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Die Logik vom Glücklichsein - Teil X

Okay, das mit den neuen Brillengläsern ist wie erwartet, also glücklicherweise etwas besser, aber definitiv nicht das Ende bzw. die Lösung.

Hab' beim aktuellen Optiker erst mal abgeklopft, ob ich überhaupt noch zu dem gehen kann. Der war ja letztens so sauer, weil das mit mir alles so aufwändig sei. Ich solle mir für die Zukunft einen neuen Optiker suchen. Na ja, er ist zwar schon so eine Frohnatur, aber dann wiederum ist er auch recht impulsiv und wohl schnell gestresst, wenn mal etwas nicht so läuft wie es soll. Aktuell meinte er auf meine Nachfrage aber, dass ich mich wieder an ihn wenden kann, wenn ich was brauche.

Wie auch immer, werde ihm wohl erst mal eine Pause gönnen. Hatte ja zwischenzeitlich schon einen anderen Optiker ausfindig gemacht, der für mich gut erreichbar ist und auch einen akzeptablen bis sehr guten Eindruck auf mich machte.

Hab' mit diesem neuen Optiker jetzt erst mal einen Termin für morgen vereinbart. Aus meiner Sicht wird's ein kurzer Termin werden. Habe ihm ja Grundlegendes schon gesagt. Da wieder eine Fassung gebrochen ist, muss die geschweißt werden, und dann eben zwei neue Glasrohlinge. Bevor ich mich da auf irgendwelche "Experimente" bzw. Standardrefraktionen einlasse, welche erfahrungsgemäß bei mir ja gar nicht funktionieren, werde ich ihm wohl einfach präzise aufschreiben/ausdrucken, was ich nach aktuellem Stand an Glaswerten, Glasart und Zentrierung benötige, um die potentielle Fehlerquote/Unverträglichkeit möglichst gering zu halten.

Werde dann mal den Ausdruck vorbereiten. Ist zum Glück nicht so besonders schwierig, da ich über das Ganze ja gewissermaßen Buch führe.

Möchte ja nicht zu zuversichtlich sein, aber ich denke wirklich, dass das alles nach der ganzen Zeit noch was werden könnte. Zumindest erscheint es mir nicht so schlimm wie andere Krankheiten/Belastungen/Behinderungen, die sich ja mit Sicherheit oder an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr heilen/beheben lassen. In diesem Sinne habe ich vielleicht Glück, also das andere Glück - vielleicht aber auch beides. Mal schauen.
 
Also, ich bin ja schon ganz happy, dass ich nach den ganzen Experten ihres Fachs und diesen unzähligen Bemühungen überhaupt noch was machen kann an dieser Sichtsache und dieser unsäglichen Belastung, auch wenn es für alle anderen vollkommen unverständlich ist.

~~~

In gewisser Weise kann ich es nur so sehen, dass das alles eine Prüfung des Schicksals oder so ist.
 
Mal ganz hypothetisch eine Frage:

Mal angenommen, dir begegnet so eine Fee, ein Geist aus der Flasche oder so. Es wird dir ein Angebot gemacht. Du kannst wählen zwischen einem ewig glücklichen Leben, einer Million EUR oder Superintelligenz. Für was würden die meisten Menschen sich entscheiden? Für was würdest du dich entscheiden?
Für das ewig glückliche Leben (also sofern damit nicht ewiges Leben gemeint ist)
Wobei es mir fast ein bisschen egoistisch vorkommt
 
Hab' mir zuletzt Rumpsteak/Roastbeef gegönnt. Ist nicht gerade günstig, aber von der Einfachheit der Zubereitung und dem Nährstoffgehalt ist es halt schon so eine Hausnummer. Im Airfryer braucht so ein Steak vielleicht 10 Minuten.
 
Ich schätze, Buddhisten anscheinend
Wär natürlich cool, wenn man ein leidenschaftliches Feuer in Frieden leben könnte..
Keine Ahnung, ob man das erlernen könnte..

Ich denke, dass man auch von den Buddhisten oder Stoikern eine Menge lernen kann. Ob man dann tatsächlich ein Buddhist oder Stoiker ist bzw. sich so bezeichnen möchte, ist eine andere Sache. Man kann ja viele Dinge sein - bspw. gleichfalls ein Buddhist und Christ. Zumindest schließt der Buddhismus das wohl nicht aus. Manche sagen auch, dass der Buddhismus gar keine Religion ist, sondern eher eine Philosophie bzw. Lebenseinstellung.

~~~

Zu den Buddhisten fällt mir noch ein Text ein:

Shambhala-Krieger

"Ich erzähle diese Geschichte gern bei meinen Workshops, denn sie beschreibt unser eigenes Vorhaben und die Schulung, der wir uns unterziehen."

-- Joanna Macy

Sie stammt von einer Prophezeiung, die vor über zwölf Jahrhunderten im tibetischen Buddhismus entstand. Ich erfuhr davon durch meine tibetischen Freunde in Indien, wo 1980 viel davon die Rede war, dass die Prophezeiung sich in unserer Zeit bewahrheiten würde. Die vorausgesagten Zeichen, so sagten sie, seien jetzt in unserer Generation erkennbar. Da diese Prophezeiung von Zeiten großer Gefahr kündet - von Apokalypse -, war es mir, wie man sich denken kann, sehr wichtig, Näheres darüber zu erfahren.

