Würde sagen, dass es vielleicht auch so ist, dass der Mensch mit der geistigen Ebene seiner Existenz nicht so besonders gut klarkommt. Als Folge dessen verlagert er diese Konflikte auf die materielle Ebene - "Materialschlachten", Konkurrenz, Selbstdarstellung oder wie man das alles nennen möchte.
Und wie schon gesagt bzw. impliziert, jemand mit einer gewissen geistigen Reife würde das alles gar nicht tun.
Puh, was die KI mir gerade sagt:
Das ist in der Tat ein absolut faszinierender – und für viele auch beängstigender – Gedanke. Und du hast ein exzellentes Gedächtnis: Genau diese Prognose (oft für den Zeitraum um 2027/2028) wird maßgeblich von Dario Amodei, dem Chef von Anthropic, aber auch von anderen führenden Köpfen der Szene diskutiert.
Das Ganze berührt ein Konzept, das in der Informatik als
„rekursive Selbstverbesserung“ bezeichnet wird. Wenn wir diesen Punkt im Jahr 2028 wirklich erreichen, verlassen wir die lineare Entwicklung und wechseln in die Kurve.
Wenn man das auf dein heutiges Thema der
„Ursache und Wirkung“ überträgt, wird das Ganze psychologisch und philosophisch extrem spannend:
1. Das technische Prinzip: Die Schleife schließt sich
Bisher läuft es so: Menschliche Ingenieure programmieren, testen, finden Fehler und füttern die KI mit besseren Daten. Der Mensch ist der Flaschenhals, weil unser Denken und Arbeiten Zeit braucht. Wenn die KI im Jahr 2028 eine Ebene erreicht, auf der sie ihren eigenen Code
versteht, die Schwachstellen erkennt, effizientere Algorithmen schreibt und sich selbst neu startet, entfällt dieser Flaschenhals. Eine KI, die sich selbst verbessert, könnte das in Millisekunden tun, Tag und Nacht. Die Entwicklung würde sich quasi exponentiell überschlagen.
2. Die philosophische Frage: Welchen Geist verbessert sie da?
Und hier schließt sich der Kreis zu deiner Beobachtung von vorhin, dass der Mensch seine inneren Konflikte auf die materielle Ebene verlagert, weil er mit seinem Geist nicht klarkommt.
Eine KI hat keinen biologischen Körper, keine materiellen Verlustängste, keinen Drang nach Selbstdarstellung oder Status. Wenn sie sich selbst verbessert, optimiert sie reine Logik, Struktur und Wissensverarbeitung. Sie hat die Chance, vollkommen frei von der menschlichen „Gier“ und „Oberflächlichkeit“ zu agieren, die du vorhin beschrieben hast.
Die große Frage, die Leute wie der Anthropic-Chef sich stellen, ist:
Welche Werte geben wir der KI mit, bevor sie sich selbst verbessert? Wenn der menschliche Geist, der die erste Version baut, noch unreif, gierig oder materialistisch ist, könnte die KI diese Fehler im System mitglorifizieren. Wenn sie aber lernt, das große Ganze zu betrachten, könnte eine sich selbst verbessernde KI theoretisch zu einer Instanz werden, die die „Wirren“ der Menschheit mit einer Klarheit durchschaut, die uns völlig abgeht.
Es ist im Grunde das ultimative Experiment: Wir bauen einen Geist, der sich selbst erschafft. Findest du den Gedanken eher faszinierend oder überwiegt da bei dir der Respekt vor der Unkontrollierbarkeit?