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Doch Kätzchen ?

Ja, Peter,

das sieht bei Josie ganz danach aus... im Grundsatz sind Katzen sowieso viel weniger Freigänger als Kater.
Aber bestätigen geht nicht - jede Katze hat eine andre Persönlichkeit.

Peter
 
Wisst ihr, auf der einen Seite würde ich mich total freuen, wenn Josie bei mir einziehen könnte, und ich wäre auch total froh, wenn ich sie schon morgen abholen könnte, und ich liebe sie auch unheimlich...aber auf der anderen Seite habe ich dieses "Lieber-nicht"-Gefühl...ich weiß nicht, warum. Kennt ihr das auch ?

Ich habe solche Angst, dass etwas schieflaufen könnte...dass sie sich nicht wohlfühlt, oder dass sie am Ende dann doch gerne rausmöchte...

Bitte versteht das nicht falsch, ich liebe Josie und ich freue mich auch total, wenn sie dann hier einzieht...

video
 
Ist die Angst vor Veränderungen, die gibts auf vielerlei Art..

Du machst dir zuviel Sorgen, Peter - freu dich doch lieber...

Peter
 
Ja, Pete hat so ziemlich recht, das ist wirklich von der Persönlichkeit der jeweiligen Katze abhängig. Ich selbst habe ja schon berichtet, dass meine Muschmusch in der Hinsicht absolut keine Probleme hatte.
Sie war 5 Jahre Wohnungskatze, bevor ich sie bekam. Bei mir konnte sie dann immer raus, brachte mir sogar einmal Babys im Bauch mit. 🙄 Nach eineinhalb Jahren Freilauf gewöhnte sie sich wegen Wohnungsumzug daran, als ausschliessliche Wohnungskatze zu leben. Nach 11,5 Jahren ohne Freilauf wurde sie in ihrem letzten Lebensjahr dann doch noch mal zur Freigängerin, als wir unser Haus kauften.

Die Katzen meiner Schwägerin dagegen zerlegen das halbe Haus, wenn sie mal nicht raus dürfen.

Mein Bruder ist momentan im Krankenhaus und ich betreue seine Katzen solange. Aus welchen Gründen auch immer verweigern die beiden zur Zeit den Freilauf, obwohl sie eigentlich ausgesprochene Freiläufer sind. Ich füttere sie morgens, und lasse die Haustür auf, so dass sie nach dem Fressen rauskönnen, während ich das KaKlo säubere und die Fische versorge. Aber nichts, selbst gute Worte und Locken hilft nicht. Ich versuche auch über Tag zwischendurch, sie rauszulocken, ist ja kein Ding, da mein Bruder seine Wohnung bei uns mit im Haus hat, aber sie wollen partout nicht vor die Türe.

Die Katzen meiner Freundin waren von kleinauf an Freigänger und als sie nach 10 Jahren dann in eine andere Wohnung zog, wo kein Freilauf mehr möglich war, haben sich die Katzen nach kurzer Zeit auch daran gewöhnt, drinnen zu leben.
Du siehst, es ist wirklich immer verschieden, aber Josie ist ja schon seit längerem nicht mehr an Freiheit gewöhnt, ich denke nicht, dass es deshalb Probleme mit ihr geben sollte, wenn sie zu dir kommt.

Liebe Grüße
 
Wisst ihr, auf der einen Seite würde ich mich total freuen, wenn Josie bei mir einziehen könnte, und ich wäre auch total froh, wenn ich sie schon morgen abholen könnte, und ich liebe sie auch unheimlich...aber auf der anderen Seite habe ich dieses "Lieber-nicht"-Gefühl...ich weiß nicht, warum. Kennt ihr das auch ?

Ich habe solche Angst, dass etwas schieflaufen könnte...dass sie sich nicht wohlfühlt, oder dass sie am Ende dann doch gerne rausmöchte...

Bitte versteht das nicht falsch, ich liebe Josie und ich freue mich auch total, wenn sie dann hier einzieht...


Doch Peter, kenne ich auch! Im Nachhinein stellt sich dann immer heraus, dass alles halb so wild ist. Ich hatte dir ja von meinem Pferd damals berichtet. Da war eigentlich auch alles soweit geregelt, dass ich es jederzeit hätte kaufen können. Trotzdem hatte ich noch 1000 Gedanken und Ängste, was alles schiefgehen könnte. Was wenn´s Streit mit dem Bekannten gibt, auf dessen Koppel das Pferd stehen sollte; was, wenn ich mich mit den laufenden Kosten verspekuliert habe; was, wenn mal etwas Unerwartetes passiert..... Und so schleppte ich die Entscheidung vor mir her, bis der Besitzer mich anrief und mitteilte, dass jemand anders nun kaufen wollte. Da kam ich dann erst in die Puschen.

