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Die Noten und Ich...

  • Starter*in Starter*in Tacira
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T

Tacira

Gast
Hallo ihr Lieben,

ich brauche einmal eure Hilfe zum Thema Schule und Noten. Ich bin 15 Jahre alt und gehe in die 9. Klasse eines Gymnasiums. Soweit so gut. Was ist also mein Problem?
Es ist so, ich bin ein sehr schüchterner Mensch und mir fallen viele Dinge schwerer als anderen Leuten. Zum Beispiel wird mir in der Schule von den Lehrern immer gesagt, dass ich mich öfters melden solle, um meine mündliche Mitarbeit zu verbessern. Würd ich ja gern machen, aber dies fällt mir unheimlich schwer. Ich denke es liegt erstens daran, dass ich ziemlich ruhig bin und dass ich vor ein paar Jahren einen Unfall hatte, nachdem ich zwei Monate nicht zur Schule gehen konnte und mir ziemlichen selischen Schaden zugefügt hat. Danach fühlte ich mich, als wäre alles Selbstbewusstsein und alles Vertrauen, das ich mir mühsam aufgebaut hatte, plötzlich entrissen worden.
Seitdem traute ich mich kaum noch, mich zu melden und meine Meinung im Unterricht beizusteuern. Und auch in anderen Bereichen fühlte ich mich auf einmal viel unsicherer als vorher...

Und nun ist es soweit gekommen, dass ich mich irgendwann überhaupt nicht mehr traute, mich zu melden und leider ist es noch immer so.
Ich weiß, wie wichtig es ist auf einem Gymnasium mündliche Leistungen zu bringen, doch alles reden hat nie richtig geholfen... und bisher konnte ich meine mündlichen Einbußen noch einigermaßen mit dem Schriftlichen hochziehen.

Aber ich weiß, dass ich eigentlich zu mehr imstande bin, weiß, dass ich schlauer bin als ich mich gebe. Und dann denke ich immer, wenn ich mein Zeugnis am Ende eines Schuljahres in den Händen halte, dass ich es ziemlich einfach schaffen könnte aus dieser 3 eine 2 zu machen, oder aus einer 4 eine 3...
Meine beste Freundin ist vom Typ her ähnlich, aber sie hat immer eine Note besser als ich im Zeugnis stehen, obwohl sie sich auch nicht allzu oft mündlich beteiligt. Dafür schreibt sie aber immer sehr gute Arbeiten und das ... ich weiß nicht "deprimiert" mich immer zusätzlich.

Naja und die zehnte Klasse ist ja auch nicht mehr weit und da stehen dann die Zehnerprüfungen an, nach deren Bestehen man in die Oberstufe kommt. Und eben diese machen mir weitere Sorgen.
Ich glaube, ich setze mich immer selber unter Druck, weil ich Angst habe mit meinen Noten nicht in die Oberstufe zu kommen. Wie gesagt, meine Noten sind zwar nicht schlecht, sondern so mittelmäßig bis gut. Aber in einem Fach bin ich einfach nicht gut, habe eine Schwäche, gegen die ich nichts tun kann und deshalb auch immer schlechte Noten in diesem einen Fach habe.
Nach jetzigem Leistungsstand, werde ich wohl in die Oberstufe kommen, aber meine Sorge ist einfach, dass ich dies nicht mehr schaffe, wenn ich in einem weiteren Fach von der Leistung absinke... was mirdurchaus vorstellbar erscheint, da ich mich momentan selisch sehr verletzlich fühle...

Tut mir leid, dass ich jetzt so einen langen Text geschrieben habe, aber ich denke, so konnte man sich ein kleines Bild von mir schaffen.
 
Das hört sich nicht sehr schön an ich bin ungefähr im selben alter wie du allerdings sind bei uns mündliche noten nicht so wichtig ich weiss auch nicht wieso es liegt vllt. an den lehrern. Ich denke das du zuerst rauskriegen solltest warum du solche angsf hast(wovor) und wenn du das weisst dann kannst du langsam versuchen dich mehr zu trauen und dein selbstbewusstsein zu stärken zum beispiel in dem du mit leuten z.b. klassenkameraden redest die du nicht so kennst oder mit lehrern einfach im vorbeigehen ein hallo oder ähnliches. Wenn du angst davor hast etwas falsches zu sagen dann errinnere dich immer wieder daran das mitarbeit nicht bedeutet das du alles richtig machst sondern das du dir gedanken machst aus fehlern kann man lernen.
 
In meiner ganzen Schullaufbahn hat man mir ungefähr über 500 mal gesagt, ich solle doch bitte mehr mitarbeiten. So sehr ich mich bemüht habe, es hat nicht geklappt. Trotzdem habe ich als Jahrgangsbester abgeschlossen.

Du bist introvertiert und zählst zu den ruhigeren Menschen. Introversion ist nichts Schlechtes, nur hat das unser Schulsystem nicht verstanden. Offenbar ist es besser, irgendeinen Scheiß zu sagen, als gelegentlich gute Antworten zu geben. Quantität vor Qualität.

Große Rede, kleiner Sinn. In der Wahrnehmung deiner Leher wirst du vermutlich immer der/diejenige bleiben, die kaum spricht. Deshalb muss deine Strategie Richtung Qualität gehen. Überlege dir vor jeder Stunde eine gute Frage und versuche wenigstens 1-2 mal die Woche eine Frage zu stellen. Außerdem versuche in jeder Woche wenigstens 1 falsche Antwort zu geben.
 
