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Die Welt verändert sich

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Dr. House

Gast
Es kommt oft vor, dass mich scheinbar unbedeutende Alltagssituationen groß zum Nachdenken bringen, so auch heute.

Ich bin im Saturn, um mir die zweite Staffel von Frasier zu kaufen - das musste einfach sein. Im DVD Regal wurde man natürlich zu 90 Prozent von genialen US-Serien erschlagen: Simpsons, Lost, Desperate Houswives, BSG usw.

Ganz in der Mitte, aber dennoch unscheinbar, steht eine DVD-Box von Derrick! 😱 Die haben irgendwie keine richtigen Staffeln, dort stand drauf Jahrgang 1974 - 1979. Kann mich auch mit den korrekten Zahlen irren, war aber jeden Fall in den Siebzigern.

Meine Mutter hat das früher immer geguckt.

Schau mir die DVD Box an und sehe auf dem Cover natürlich Szenen und sehe eine völlig fremde Welt! Die Mode, die Sprache, das Aussehen usw. Und wenn ich darüber nachdenke, was für mich heute selbstverständlich ist und damals alles nicht gab: Keine PC's, keine Handys, kein Internet, keine Videospiele usw.

Fernsehen, was gerade erst Farbe bekommen hat!

Da dachte ich mir, wie schnell sich doch alles ändert......

In den 70ern war die Gleichberechtigung von Schwarzen in den USA immer noch ein sehr heißes Thema, mit der Bürgerrechtsbewegung. Heute ist ein schwarzer Präsident!

Vor 1999, also das Jahr, wo der Kosovo-Krieg ausbrach, waren deutsche Soldaten im Ausland ein Tabuthema sondergleichen. Deutsche Soldaten im Ausland, zum kämpfen? Nein! Nicht nach dem Dritten Reich.

Und jetzt, gerade mal 10 Jahre später, sind deutsche Soldaten überall auf der Welt verteilt. So schnell kann's gehen......

Dabei ist der Zeitraum doch relativ kurz und meines Empfindens nach, verändert sich die Welt immer schneller. Ich habe nicht im 15. oder 16. oder 17. Jahrhundert gelebt, um es wirklich beurteilen zu können, aber mein "Bildungswissen" sagt mir, dass die Veränderungen in diesem Zeitraum geringer waren, als bei uns in wenigen Jahren bzw. Jahrzehnten.

Die Welt dreht sich und dreht sich und dreht sich also immer schneller.

Für Jemanden wie mich, und davon gibt es nicht wenige, geht das sogar noch viel weiter. Ich liebe TechGadgets, ich liebe Technologie und kann wirklich sagen, aus einem Tech-Standpunkt her: Die Welt 2006 ist eine völlig andere als heute und ich wollte nicht wieder 2006 leben wollen.

Vieles, was mir heute lieb ist, gab es 2006 gar nicht bzw. nicht in dieser Form. Das muss sich mal vorstellen!

Ist schon komisch......

Ich frage mich, wie es wohl in 10 Jahren sein wird? Dann wird uns wahrscheinlich das meiste, was wir heute als toll empfinden, als Steinzeit-Technologie vorkommen.

Wir sollten Dinge also nicht als "gesetzt" ansehen. Alles kann sich ganz schnell ändern. Und wenn ich euch z.B. mal wieder was von der "Singularität" erzähle, davor warne, dass die EU in ein paar Jahren de facto ein Staat sein wird oder vom spürbaren Aufstieg Asiens insgesamt, dann tut das nicht einfach ab.

Das meine ich generell und nicht nur auf meine Theorien bezogen.

Ignoriert nicht Menschen, die von der Zukunft sprechen. Politisch, technologisch, wie auch immer. Denkt an die bisherigen Veränderungen und an das, was gestern noch unmöglich erschien und heute Normalität ist.
 
... und sehe eine völlig fremde Welt! Die Mode, die Sprache, das Aussehen usw. Und wenn ich darüber nachdenke, was für mich heute selbstverständlich ist und damals alles nicht gab: Keine PC's, keine Handys, kein Internet, keine Videospiele usw.

Warte mal noch 3 Jahre und dann schaue Dir Fotos von Dir mit 16 Jahren an, selbst da wirst Du schon lächeln müssen 😉

Ich hab auch gerade wieder ein Foto von mir gefunden, als ich in der 10. Klasse war! Okay, ich war die Coolste (vom Look her, der aber auch schon veraltet ist) von allen, aber die Klamotten von den anderen 😱😱😱😱😱😱😱
 
House, du bist ja ganz nachdenklich, fast schon gerührt.

