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Desillusioniert von Liebe und Beziehung

Zenosama

Mitglied
Servus an alle Nachtaktiven,

muss mal ein paar Zeilen loswerden, weil es mich nicht schlafen lässt. Versuche das
für mich komplexe Problem kurz zu umreißen.

Ich werde nächsten Monat 30. Hatte bislang eine sehr erfüllende Beziehung von ca. 5 Jahren.
Meine Ex-Freundin war wirklich eine Schönheit, wurde mir oft so gesagt. Dazu
hatte sie noch einiges auf dem Kasten (künstlerisch & musikalisch begabt, abgeschlossenes Studium), sehr kreativ, verboten sexy und auch noch witzig.

Wir haben sehr viel zusammen gemacht und erlebt, waren viel auf Reisen, zusammen
viel erkundet und neues ausprobiert. Ich hab damals mit ihr zum ersten Mal das Meer
gesehen, wir haben unsere Namen in den Sand geschrieben und Muscheln gesammelt.
Das sind so Bilder die bleiben mir glaube ich ewig im Kopf.

Wir haben uns irgendwo in der Mitte getroffen. Unseren Hedonismus zelebriert und ausgelebt. Gutes Essen, Musik, Reisen, Kultur, guter Sex. So stelle ich
mir das vor meine Zeit zu verbringen, wenn ich nicht gerade auf der Arbeit und im Alltag
"funktionieren" muss.

Dann nach ca. 4 1/2 Jahren Beziehung der langsame Niedergang. Sie hatte nicht mehr
die gleichen Gefühle für mich wie früher. Zweisamkeit, auch körperliche Nähe wurde
alles weniger und ich bin damit nicht klargekommen. Dann haben wir uns getrennt
ohne großes Drama aber mit viel Tränen.

Jetzt bin ich seit ca. 2 Jahren Single und komm gar nicht mehr klar auf dieses Thema
Liebe und Beziehung. Habe ein paar Frauen seitdem gedatet, aber das
war leider alles von den Emotionen und dem Qualitätsfaktor her nicht 10% von dem was ich
mal hatte.

Da komm ich dann alleine doch besser zurecht, aber irgendwie auch nicht. Nochmal versuchen meine Ex zurück zu gewinnen? Davon halte ich auch nichts. Schließlich
war sie ja die jenige die mich verlassen hat. Wer dich liebt bleibt oder kommt von
alleine zurück, so sehe ich das. Und hinterherlaufen daran hindert mich mein Stolz,
da leide ich lieber wie ein blöder.

Ich weiß, sind Luxusprobleme. Anderen Leuten geht's viel schlimmer. Bin auch
dankbar dafür, dass ich das alles erleben durfte. Nur leider bringt es mir im
hier und jetzt nichts weil mir einfach diese großen Gefühle fehlen...

Naja über Ratschläge und Meinungen wäre ich dankbar.
Schönen Abend noch!
 
Hallo,
Du bist nicht allein. Ich gräme mich auch allerdings bin ich diejenige die aus der Beziehung ausgebrochen war.mittlerweile bin ich 40 und denke das wichtigste ist, dass Du akzeptierst, dankbar bist und versuchst Dich weiterzuentwickeln. Ich war 30 wie Du als es mit meiner ersten großen Liebe und auch einzigartigen Liebe nicht mehr weiterging. Es gab Gründe auf beiden Seiten die ursächlich für das "scheitern" waren.im Grunde lag es an fehlerhafter Kommunikation und mangelnder Erfahrung. allerdings könnte ich auch einen schweren Fehler vor meiner Zeit nicht verzeihen.als Idealistin.und ich habe erklärt bekommen dass wir uns einfach zum falschen Zeitpunkt kennengelernt hatten.bis heute habe ich Zeiten in denen ich die Beziehung zurücksehne.doch vergleiche nicht! Jeder hat die Aufgabe sich weiterzuentwickeln. Du bist unfair und hast auch Verantwortung wenn Du vergleichst.menschen kann und darf man nicht vergleichen!sehr wohl darfst du Menschen an ihren Taten messen und Wünsche haben.aber vergiss nicht dass jeder Mensch einzigartig ist und wir alle voneinander lernen.übe Dich in Großmut und Dankbarkeit.
Das ist mein Rat.
Verliere Dich nicht in Hochmut und Gram der in Verbitterung führt.
 
