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Disput am öffentlichen Bücherschrank

Bücherle

Neues Mitglied
Meine Freundin und ich klappern regelmässig die öffentlichen Bücherschränke im gesamten Umkreis ab. Heute hatten wir allerdings eine sehr unerfreuliche Begegnung und ich würde gerne mal eure Meinung dazu hören.
Zunächst aber ein paar grundsätzliche Infos:
Die meisten Bücherschränke die wir aufsuchen funktionieren ohne besondere Regeln. Manchmal ein Hinweis, man möge vorerst nichts mehr reinstellen wegen Überfüllung des Schranks oder dass man keine Kartons hineinstellen soll. Ich selbst finde in den Schränken meist eher wenig was mich anspricht, meine Freundin ist da allerdings weniger wählerisch, ausserdem verschlingt sie die Bücher innerhalb kurzer Zeit und so kommt es durchaus vor, dass von einem Schrank 10-12 Bücher in ihrer Tasche verschwinden.Ausgelesenens wandert abermals in die Schränke zurück.
Was ich zuhause an büchern nicht mehr brauchte, habe ich irgendwann mal auf diverse Schränke verteilt.
So weit so gut.
Heute haben wir einen bestimmten Schrank zum ersten Mal aufgesucht und waren zunächst positiv überrascht: kaum Schund, viele gute Romane, alles nach Kategorien sortiert. Gefüllt knapp über die Hälfte.
Wieder nahm sich meine Freundin 10 Bücher, ich fand diesmal auch etwas und nahm mir 3. Wir wollten gerade los, da kommt uns eine Frau entgegen und hält uns auf. Sie sei verantwörtlich für diesen Schrank. Ob wir denn jetzt allen Ernstes all diese Bücher mitnehmen wollen und dass das nicht das Konzept eines Bücherschranks sei, man müsse auch was reinstellen im Gegenzug.
Wir meinten, dass wir die Bücher ja wiederbringen. Am Schrank selbst auch kein Hinweis, wieviel man sich nehmen darf oder sonstiges... Wir sagten ebenfalls, dass sie doch bitte einen Zettel reinhängen soll, wie viele Bücher man sich nehmen darf wenn es sie stört. aber nein, es geht natürlich ums Prinzip. Es fielen Wörter wie Diebstahl und assozial !
Ich zeigte der Dame den Vogel und ging, während meine Freundin noch mindestens 10 Minuten mit ihr rumdiskutierte. Am Ende behielten wir alle Bücher und sie stieg zeternd in ihr Auto.

In all den Jahren hab ich sowas wie heute noch nicht erlebt. Die meisten freuen sich, wenn ein Bücherschrank gut frequentiert ist (viele sind dies leider nach meiner Beobachtung nämlich nicht) Man kommt hin und wieder bei besser besuchten Schränken auch mal ins Gespräch und oft heisst es " Och nehmen Sie doch dieses und jenes auch noch mit, das kann ich empfehlen" , andere belächeln einen höchstens wenn man mit nem Stapel Bücher davonmarschiert aber sowas?

Ich muss noch erwähnen, dass ich an der Stelle an der der Schrank steht öfter vorbeifahre und noch nie auch nur einen einzigen Menschen dort gesehen habe. Im Gegenteil, während wir dort sassen kam ein Pärchen vorbei und er sagte im Vorübergehen, "Wow, hätte nicht gedacht dass hier mal jemand herkommt"...
 
