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Diskussionen zu Hause :(

MiaLynn

Mitglied
Gerate in letzter Zeit mit meinem Freund sehr häufig in Streitereien. Werde in einem Jahr mein Abitur machen, hoffentlich mit immernoch so gutem Schnitt und will danach auf jeden Fall studieren, wenn möglich Medizin. Er arbeitet jetzt noch vorübergehend für 2 Monate in Frankfurt und ist nur am Wochenende hier.
Ständiger Begleiter unserer täglichen Telefonate ist die Grundsatz-Diskussion darüber, wie ein in der Arbeitswelt fähiger Mensch aussehen soll.. Sprich, er knallt mir jedes Mal an den Kopf, dass Studenten nur faules Pack seien und dem Staat auf der Tasche liegen, dass die einzig guten Führungspositionen nur von Leuten besetzt werden, die sich "von unten hoch gearbeitet" haben und nur diese von ihrem Kompetenzbereich Ahnung haben könnten, dass es zu viele gibt die den Ton angeben wollen und keiner ders dann ordentlich umsetzen kann usw. (Fachkräftemangel? verallgemeinernde Aussagen?...)

Sobald aber irgend ein Einwand von mir kommt, heißt es dann ich hätte ja eh keine Ahnung vom Arbeitsleben mit 17 -.- Stimmt ja auch. Und jetzt? Fühl mich persönlich angegriffen und es geht mir ziemlich auf den Keks!! (Unterstützung -> Fehlanzeige) :mad:

Habt ihr sowas auch zu Hause sitzen? Wie kann man dem entgegnen?
Denkt er vielleicht nur, dass ich seine Ausbildung und Arbeit nicht ausreichend würdige? Das tu ich nämlich sehr wohl :/

LG
Mia
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo MiaLynn,
es klingt als wäre Dein Freund einfach ganz schön unzufrieden mit seiner Situation. Ich vermute mal, er hat nicht studiert und hat beruflich noch nicht ganz das erreicht, was er möchte?! Wahrscheinlich muss er immer wieder mitansehen, wie Leute, die gerade mit ihrem Studium fertig sind, eine bessere Position einnehmen als er selbst? Das ist sicher frustrierend für ihn. Vielleicht fühlt er sich von Dir in diesem Punkt auch nicht ausreichend unterstützt.
Natürlich hast Du mit 17 noch keine Ahnung vom Arbeitsleben - kein Wunder, Du bist Schülerin. Was erwartet er?
Über diese Punkte solltet Ihr dringend einmal sprechen. In Ruhe, ohne Vorwürfe und pauschale Klischees.

Zu Deiner Situation:
Du möchtest Medizin studieren. Ich vermute mal, dass Du Ärztin werden möchtest, oder interessierst Du Dich eher für die Forschung? Fakt ist, dass es da kein von "unten hoch arbeiten" gibt, in diesem Bereich kannst Du Deine Kompetenzen nur über ein Studium erwerben. Also macht es gar keinen Sinn, diese Diskussionen zu führen, da sie mit Deiner Zukunftsplanung überhaupt nichts zu tun haben. Insofern brauchst Du das auch nicht auf Dich beziehen und Dich angegriffen fühlen. Mach ihm klar, dass Du diese Gespräche nicht mehr willst.
Und diese Pauschalisierungen, dass Studenten nur faules Pack sind - sorry, aber das ist so ein "Stammtischgelaber", meistens von Leuten, die noch nie eine Uni von innen gesehen haben bzw. keinen einzigen Studenten persönlich kennen. Sicher gibt es diese faule Studenten, das wirst Du bestimmt auch erleben. Aber grad im Bereich Medizin fallen die spätestens nach 2 Semestern raus. Das ist wirklich ein Fulltime-Studiengang.

Also laß Dir Deine Pläne nicht miesmachen. Ein bißchen mehr Verständnis sollte von seiner Seite schon kommen. Vielleicht ist er einfach nicht der Richtige...
 
Ja, Ärztin, also mit Live-Kontakt zu Patienten.
Weiß aber noch nicht genau welche Fachrichtung.

Dachte eigentlich er(23) wäre mit seiner momentanen Situation (bis auf den Ortswechsel) nach eigener Aussage ganz zufrieden. Er hat ne Berufsausbildung als Elektroniker, war aufgrund der Pleite von Opel erst arbeitslos (als wir vor über nem Jahr zueinander gefunden haben), hat dann nen Vertreterjob angenommen, danach ne Stelle in ner Firma bekommen und seit kurzem dann nen festen Arbeitsvertrag, yippie 🙂
Ich wollte auch nie sagen, dass Menschen mit Berufsausbildung "schlechter" sind, mal ganz abgesehn davon, dass sie früher Geld haben..

zum Thema nicht der Richtige - Manchmal denk ich mir einfach, wies jetzt wohl wäre, wenn ich nen Abiturient/Student als Freund hätte, der die ganze Situation nachvollziehen kann oder sich sogar in derselben befindet, grade vorm Abi und dann später vorm Physikum (mal rein hypothetisch) kommt ja auch noch extremer Lernstress dazu und von daher hab ich sowieso ein bisschen Bammel ob "wir" das überstehen.

