Wieder eine Woche der Reha-Vorbereitung geschafft. Halbzeit. Noch 7 Wochen verbleibend.
Ich glaube, nächste Woche oder so gibt es eine Vornotenkonferenz. Bis auf ein, zwei Ausnahmen muss sich da wohl keiner Sorgen machen.
Natürlich ist diese Woche mal wieder was eskaliert, Tränen sind geflossen, etc. Habe nur so halb mitbekommen, worum es da überhaupt ging. Hat wohl nicht zuletzt auch was damit zu tun, dass die eine Teilnehmerin ihrer eigenen Aussage nach eine Borderline-Persönlichkeitsstörung hat und auf viele Dinge sehr empfindlich reagiert, und dann auch sehr laut wird.
Bzgl. der Frau, die das Kompetenztraining macht, gab es wohl so viel Kritik, dass sie zukünftig nicht mehr engagiert wird.
Habe heute beim Mittagessen auf der Terrasse mal ein paar Wörter mit der Superkritikerin gewechselt. War eigentlich alles recht friedlich. Aber gut, auf gewisse Gesprächsinhalte/Gesprächsverhalten würde ich ja ohnehin nur eingeschränkt eingehen, wenn überhaupt. Im Gegensatz zu vielen anderen schweige ich ja auch viel, biete also zumindest in diesem Sinne eher wenig Angriffsfläche. Nach meiner aktuellen Einschätzung ist das Potential für einen offenen Konflikt bzw. Eskalation eher gering.
Und dann ist da ein Kollege nach längerer Krankheit wieder bei uns. Er hatte wohl "nur" eine Erkältung, aber in Kombination mit der durch Long-Covid eingeschränkten Lungenleistung wohl ziemlich schlimm. Ich glaube, er hatte Antibiotika bekommen. Heute war er wegen seinen Rückenschmerzen bei der Physiotherapie und sollte anschließend die Moderation bei der Wochenreflexion machen. Er meinte, dass er nicht stehen könne und hat wohl noch schnell eine Schmerztablette genommen. Er setzte sich dann und wollte moderieren, aber konnte nur noch herausbringen, dass seine Schmerzen im Rücken gerade extrem stark werden. Er konnte kaum gehen, aber wollte zum ärztlichen Dienst. Andere fragten noch, ob sie ihn stützen sollen, aber er meinte, dass er das alleine schafft. Eine Teilnehmerin hat ihn dennoch begleitet. Kurze Zeit darauf sind auch ich und der Dozent raus auf den Flur, weil irgendwas nicht in Ordnung schien. Ein sehr beunruhigendes Bild. Der Kollege, der zum ärztlichen Dienst wollte, war auf dem Flur zusammengebrochen und lag mit Schmerzen gekrümmt auf dem Boden und zitterte. Der Dozent meinte zu mir: "Herr Tsunami, rennen Sie los? [zum ärztlichen Dienst]" Klar, bin dann gleich losgesprintet. Ein anderer Teilnehmer war irgendwie schon beim ärztlichen Dienst und kam mir mit fünf Leuten entgegen, die auch einen Rollstuhl bei sich hatten. Angeblich hatte es ewig gedauert, die Leute vom ärztlichen Dienst davon zu überzeugen, dass es sich um einen Notfall handelt und die sich sofort in Bewegung setzen sollen.
Als die Leute vom ärztlichen Dienst da waren, habe ich mir das nicht mehr lange angeschaut, da ich ja nicht wirklich helfen konnte. Die Leute vom ärztlichen Dienst sahen leider auch ziemlich hilflos aus. Letztlich wurde der Kollege auf einer Bahre von einem RTW abtransportiert. Mittlerweile liegt der Kollege im Krankenhaus, hat Morphium gegen die Schmerzen bekommen und es soll eine OP durchgeführt werden.
Heftig, das alles.