Heute haben wir einen bestimmten Schrank zum ersten Mal aufgesucht und waren zunächst positiv überrascht: kaum Schund, viele gute Romane, alles nach Kategorien sortiert. Gefüllt knapp über die Hälfte.
Wenn er nur knapp über die Hälfte gefüllt war, kann er nicht kaum frequentiert werden. Als mein Kind damals noch Ergo hatte, befand sich in dem Haus, wo die Therapie stattfand, auch ein öffentlicher Bücherschrank. Nach Absprache habe ich die Wartezeit darauf verwandt, die Bücher etwas zu ordnen. Ich hatte jede Woche sehr gut zu tun. Viele Menschen brachten Bücher hin, die aus Nachlässen, Wohnungsauflösungen etc. stammten, im Putzkammerl befanden sich regelmäßig 3-6 Kartons mit Büchern, die noch gar nicht gesichtet waren. Die Qualität ging von absolutem Schrott bis zu wahren Schätzen.
Wir wollten gerade los, da kommt uns eine Frau entgegen und hält uns auf. Sie sei verantwörtlich für diesen Schrank. Ob wir denn jetzt allen Ernstes all diese Bücher mitnehmen wollen und dass das nicht das Konzept eines Bücherschranks sei, man müsse auch was reinstellen im Gegenzug.
Das war eigentlich der Anfangsgedanke. Ein utopischer, zugegeben.
Wir meinten, dass wir die Bücher ja wiederbringen. Am Schrank selbst auch kein Hinweis, wieviel man sich nehmen darf oder sonstiges... Wir sagten ebenfalls, dass sie doch bitte einen Zettel reinhängen soll, wie viele Bücher man sich nehmen darf wenn es sie stört. aber nein, es geht natürlich ums Prinzip. Es fielen Wörter wie Diebstahl und assozial !
Bei drei hätte sie wahrscheinlich nichts gesagt, bei zehn hätte ich auch den Mund aufgemacht. Es gibt nämlich immer auch ein paar Ratten (Ratten nannten wir diejenigen, die mehr oder minder regelmäßig die guten Bücher abgriffen, um sie dann z.B. in FB-Regionalgruppen wieder zu verkaufen). Und das ist wahrlich nicht im Sinne eines öffentlichen Bücherschrankes.
Die meisten freuen sich, wenn ein Bücherschrank gut frequentiert ist (viele sind dies leider nach meiner Beobachtung nämlich nicht) Man kommt hin und wieder bei besser besuchten Schränken auch mal ins Gespräch und oft heisst es " Och nehmen Sie doch dieses und jenes auch noch mit, das kann ich empfehlen" , andere belächeln einen höchstens wenn man mit nem Stapel Bücher davonmarschiert aber sowas?
Ja, das kenne ich auch. Und das ist im Sinne der öffentlichen Bücherschränke.
Ich zeigte der Dame den Vogel und ging, während meine Freundin noch mindestens 10 Minuten mit ihr rumdiskutierte.
Das hättet ihr viel diplomatischer lösen können...und sorry, Vogel zeigen geht überhaupt nicht.
 
Also, wenn ihr sowieso regelmäßig bei den gleichen Bücherschränken halt macht, dann kann man theoretisch auch ein bisschen "bescheidener" sein. Dann nimmt man sich halt heute insgesamt 5 Bücher mit und beim nächsten Mal weider. Ein leerer Bücherschrank ist nicht attraktiv, da schaut man doch erst gar nicht rein, ein bisschen gefüllter macht ihn doch viel interessanter.

Ich habe auch schon mal was in einen Bücherschrank gestellt, habe aber selber nie was gefunden. Mein Buch war allerdings auch wieder weg, als ich mal wieder vorbei kam.

Ich finde euer Verhalten ehrlich gesagt auch nicht in Ordnung. Du freust dich darüber, dass der Bücherschrank gut sortiert ist und dann macht ihr gerade die Frau so an, die dafür zuständig ist. Das ist nicht optimal. Es gehört einfach zum guten Ton, dass man den anderen noch was übrig lässt.

Ihr kamt rüber wie jemand, der den Bücherschrank nicht seiner "Bestimmung" gemäß nutzt. Ihr kommt rüber wie jemand, der sich nur nimmt um es dann vielleicht zu verscherbeln und das ist echt nicht im Sinne des Bücherschrankes. Ihr nehmt euch 13 Bücher aus einem nicht besonders gefüllten Bücherschrank, stellt selber erst mal nichts ein, zeigst der Dame, die dafür verantwortlich ist noch einen Vogel und du siehst selber kein Problem in eurem Verhalten?
 
