Ibanez
Ich gehe mit deinem Beitrag vollkommen d'accord. Gefällt mir, finde ich gut und richtig. Exakt so, wie du es geschrieben hast.
Ehrlichkeit und Wahrheit sind Werte, die nicht immer im schönsten Gewand daherkommen und gar nicht so selten oder viel zu oft dem Opportunismus oder sonstigen zweifelhaften Interessen geopfert werden. Nachvollziehbar, ja, aber nicht unbedingt sinnvoll.
Nehmen wir als Beispiel so manche Beziehung oder Datings (online oder in persona) - da geht es nicht immer so besonders ehrlich zu. Stattdessen wird ein Trugschloss nach dem anderen gebaut - vorgegeben, dass man dies sei, so wäre und was weiß ich. Es belastet den anderen, einen selbst und fällt einem eh auf die eigenen Füße. Die bessere Maxime sollte also lauten, nicht vorzugeben, was man sein möchte, sondern zu sein, was man vorgeben möchte. In jedem Falle ist es nicht wirklich schlau, mit etwas hausieren zu gehen, was/wer man gar nicht ist. Das führt zwangsläufig zu Zerwürfnissen und Konflikten, welche dann zum Schaden aller sind.
Wahrheit ist bedingt durch Ehrlichkeit. Wenn ich - extrem ausgedrückt - anderen und mir selbst die Hucke volllüge, wann, wie oder wo will ich dann irgendeine Wahrheit finden? Gar nicht.
Gerade der folgende Passus von dir
"Anstatt Liebe, Berühmtheit oder Geld oder Vertrauen oder Fairness ...gebt mir Wahrheit!"
erscheint auf den ersten Blick als falsch, provokativ und unzustimmbar. Aus meiner Sicht nicht.
Es erinnert mich an einen meiner geistigen Ziehväter,
Henry David Thoreau, und sein Buch
Walden.
Sinngemäß sagte Thoreau mal:
Ich ging hinaus in den Wald, um für mich alleine zu sein und das Mark des Lebens zu kosten. Und sollte ich herausfinden, dass der Kern des Lebens schlecht ist, so möchte ich schlecht sein.