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Die falsche Entscheidung?

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Gast

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Hallo liebe Forenmitglieder,

ich stecke in einer Klemme. Beruflich lief bei mir bisher alles glatt. Ich habe mein Abitur im gemacht, dann studiert und auch schon ein wenig Berufserfahrungen. Von Beginn an, hatte ich den Wunsch nach meinem Studium der Sozialpädagogik eine Weiterbildung zur Therapeutin für Kinder und Jugendliche zu machen. Nun ist es soweit. Nachdem ich jahrelang darauf hingearbeitet habe und auch das Bewerberverfahren überstanden habe, stehe ich nun kurz vor Beginn der Weiterbildung. Plötzlich aber fühlt sich alles falsch an und ich weiß nicht mehr, ob ich diese lange und kostspielige Ausbildung noch auf mich nehmen kann und will und ob ich diese Weiterbildung wirklich für mich mache, oder nur weil ich denke, dass es von mir erwartet wird. Der Vertrag ist unterschrieben, aber in mir sträubt sich alles. Kennt jemand eine solche Situation?
 
Vielleicht fühlt es sich nur deswegen "falsch" an, weil du nun in die entscheidende, heiße Phase kommst und du dich fragst, ob du es auch weiterhin alles so gut schaffst wie bisher? Würdest du heiraten, würde ich sagen du bekommst "kalte Füße". 😉

Was du beschreibst könnte ein innerer Widerstand sein, der dich in Frage stellen lässt ob dass, was du tust und anstrebst tatächlich das ist, was du willst. Und ob es das ist, kannst nur du selbst herausfinden. Wenn es wirklich dein Berufswunsch ist, was hat dich dazu gebracht? Und - weil du es schreibst - wem zuliebe könntest du diesen Berufswusch ergriffen haben, wenn du sagst, dass du vielleicht doch nur jemanden Erwartungen erfüllen möchtest?
 
Ich kann Dr. Rock nur zustimmen! Und was evtl. auch ein "Problem" sein könnte, es ist einfach jetzt wieder ne Umstellung, ein neuer Lebensabschnitt beginnt und dein Leben läuft nicht so wie es die letzte Zeit lief. Das macht auch vielen Menschen Angst und deswegen denken sie, sie treffen die falsche Entscheidung, auch wenn es das ist, was sie immer machen wollten.
 
Hallo Gast,

leider ist das sehr dürftig, was du an Gründe anführst.
So wird die Hoffnung auf eine richtige Antwort zu deinen (Selbst)zweifeln sehr gering.

Das Gefühl an sich wird dir im Laufe des Lebens durchaus mehrfach begegnen können. Denn immer dann, wenn man eine Richtungsweisende Entscheidung treffen muss. Daher können deine Zweifel durchaus unbegründet sein.
Ein Satz macht mich jedoch stutzig!

Plötzlich aber fühlt sich alles falsch an und ich weiß nicht mehr, ob ich diese lange und kostspielige Ausbildung noch auf mich nehmen kann und will und ob ich diese Weiterbildung wirklich für mich mache, oder nur weil ich denke, dass es von mir erwartet wird.
Wer erwartet was von dir?
Solltest du nicht selbstbestimmt dein Leben führen?
Wenn du damit wirklich sagen möchtest, dass jemand dir sagt, diesen Weg zu gehen, dürfte es wohl der Falsche sein.

LG
Rhenus
 
Liebe Antworter,

vielen Dank für die offenen und ehrlichen Antworten. Ich musste sie und all das, was in der letzten Zeit so in mir vorgeht erstmal auf mich wirken lassen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die Ausbildung gar nicht mehr wirklich machen will, sondern einfach nur immer dachte es muss so sein. Seit Jahren stand es fest und war quasi vorherbestimmt. Und jetzt, wo es soweit war, dachte ich es sei immer noch der richtige Weg für mich. Natürlich war ich irgendwie beeinflusst von meiner Umwelt, die immer wieder betont hat, wie stolz sie auf mich sind und wie toll sie finden, dass ich immer alles so straff durchziehe. Das war es was mich unter Druck gesetzt hat. Letzlich hat mir mein Körper und die Tatsache, dass es mir in der letzten Zeit psychisch eher schlecht geht aufgezeigt, dass es eigentlich gar nicht mehr will. Also habe ich entschieden die Ausbildung nicht zu machen und schlagartig geht es mir besser. Der ganze Druck und die Anspannung, alles fällt von mir ab. Ich fühle mich wie befreit. Wahrscheinlich war dieser Prozess notwendig um zu erkennen, dass ich all das gar nicht mehr will.
 
Es gibt sicher kaum etwas Wichtigeres im Leben, als zu sich selbst ehrlich zu sein und wenn du jetzt erkannt hast, dass du "auf dem Holzweg" warst bzw. diesen Weg nur eingeschlagen hast, weil andere dann stolz auf dich gewesen sind bzw. dich ein wenig in diese Richtiung gedrängt haben, dann würde ich sagen: besser diese Erkenntnis jetzt als in 15 Jahren...dann nämlich wäre ein Umdenken und ein Neubeginn erheblich schwieriger und komplizierter geworden.

Viel Erfolg! 🙂
 

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