Selbst wer die Bücher vom Bücherschrank verkauft, verdient sich nicht einmal ein Taschengeld. Er ermöglicht aber - falls er über ebay und co. verkauft - auch in dünnbesiedelten Regionen billig an ein Buch zu kommen.
In unserer Wohnanlage fliegen die Bücher in den Müll. Vor all diesem Hintergrund diese Leute Ratten zu nennen, finde ich nicht richtig.
Ich persönlich finde, dass beide Parteien nicht optimal gehandelt haben: Die Verantwortliche sollte, wenn es Regeln gibt, diese auch durch einen Aushang bekannt machen. Ich finde es nicht schön, wenn man Ahnungslosen ein schlechtes Gewissen macht. Und auch nicht, wenn man aus seinem Engagement heraus eigentlich eine Machtposition besetzt, weil man sich nun befugt sieht, anderen zu sagen, was richtig oder falsch ist.
Wenn es wirklich so ist, dass die Bücher im gelesenen Zustand wieder ins Regal zurückwandern, dann ist doch nichts verloren.
Andererseits zeugt das Vogelzeigen auch nicht vom besten Stil.
 
Ich finde es schon auch unverschämt den halben Schrank auszuräumen.

Kein Mensch kann 10 Bücher auf einmal lesen.

Anstandshalber könnte man sich die Bücher auch auf mehrere male holen, wenn man die anderen ausgelesen hat und zurückstellt.
 
Guten Morgen

Der Schrank war wohl deshalb nur zur Hälfte gefüllt, weil die Dame alles aussortiert, was ihrer subjektiven Meinung nach Schrott ist. Vermutlich wird also recht wenig oder nur "Schrott" reingelegt, dafür aber recht viel mitgenommen. Kenne ich nicht so und bin es gewohnt, dass sich die Schränke quasi selbst regulieren.Jedenfalls konnten wir es vorher nicht wissen.
Dass es Leute gibt, die ihre Fundstücke weiterverkaufen, hab ich schon gehört, nur sind wir eben nicht von dieser Kategorie.
Was mich gestört hat, war definitiv ihr Tonfall und dieses "von oben herab". Dass ich überreagiert habe, wenn man mich als Dieb und Assi verunglimpft, fand ich verständlich.
Wir wollten eigentlich innerhalb der nächsten zwei Wochen mit allen Büchern zurück sein. Dann stellen wir alles wieder rein, dies bleibt allerdings unser erster und letzter Besuch dort. Da gibt es andere Orte, wo man sich wenigstens willkommen fühlt.
Wenn von unseren Lieblingsautoren gleich mehrere Bände in einem Schrank zu finden sind, greife zumindest ich inzwischen die meisten direkt ab. Früher war das mal anders und ich nahm mir nur eines, mit dem Ergebnis dass ich mich schwarz geärgert habe weil bei den nächsten Besuchen die anderen Bände (bis heute) nicht mehr aufzufinden waren. Da nehme ich mir lieber einmal mehr und bringe dafür alles wieder.
 
Selbst wer die Bücher vom Bücherschrank verkauft, verdient sich nicht einmal ein Taschengeld. Er ermöglicht aber - falls er über ebay und co. verkauft - auch in dünnbesiedelten Regionen billig an ein Buch zu kommen.
Auch in dünn besiedelten Regionen hat sich das Konzept des öffentlichen Bücherschranks schon längst herumgesprochen. Das trau ich mich zu behaupten, weil ich in einem recht dünn besiedelten Gebiet wohne (das Verhältnis Baum:Mensch ist schon sehr hoch). Da ist man längst nicht mehr darauf angewiesen, auf eBay etc. zu warten, wo oft die Portokosten den Wert des Buches übersteigen. Abgesehen davon verdient sich doch recht gut damit, manche Bücher für lau zu bekommen und die dann zu verkaufen. Das ist durchaus ein Taschengeld.
In unserer Wohnanlage fliegen die Bücher in den Müll. Vor all diesem Hintergrund diese Leute Ratten zu nennen, finde ich nicht richtig.
Das ist etwas ganz anderes.
Es ist vielleicht vergleichbar mit der Bonbondose beim Arzt. Da mag ein Schild stehen "Versüßen Sie sich den Tag". Aber das heißt nicht "Nehmen Sie zwei Handvoll." Es hat mit Anstand, Stil und Erziehung zu tun...nicht unbedingt das Zahllose-Bücher-mitnehmen, sondern die unmögliche Diskussion mit der Verantwortlichen und obenauf das Vogel-zeigen...und sich dann noch darüber aufregen.