Jetzt bin ich seit ca. 2 Jahren Single und komm gar nicht mehr klar auf dieses Thema
Liebe und Beziehung. Habe ein paar Frauen seitdem gedatet, aber das
war leider alles von den Emotionen und dem Qualitätsfaktor her nicht 10% von dem was ich
mal hatte.

Da komm ich dann alleine doch besser zurecht, aber irgendwie auch nicht.

(...) Nur leider bringt es mir im hier und jetzt nichts weil mir einfach diese großen Gefühle fehlen...

Hey,

das alles muss ja nicht für immer so bleiben. Ich würde dir raten, dich zu entspannen, dir keinen großartigen Kopf darüber zu machen und dir einfach noch Zeit zu lassen. Nichts erzwingen zu wollen. Womöglich liegt es dir einfach nicht, einen geliebten Menschen innerhalb kurzer Zeit durch einen anderen zu ersetzen. (Falls du nun denkst, aber 2 Jahre sind doch lang - klar, bei vielen geht's bedeutend schneller, doch jedermanns Sache ist es eben nicht. Vor allem je nach Intensität der vergangenen Partnerschaft und der Liebe, den eigenen Emotionen.)
 
Zenosama,

Du schreibst:

"Wir haben uns irgendwo in der Mitte getroffen. Unseren Hedonismus zelebriert und ausgelebt. Gutes Essen, Musik, Reisen, Kultur, guter Sex. So stelle ich mir das vor meine Zeit zu verbringen, wenn ich nicht gerade auf der Arbeit und im Alltag "funktionieren" muss.

Ich war kurz davor, Dich zu beneiden, beschriebst Du doch eine Begegnung, wie ich sie mir für mich auch gut vorstellen könnte. Ja, und ansatzweise, habe ich das in den Anfangszeiten mit meiner Verflossenen auch mal so erlebt.
Und so hätte es weitergehen können.

"Hätte". In unseren Anfangszeiten gehörten wir zu einer Gruppe junger Paare, die alle aus einem ähnlichen Umfeld kamen, von ähnlichen Lebensvorstellungen bestimmt waren oder davon träumten. Bei etlichen folgte der Aufschlag schneller als erwartet.

Bei vielen, denen ich selbst eine größere Chance auf die Verwirklichung zugestanden hätte als uns, ging der Traum vom großen Glück viel schneller zu Ende als bei uns.

Wir dagegen haben lange gearbeitet an unserer Beziehung, miteinander gerungen. Dennoch kam irgendwann das Ende. Die Träume blieben, und die Enttäuschungen auch.

Ich habe zu lange gewartet, viel zu lange gehofft. Insofern beneide ich Dich.
Ihr hattet eine schöne Zeit. Lass es dabei. Mehr war nicht möglich, und Ihr seid ohne Stress auseinander gegangen.

Du bist nicht dort angekommen, wohin Du wolltest.
Dennoch ist ein Neustart möglich. Nicht mit ihr, aber vielleicht wartet da jemand, mit der es besser passt.

Das wünsche ich Dir!

Burbacher
 
Ich denke Du bzw. Ihr hattet beide eine falsche Vorstellung vom Zusammenleben und ich erkenne nichts in Deinem Post das Du Dich dahin gehend geändert hättest. Deine Vorstellungen und Wünsche sind die gleichen geblieben, Zuckerschlecken und alles andere ein "muss".

Damit kommst Du nicht da an, wo Du hinmusst um im Leben und in einer Beziehung zu bestehen, dauerhaft. Eure Liebe war sehr oberflächlich, das habe ich erkannt wie Du und was Du von ihr geschrieben hast. Klar das die ersten Erfahrungen Spaß machen und gewiss auch sollen, aber das ist doch kein Tiefgang! Mit dieser windigen Sehnsucht musst Du Dich erden!