Ich sehe daraus, dass du noch nicht so viele Jahre auf dem Buckel hast, wenn die Vergangenheit vor allem über deine Mutter erfährst 😉

Mir fällt grad ein, ich habe noch viele viele Texte daheim, die ich mit mechanischer Schreibmaschine geschrieben habe, mit Korrekturflüssigkeit ausgebessert. Wahnsinn!!!! Aber nicht, weil ich die modernen geschmäht habe, nein, weil es nichts anderes gab und dies selbstverständlich war.
Und dann habe ich viele Jahre in einem Betrieb an einer elektrischen Schreibmaschine gearbeitet, war hypermodern und doch nur ein Witz gegen Computer. In der Zwischenzeit gab es elektronische Schreibmaschinen, sahen riesig aus und beeindruckten. Beinahe hätte ich mir damals so ein aussterbendes Monster gekauft, aber dann wars doch der erste Computer.

Dann der Computer, Lehrgänge, Selbst ist der Mann usw. und jetzt, ist das schon ein alter Hut. Das Handy erobert die Welt mit all seinen Möglichkeiten, und ich mach nicht mit. Ich hasse Handys und all die Spielerein, hoffentlich muss ich das nicht mal irgendwann büßen.

Ja, du hast Recht, die Zeit reitet dahin.

Sigi
 
Hallo Dr House,

ja, da kann ich Dich durchaus verstehen. Ich beschäftige mich auch gerne mit diesem Thema. Wie wird die Zukunft wohl aussehen?

Ich denke, wenn wir die Möglichkeit hätten in die Zukunft zu sehen, dann würde uns der Anblick vielleicht gar nicht so gefallen? Die technologische Entwicklung wird sich rasend schnell weiter fortsetzen (wie Du schon sagst; schau Dir nur den Zeitraum vom 2. Weltkrieg her an). Und da sehen wir, dass die meisten Errungenschaften der Wissenschaft nur zu einem Zweck entstanden sind: dem Krieg.

Natürlich profitiert die zivile Welt sehr von den Entwicklungen, dass ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Mensch selber das größte und skrupelloseste Raubtier auf Erden ist. Das beweist uns die Geschichte:

Wieviele Hochkulturen haben sich überlebt und sind einfach unter sich selbst zusammengebrochen oder sie sind im Inferno des Krieges untergegangen. Und immer wieder waren die Gründe gleich:

Expansionspolitik, Resourcen und widersprüchliche Religionen.

Du sagst Du würdest nicht wissen ob es die technische Entwicklung im 16,17,18 Jahrhundert schon so sehr gab. Die gab es schon zu Urzeiten, und auch da war sie entscheident. Es war schon ein großer Unterschied, ob ich mit einem spitzen Stein bewaffnet, dem anderen Stamm sein eingelagertes Fleisch wegnehmen wollte oder ob ich mit einem Speer aus sicherer Entfernung die anderen abmurkse.

Und genau das haben wir heute auch noch. Verschärft durch den Willen von ganz wenigen Menschen immer mehr Profit aus ganz vielen zu schlagen. Der Mensch ist heute schon, und schlimmer wahrscheinlich in der Zukunft, zu einem Kostenfaktor herunter reduziert.

Die schwindenden Rohstoffe sind nicht (auch wenn es gerne vermittelt wird) so schnell durch Alternativen ersetzbar, jedenfalls nicht global. Dazu müsste die gesamte Menschheit erst einmal auf einen "Level" gebracht werden, technologisch, finanziell, ideologisch und religiös, uvm.

Und eben diese Tatsachen bergen soviel Zündstoff in sich, dass wohl auch in Zukunft der ganze Segen der Weiterentwicklung in erster Linie wieder einem Ziele dienen werden:

Eine möglichst gute Ausgangsstellung für einen etwaigen Konflikt zu erreichen...

Und das geht dann solange, bis sich das ganze in einer großen, bewaffneten Auseinandersetzung entlädt. Dann werden die zukünftigen Generationen neidisch auf unser "friedliches" Zeitalter blicken und die Technologie verfluchen.