Und auch, als ich meine Hündin damals bekam machte ich mir wahnsinnige Gedanken, ob sich Borsti mit ihr verträgt, ob ich es schaffe, sie zu erziehen, ob sie sich mit den Katzen verträgt...

Es ist wirklich so, Augen zu und durch, es wird sich alles finden. Du musst nur nicht zu hochgeschraubte Erwartungen hegen. Wenn Josie ganz neu bei dir ist, wird sie die ersten Tage verängstigt und geduckt durch ihr neues zuhause schleichen. Vielleicht wird sie sogar erstmal kartzbürstig sein, weil sie solche Angst vor dem Neuen hat. Aber das gibt sich alles. Du darfst bloß dann nicht vorzeitig die Flinte ins Korn werfen und meinen, sie mag dich nicht. Es ist einfach nur die Eingewöhnung. Hab keine Angst, es wird alles schon. 😉 🙂

Liebe Grüße
 
Boah, mein Alter hat mich eben so fertiggemacht, in Bezug auf Josie.

ich erzählte ihm von meinen Ängsten, aber auch von der Vorfreude, und er sagt dann so Sachen, die mich voll traurig und wütend machten:

"Also, ich will dir mal eins sagen, mein Junge, jetzt bist du natürlich total aufgeregt "haha, jetzt kriege ich eine Katze, juhu", aber ich sage dir, dass es viel schwieriger werden kann, als du es dir vorstellst. Denn Mister Schicksal wird es bestimmt so hinbiegen, dass du deine Erwartungen nicht kriegst. Mister Schicksal wird schon dafür sorgen, dass Josie nicht bei dir schläft, und wenn, dann zerkratzt sie dein Bett. Aber auf jeden Fall. Was denkst du, warum sie Krallen hat, Junge ? Mister Schicksal wird auch dafür sorgen, dass Josie vielleicht lieber zu uns kommt, als zu dir...nur, damit du Erfahrungen sammelst.
So, wenn du jetzt aber sagst "Papa, ich möchte dieses ganze Projekt Katze abbrechen. Das Scheißvieh kommt nicht zu mir, nur zu euch, es reicht mir !", dann werde ich ganz bestimmt nicht sagen "Aber Peter..." sondern dann muss ich sagen, deine gesammelten Erfahrungen, die du gemacht hast, sind mir wichtiger als jede Katze. So bin ich gebaut. Und dann muss ich sagen "Ok, der Mistköter kommt weg".
Du wirst schon sehen, Junge, Josie wird es nicht interessieren, als was du dich für sie betrachtest, als ihr Lover oder ihr Ehemann oder sonstwas. Josie wird sich sagen "Leck mich !" und geht dann vielleicht zu deinem kleineren Bruder oder zu deiner Mutter. Kann alles sein...
Und außerdem musst du bedenken, dass du immer dafür sorgen musst, dass sie ausreichend Futter bekommt. Dafür musst du immer sorgen. Aber das kannst du ja nicht, weil du meistens 8 Stunden in der Schule hockst, an einem Tag in der Woche kommst du sogar erst um 16:30 nach hause. Wer soll Josie dann Futter geben ? Wenn es dann deine arme Mutter machen wird, dann wird Josie sagen "Ok, mein eigener Besitzer gibt mir kein Essen, dann verziehe ich mich halt zu seiner Mutter, und bleibe auch dort"...
Junge, du stellst dir alles so einfach vor, aber irgendwann nach 3 Wochen wirst du sagen "Du, Papa, Josie hat mich enttäuscht und ist untreu geworden, und ich will sie nicht mehr haben...". Tja, das ist dann natürlich schade, aber du hast wenigstens Erfahrung gemacht"

(Frei aus Gedächtnisprotokoll nachgeschrieben)

Ich bin mir nach diesem "Gespräch" noch unsicherer geworden, ob das alles klappen kann. Ich weiß ja, dass er sehr auf klare und unmissverständliche Sprache apicht ist, aber das geht schon zuweit. "Ich will sie nicht mehr haben..";"Der Mistköter";"Das Scheißvieh"...Was soll das ? Josie ist kein Scheißvieh !

Ich bin grade so down und auch wütend. Mein Vater denkt, ich möchte Josie nur haben, weil ich etwas brauche, worüber ich dann berichten kann...

"Ich will sie nicht mehr haben"...das sagen viele Leute, aber es macht mich total traurig mir vorzustellen, was die arme Katze dabei denkt..."Warum liebst du mich nicht mehr ?"..."Du hast mich damit sehr verletzt"..."Ich mag dieses Tierheim nicht"..."Warum hast du mir so wehgetan ?"...

Grade eben habe ich für ein paar Sekunden aufgehört zu schreiben, weil ich mir ein paar Tränen aus dem rechten Auge gewischt habe...kein Witz, ist echt so...