Setz also mal die lila Wunsch-Brille ab, jetzt bist Du Singel, das hast Du gut gewählt, da kannst Du viel lernen, ja alles! Hier im Forum findest Du auch viele Beiträge zu Beziehungen...



Grüße,
Peace
 
Für mich liest es sich, als würdest du sie Idealisieren und denkst dir "So eine finde ich nie wieder!", zumindest klingt deine Beschreibung danach.

Es muss ja auch schlechte Seiten an ihr gegeben haben? 😀
 
In der Wiki~Definition von HEDONISMUS steht u.a. ...

Hedonismus ... bezeichnet zumeist eine philosophische bzw. ethische Strömung, deren Grundthese lautet, dass einzig Lust bzw. Freude und die Vermeidung von Schmerz bzw. Leid intrinsisch oder final wertvoll sei(en).


Diese Lebensart blendet eine ganz wesentliche Erfahrung menschlichen Seins aus, nämlich das Leid, den Schmerz. So gesehen schenkt euch das Leben in euren Wegen die Gelegenheit, sich bewusst doch dieser menschlichen Erfahrung zu stellen und sie achtsam und liebevoll anzunehmen.

Perfekt finde ich deine Klarheit bzgl. dem eigenständigen Bleiben oder Wiederkommen aus Liebe, und eben nicht dem Klammern oder Nachlaufen wollen. Wirklich gute Sichtweise.

Eine Frage noch ... DU beschreibst mit vielen wunderschönen Attributen die Besonderheiten deiner Exfreundin. Sei mutig und beschreibe nun auch mal in gleicher Art und Weise deine besonderen Eigenschaften.

Vielleicht sind dir deine eigenen liebenswerten Besonderheiten selber noch gar nicht so bewusst, und vielleicht war dadurch SIE diejenigen, die im Scheinwerferlicht deiner Bewunderung stand, wodurch DU irgendwann mal vielleicht dann für sie doch zu “normal“ wurdest.

Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Achtsamkeit und Hingabe zu dir selbst.
 
Da du noch sehr jung bist hast du noch jede Menge Zeit, die Richtige zu finden. Vielleicht solltest du mal ein Jahr lang gar nichts unternehmen, um eine neue Partnerin zu finden. Konzentriere dich auf andere Dinge. Dadurch gewinnst du mehr Abstand. Danach kannst du die aktive Suche immer noch wieder aufnehmen, wenn du willst. Meist bringt es aber sowieso nichts, wenn man eine Partnerschaft erzwingen will. Schon gar nicht, wenn man sehr feste Vorstellungen hat, wie die Partnerin oder der Partner sein muss.
 
Hallo liebe Leute. Erstmal Danke für die vielen Nachrichten. War sehr angenehm überrascht und es hat mir ein paar Denkanstöße und neue Alternativen aufgezeigt, die ich bisher verdrängt oder noch nicht gesehen habe.

@Gast

Finde ich richtig krass was du schreibst. Sich in Großmut üben und nicht in Hochmut und Gram verlieren, Ja. Muss ich leider zugeben das eine gewisse Verbitterung bei mir definitiv jetzt über die Zeit entstanden ist. Werde versuchen daran zu arbeiten, ist mir auch bewusst, dass man mit einer Aura wie ne Eishalle nicht unbedingt die besten Rahmenbedingungen für einen Neuanfang schafft.

@Peaceberg

Also sehe ich nicht so, dass die Liebe oberflächlich war auch wenn ich verstehe warum du das denkst. Aber ich habe absichtlich nur ein paar Attribute aufgelistet weil alles andere den Rahmen sprengen würde und keiner Bock hat sich so viel durchzulesen. Denk ich mal. Mir fallen spontan mindestens 10 Dinge ein die wirklich schön waren und Tiefgang hatten und die ich bisher zumindest in meinem vorherigen Leben nie erlebt habe und wovon ich dachte, dass es sowas gar nicht gibt oder nur in Filmen und Büchern. Also sei versichert für mich war es auf meinem gegenwärtigen Erfahrungsstand bis jetzt das was Liebe zwischen Mann und Frau am nächsten kommt.