Ich habe mal in einem Ort, an den ich so schnell bestimmt nicht mehr komme und keine mehr hineinlegen werde, aus einem ÖB über 40 Bücher mitgenommen. Mir wurde sogar ein Karton dafür besorgt. Das waren aber vornehmlich Titel, die nur einen sehr kleinen Prozentsatz der Menschheit interessieren dürften. Ich habe mich gefühlt wie ein Kind unter dem Christbaum und der Betreuer war froh, daß die Bücher ein gutes Heim gefunden haben.
Im beschriebenen Fall ist die Sachlage aber anders, es ist ein sehr gut betreuter, interessanter und halbleerer(!) Bücherschrank laut Aussage der TE.
 
Ich spreche auch Menschen an, die den Bücherschrank zweckentfremden.
Den Mut sollte man schon haben.
Wir haben auch eine Info an den Schrank geklebt, die Büchermarder direkt anspricht und andere Benutzer um Aufmerksamkeit bittet.
Macht keinen Spaß, gute Bücher für interessierte Leser reinzustellen, wenn man weiß, dass kurz darauf ein gleichgültiger Verscherbler alles einsackt.
 
Dass es Leute gibt, die ihre Fundstücke weiterverkaufen, hab ich schon gehört, nur sind wir eben nicht von dieser Kategorie.

Das kann die Dame aber nicht wissen.

Was mich gestört hat, war definitiv ihr Tonfall und dieses "von oben herab". Dass ich überreagiert habe, wenn man mich als Dieb und Assi verunglimpft, fand ich verständlich.

Nach meiner Meinung ist es aber tatsächlich assi, so viele Bücher auf einmal mitzunehmen. Sehr egoistisch.

Wir wollten eigentlich innerhalb der nächsten zwei Wochen mit allen Büchern zurück sein.

Auch das kann die Dame nicht wissen und andere hätten in der Zeit möglicherweise auch Interesse daran gehabt. Also hätte man sich die Bücher durchaus in kleineren Mengen mitnehmen können.

Dann stellen wir alles wieder rein, dies bleibt allerdings unser erster und letzter Besuch dort. Da gibt es andere Orte, wo man sich wenigstens willkommen fühlt.

Da wird dann auch keiner beleidigt sein.

Wenn von unseren Lieblingsautoren gleich mehrere Bände in einem Schrank zu finden sind, greife zumindest ich inzwischen die meisten direkt ab. Früher war das mal anders und ich nahm mir nur eines, mit dem Ergebnis dass ich mich schwarz geärgert habe weil bei den nächsten Besuchen die anderen Bände (bis heute) nicht mehr aufzufinden waren. Da nehme ich mir lieber einmal mehr und bringe dafür alles wieder.

Und genau DAS ist Egoismus pur. Andere hätten eben auch gerne diese Bücher. Nur weil es nichts kostet muss man nicht alles abgreifen.
 
10 Bücher in 2 Wochen lesen geht auch garnicht. Das dauert mehrere Wochen, in denen alle 10 Bücher dort solange weg sind.

Oder liest deine Freundin sich nur durchs Leben ohne noch etwas anderes zu tun?

Stellt euch doch einfach mal vor, jeder würde mit 10 Büchern gehen. Und dann noch da, wo ihr nie zuvor wart und auch kein einziges Buch selber mitgebracht habt.

Das macht man einfach nicht.


Die Dame hätte natürlich das erst einmal freundlich sagen können.
 

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