Gruß

Lord Clonfert
 
Mir fällt grad ein, ich habe noch viele viele Texte daheim, die ich mit mechanischer Schreibmaschine geschrieben habe, mit Korrekturflüssigkeit ausgebessert. Wahnsinn!!!! Aber nicht, weil ich die modernen geschmäht habe, nein, weil es nichts anderes gab und dies selbstverständlich war.
Und dann habe ich viele Jahre in einem Betrieb an einer elektrischen Schreibmaschine gearbeitet, war hypermodern und doch nur ein Witz gegen Computer. In der Zwischenzeit gab es elektronische Schreibmaschinen, sahen riesig aus und beeindruckten. Beinahe hätte ich mir damals so ein aussterbendes Monster gekauft, aber dann wars doch der erste Computer.

Sigi

Das warn Zeiten, gelle 🙂
Wenn ich meine Kids sehe frage ich mich, womit wir uns damals beschäftigt haben. Bis ich ca. 10 war hatte nur meine Oma nen Fernseher, 1. und 2. Programm ab ca. 17.00 Uhr. Vorher gabs nur das Testbild..........ei ei ei.....

Mit 15 bekam ich einen Plattenspieler, boah war das toll. Meine Eltern rauften sich bei der Musik allerdings die Haare.
Woodstock.

Auch mit 15 bekam ich meine erste Cordhose und durfte sie enger nähen und mein Bruder durfte, weil wir tolerante Eltern hatten, sich sogar die Haare länger wachsen lassen. 😀

Erinnerst Du Dich noch an die ersten Telexgeräte? Die mit den Lochstreifen? Herrlich.
 
Ich erinnere mich: Bei der Bundeswehr war ich Rekordhalter im Lochstreifenlesen! ( Kein Witz! ) Jeder Buchstabe, jede Ziffer, bestand aus bis zu 5 Löchern und es galt diese "Lochungen" möglichst schnell zu lesen. Prüfungsgeschwindigkeit waren ca. 30 Zeichen pro Minute.
 
Ignoriert nicht Menschen, die von der Zukunft sprechen. Politisch, technologisch, wie auch immer. Denkt an die bisherigen Veränderungen und an das, was gestern noch unmöglich erschien und heute Normalität ist.

Eine sehr weise Beobachtung, Dr. House! Wenn du ein Beispiel aus dem politischen Bereich sehen möchtest, schau dir mal die Seite (und das Gästebuch!!!) auf MdL Dr. Gabriele Pauli an.

Den einzigen Unterschied (darüber haben wir schon gesprochen), den ich sehe ist: Es muss nicht zwangsläufig immer vorwärts und aufwärts gehen. In Rom sah es zehn Jahre nach der Übernahme durch die "Barbaren" auch völlig anders aus als davor 😉
 
Hoppla, Werner.............

Die Frage, die mich bei Housens Betrachtung bewegt: natürlich verändert sich alles. Aber ist das in allen Bereichen auch gut?
 
Die Frage, die mich bei Housens Betrachtung bewegt: natürlich verändert sich alles. Aber ist das in allen Bereichen auch gut?

Eben.

Ich erinnere mich an einen Peanuts-Comic. Da fragt Lucy Charlie Brown, ob er glaubt, dass Menschen sich verändern können. Er meint, klar, ich habe mich letztes Jahr zum Beispiel sehr verändert. Darauf Lucy: Ich meinte, zum Besseren 😉

Für mich ist gesellschaftlich gesehen das gut, was langfristig lebensfähig ist. Eine Gesellschaft und Wirtschaft, die sich den Ast absägt, auf dem sie sitzt, ist keine "gute" - auch wenn sie dem Säger bis kurz vor dem Absturz gut vorkommt.

Aber generell gilt vermutlich: "Nichts ist gewiss. Soviel ist sicher." (Michel de Montaigne)
 
Das ist natürlich das alte Problem des linearen Weltbilcks, Werner.

Genauso gut hätte man Ende des 19. Jahrhunderts sagen können, was man übrigens auch getan hat, dass die Gesellschaft nicht auf Dauer überlebensfähig ist - weil sie bald im meterhohen Pferdemist ersticken wird. Dann kam das Auto.

Erreicht eine Technologie ihren Höhepunkt, ihr Limit, wird sie von einer neuen Technologie ersetzt. Wir stehen also kontinuierlich am Abgrund. Aber bevor wir tatsächlich herunterfallen, kommt eine neue Technologie und rettet uns den A**** - wie immer.

Oder besser gesagt: Technologien.

PS: Aber das soll nicht wieder ein "House lobpreist die Technologie als unsere Erlösung"-Thread werden.
 
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