@Delieverance

Ja das mit dem idealisieren war schon immer ein Thema bei mir. Interessant, dass es dir aufgefallen ist. Ich neige offenbar wirklich dazu Menschen die ich wirklich mag zu idealisieren. Trotzdem muss ich sagen, dass ich seit meinem 16. Lebensjahr (ich denke mal da fing das Thema Frauen bei mir an) bis jetzt mit fast 30 nur einziges Mal wirklich verliebt war und das hat nicht daran gemangelt, dass ich zu wenig Frauen kennengelernt habe. Deswegen meine Ex war definitiv was besonderes und das kann jetzt gut oder schlecht sein sowas direkt in der ersten Beziehung zu haben. Es ist aber auch so habe ich gemerkt, dass ich eine Frau definitiv ein bisschen bewundern und idealisieren muss, um überhaupt Anziehung zu spüren. Meine Ex hatte z.B. wirklich ein sehr schwieriges Leben und massive Probleme in der Kindheit und Jugend und ich habe ihre innere Stärke bewundert, dass sie daran nicht zerbrochen ist und sogar richtig was erreicht hat und dann gleichzeitig noch menschlich und so wunderbar bleiben, wo ich mich immer gefragt habe, woher hatte sie die Kraft dafür. Für mich war sie eine Löwin während andere Frauen die ich so kennengerlernt habe mehr so Hello Kitty waren.

@Idaheim

An der Definition von Hedonismus möchte ich mich jetzt nicht festbeissen. Da ist Wikipedia sicher auch keine wissenschaftlich relevante Quelle. Für mich hat das eine eigene Bedeutung die sowohl positiv und negativ ist, deswegen mag ich den Begriff. Positiv daran einfach der Genuss oder die Lust an schönen Dingen.

Nur mal ein Beispiel. Soll Leute geben, die essen ihren Microwellenkram, während die Glotze läuft. Ich koche 2 Stunden was krasses, setze mich hin, zünde eine Kerze an, habe ein Wein stehen und Musik am laufen und genieße das bewusst. So auch mit allem anderen Dingen. Für mich ist Genuss definitiv wichtig, egal ob Essen, Musik, Reisen, Sex, es muss alles to the fullest zelebriert werden. Was ich schlecht an dem Begriff finde ist das Thema Vermeidung von Schmerz und Leid. Die Zeiten in meinem Leben wo es mir echt beschissen ging haben mich persönlich weiter gebracht als die Zeiten wo ich alles im Überfluss hatte. Für mich ist das ein sehr ambivalenter Begriff deswegen finde ich ihn interessant.

Klar kann ich meine eigenen positiven Eigenschaften beschreiben. Ich bin ein sehr verlässlicher, treuer und loyaler Mensch. Ich bin fürsorglich und versuche jedem Menschen zu helfen, wenn ich kann. Ich bin ehrlich und direkt. Freunde halten mich für kreativ, witzig und selbstbewusst, aber ich würde das nicht selbst von mir sagen, weil ich bescheiden bin. Anscheinend sehe ich wohl auch ganz gut aus, zumindest höre ich das hin und wieder von Frauen.
Habe auch einige negative Eigenschaften die mir bewusst sind, aber so grundsätzlich erstmal keine Probleme mit mir selbst.

Und nochmal zum Thema von oben. Wir leben alle nur einmal, zumindest glaube ich nicht an Wiedergeburt und so ein Kram. Deswegen finde ich auch nichts verwerflich daran, die Zeit die man hat so schön und qualitätsvoll wie nur möglich zu gestalten, also sprich richtig Gas zu geben, mit bunten Farben zu malen und im Moment zu leben. Auch was Liebe und Sexualität betrifft so viel Hingabe und Leidenschaft da rein zu packen wie nur geht. Man weiß nicht was morgen ist.
 
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