Außerdem versuche in jeder Woche wenigstens 1 falsche Antwort zu geben.

Und das bringt ihr was genau? 😕


Liebe TE, ich bin auch so eine, die sich nie meldet, wenn sie nicht absolut sicher ist, die Antwort zu wissen. Und selbst dann melde ich mich meistens nicht. Ich bin einfach so und anscheinend bin ich nicht die Einzige.

Gott sei Dank hat wenigstens ein Lehrer an meiner Schule verstanden, dass es unterschiedliche Menschentypen gibt und sich nicht jeder traut, einfach drauflos zu plappern (hat er auch so gesagt). Er möchte niemanden in die Pfanne hauen, deshalb bewertet er die Mitarbeit nur, wenn sich jemand so richtig ins Zeug legt und überwiegend gute Antworten gibt. Schlechter als 1 gibt es also nicht und die, die sich lieber drannehmen lassen, weil sie sich selbst nicht trauen, bekommen eben nur die Noten der LKs, HAs und Klassenarbeiten. Ich finde das super. Leider gibt es nicht mehr Lehrer mit dieser Methode an den Schulen, an denen ich bisher war...

LG Gubie
 
Liebe TE, ich bin auch so eine, die sich nie meldet, wenn sie nicht absolut sicher ist, die Antwort zu wissen. Und selbst dann melde ich mich meistens nicht. Ich bin einfach so und anscheinend bin ich nicht die Einzige.
Nein, du bist absolut nicht die Einzige.

Gott sei Dank hat wenigstens ein Lehrer an meiner Schule verstanden, dass es unterschiedliche Menschentypen gibt und sich nicht jeder traut, einfach drauflos zu plappern (hat er auch so gesagt). Er möchte niemanden in die Pfanne hauen, deshalb bewertet er die Mitarbeit nur, wenn sich jemand so richtig ins Zeug legt und überwiegend gute Antworten gibt. Schlechter als 1 gibt es also nicht und die, die sich lieber drannehmen lassen, weil sie sich selbst nicht trauen, bekommen eben nur die Noten der LKs, HAs und Klassenarbeiten. Ich finde das super. Leider gibt es nicht mehr Lehrer mit dieser Methode an den Schulen, an denen ich bisher war...

Mich interessiert als Lehrer nur, ob die Schuler den Stoff beherrschen. Dass sie ihn beherrschen, können sie mir in Tests und Klausuren zeigen. Wer den Stoff kann, den setze ich normalerweise nicht wegen seltenen Meldens runter. Nur äußerst selten bekommt jemand eine schlechtere Note von mir als den (ggf. gewogenen) Durchschnitt der schriftlichen Leistungen. Was soll das auch? Die Schule ist dazu da, dass die Schüler lernen, nicht dazu, dass sie faseln.

Allerdings würde ich das eventuell anders sehen, wenn ich Sprachlehrer wäre. Bei Fremdsprachen zum Beispiel ist die Fähigkeit zu mündlicher Kommunikation ja nun einmal ein sehr wichtiges Lernziel.
 
Ich habe das gleiche Problem und bin mündlich meistens so um die 2-3 Noten schlechter als Schriftlich, aber ich kann dir ein paar Tipps geben, die mir geholfen haben:

1. Such dir jemanden, der genauso still ist wie du und macht einen Wettbewerb daraus, wer sich am meisten meldet. Am besten ihr spielt im Geld, nen Burger oder irgendwas in der Richtung, damit man auch motiviert ist, zu gewinnen.

2. Melde dich bei Sachen, bei denen du dir 100%ig sicher bist, irgendwann wird es dir dann einfacher fallen, dich auch zu melden, wenn du dir nicht komplett sicher bist. (es ist aber leider ein langer Weg 🙁)

3. wie xdf schon gesagt hat, kannst du auch versuchen, in Richtung Qualität zu gehen. Am besten immer dann melden, wenn es niemand anderes tut, dann hat man auch nicht so das Gefühl "sich zu blamieren", denn die anderen wissen es ja genauso wenig. Erfahrungsgemäß reicht das aber auch nur selten für mehr als eine 2-3 und auch nur bei Lehrern, die gerne mal schwerere Aufgaben stellen (und diese entsprechend mehr gewichten). Aber es ist immernoch besser, als sich gar nicht zu melden. (Voraussetzung ist natürlich, dass du die Antworten auch weißt)

OT:
mMn. sollte die mündliche Beteiligung eine Möglichkeit sein, seine schlechten schriftlichen Leistungen auszubessern, wenn man bei Klausuren zu stark unter Druck steht und nicht eine zwanghafte Voraussetzung für gute Noten, wenn man doch im Schriftlichen bewiesen hat, dass man es kann. Viele Lehrer halten mir immer vor, ich stellte nicht genug Fragen, aber es erschließt sich mir nicht, wie Fragen Ausdruck guter Leistungen in einem Fach sein können. Es liegt in der Natur der Frage, dass sie dazu dient, Unwissenheit zu beseitigen, ergo ist davon auszugehen, dass Schüler, die häufig Fragen stellen, unwissend waren. Abgesehen davon, kam es in meiner Klasse bisher nur selten vor, dass jemand eine Frage gestellt hat, die er sich nicht nach kurzer Überlegung hätte selbst beantworten können. Aber wenn ich hier noch mehr dazu schreibe, was mir am Schulsystem und der Regierung nicht passt, werde ich a) sofort verhaftet und b) wären wir dann morgen noch hier.
 
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