B
Briefkasten
Gast
Es hat den Anschein, als hätte ich es geschafft alle trüben Gedanken zu verbannen. Ich habe eine Mauer um mich errichtet aus Fröhlichkeit, Lachen und Zufriedenheit. Aber innen drin ist es immer noch schwarz. Ist immer noch Leere. Ich kann so frei lachen, doch im Grunde ist es nicht ganz ehrlich. Ich kann so oft sagen ich bin glücklich, doch im Grunde ist es nur ein kleiner Teil von mir. Ich habe diese Mauer errichtet, damit ich mir selbst und allen anderen einreden kann, dass alles in Ordnung ist, dass ich nichts zu befürchten habe... Ich glaube ich kann das sehr gut. Die meiste Zeit glaube ich auch selbst daran. Ich gebe mich dem Gefühl hin, dass alles ok ist, alles gut läuft, es immer besser wird. Doch manchmal stürzt meine Mauer ein. Sie stürzt auf mich runter und begräbt mich. Dann tut mir alles weh, dann kann ich nicht mehr atmen, nicht mehr denken, ich kann nicht mehr sprechen. Ich liege nur da. Ich weine. Dann sehe ich wie es aussieht. Dann bin ich hilflos wie ein kleines Kind. Dann möchte ich vor meinem Leben davon laufen, vor mir selbst davon laufen, vor allem davon laufen. Ich möchte mich nie mehr umdrehen, will nur, dass es endlich vorbei ist. Aber ich sehe schnell wieder ein, dass das keinen Sinn hat, dass es mir nichts bringt und ich nichts ändern kann. Die einzige Möglichkeit weiter zu machen ist die Mauer wieder auf zu bauen. Die einzige Möglichkeit ist, die Fassade aufrecht zu erhalten. Die einzige Möglichkeit ist mich selbst so lange zu belügen, bis ich mir selbst glaube, dass es wieder geht. Wieso ist das Leben nur so schwer..