E
Eugenie
Gast
Genau so ist es. Und es ist auch nicht allein die "Schuld" derjenigen, die keine oder nur wenige Kontakte haben. Wenn das eigene Leben - aus welchen Gründen auch immer - nicht dem des Mainstreams entspricht, gehört man einfach nicht dazu. Andere sind vielleicht sogar anfangs noch ganz freundlich. Aber sobald sie dich hinreichend abtaxiert und gemerkt haben, dass du bei gewissen Themen (Ehepartner, Kinder, bestimmte Freizeitaktivitäten, Fernreisen etc.) nicht mitreden kannst, wirst du geräuschlos fallen gelassen. Du wirst vielleicht sogar nach wie vor freundlich gegrüßt, man macht auch mal ein bisschen Smalltalk mit dir. Aber du wirst nicht eingeladen und es ist auch keiner scharf darauf, sich mit dir zu treffen, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Du bist schlichtweg uninteressant für andere. Und hast jede Menge Nachteile dadruch. Beruflich wie privat. So läuft das in der Praxis.Meine Erfahrung mit Einsamkeit:
Wenn du sagst, wie allein du bist, weil sogar alle Verwandten schon verstorben sind und Freunde nicht vorhanden, etc., wenn du irgendwo mit Menschen ins Gespräch kommst und denen von deiner Einsamkeit erzählst, dann fühlen sie sich leider aufgefordert dir zu sagen wo du hin sollst, was du tun sollst, was, wo, wie, um die Möglichkeit zu haben neue Leute kennen zu lernen aber niemals, NIEMALS hätte einer von denen mir gesagt: Komm, lass uns mal was zusammen machen.
Also ist es besser, nie was von der Einsamkeit zu erwähnen, weil jeder, aber auch jeder sich veranlasst fühlt, dir zu sagen wo's "langgeht" aber niemals dich fragen würde, ob er sich mit dir anfreunden dürfe.
Wenn man sich auch noch selber als einsamer Mensch outet, obwohl die anderen sich sowieso schon denken können, dass man kaum Kontakte hat, macht man sich für andere nur noch unattraktiver.
Und was nützt es, die Schuhe anzuziehen und spazieren zu gehen, wenn man immer nur allein durch die Gegend läuft?