Die per Gesetz zugestandenen Befugnisse eines Betriebsrats können sehr weit gehen. Ich war zum Beispiel schon kurz davor, die Geschäftsführung im Namen der Belegschaft zu verklagen, oder kurz davor, einen Haustarifvertrag mit einer Gewerkschaft auszuhandeln. Alles nicht so einfach, aber auch nicht unmöglich.
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Und nein, ich bin jetzt nicht direkt stolz darauf oder so, aber ja, so eine "Ausbeuterfirma", die über Jahre Zeitarbeitskräfte bei uns beschäftigt hatte, existiert nicht mehr. Na ja, die sind halt umgezogen und firmieren jetzt unter einem anderen Namen. Wohl ist es aber so, dass der eine oder andere Mitarbeiter aus Arbeitnehmerüberlassung die eine oder andere finanzielle Entschädigung erhalten hat. Tatsächlich meinte mein damaliger Chef zu betroffenen Mitarbeitern, dass sie sich bei Entschädigungsansprüchen am besten an mich wenden. Na ja, ich hatte auch Mithilfe und habe letztlich nur getan, was ich für richtig hielt.
Hat mir das einen gewissen Stress verursacht? Natürlich. Wurde nach ein paar Tagen in das Büro vom Geschäftsführer gerufen. Er zeigte mir einen Ordner voller Entschädigungsansprüche und fragte mich, was ich da schon wieder angestellt hätte. Da ich gewissermaßen schnell und eigenmächtig gehandelt hatte, wussten meine Betriebsratskollegen auch nicht so recht Bescheid, aber haben mir gewissermaßen den Rücken freigehalten.
Herrje, das waren schon irgendwie interessante Zeiten.
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Im Grunde hatte da auch nichts Illegales stattgefunden, sondern einfach nur Transparenz. Was die Leute daraus machen, ist ja deren Sache.