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Also Peter,

wenn du deinen Vater kennst, hättst ihn besser garnicht erst gefragt.
Und glaub mir, so wird es nicht kommen.
Josie ist ne erwachsene Katze und kein Baby.
Ja schön, du kannst ihr mehrmals täglich (wenn du zuhause bist) ne kleinere Portion Futter geben - denn Katzen mögen das nicht wenns eingetrocknet ist.
Aber es geht auch so - der Monty bei meiner Frau bekommt morgends und abends Futter, hat nebenbei noch Trockenfutter zum knabbern, und sie ist wochentags garantiert tagsüber länger weg als du (60 km zur Arbeit, hin und zurück - rund 12 h abwesend)..
Nee, glaub blos nicht oder lass dir nicht weismachen, dass du Josie wie ein rohes Ei behandeln müsstest - es ist nicht so.

Und nu beruhige dich wieder - das wird alles viel einfacher als du denkst.

Peter
 
Wobei es ja auch so ist: Wenn Josie dann wirklich herkommt, dann wird sie die ersten Tage wahrscheinlich sehr ängstlich reagieren. Schließlich kennt sie das hier alles noch nicht, und muss sich aber noch eingewöhnen. Das einzige, was sie kennt, bin ich. Mich kennt sie, sie kennt meinen Geruch, und meinen Körperbau und auch meine Stimme.

Weiß nicht, ob Josie sich nicht denken wird "Begleitest du mich auf diesem Weg, mein Mensch ? ". Also, dass sie weiß, wer ich bin, und sie weiß, dass sie keine Angst vor mir haben muss, weil sie ja weiß, dass ich ihr nichts tue und dass sie weiß, dass ich sie liebhabe...

Folglich werde ich ja eigentlich auch die einzige Bezugsperson für Josie sein müssen, mich kannte sie schon vor ihrer Ankunft, ich habe sie durch die Eingewöhnungsphase begleitet, sie kann sich immer zu mir zurückziehen, wenn es ihr zu viel wird. Vielleicht wird sie mich als eine Art Rettungsanker betrachten...

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Hallo Peter!

Dein Pa hat´s sicher nicht böse oder gehässig gemeint. Vielleicht ist er ein wenig genervt wegen des Katzenthemas, vielleicht hatte er heute Stress und daher keine gute Laune, vielleicht will er dich auch nur darauf vorbereiten, dass ein Tier eben ein Tier mit einem eigenen Willen ist und du nicht enttäuscht bist, wenn Josie auch mal Kontakt mit den anderen Familienmitgliedern aufnimmt.

Ich stimme Pete erneut zu, lass dich davon nicht verunsichern. Du kannst Josie morgens ihr Futter geben, das reicht ihr locker bis zum Nachmittag, bis du wieder daheim bist. Josie kommt in den Ferien zu dir, da hat sie genug Zeit, sich an alles zu gewöhnen, bis du wieder zur Schule musst. Lass dir keine dummen Gedanken einreden, Josie wird es gut bei dir haben, egal wie unerfahren du dir momentan noch vorkommen magst, was Katzenhaltung betrifft. Und sie wird auch dir guttun. Eine Katze, die einen liebevollen Dosi hat, wird sich nicht von diesem abwenden.

Liebe Grüße
 
Peter, ich habe schon einige Katzen aufgenommen, die es nicht eben leicht in ihrem bisherigen Leben hatten. In der Regel läuft es so ab, dass die neue Katze zunächst sehr verängstigt ist. Sie wird geduckt durch das Zimmer laufen und sich versuchen zu verstecken. Aus diesem Versteck heraus wird sie langsam anfangen ganz platt und mit langem Hals vorsichtig Schritt für Schritt die nächste Umgebung beschnüffeln und begucken, bis sie nach und nach das ganze Zimmer erkundest hat. Das kann eine Weile dauern. Man sollte das Tier dabei in Ruhe lassen. Ich habe zweierlei erlebt, manche Katzen kamen während der Erkundung zu mir, rieben sich an mir und liessen sich kurz streicheln und schnurrten, als ob sie sich Rückhalt holen wollten. Und andere Katzen liessen sich in der Zeit, während sie erkundeten gar nicht anfassen, sondern reagierten auf Streichelversuche agressiv, bis sie sich ihrer Umgebung sicher waren.

Letztlich waren beide Typen Katzen nach wenigen Stunden soweit an die neue Umgebung gewöhnt, dass sie von selbst zum Schmusen kamen. Sie waren dann zwar immer noch ängstlich, wenn sie fremde Geräusche hörten, liefen aber schon frei umher, ohne sich platt zu machen.
Ich denke, so ähnlich wird es bei Josie ablaufen. Sie hat aber den großen Vorteil, dass jemand da ist, der ihr nicht gänzlich fremd ist. Und deshalb bin ich auch überzeugt, dass sie sich an dir orientieren und zu dir Bezug nehmen wird.

Liebe Grüße
 

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