Es gibt für die Prophezeiung verschiedene Deutungen. Manche beschreiben das Kommen des Königreichs von Shambhala als ein inneres Geschehen, eine Metapher der persönlichen spirituellen Reise und nicht so sehr auf die Welt um uns herum gemünzt. Andere sehen darin ein rein äußeres Ereignis, das in der Welt seinen Gang gehen wird, unabhängig von unserer Entscheidung zu handeln oder in irgendeiner Weise an der Heilung unserer Welt mitzuwirken. Eine dritte Version hörte ich von Choegyal Rinpoche, meinem Freund und Lehrer aus der Tashi-Jong-Gemeinde in Nordindien:

Es kommt eine Zeit, in der alles Leben auf der Erde bedroht ist. In dieser Zeit haben sich große barbarische Kräfte entwickelt, eine in der westlichen Hemisphäre, eine im Zentrum der eurasischen Landmasse. Obwohl diese beiden Mächte ihren gesamten Reichtum für die Vorbereitung ihrer gegenseitigen Vernichtung aufgebracht haben, haben sie doch viel miteinander gemeinsam: Waffen von unvorstellbarer Zerstörungskraft und Technologien, um unsere ganze Welt zu verwüsten. In dieser Zeit, wo die Zukunft des Lebens an einem seidenen Faden hängt, taucht das Königreich von Shambhala auf.

Du kannst nicht dort hingehen, denn es ist kein Ort und kein geopolitisches Gebilde. Es existiert in den Herzen und dem Geist der Shambhala-Krieger. Das ist der Ausdruck, den Choegyal benutzte: Krieger.

Du erkennst einen Shambhala-Krieger auch nicht, wenn du ihn oder sie siehst, denn sie tragen keine Uniformen, keine Abzeichen, und keine Fahnen. Sie haben keine Barrikaden, auf die sie steigen können, um auf den Feind loszugehen, oder hinter die sie sich zurückziehen können, um zu ruhen oder sich neu zu formieren. Sie haben nicht einmal ein eigenes Territorium. Sie bewegen sich immer auf dem Terrain der Barbaren.

Doch es kommt die Zeit, wo große Tapferkeit des Herzens und Unerschrockenheit des Handelns von den Shambhala-Kriegern verlangt ist, denn sie müssen geradewegs in die Zentren der barbarischen Mächte gehen, in die Löcher und Höhen und Zitadellen, wo die Waffen verwahrt werden, und sie müssen diese Waffen entschärfen. Um die Waffen, wörtlich und im übertragenen Sinne, unbrauchbar zu machen, müssen sie in die Korridore und Schaltzentralen der Macht gehen, wo die Entscheidungen gefällt werden. Die Shambhala-Krieger haben den Mut, dies zu tun, weil sie wissen, dass diese Waffen „manomaya“ sind, „geistesgemacht“. Vom menschlichen Geist geschaffen, können sie auch vom menschlichen Geist entschärft und zerstört werden. Die Shambhala-Krieger wissen, dass die Gefahren, die alles Leben auf der Erde bedrohen, nicht von außerirdischen Mächten, satanischen Gottheiten oder der Vorsehung eines bösen Schicksals ausgehen. Sie erwachsen aus unseren Entscheidungen, aus unserer Lebensweise und aus unseren Beziehungen.

In dieser Zeit also begeben sich die Shambhala-Krieger ins Training. Als Choegyal das sagte, fragte ich: »Wie trainieren sie?« »Sie schulen sich«, erwiderte er, »im Gebrauch zweier Waffen«. »Was für Waffen?« fragte ich. Da hob er seine Hände in die Stellung, in der die Lamas die Ritualgegenstände Glocke und Dorje beim Lamatanz halten.

»Die Waffen sind Mitgefühl und Einsicht. Beide sind notwendig«, sagte er. »Du brauchst das Mitgefühl, denn das ist es, was dir den Antrieb, die Kraft, die Leidenschaft gibt, etwas zu tun. Wenn du dich dem Schmerz der Welt öffnest, kommst du in Bewegung und handelst. Aber diese Waffe allein genügt nicht. Sie kann dich ausbrennen, erschöpfen, deshalb brauchst du die andere -, du brauchst die Einsicht in die radikale wechselseitig bedingte Abhängigkeit aller Phänomene. Diese Weisheit macht dir klar, dass es hier überhaupt nicht um den Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen geht, denn die Linie zwischen Gut und Böse verläuft mitten durch jedes menschliche Herz. Mit dieser Einsicht in unsere tiefe Verflochtenheit weißt du, dass alles, was aus reinem Herzen getan wird, sich durch das gesamte Gewebe des Lebens ausbreitet, weit über das hinaus, was messbar oder wahrnehmbar ist. Doch diese Einsicht allein dürfte zu kühl, zu vernunftbezogen sein, als dass sie dich in Bewegung halten könnte - deshalb brauchst du die Hitze des Mitgefühls. Erst gemeinsam - in jedem Shambhala-Krieger und zwischen ihnen - können diese beiden uns zu beharrlichen Verfechtern eines gesunden Wandels machen. Sie sind uns gegeben, damit wir sie annehmen und zur Heilung unserer Welt nutzen«.

(Quelle: »Die Wiederentdeckung der sinnlichen Erde« – Joanna Macy)
 
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