[Hab sogar schon ernsthaft überlegt ob ich nicht ne Ausbildung als Krankenschwester anfangen sollte damit meine Beziehung funktioniert und wir irgendwie auf dem selben Niveau bleiben - was Quatsch ist 😕]
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie Du schon sagst, es ist Quatsch. Auf dem gleichen Niveau könntet Ihr auch so bleiben, unabhängig davon ob Ausbildung oder Studium. Aber offensichtlich seid Ihr es nicht einmal jetzt, wenn er so pauschal gegen das, was Du in Zukunft sein wirst, nämlich Studentin, wettert.

In der Tat ist es schwieriger eine harmonische Beziehung zu führen, wenn die Lebensumstände unterschiedlich sind. Da braucht man schon eine ganze Menge Verständnis und vor allem auch Interesse für das Leben des anderen. Beides scheint bei Deinem Freund nicht der Fall zu sein. Wie weit Du bereit bist, das zu akzeptieren bzw. wieiviel Du bereit bist zu investieren, um ihm klarzumachen, dass diese Diskussionen sinnlos sind, kannst nur Du entscheiden!

Bleib auf jeden Fall Deinen Zielen treu, sonst ärgerst Du Dich irgendwann ganz fürchterlich!
 
Wahrscheinlich hat dein Freund probleme damit dass du quasi in seinen Augen eine bessere Ausbildung hast und jetzt studieren kannst. Wahrscheinlich will er nicht das du erfolgreicher bist wie er (knabebrt am ego!)
Das wollen viele männer nicht. sie wollen der Ernährer sein und können es nicht ertragen wenn die Frau mehr verdient.
Und heutzutage kann man sich nicht mehr hocharbeiten.. sondern nur noch hochlernen.. . man brauch bestimmte Qualifikationen um in der Wirtschaft erfolgreich zu sein

ich kann dir nur raten: lass dich von deinem Weg nicht abbringen... sonst bereust du es später.. denn du entscheidest jetzt wie dein leben aussehen wird. Ob er dich dabei die ganze zeit begleiten wird weiß man nicht.. es kann auch jemand in dein leben treten der stolz auf dich ist.... mit dem was du tust..
 
Sobald aber irgend ein Einwand von mir kommt, heißt es dann ich hätte ja eh keine Ahnung vom Arbeitsleben mit 17 -.- Stimmt ja auch. Und jetzt? Fühl mich persönlich angegriffen und es geht mir ziemlich auf den Keks!! (Unterstützung -> Fehlanzeige) :mad:

Dann frage ihn doch mal, mit welcher Ausbildung man ein Medizinstudium substituieren kann um später als richtige Ärztin zu arbeiten. Ich bin gespannt, mit welche Ausbildung das funktioniert.

An deinen Vorhaben zu studieren, solltest du weiterhin festhalten. Im Zweifelsfall muss sich dein Freund entscheiden - will er eine Elektronikerin aus seinen Betrieb oder will ich dich trotz Studium. Wenn er mit deinem Studium nicht klarkommt, dann passt ihr einfach nicht zusammen.
 
Dass Studenten faul seien, hört man ja immer wieder. Manchmal trifft das auch zu, wenn man je nach Studeingang vielleicht 1-2 Tage in der Woche frei hat oder auch manchmal erst um 14 Uhr zur Uni muss.
Aber dann gibt es auch Tage, wo man von 8 bis 20 Uhr an der Uni ist und je nach Studiengang sehr viel Vorbereitung braucht und auch zu Hause viel machen muss, während man mit einer Arbeit zu Hause nichts mehr dafür tun muss.

Es hängt noch vom Menschen selbst und seinem Auffassungsvermögen ab. Wenn man klug ist und alles recht schnell in sich hineinsaugt, dann tut man vielleicht auch nicht besonders viel für die Uni und geht jedes Wochenende feiern.
Aber dann gibt es auch Menschen, die sehr viel für die Uni tun.
Eine Freundin hat ein halbes Jahr vor ihrem Abschlussexamen angefangen zu lernen. Dabei war sie quasi ausnahmslos jeden Tag von 8 Uhr früh bis 17-18 Uhr am Lernen. Auch Sonntags.
Ich habe ihre Disziplin sehr bewundert; es hat sich für sie auch mit einer Endnote von 1,7 schön ausgezahlt.

Ich möchte mal einen Arbeiter sehen, der so viel und so dauerhaft lernen kann. Denn arbeiten kann jeder, lernen nicht! Mit einem Unterschied, dass Uni meist mehr Spaß macht, als ein Job.

Ich habe bereits sowohl gearbeitet, als auch studiert und kann sagen, dass das Studium doch etwas schwieriger ist, obwohl ich über ein Jahr 6 Tage in der Woche gearbeitet habe und heutzutage 3 Mal in der Woche für nur 2 Stunden Unterricht an die Uni muss.
 
Studenten sind faul??
Beweist nur den Neid und die Unwissenheit derjenigen, die das behaupten.

Ich habe neben meinem Studium immer gearbeitet und zusätzlich ein Lernpensum von mindestens 6 Stunden am Tag gehabt. Wenn es auf die Examina zuging, waren es 8 Stunden lernen. Und niemals Wochenende. Fast 10 Jahre lang, samt Referendariat und Studium samt Abschluss im Ausland.
Faul war ich nicht. Und meine Kollegen auch nicht.

Und wenn es noch Männer auf dieser Welt gibt, die sich so verhalten, wie der werte Herr Freund hier, dann weg damit. Der wird noch schlimmer im Alter!!
 

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