ein paar Tage ausgezogen, und er weiß, dass ich zur Not auch für immer gehen würde.

Entschuldigung, jetzt wird das hier richtig lang. Aber ich bin sehr neugierig wegen Deinem Kind, weil ich auch einen 13-jährigen Sohn habe. Wie schaffst Du das, dass Dein Kind nichts von den Problemen Deines Partners merkt? Was sagst Du Deinem Kind, wenn Dein Partner nächtelang nicht schläft oder sogar randaliert?
Ich war immer sehr offen - ob das gut ist, weiß ich nicht. Mein Sohn weiß schon lange, dass sein Vater psychische Probleme hat - ich habe ihm erklärt, was PTSD und bipolare Störung sind, und habe auch schon mit ihm über die Möglichkeit gesprochen, wegzuziehen.

Wie gesagt, ich weiß nicht, ob das besser oder schlechter ist als Deine Lösung. Hier ging es oft gar nicht anders - dass manchmal etwas mit meinem Mann nicht stimmt, war einfach immer offensichtlich - ich stelle es mir als Drahtseilakt vor, so etwas vor einem Kind zu verstecken.

Ich drück Dich ganz herzlich! 🙂
 
Sapale,

keiner spricht davon, dass dir eine Trennung leicht fallen soll, das ist nach so einer langen Zeit kaum möglich.
Und dass die Drogenberatungsstelle keine Hilfe ist, heißt nicht, dass es nicht dennoch Hilfe und Unterstützung für dich und dein Kind geben kann. Wie wäre es mit einer Frauenberatungsstelle? Oder eine Beratung bei einer anderen Hilfsorganisation?

Jedenfalls solltest du handeln, denn irgendwie hat er dich doch ziemlich im Griff, von wegen eine Trennung erträgt er nicht. Das kann nicht deine Baustelle sein, was er erträgt oder nicht, wichtig ist, was du dir und deinem Kind zumuten kannst und wie das weiter gehen soll. So darf es nicht bleiben, ihr geht daran mehr oder wenig zielstrebig zugrunde.
Im Übrigen könnte es genau das sein, was dein Partner braucht: Eine sehr konkrete, klare Handlung, die eine Konsequenz aus seinem Verhalten ist.
Gut wenn das Geschäftliche über ihn läuft, umso leichter kannst du aussteigen.
Wenn du es nicht für dich tun kannst, tu es für dein Kind.
 
Nimm das Kind, packt eure Sachen und raus aus der Wohnung !
Sucht euch irgendwo eine Unterkunft. Vielleicht könnt ihr bei Verwandten oder Bekannten unterkommen.
Wenn nicht, dann ins Hotel.

Und das mit dem Geld verstehe ich auch nicht. Du lässt Dich ja beklauen.
Sperr Dein Konto auf der Stelle und lass kein Bargeld mehr rumliegen !
Mach den Hahn zu !

Du kannst ihm nicht helfen. Jemand in seiner Lage muss selbst entscheiden ob er so weitermacht oder nicht.
Das einzige was Du tun kannst, ist, Dich selbst und das Kind zu schützen.

Des Weiteren ist ein Auszug eine gute Ansage um zu zeigen dass Du das nicht mehr akzeptierst.
Das dürfte ein Mittel sein damit er hoffentlich aufwacht und bemerkt dass er alles verliert wenn er nichts unternimmt.
Ob er dann handelt oder nicht, das musst Du abwarten.
 

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