Solange du dich nicht selbst als erfolgreichen Menschen betrachtest, wie sollten es dann andere in dir erkennen? Du siehst dich halt auch immer nur auf der Schattenseite. Ich persönlich fände es schön, wenn auch mal was anderes von dir käme.
Erfolgreich ist man, oder eben nicht (natürlich im Rahmen der individuellen Vorstellung). Bei mir muss, kann und soll da also auch niemand etwas erkennen, was nicht da ist.
Zumal für mich gerade das die Ursache dafür ist, dass wir in dieser verrückten Welt leben: einen erfolgreichen Menschen abgeben zu
müssen, weil man auf der Schattenseite nichts anderes erwarten kann, dass andere nichts mit einem zu tun haben wollen. Deswegen strebt alles nach Erfolg und mimt den Starken und Souveränen und es kümmert dadurch wenig, wenn andere unter die Räder kommen. Denn unerfolgreich zu sein und auf der Schattenseite zu sein, wird zum Nichtakzeptierenswerten, zum Verachtenswerten. So wie man nicht sein darf, so dürfen andere nicht sein. Man wird gefühllos sich selbst gegenüber, damit auch anderen gegenüber. So wie man von sich fordert "sei anders, sei erfolgreich", so fordert man es von anderen. Das fördert meiner Meinung nach massiv Mitleidlosigkeit, Intoleranz und feindschaftliche Tendenzen.
Man muss doch den Menschen sehen, der er ist. Und ihn nicht auf das beschränken, was er nach außen hin vorgibt, oder was er durch Erfolg, ob vermeintlich oder tatsächlich, repräsentiert. Wer einen Menschen ablehnt, weil er auf der Schattenseite steht, sollte meiner Meinung nach mal gründlich über sich selbst nachdenken, woher dieses Empfinden der "Schrecklichkeit" des Unerfolgreichen (bzgl. im System Fuß zu fassen oder im sozialen Bereich) denn kommt.
Hallo Kleines Seelchen, Grüß Dich,
Ich beziehe mich auf deinen Eingangspost. Wie geht es dir?
Ich vermute du hast noch nicht den Mut gefunden, dich irgendwelchen Vereinen anzuschließen. Ist auch wirklich schwer sowas. Und in deiner Situation noch ein Stück schwerer.
Ich habe Kinder wie du weißt, und doch fühle ich mich öfters einsam. Dann gehe ich in mich, fühle das ich nicht einsam bin, ich habe ja mich.
Tja aber dann ist da dieser Wunsch einen Menschen zu kennen, der mir ähnlich ist, meinen Gedanken ähnlich ist. Doch den oder die gibt es nicht, ich habe es schon mein ganzes Leben lang versucht und ausprobiert, das was ich suche finde ich nicht.
Ich habe angefangen zu begreifen, das ich dies wohl nicht finden werde.
Und dann ist da auch noch meine Scheu, in den letzten Jahren dazu gekommen andere Menschen kennenzulernen , wohl resultierend aus den schlechten Erfahrungen die ich einsammelte.
Ich kann dir dein einsames Gefühl nachempfinden.
Es gibt ganz viele Menschen, die dieses Gefühl empfinden, aus verschiedenen Gründen, unterschiedlich zusammengesetzt, aber unterm Strich fühlt es sich Einsam an.
Das Einzige was mich rettet, ich freunde mich mit dieser Einsamkeit an. Naja, ich habe es auch leichter, objektiv gesehen habe ich nicht die Probleme die du hast. Naja da gibt es noch mein eigenes Bild über mich, und das ist nicht so schön.
Trotzdem muß ich zugeben, das mein Aussehen schon was anderes vorspiegelt.
Es macht mich so traurig, wenn ich deine Zeilen lese.
Weißt du Kleines Seelchen, versuch dir darüber bewußt zu werden, das alle die hier im Forum schreiben, einsam sind, oder Langeweile haben, oder was erfahren wollen, oder ein Problem lösen wollen. Jeder steckt in seinem eigenen Gefängnis. Das ist die Wahrheit. Manchmal sieht man das nicht, weil man nur bei sich selbst schaut wie Fehlerbeladen man ist.
Liebe Grüße Pecky
Danke. Dein Beitrag ist erfrischend, weil er versucht die Empfindungs- und Problemwelt des TE zu berücksichtigen, anstatt rein mit vorwurfsvollen Anfeuerungen zu kommen und alles abzuwürgen.
Ich kann Kleines Seelchen leider selber keinen Tipp geben, den er nicht schon bekommen hat. Mit Schuhe anziehen und Spazierengehen, ist es halt leider nicht getan. Ich weiß, wie es ist, wenn Bemühungen rückwärts laufen; wie es hemmt, wenn man sich falsch und verkehrt fühlt. Raus gehen und machen und sich anders zu geben, ist so einfach gesagt, wenn Handicap und Phobie zuschlägt (und wer weiß, was für persönliche Hindernisse noch mit reinspielen können) und manchmal möchte man einfach nur bei sich selber bleiben dürfen und nicht gebrochen werden. Nichts mimen zu müssen, kein Darsteller sein zu müssen, keinen Erfolg vorzeigen zu müssen. Nicht blöde begrinst, abgewertet und abgelehnt zu werden. Das scheint so viel verlangt. Und ich sehe (das ist mein Erleben), wie die Leute, mit diesen Forderungen, wie man zu sein hat und nicht zu sein hat, verrückt gemacht werden.
Keine Ahnung, ob das zu OT gehört oder was hilft oder nicht. Bei Bedarf löschen.